Private Altersvorsorge

Zusätzlich für die eigene Rente sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Rente wird in den kommenden Jahrzehnten immer weniger zum Leben reichen. Um den Lebensstandard im Alter in etwa zu halten, müssen Beschäftige privat vorsorgen.
  • Bei der privaten Altersvorsorge können Arbeitnehmer staatliche Förderung in Anspruch nehmen und zusätzlich rein privat vorsorgen.
  • Zu den geförderten Möglichkeiten gehören die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und Riester-Verträge (für Angestellte) sowie Rürup-Renten (für Selbstständige).
  • Ohne Förderung ansparen lässt sich mit Hilfe einer Lebensversicherung, Rentenversicherung oder einem langfristigen Aktien-Fondssparplan.
  • Eine Immobilie zu kaufen, um darin zu wohnen, kann auch eine Form von Altersvorsorge sein. Dafür eignen sich besonders Wohn-Riester und Riester-Bausparverträge.

So gehen Sie vor

  • Viele Sparer unterschätzen den finanziellen Bedarf im Alter. Prüfen Sie also frühzeitig Ihre privaten Vorsorgemöglichkeiten.
  • Betriebliche Vorsorge lohnt sich, wenn der Chef mindestens 20 Prozent Ihres Beitrags dazugibt und Sie voraussichtlich länger in der Firma bleiben.
  • Riester rentiert sich, wenn Sie etwas weniger verdienen und Kinder haben (wegen der Zulagen) oder überdurchschnittlich viel verdienen (wegen des Steuervorteils).
  • Klassische Lebens- oder Rentenversicherungen ohne zusätzliche Förderung sollten Sie derzeit nicht abschließen. Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zur Rendite.
  • Günstig und langfristig gut ansparen lässt sich mit Aktien-Indexfonds (ETF): entweder im Rahmen einer Netto-Rentenversicherung (ohne Abschlusskosten) oder flexibel im Sparplan.
  • Kaufen Sie eine Immobilie nur, wenn Sie selbst darin wohnen möchten. Immobilien als Geldanlage lohnen sich aktuell nicht.

Wer als Arbeitnehmer heute seine spätere Rente anschaut, erkennt schnell, dass diese im Alter nicht ausreichen wird. Und die Situation dürfte sich noch verschärfen: Arbeitnehmer müssen damit rechnen, dass sie künftig noch weniger ihrer Ausgaben im Alter über die gesetzliche Rente bestreiten können. In den vergangenen Jahren hat der Staat daher eine Reihe von Möglichkeiten geschaffen, privat fürs Alter vorzusorgen. Auch Sparvarianten ohne staatliche Förderung stehen zur Verfügung.

Die Wahl des Vorsorgemodells
Welche Sparform die beste ist, hängt stark von Ihrer finanziellen Situation und Lebensplanung ab. Wichtig ist, dass Sie in Ruhe abwägen, was Sie tun wollen. Denn die Entscheidung wirkt in der Regel viele Jahre nach und ist der Grundstein für Ihre Finanzlage im Alter. Auf folgende Punkte hin sollten Sie einzelne Vorsorgemodelle abklopfen:

  • Wie sicher sind die eingezahlten Beiträge? (Anders gesagt: Wie hoch ist Ihre persönliche Risikobereitschaft?)
  • Wie flexibel kommen Sie an Ihr Geld heran?
  • Wie gut wird Ihr Geld verzinst?
  • Können Sie von staatlicher Förderung oder Steuervorteilen profitieren?

Auch bei der Altersvorsorge gilt: Der beste Sparvertrag nützt nichts, wenn Sie nicht wissen, was Sie sich leisten können und wie hoch der Betrag sein soll, auf den Sie hinsparen. Schauen Sie daher als erstes, wie viel Geld Sie monatlich übrighaben, um es in eine private Vorsorge zu stecken. Überlegen Sie dann, wie viel Geld Sie als Rentner pro Monat ausgeben wollen.

Rentenlücke kennen und monatlich ansparen

Wer weiß, was im Alter an Geld fehlt, kann reagieren und schon heute genügend zurücklegen. Versuchen Sie daher, die „Lücke“ zwischen Ihrem geschätzten finanziellen Bedarf im Alter und der gesetzlichen Rente im Auge zu behalten. Für einen 30-Jährigen, der in seinem Leben immer durchschnittlich verdient und mit 67 Jahren in Rente geht, haben wir ein einfaches Beispiel aufgesetzt:

Beim Blick auf seinen Rentenbescheid stellt unser Muster-Durchschnittsverdiener fest, dass er bei Renteneintritt im Jahr 2054 monatlich 1.350 Euro gesetzliche Rente erwarten kann. Der Betrag im Bescheid ist brutto ausgewiesen. Abzüglich gut 11 Prozent Sozialabgaben und rund 8 Prozent Steuern bleiben dem Mann etwa 1.110 Euro netto. Weil er im Alter 1.500 Euro nach Steuern und Abgaben haben möchte, fehlen ihm also 390 Euro pro Monat.

