Auszahlplan

Zusatzeinkommen durch Auszahlpläne oder Sofortrente

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt mehrere Möglichkeiten, angespartes Vermögen schrittweise aufzubrauchen.
  • Eine Sofortrente von einem Versicherer bietet lebenslange Zahlungen. Diese Garantie ist nicht billig und führt zu relativ niedrigen Auszahlraten.
  • Ein Bankauszahlplan ist sicher. Allerdings bieten die Geldinstitute nur magere Zinsen.
  • Ein Fondsauszahlplan bietet die höchsten Renditechancen, unterliegt aber den Schwankungen an den Börsen. Wir empfehlen Entnahmepläne mit Aktien-Indexfonds (ETFs).

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie lebenslange Zahlungen erhalten möchten, empfehlen wir eine Sofortrente. Empfehlenswerte Anbieter sind die Hannoversche, Condor und R+V.
  • Ansonsten raten wir zu einer Mischung aus einem ETF-Auszahlplan mit Tagesgeld und Festgeld.
  • Überlegen Sie sich dazu, wie lange Sie die Auszahlungen erhalten wollen, zum Beispiel 20 Jahre.
  • Teilen Sie Ihr Vermögen auf die Produkte auf, beispielsweise 50 Prozent Auszahlplan und 50 Prozent Tagesgeld und Festgeld.
  • Nutzen Sie unseren Rechner bei der Festlegung der Auszahlrate.
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Wer Geld anlegen oder sparen möchte, findet dazu Ratgeber und Tipps in zahlreichen Zeitschriften und auf vielen Internetseiten. Viel weniger Informationen gibt es für den häufigen Fall, dass sich Verbraucher das angesparte Vermögen über einen längeren Zeitraum auszahlen lassen möchten – sei es als zusätzliche Rente im Alter, zur Überbrückung finanzieller Engpässe oder um Familienangehörigen unter die Arme zu greifen.

Dafür gibt es im Wesentlichen drei unterschiedliche Produkte, die einige Banken, Versicherungen oder Bausparkassen im Programm haben:

Sofortrente gegen Einmalzahlung - Diese Variante garantiert lebenslange Auszahlungen. Diese Garantien bezahlen Kunden durch eine im Vergleich meist niedrigere Auszahlrate.

Bankauszahlplan - Die Bank zahlt für eine vorher vereinbarte Laufzeit regelmäßige, gleichbleibende Raten. Die Raten setzen sich zusammen aus dem eingezahlten Kapital und dem Zinsertrag.

Fondsauszahlplan - Hier kauft der Verbraucher mit seinem Vermögen einen Fonds, im günstigsten Fall einen Indexfonds (ETF). Da der Wert des Fonds Schwankungen unterliegt, steht im Vorhinein nicht fest, wie lange das Geld reicht.

Die Sofortrente bietet eine Absicherung bis ans Lebensende. Durch das derzeit niedrige Zinsniveau fallen die garantierten Renten aber relativ mager aus. Die Sofortrente lohnt sich daher erst richtig, wenn der Versicherte mindestens über 20 Jahre Auszahlungen erhält. Auch bei Bankauszahlplänen machen die niedrigen Zinsen den Verbrauchern zu schaffen. Es gibt hier kaum Anbieter, die mehr Zinsen zahlen als auf deutlich flexiblere Tagesgeldkonten. Fondsauszahlpläne mit ETFs sind grundsätzlich empfehlenswert, wenn die Transaktionskosten gering sind. Wir raten, diese ETF-Auszahlpläne mit sicheren Produkten wie Tagesgeld und Festgeld zu kombinieren, da die Aktienfonds den Schwankungen an den Börsen unterliegen.

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Die Sofortrente

Eine Sofortrente ist das, was der Name verspricht: Sie zahlen einen bestimmten Betrag ein und erhalten sofort eine monatliche Rente – ein Leben lang. Das kommt für Verbraucher infrage, die davon ausgehen, dass sie sehr alt werden oder die eine finanzielle Absicherung im Alter wünschen.

Die Rentenzahlung besteht aus einer garantierten Zahlung und einer sogenannten Überschussbeteiligung. Die Garantierente ist sicher, die Überschussbeteiligung nicht. Ob und in welcher Höhe sie von der Versicherungsgesellschaft bezahlt werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Anlageergebnis, das die Gesellschaft am Kapitalmarkt erzielt, von Kosteneinsparungen und von sogenannten Risikogewinnen. Letztere resultieren daraus, dass Rentenversicherte früher sterben als kalkuliert. Das so eingesparte Geld müssen die Versicherer wenigstens zu drei Vierteln an ihre noch lebenden Kunden weitergeben.