Angenommen, der Mann wird 90 Jahre alt. Über die kommenden 37 Jahre müsste er dann so viel zurücklegen, dass er daraus 23 Jahre lang monatlich 390 Euro entnehmen kann. Das wären gut 242 Euro pro Monat (= 23*390/37).

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Denn die Rechnung unterstellt unter anderem eine Welt ohne Geldentwertung (Inflation), ohne Renten- und Lohnsteigerungen und ohne Anlagerenditen. Sie unterstellt auch, dass der Durchschnittsverdiener 45 Jahre durcharbeitet und sein finanzieller Bedarf im Alter konstant ist.

Realistischer ist es, anzunehmen, dass das Rentenniveau künftig leicht absinkt. In dem Fall bliebe die Rentensteigerung etwas hinter der Inflation zurück. Nur Löhne, Sparbeiträge und Anlagerenditen würden sich gemäß der Inflation entwickeln. Unser Mustersparer müsste dann über 37 Jahre monatlich 334 Euro (in heutiger Kaufkraft) aufbringen, um seine Rentenlücke zu schließen (Basisfall).

Die Tabelle zeigt, wie sich der monatliche Sparbedarf ändert, wenn sich bestimmte Rahmenbedingungen im Vergleich zum Basisfall verschieben.

So viel müsste ein Durchschnittsverdiener für die Rente zurücklegen

    Sparbedarf im Monat (heutige Kaufkraft)
Basisfall: sinkendes Rentenniveau¹   334 €
     
3 Jahre erwerbslos²   358 €
Rendite 2 % über der Inflation   185 €
Bedarf 1.250 € netto heute   178 €
27 Jahre bis zur Rente   432 €

¹ Die Rentensteigerung beträgt 1,7 Prozent im Jahr. Inflation, Löhne und Sparrenditen entwickeln sich mit 2 Prozent pro Jahr.
² Der Sparer erhält noch ein Jahr lang 80 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens. Er setzt die Sparraten auch in der Zeit der Erwerbslosigkeit fort.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 12. Juni 2017)

Deutlich wird zum Beispiel, dass eine vorübergehende Erwerbslosigkeit die Vorsorgelücke nicht massiv aufreißt. Angenommen, der Mustersparer arbeitet drei Jahre lang nicht, dann kostet ihn das monatlich 24 Euro mehr. Statt 334 Euro müsste er 358 Euro monatlich zurücklegen.

Der Mustersparer könnte seine monatliche Sparrate dagegen auf 185 Euro fast halbieren, wenn es ihm gelingt, sein Geld renditestärker – etwa mit 2 Prozent über Inflation pro Jahr – anzulegen. Will er das nicht, erzielt er eine ähnlich geringe Sparrate (175 Euro) nur dann, wenn er beim Bedarf im Alter Abstriche macht und mit 1.250 Euro statt 1.500 Euro zurechtkommt.

In jedem Fall gilt: Früh anfangen zu sparen, lohnt sich. Hätte der Mustersparer im Beispiel nicht 37, sondern nur 27 Jahre bis zur Rente, müsste er monatlich fast 100 Euro mehr – 432 statt 334 Euro – aufbringen, um seine Bedarfslücke im Alter zu schließen.

Eine weitere Stellschraube ist schließlich die Frage, wie lange die Rente ausbezahlt werden soll. Im Beispiel will der Mustersparer 23 Jahre lang Rente ausbezahlt bekommen – bis er 90 Jahre alt ist. Soll das Ersparte beispielsweise fünf Jahre länger reichen, müsste er monatlich gut ein Fünftel mehr zurücklegen. Soll es fünf Jahre weniger reichen, müsste er monatlich gut ein Fünftel weniger zurücklegen.

Sparer sollten handeln
Wegen der zahlreichen Annahmen ist es schwer, die individuelle Rentenlücke genau zu bestimmen. Die Beispiele schärfen aber den Blick auf die wichtigsten Einflussfaktoren. Am Ende geht es darum, dass Sparer die Lücke erkennen und damit umgehen. Das heißt: Wer sich im Alter nicht einschränken will, sollte langfristig ansparen, mögliche – geförderte und ungeförderte – Vorsorgeformen kennen und bei der Wahl auf eine angemessene Rendite achten.