Wie eventuelle Überschüsse an die Kunden ausgezahlt werden, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Am lebensnahesten ist die sogenannte dynamische Variante mit steigenden Rentenzahlungen. Einmal erreichte Rentenniveaus können nicht wieder gekürzt werden und erhöhen sich durch Überschussbeteiligungen in den Folgejahren. Dafür ist die Anfangsrente geringer im Vergleich zu anderen Varianten der Überschussbeteiligung, bei denen auch Kürzungen auftreten können.

Der Vorteil der Sofortrente ist auch ihr größter Nachteil. Die Garantie, dass Verbraucher bis ans Lebensende Zahlungen erhalten, kostet viel Geld. So erhalten Kunden der Direktversicherung Huk24 bei einer Einzahlung von 50.000 Euro eine garantierte Mindestrente von 177 Euro, die voraussichtliche Rente beträgt laut Huk24 228 Euro (Stand: 14. Oktober 2015). Das bedeutet, dass Kunden erst nach 23,5 Jahren den eingezahlten Beitrag ohne Zinsen wieder zurückerhalten. Inklusive der prognostizierten Überschüssen verkürzt sich diese Zeit auf immer noch lange 18 Jahre.

Ähnlich wie bei Kapitallebensversicherungen sieht die Prognose für Sofortrenten düster aus. Durch das niedrige Zinsniveau können den Kunden nur niedrige Rentenwerte garantiert werden. Auch die Überschüsse werden aller Voraussicht nach unter den niedrigen Zinsen leiden. Denn im Bestand der meisten Versicherer befinden sich noch Altverträge mit hohen Garantien, die zuerst bedient werden müssen.

Trotzdem kann sich eine Sofortrente lohnen. Angenommen Sie gehen mit 65 in Rente und werden 90 Jahre alt, dann bekommen Sie bei einer monatlichen Rente von 200 Euro für eine Einmalzahlung von 50.000 Euro eine Verzinsung von immerhin 1,5 Prozent effektiv pro Jahr. Steuerlich ist eine Sofortrente für Rentner attraktiv – sie muss nämlich lediglich mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuert werden. Das bedeutet, dass der Verbraucher, wenn er bei Abschluss beispielsweise 65 Jahre alt ist, nur 18 Prozent der Rente mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern muss. In unserem Beispiel fallen für 228 Euro Auszahlung Steuern in Höhe von etwa 10 Euro an. Dabei gehen wir von einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent aus.

In unserem Test zur Sofortrente empfehlen wir die Policen der Hannoverschen, Condor und R+V. Diese Anbieter haben bei der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 12/2015) mindestens die Gesamtnote 3,0 erhalten. Zusätzlich müssen die von uns empfohlenen Versicherungen eine gute Bonität aufweisen: Mindestens eine der drei großen Ratingagenturen muss den Anbieter mit einer Note von „A“ oder besser bewerten.

Der Bankauszahlplan

Bankauszahlpläne sind eine bequeme Sache. Aus der eingezahlten Summe überweist die Bank regelmäßig einen festgelegten Betrag, bis das Kapital verbraucht ist. Auf das jeweils noch vorhandene Vermögen bezahlen die Geldinstitute entweder einen festen oder variablen Zinssatz.

Geld, das in einem solchen Auszahlplan steckt, ist prinzipiell sicher. Es ist von der Einlagensicherung geschützt und es gibt keine Wertschwankungen wie beispielsweise bei Aktienfonds.

Allerdings sind Bankauszahlpläne in der Regel sehr unflexibel. Ähnlich wie Festgeld werden sie über einen festgelegten Zeitraum abgeschlossen und sind meist nicht kündbar. Auch die Höhe der Auszahlraten lässt sich nachträglich nicht mehr verändern.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Konkurrenz und deshalb magere Verzinsung bei den Bankauszahlplänen. Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat im Mai 2015 einen ausführlichen Test durchgeführt. Viele Anbieter sind lokale Sparkassen, Volksbanken oder PSD-Banken, die nicht für Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet zugänglich sind. Der einzige empfohlene Anbieter, der überregional verfügbar und unsere Stabilitätskriterien für sichere Geldinstitute erfüllt, ist die Hannoversche Lebensversicherung. Sie bietet derzeit eine monatliche Zahlung von 432 Euro über 10 Jahre bei einem eingezahlten Betrag von 50.000 Euro. Das entspricht einem Zins von effektiv nur 0,72 Prozent pro Jahr (Stand: 14. Oktober 2015).