Staatlich geförderte, private Altersvorsorge

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es zwei staatlich geförderte Arten der privaten Altersvorsorge. Zum einen haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, in Abstimmung mit ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) abzuschließen. Zum anderen können sie auch in einen Riester-Vertrag einzahlen. Für Selbstständige gibt es darüber hinaus die Möglichkeit der staatlich geförderten Rürup-Rente.

So funktioniert die betriebliche Altersvorsorge

Bei der betrieblichen Altersvorsorge unterscheidet man zwei Arten: Entweder spart der Chef mit Firmengeld für die Betriebsrenten seiner Belegschaft an (klassische arbeitgeberfinanzierte bAV). Oder Angestellte bezahlen die bAV-Beiträge aus ihrem Bruttogehalt selbst und sparen darauf Steuern und Sozialabgaben (staatlich geförderte arbeitnehmerfinanzierte bAV).

Das Besondere an der bAV: Nicht der Mitarbeiter, sondern der Chef entscheidet, wie er die Altersversorgung gestaltet. Er schließt im Zweifel auch die Verträge. Außerdem unterscheidet sich die Abgabenlast auf die spätere Betriebsrente von der gesetzlichen Rente. Neben der Einkommenssteuer zahlen gesetzlich Krankenversicherte ab einer Betriebsrente von 148,75 Euro (im Jahr 2017) auch den vollen Beitrag auf Kranken- und Pflegeversicherung.

Für wen sich die bAV lohnt
Nimmt Ihr Arbeitgeber Firmengeld in die Hand und finanziert Ihre spätere Betriebsrente, können Sie ohne Sorge annehmen. Sie erhalten später die Zusatzrente, ohne jemals selbst etwas dafür bezahlt zu haben.

Stecken Sie dagegen Teile Ihres Gehalts in die bAV, lohnt sich das nur, wenn der Chef etwas dazugibt. Als Faustregel gilt: Für jeden fünften Euro, den Sie einzahlen, sollte Ihr Chef einen Euro obendrauf geben. Besser wäre, für jeden vierten oder dritten Euro.

Ohne Zuschüsse vom Chef kann die Ersparnis vor der Rente die Lasten in der Rente in aller Regel nicht ausgleichen. Zu den Sozialabgaben und Steuern im Alter kommt hinzu, dass Sparer weniger gesetzliche Rente ausgezahlt bekommen. Denn die Beiträge für den bAV-Vertrag gingen über Jahre zu Lasten der Beiträge der gesetzlichen Rentenversicherung. Nur wenn Sie sehr alt werden, lohnt sich dieses Geschäft.

Beispiel: So wirkt sich der Arbeitgeberzuschuss aus
Dank der Ersparnis bei Sozialabgaben und Steuern kann ein Durchschnittsverdiener gut 180 Euro in die bAV einzahlen, wenn er dafür 100 Euro vom Nettogehalt aufwendet. Die Belastung im Alter – insbesondere die Minderung der gesetzlichen Rente – drückt aber auf die Rendite. Bei einer Verzinsung der Beiträge von beispielsweise 2 Prozent pro Jahr, müsste der Sparer 91 Jahre alt werden, um seinen Einsatz wieder herauszubekommen.

Besser sieht es aus, wenn der Chef rund 20 Prozent der Beiträge obendrauf gibt. Bei einer Verzinsung von 2 Prozent haben Sie Ihren Einsatz bereits fünf Jahre früher wieder drin, also mit 86 Jahren.

Tipp

Falls Ihr Chef nicht von sich aus Geld zur bAV zuschießen will, verhandeln Sie! Die Chancen stehen gut, dass er Ihnen entgegenkommt: Wenn Sie Teile Ihres Gehalts in die bAV stecken, sparen nicht nur Sie, sondern auch Ihr Arbeitgeber die Sozialabgaben von rund 20 Prozent.

Alle Details zur bAV und zu den Beispielrechnungen finden Sie in unserem Ratgeber zur betrieblichen Altersvorsorge.

So funktioniert die Riester-Rente

Neben der betrieblichen Altersvorsorge ist Riester die zweite Möglichkeit, staatlich gefördert fürs Alter vorzusorgen. Wer jährlich bis zu 4 Prozent seines Bruttoeinkommens (maximal 2.100 Euro) in einen Riester-Vertrag einzahlt, profitiert von Zulagen für sich und seine Kinder und möglicherweise zusätzlich von einem Steuervorteil.

In erster Linie richtet sich Riester an Arbeitnehmer. Aber auch Beamte und in bestimmten Fällen Selbständige, erwerbslose Ehepartner und Auszubildende können riestern. Es gibt unterschiedliche Riester-Sparformen. Ihnen gemeinsam ist: Jeder Euro, der in einen Riester-Vertrag fließt und auch alle Zulagen sind zum Rentenbeginn garantiert.