Zum Vergleich: Selbst ein Tagesgeldkonto, bei dem Sie täglich über Ihr Geld verfügen können, bietet in der Regel mehr Zinsen. Bei vielen Anbietern, wie beispielsweise Moneyou, können Sie regelmäßige Auszahlungen per Dauerauftrag einstellen. Sie können also problemlos Ihren eigenen Bankauszahlplan erstellen.

Diesen persönlichen Auszahlplan können Sie zusätzlich mit Festgeld optimieren. Da Sie einen Großteil Ihrer Ersparnisse erst in vielen Jahren benötigen, lohnt es sich, die höheren Zinsen von Festgeld im Vergleich zum Tagesgeld zu nutzen.

Der Fondsauszahlplan

Fondsauszahlpläne funktionieren im Prinzip genauso wie Bankauszahlpläne. Der Unterschied besteht darin, dass die eingezahlte Summe in einen oder mehrere Fonds fließt. Die Fonds kann sich der Kunde aussuchen. Wir empfehlen Aktienfonds auf Börsenindizes, sogenannte ETFs.

Ein Auszahlplan mit Fonds ist deutlich flexibler als ein Bankauszahlplan. Kunden können jederzeit die Höhe der Auszahlungen anpassen oder den Entnahmeplan kündigen. Im Vergleich zu einem relativ flexiblen Auszahlplan Marke Eigenbau mit Tagesgeld- und Festgeldkonten bieten Fondsauszahlpläne höhere Renditechancen. Allerdings sind sie auch risikoreicher, denn die Wertentwicklung von Fonds schwankt. Eine Folge davon ist, dass sich nicht genau bestimmen lässt, wie lange das eingezahlte Geld reicht, wenn Verbraucher monatlich den gleichen Betrag entnehmen.

Auf lange Sicht gleichen sich die Schwankungen an den Börsen aber oft aus. Wir haben untersucht, wie sich die durchschnittliche Jahresrendite des von uns empfohlenen Börsenindex MSCI World über Zeiträume von 20 Jahren seit 1960 entwickelt hat. Im Durchschnitt hätten Verbraucher mit einem ETF auf den MSCI World eine Rendite von 8,4 Prozent pro Jahr erzielt, im schlechtesten Fall immer noch 2,6 Prozent pro Jahr.

Vergleich ETF-Auszahlpläne (Entnahme 208 € über 20 Jahre) ¹

  Flatex Augsburger Aktienbank (über Vermittler)
Kosten pro Auftrag 5,90 € 0,2 % des Auszahlbetrags
Kosten bei monatlicher Entnahme 1.416 € 100 €
Kosten bei Entnahme pro Quartal 472 € 100 €

¹Startkapital: 50.00 Euro, jährliche Rendite 4 %
Quelle: Anbieter, Finanztip-Berechnungen (Stand: 11. November 2015)

Bei diesen Berechnungen haben wir eine Einmalanlage zugrunde gelegt. Für einen Auszahlungsplan sehen die Renditen leicht anders aus, da im Laufe der Zeit immer weniger Geld in den Fonds steckt. Die Gesamtrendite wird deshalb maßgeblich davon bestimmt, wie die Börsen in den ersten Jahren des Vertrags laufen, da sich hier noch das meiste Geld in dem Entnahmeplan befindet. Die Tendenz ist aber dieselbe: Je länger der Auszahlplan läuft, desto weniger schwankt die durchschnittliche Rendite.

Auszahlungsstrategien

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Kunden bei einem ETF-Entnahmeplan die Auszahlungen gestalten können. Am einfachsten ist es, das Anfangskapital durch die gewünschte Laufzeit in Monaten zu teilen. In diesem Fall hätte der Kunde das gesamte Geld am Ende verbraucht, wenn die Rendite null Prozent beträgt. Bei 50.000 Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren oder 240 Monaten ergibt sich so ein monatlicher Betrag von knapp 208 Euro. Werden die Ersparnisse nun mit durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr verzinst, nimmt das Kapital im weiteren Verlauf sogar zu. Nach 20 Jahren beträgt der Kontostand 123.000 Euro. Bei 4 Prozent Verzinsung im Schnitt hält das Kapital 40,5 Jahre. Nach 20 Jahren sind immer noch über 34.500 Euro übrig. In nachstehender Tabelle haben wir für verschiedene Entnahmebeträge und Renditen berechnet, wie lange das Anfangskapital hält.