Im Ruhestand – frühestens ab 60 Jahren – erhalten Sie Ihr Geld als lebenslange Rentenzahlung. Auf die Rente wird der persönliche Steuersatz fällig; dieser liegt im Alter aber meist niedriger als im Erwerbsleben. Alternativ können Sie zu Beginn der Rente auch bis zu 30 Prozent des Ersparten auf einmal entnehmen. Diese Auszahlung treibt Ihren Steuersatz in dem Jahr allerdings nach oben.

Riester-Förderung
Die Förderung bei Riester kann sich auf zwei Arten bemerkbar machen. Da ist einmal staatliches Geld: Jeder Riester-Sparer bekommt eine Grundzulage von maximal 154 Euro im Jahr geschenkt. Für Kinder, die vor 2008 geboren sind, gibt es maximal 185 Euro obendrauf, für Kinder, die ab 2008 zur Welt gekommen sind, 300 Euro. Ein Elternteil mit zwei Kindern kann also beispielsweise mit bis zu 754 Euro jährlich rechnen.

Umgekehrt profitiert auch, wer mehr verdient und keine Kinder hat. Er bekommt zwar im Jahr nur die 154 Euro an staatlicher Zulage. Doch kann er seine gesamten Riester-Beiträge inklusive Zulagen – maximal 2.100 Euro – von der Steuer absetzen. Sollte der Steuervorteil höher sein als die Zulage, bekommt der Sparer die Differenz (Steuervorteil minus Zulage) erstattet.

Für wen sich Riester lohnt
Riester lohnt sich umso mehr, je höher der Anteil an Zulagen oder Steuererstattung an den selbst gezahlten Beiträgen ist. Hintergrund: Je mehr Geld der Sparer vom Staat (erstattet) bekommt, umso weniger der Sparsumme muss er aus eigener Tasche aufbringen. Besonders von Riester profitieren daher Geringverdiener mit mehreren Kindern durch hohe Zulagen oder alleinstehende Besserverdiener über den Steuervorteil.

Ein alleinerziehendes Elternteil mit drei kleinen Kindern und 12.000 Euro Jahresverdienst muss beispielsweise über die Jahre nur etwa 4.700 Euro in den Riester-Vertrag einzahlen und hat dank staatlicher Förderung nach 30 Jahren mehr als 25.000 Euro Einlagen. Das entspricht einer jährlichen Rendite von mehr als 10 Prozent allein durch Fördergelder. Ein Single mit einem Einkommen von 70.000 Euro im Jahr kommt durch die Steuererstattung über 30 Jahre auf eine Rendite von fast 3,5 Prozent pro Jahr.

Tipp

Die Kinderzulage gibt es, solange der Staat auch Kindergeld zahlt, maximal bis zu einem Alter von 25 Jahren. Riestern Verheiratete, lohnt es sich, wenn derjenigen die Kinderzulagen beantragt, der weniger verdient. Er profitiert mehr von der Förderung, während der besserverdienende Partner den vollen Steuervorteil mitnehmen kann.

Mit dem neuen Gesetz zu den Betriebsrenten vom Juni 2017 hat die Regierungskoalition aus Union und SPD den Anreiz zur Altersvorsorge für Geringverdiener deutlich verbessert. Spätestens ab 2022 soll sich die Riester-Grundzulage auf 175 Euro erhöhen. Auch können Sparer Riester-Renten und Betriebsrenten bis zu 200 Euro im Monat künftig in jedem Fall behalten – selbst dann, wenn sie im Alter Grundsicherung beziehen.

Die sechs Riester-Arten
Es gibt sechs verschiedene Arten von Riester-Verträgen: Mit der (fondsgebundenen) Riester-Rentenversicherung, dem Bank- oder Fondssparplan sparen Sie für eine spätere Rente an. Zwei weitere Riester-Varianten kommen infrage, wenn Sie ein Eigenheim kaufen oder bauen wollen. Machen Sie sich mit den Unterschieden vertraut, denn nicht jede Variante passt für jeden und nicht jede ist gleich gut.

Klassische Riester-Rentenversicherung - Sie ist für alle Sparer eine Möglichkeit, die heute schon genau wissen wollen, was sie später einmal an Rente herausbekommen: Sie zahlen monatlich eine bestimmte Rate ein und erhalten ab Renteneintritt eine garantierte Zusatzrente. Wichtig ist, an einen günstigen Vertrag zu kommen – sonst fressen die Kosten die (Förder-)Rendite zum Teil auf. Welche Anbieter infrage kommen, lesen Sie im Ratgeber Riester-Rentenversicherung.

Riester-Banksparplan - Er eignet sich grundsätzlich für Sparer, die etwas flexibler bleiben wollen. Teure Abschlusskosten gibt es nicht, das heißt, jeder Euro fließt sofort in den Sparvertrag. Den Vertrag zu wechseln ist damit leichter. Auch lohnt sich die Sparform, wenn Sie nur noch einige Jahre bis zur Rente haben. Die monatlichen Raten werden variabel verzinst – im Niedrigzinsumfeld geht die Verzinsung aber gegen Null. Momentan können Sparer nur bei der Sparkasse Holstein deutschlandweit einen Riester-Sparplan abschließen.

Riester-Fondssparplan - Er ist für solche Sparer eine Überlegung wert, die neben der Förderrendite auch noch Rendite aus der Geldanlage ziehen wollen: Zumindest ein Teil der monatlichen Beiträge fließt in der Regel in Aktienfonds oder günstige Aktien-Indexfonds (ETFs). Weil sie die Beiträge und Zulagen mindestens erhalten müssen, sind Anbieter bei der Geldanlage im Niedrigzinsumfeld vorsichtiger geworden. Details dazu finden Sie im Ratgeber Riester-Fondssparplan.

Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung - In der Regel fließen Beiträge bei dieser Variante zunächst in sichere Anlagen – wie bei der klassischen Riester-Rentenversicherung. Überschüsse können dann in Fonds angelegt werden. Finanztip rät von dieser Sparvariante ab. Im Vergleich zum Fondssparplan sind die Anlagechancen geringer, dafür ist die fondsgebundene Riester-Rentenversicherung oft teurer.

Achtung

Riester-Verträge nicht kündigen
Es lohnt sich praktisch nie, einen Riester-Vertrag zu kündigen. Denn dann müssen Riester-Sparer die staatlichen Steuervorteile und Zulagen zurückzahlen. Stattdessen sollten sie den Vertrag einfach stilllegen und bis zur Rente ohne Beiträge weiterlaufen lassen.

Wer mit einer Immobilie fürs Alter vorsorgen möchte, kann sowohl einen Riester-Bausparvertrag als auch den Wohn-Riester nutzen:

Riester-Bausparvertrag - Anleger sparen mit ihren Beiträgen zunächst über einige Jahre ein Guthaben an. Dieses dient als Eigenkapital, um ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen. Nach der Ansparphase haben die Sparer Anspruch auf ein zinsgünstiges Baudarlehen. In der Ansparphase wird das Guthaben in der Regel geringer verzinst als in anderen Riester-Arten. Erst in der Kombination mit dem Darlehen rentiert sich der Riester-Bausparvertrag. Sparer können das Darlehen auch als Wohn-Riester abschließen.

Wohn-Riester - In dieser Variante spart der Kunde kein Geld auf einem Konto an. Stattdessen rechnet der Kreditgeber die staatlichen Riester-Förderungen auf die Tilgungszahlungen eines Baudarlehens an. Dadurch ist Wohn-Riester im Vergleich zu einem Baukredit in der Regel günstiger. Allerdings müssen die Sparer auch diese Riester-Art nachgelagert versteuern. Dazu vermerkt der Staat die geförderten Tilgungen auf einem fiktiven Wohnförderkonto. Ein Wohn-Riester lässt sich auch ohne vorherigen Riester-Bausparvertrag abschließen.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.

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Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • Rentenversicherung: Hannoversche, Huk24
  • Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)
  • Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethyp

Private Altersvorsorge ohne staatliche Förderung

Neben staatlich geförderten Vorsorgemöglichkeiten gibt es auch mehrere ungeförderte. Das heißt: Jeden Euro, den Sie dort einzahlen, stammt aus Ihrem eigenen Geldbeutel. Damit sich das lohnt, müssen die Kosten der Sparverträge und auch die Ertragschancen stimmen.

Außerdem ist vielen Sparern wichtig, dass sie im Notfall ohne Verluste an ihr Geld kommen. Insbesondere die klassische private Kapitallebensversicherung oder Rentenversicherung erfüllen diese Kriterien sehr häufig nicht. Eine Alternative kann sein, unabhängig von einer Versicherung beispielsweise in einen ETF-Sparplan einzuzahlen.

So funktioniert die private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung war lange Jahre bei Sparern sehr beliebt. Sie galt als sicher, von Beginn an war eine bestimmte Rentenhöhe garantiert. Sparer wussten, was sie mindestens an monatlicher Rente erhalten würden, wenn sie beispielsweise über 30 Jahre monatlich 100 Euro einzahlten. Mit sinkendem Zinsniveau versprechen Anbieter heute aber immer weniger. Dafür bringen sie immer neue Varianten der klassischen Sparform auf den Markt.