Laufzeit Entnahmeplan für Startkapital 50.000 Euro

monatliche Entnahme Laufzeit bei 8 % p.a. Laufzeit bei 4 % p.a. Laufzeit bei 0 % p.a. Laufzeit bei -4 % p.a.
208 € unendlich 40,5 Jahre 20 Jahre 14,7 Jahre
300 € unendlich 20,3 Jahre 13,9 Jahre 11 Jahre
400 € 22,5 Jahre 13,5 Jahre 10,4 Jahre 8,7 Jahre

Quelle: Finanztip-Berechnung

Laufzeitrechner

Die Laufzeiten schwanken stark je nach Rendite und Auszahlung. Wenn die Börsen stark steigen, ist bei moderaten Auszahlbeträgen sogar eine Zunahme des Anfangskapitals möglich. In der Praxis empfehlen wir, den Entnahmeplan regelmäßig zu kontrollieren – zum Beispiel einmal im Jahr – und die monatlichen Raten der allgemeinen Kursentwicklung anzupassen: Sind die Börsen gut gelaufen, können Sie sich eine höhere Auszahlung gönnen. War die Entwicklung schlecht, sollten Sie Ihr Kapital schonen und den Betrag eventuell reduzieren. Steuerlich erfährt der ETF-Auszahlplan keine besondere Behandlung. Auf die erwirtschafteten Gewinne fällt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent an.

Unser Rechner hilft Ihnen dabei, die passende Auszahlstrategie festzulegen. Geben Sie dazu Folgendes ein: Anfangskapital, gewünschte monatliche Auszahlung und angenommene Jahresrendite. Als Ergebnis erhalten Sie die Laufzeit, bis wann Ihr Kapital voraussichtlich verbraucht ist.

Günstige Anbieter

Während es für ETF-Sparpläne eine große Auswahl an Depotbanken gibt, haben nur wenige Anbieter einen ETF-Auszahlplan im Angebot. Derzeit bieten vor allem Depotbanken diese Produkte an, bei denen Verbraucher nur über einen Fondsvermittler ein Konto eröffnen können. Ausnahme ist die Augsburger Aktienbank, bei der Kunden auch direkt ein Depot eröffnen können. Im Gegensatz zu anderen Banken wie der DAB Bank oder der Consorsbank fällt bei diesen Geldhäusern für das Depot oft eine Jahresgebühr an und es gelten weitere Einschränkungen wie beispielsweise ein jährlicher Mindestumsatz an Handelsgebühren.

Verbraucher haben aber noch eine andere Möglichkeit. Ein Auszahlplan ist nichts anderes als eine Reihe von Verkaufsaufträgen über eine bestimmte Summe, die jeder auch selbst vornehmen können. Besitzer eines Wertpapierdepots können also ihren Auszahlplan selbst einrichten.

Wir haben die beiden Möglichkeiten miteinander verglichen: einerseits das von uns empfohlene Wertpapierdepot von Flatex und andererseits den ETF-Auszahlplan der Augsburger Aktienbank.

Vergleich ETF-Auszahlpläne (Entnahme 208 € über 20 Jahre) ¹

  Flatex Augsburger Aktienbank
Kosten pro Auftrag 5,90 € 0,2 % des Auszahlbetrags
Jahresgebühr Depot 0 20 €
jährliche Kosten bei monatlicher Entnahme 71 € 25 €
jährliche Kosten bei Entnahme pro Quartal 24 € 25 €

¹Startkapital: 50.00 Euro, jährliche Rendite 4 %
Quelle: Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 11. November 2015)

Während der ETF-Auszahlplan der Augsburger Aktienbank bei monatlicher Entnahme deutlich im Vorteil ist, schrumpft der Unterschied wenn nur einmal pro Quartal Geld entnommen wird. Dann beträgt der Unterschied über 20 Jahre lediglich 372 € oder 18 € pro Jahr. Wenn Sie also nicht den Umweg über einen Vermittler gehen wollen, ist der ETF-Auszahlplan Marke Eigenbau eine gute Alternative.

Andere Auszahlpläne

Neben den hier vorgestellten Angeboten gibt es noch eine Vielzahl anderer Varianten. Neben aktiv gemanagten Aktienfonds werden auch Mischfonds und Rentenfonds angeboten. Aufgrund der niedrigen Zinsen für Anleihen, die der Hauptbestandteil dieser Fonds sind, raten wir von den Produkten derzeit eher ab.

Hausbanken empfehlen zudem gerne Immobilienfonds wegen ihrer angeblichen Sicherheit und den stabilen Renditen. Seien Sie sich aber bewusst, dass diese Fonds oft in risikoreiche Immobilien investieren, zum Beispiel Bürohäuser in Großbritannien oder Ähnliches. Teils starke Wertschwankungen sind auch hier üblich. Zudem sind Immobilienfonds relativ teuer. Der in Deutschland beliebte Fonds Hausinvest (ISIN DE0009807016) kostet beispielsweise einen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent und eine jährliche Verwaltungsgebühr von rund 1 Prozent. Zum Vergleich: Für einen ETF fallen keine Ausgabeaufschläge an und die jährlichen Gebühren betragen etwa 0,2 Prozent pro Jahr.

Ausschüttende Fonds

Eine andere Möglichkeit zur Sicherung eines Zusatzeinkommens sind ausschüttende Fonds. Im Gegensatz zu thesaurierenden Fonds legen sie die Dividenden der enthaltenen Titel nicht wieder an, sondern schütten die Erträge an die Anleger aus. Verbraucher können sich so ein relativ stabiles Zusatzeinkommen sichern, ohne dass sie Fondsanteile verkaufen müssen. Allerdings zahlen beispielsweise die von Finanztip empfohlenen ausschüttenden ETFs auf den MSCI World pro Jahr nur etwa 2 Prozent ihres Werts aus. Bei einem Depotbestand von 50.000 Euro sind das rund 1.000 Euro im Jahr, auf die zusätzlich Abgeltungssteuer anfällt. Der Wert der Fonds selbst unterliegt natürlich auch den Schwankungen an den Börsen. Ausschüttende Fonds lohnen sich vor allem, wenn Sie einen relativ hohen Geldbetrag zur Verfügung haben und nur ein relativ geringes Zusatzeinkommen benötigen.

Finanztip-Empfehlung: Mischen von ETF-Auszahlplänen mit Tagesgeld

Wir empfehlen eine Mischung aus einem ETF-Auszahlplan mit Tagesgeld und Festgeld. Als grobe Richtschnur können Sie beispielsweise eine Hälfte des Anfangskapitals in einen Auszahlplan stecken und die andere Hälfte auf Tagesgeld und Festgeld verteilen. So senken Sie das Risiko von hohen Wertschwankungen. Je nach Risikoneigung kann der Aktienanteil höher oder niedriger gewichtet werden, sodass es für beinahe jeden Verbraucher ein passendes Mischungsverhältnis gibt. Für Festgeld empfehlen wir eine Laufzeit von maximal drei Jahren, da Verbraucher auch im Notfall meist nicht an ihr Geld kommen und so flexibel bleiben können.

Am einfachsten ist es, wenn Sie zu Beginn aus beiden Anlagen denselben Betrag entnehmen. In unserem Beispiel zahlen Sie 25.000 Euro in den ETF-Auszahlplan ein und legen jeweils 12.500 Euro in Tagesgeld und Festgeld an. Für eine Laufzeit von 20 Jahren ergibt sich eine Auszahlung von etwa 104 Euro aus dem Auszahlplan und vom Tagesgeldkonto. Kontrollieren Sie regelmäßig – etwa einmal jährlich – wie sich das Verhältnis der beiden Anlagen verändert hat. Sollten sich große Verschiebungen ergeben haben, kann es sinnvoll sein, von einem Topf in den anderen umzuschichten. Unser Rechner hilft Ihnen bei der Kontrolle, ob ein angepasster Auszahlbetrag noch immer die gewünschte Restlaufzeit bietet.

Wenn Sie anstatt monatlich nur einmal pro Quartal Geld aus dem Fonds entnehmen wollen, können Sie das kostengünstig mit einem Depot erledigen, das wir im Ratgeber Wertpapierdepots erledigen. Derzeit empfehlen wir die Angebote von Flatex und Onvista Bank

Eine Sofortrente empfehlen wir, wenn Sie vorrangig an einer finanziellen Absicherung bis ans Lebensende interessiert sind und Sie andernfalls in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnten. Die Sofortrente lohnt sich nämlich erst dann, wenn der Versicherte ein hohes Alter erreicht. Seien Sie sich bewusst, dass Sie den eingezahlten Betrag oft erst nach 20 Jahren oder später wieder zurückerhalten. Die besten Angebote bieten die Hannoversche, Condor und R+V.

Mehr dazu im Ratgeber Tagesgeld

Dirk Eilinghoff
von Finanztip,
Experte für Geldanlage

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Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

Dirk Eilinghoff
von Finanztip,
Experte für Geldanlage

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.