Klassische Rentenversicherung - Wenn Sie 2017 eine klassische Rentenversicherung abschließen, bekommen Sie noch 0,9 Prozent Zinsen garantiert. Die Garantie bezieht sich allerdings nur auf die eingezahlten Beiträge nach Abzug von Kosten. Je nachdem, was der Versicherer für den Abschluss und die Verwaltung des Vertrags verlangt, kann es sein, dass Sie 25 Jahre oder mehr sparen müssen, um die Kosten mit der garantierten Rendite wieder zu gutzumachen.

Schneller geht es, wenn der Versicherer zwischendurch Überschüsse erwirtschaftet und Ihrem Vertrag gutschreibt. Dies ist aber nicht garantiert und variiert je nach Anbieter stark. Im Branchendurchschnitt ist die laufende Verzinsung (Garantiezins plus Überschüsse) in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Finanztip rät derzeit vom Neuabschluss klassischer Rentenversicherungen ab.

Laufende Verzinsung klassischer Rentenversicherungen

bei Neuabschluss im Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
laufende Verzinsung (in Prozent) 4,2 4,07 3,91 3,61 3,4 2,54 2,86 2,61

laufende Verzinsung ohne Schlussüberschuss und Beteiligung an Bewertungsreserven
Quelle: Assekurata (Stand: Februar 2017)

Klassische Kapitallebensversicherung - Im Unterschied zur Rentenversicherung haben Sparer bei der klassischen Lebensversicherung die Wahl: Entweder sie schließen beim Eintritt in die Rentenphase noch eine Versicherung für die Auszahlphase bei einem Anbieter ab – mit den dann gültigen Rentenkonditionen. Oder sie lassen sich die angesparte Summe auf einen Schlag auszahlen. Auch bei der Lebensversicherung sind im Jahr 2017 nur noch 0,9 Prozent Zinsen auf die Beiträge minus Kosten garantiert. Finanztip rät vom Neuabschluss ab.

Achtung

Lebensversicherungen nicht kündigen
Wer feststellt, dass er die monatlichen Raten für die Lebensversicherung nicht mehr aufbringen kann oder das Geld früher als zu Rentenbeginn braucht, sollte in aller Regel eines nicht tun: den Vertrag kündigen. Das ist normalerweise ein Verlustgeschäft. Zum einen sind bei einer Kündigung bereits bezahlte Abschlusskosten dahin. Es fällt außerdem zusätzlich ein Stornoabschlag an. Besser ist es, das Geld weiterhin im Vertrag zu lassen und die Renten- oder Lebensversicherung beitragsfrei zu stellen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Versicherung zu verkaufen.

Rentenversicherung der neuen Klassik - Mit einem höheren Aktienanteil soll diese Variante bessere Renditen erwirtschaften. Dafür muss der Versicherte auf Garantien verzichten. Je nach Vertrag gibt es beispielsweise keine Beitragsgarantie oder keine garantierte Mindestrente mehr. Sicher ist eigentlich nur noch, dass es eine lebenslange Rente geben soll. Verträge der neuen Klassik sind im Durchschnitt noch etwas teurer als klassische Policen und bringen trotz eines höheren Aktienanteils derzeit keine bessere Rendite. Finanztip rät daher von Rentenversicherungen der neuen Klassik ab.

Netto-Rentenversicherung - Darunter versteht man Rentenversicherungen, die Sparer ohne teure Abschlussprovisionen bei einem Honorarberater kaufen können. Diesen bezahlt der Sparer dann direkt. Eine Nettopolice kann insbesondere dann lohnen, wenn auch die laufenden Kosten für die Geldanlage gering ausfallen. Manche Anbieter investieren Beiträge zum Beispiel in günstige Aktien-Indexfonds (ETFs).

Für wen sich eine private Rentenversicherung lohnt
Um privat fürs Alter vorzusorgen, lohnt sich ungefördert derzeit nur eine Netto-Rentenversicherung mit Aktien-Indexfond. Im Gegensatz zu anderen privaten Rentenversicherungen können Sie bei Netto-Rentenversicherungen die Kosten geringhalten. 

Rentenversicherungen der neuen Klassik schneiden noch ein bisschen schlechter ab als klassische Policen. Ihr Anlagemodell ist für den Sparer kaum zu durchschauen. Im Durchschnitt lagen die Zinsen einer Neue-Klassik-Rentenversicherung 2017 laut Branchenanalyst Assekurata mit 2,44 Prozent sogar unter denen einer klassischen Rentenversicherung – was vor allem an den hohen Kosten liegt.

Auch als Absicherung im Todesfall sind Lebens- und Rentenversicherung ungeeignet. Um die Hinterbliebenen zu unterstützen, ist eine Risikolebensversicherung sinnvoller.

Mehr dazu im Ratgeber Kapitallebensversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Finger weg von klassischen Lebensversicherungen

  • Klassische Lebens- und Rentenversicherungen lohnen sich nicht mehr
  • Niedrige Zinsen und hohe Kosten machen die Policen unattraktiv
  • Neue Verträge sollten nicht abgeschlossen werden

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Wer schon eine Lebensversicherung besitzt:

So funktioniert ein Sparplan mit Aktien-Indexfonds

Bei einem Fondssparplan kaufen Sparer monatlich für einen Betrag ab 25 Euro Anteile an (Aktien-)Fonds. Wer dies über Jahre durchhält, sammelt einiges an Vermögen an. Im Vergleich zu einer Versicherungslösung unterscheidet sich der Sparplan zunächst in puncto Flexibilität und Kosten.

Flexibilität - Beim Sparplan kommen Anleger jederzeit an ihr Geld und können – je nach finanzieller Situation – mal mehr, mal weniger einzahlen.

Kosten - Ohne viel Mühe lässt sich nahezu kostenlos im Sparplan Vermögen aufbauen. Ein kostenloses Wertpapierdepot, quasi als Konto für den Sparplan, gibt es bei einigen Direktbanken umsonst. Wer dann noch mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) anspart, bekommt von seinen Sparraten jährlich im Schnitt nur um die 0,3 Prozent Verwaltungskosten abgezogen. ETFs bilden die Wertentwicklung eines Index am Markt, zum Beispiel des Weltaktienindex MSCI World, günstig nach.

Darüber hinaus hat der ETF-Sparplan einige spezielle Eigenschaften, die Sparer sich bewusstmachen sollten:

Rendite versus Risiko - Günstige ETF-Sparpläne bieten gute Renditechancen und halten auch Verlustrisiken klein – wenn Sie drei Grundsätze beachten. Der Aktien-Indexfonds (ETF), den Sie wählen, sollte Aktien verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern bündeln. So verteilt sich das Risiko von Verlusten auf viele Schultern. Sie sollten außerdem lange anlegen: 10, besser 15 oder 20 Jahre. Kurzfristige Schwankungen am Markt brauchen Sie dann nicht zu beunruhigen. Schließlich sollten Sie sich überlegen, wann Sie das Geld brauchen und rechtzeitig schrittweise in sichere Anlagen wie Festgeld umschichten.

Am Ende müssen Sie abwägen: Im Vergleich zu einer Versicherung trägt das Kapitalmarktrisiko bei einem ETF-Sparplan der Anleger. Auf der anderen Seite hat sich ein ETF-Sparplan, richtig ausgestaltet, in der Vergangenheit stets gut gemacht:

Wer über 15 Jahre regelmäßig Raten in den Weltaktienindex einzahlt hat, erzielte in der Vergangenheit im Durchschnitt eine positive Rendite pro Jahr. Von Anfang 2000 bis Ende 2015 konnte ein Sparer, der regelmäßig in den Weltaktienindex MSCI World investierte, beispielsweise gut 7 Prozent pro Jahr verdienen.

Der Einstiegszeitpunkt beim ETF-Sparplan ist nicht so wichtig, weil zu Beginn nur wenig Kapital im Sparplan steckt. Falls der Kurs stark schwankt, kommen Sie mal etwas teurer, mal etwas billiger zu ihren Fondsanteilen. Sie profitieren dann mehr, wenn es wieder aufwärtsgeht, als wenn Sie zu einem festen Zeitpunkt eine größere Summe angelegt hätten.

Steuern auf den Sparplan - Die Flexibilität des ETF-Sparplans hat ihren Preis. Anleger müssen Kapitalerträge aus Fonds jährlich mit dem Abgeltungssteuersatz versteuern – ab 2018 auch dann, wenn ein ETF Dividenden nicht ausschüttet, sondern wieder im Fondsvermögen anspart. Beim Verkauf des Fonds wird auf den Gewinn ebenfalls Abgeltungssteuer fällig. Wer seine Auszahlung dann in eine Sofortrente umwandelt, zahlt Einkommenssteuer auf die Rente. Wer dagegen im Rahmen einer Nettopolice lange genug anspart, muss nur auf einen kleinen Teil der Rente Einkommenssteuer bezahlen, den sogenannten Ertragsanteil. Wie hoch dieser ist, hängt davon ab, in welchem Alter der Sparer in Rente geht. Ein 67-jähriger muss beispielsweise 17 Prozent seiner Rente versteuern. 

Achtung

Prinzipiell können Verbraucher auch mit sichereren Rentenfonds für das Alter ansparen. Momentan sind die Zinsen von Rentenfonds allerdings schlechter als von vergleichbaren Anlageformen wie Festgeld. Auch von klassischen Aktienfonds, die ein Fondsmanager verwaltet, rät Finanztip ab. Nur die wenigsten schneiden regelmäßig besser ab als der Markt. Hinzu kommen hohe Kosten: 5 Prozent Anschaffungskosten und bis zu 1,5 Prozent Verwaltungskosten pro Jahr sind nicht ungewöhnlich.

Für wen sich ein ETF-Sparplan lohnt
Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften kommt ein ETF-Sparplan  eher für Sparer infrage, die

  • sich die Möglichkeit bewahren wollen, Erspartes auch zwischendurch abzurufen,
  • sich selbst um die Geldanlage kümmern wollen und auch bereit sind, in den Jahren vor der Rente aufmerksam zu sein und Geld in sichere Anlagen umzuschichten,
  • die den Sparplan von zu Hause aus online starten und verwalten wollen
  • und die nachts gut schlafen auch ohne eine Garantie eines Versicherers.

Junge Sparer können einen ETF-Sparplan nutzen, um sich langsam an das Thema Börse und Aktienfonds heranzutasten.

Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

ETF: einfach, transparent, flexibel

  • Sie können mit ETF-Sparplänen regelmäßig sparen.
  • Sparpläne bieten gute Renditeaussichten.
  • Änderungen sind jederzeit möglich.
  • Wir empfehlen Aktienfonds-Sparpläne.

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So funktioniert das Eigenheim als private Altersvorsorge

Das anhaltend niedrige Zinsniveau lässt viele Sparer über den Kauf eines Eigenheims nachdenken. Fürs Kaufen und Bauen spricht in erster Linie die langfristige Mietersparnis. Anstatt dem Vermieter monatlich Hunderte Euro zu überweisen, zahlen Hausbesitzer mit dem Geld den Baukredit ab und können das Haus am Ende ihr Eigen nennen. Ist die letzte Rate gezahlt, fallen nur noch die laufenden Betriebs- und Heizkosten an. Die eingesparte Miete wird so zu einem wichtigen Baustein der Altersvorsorge.

Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass diese Rechnung aufgeht: Seit 2010 sind die Preise für Immobilien kontinuierlich gestiegen. Für dasselbe Haus oder dieselbe Wohnung müssen Käufer häufig gut 50 Prozent mehr ausgeben als damals. Nur auf die günstigen Zinsen und die Mietersparnis zu schauen, kann daher schnell in die Irre führen. Statt die wegfallenden Mietzahlungen und mögliche Darlehensraten zu vergleichen, sollten Sie bei der Baufinanzierung vor allem auf die Laufzeit des Baukredits achten.

Auch müssen Sie die Baufinanzierung im Vorfeld gründlich planen. Das Baudarlehen begleitet Sie in der Regel über mehrere Jahrzehnte. Ob kaufen oder mieten langfristig besser ist, hängt daher auch von der Zinsentwicklung in 15 oder 20 Jahren ab. Allerdings lässt sich das Zinsniveau über einen so langen Zeitraum kaum voraussagen.

Die Entscheidung für das Eigenheim ist darüber hinaus mit einem hohen persönlichen Einsatz verbunden. Transparente Preise wie an den Wertpapierbörsen gibt es auf dem Immobilienmarkt nicht. Daher kommen Sie nicht umhin, die Angebote genau zu prüfen und möglichst viele Objekte zu besichtigen. Nicht zuletzt hängen die Chancen und Risiken, mit einer Immobilie für das Alter vorzusorgen, eng mit dem einzelnen Objekt zusammen. Fehler beim Kauf, etwa schlechte Bausubstanz oder eine laute Schnellstraße vor dem Haus, lassen sich hinterher nicht oder nur mit erheblichen Verlusten korrigieren.

Für wen sich ein Eigenheim lohnt
Ob es langfristig günstiger ist, das eigene Heim zu mieten oder zu kaufen, hängt vor allem von den finanziellen Eckdaten des Projekts und Ihrer Lebensplanung ab: Bleibt das Zinsniveau konstant niedrig und der Immobilienpreis absehbar stabil, lohnt es das Eigenheim in der Regel. Voraussetzung ist allerdings, dass der Kaufpreis nicht überzogen war und Ihre Finanzierung auf soliden Füßen steht.

Auf der anderen Seite sind Sie als Käufer an Ihren Wohnort gebunden. Weiter zur Miete zu wohnen und das Ersparte in renditestarke Geldanlagen zu investieren, bietet grundsätzlich größere Flexibilität. Dazu kommt, dass Sie mit dem Kauf alles auf eine Karte setzen. Da sie den Großteil Ihres Vermögens in eine einzelne Geldanlage stecken, treffen ungünstige Entwicklungen Sie besonders hart.

Wenn Sie also beruflich in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich mobil bleiben müssen, lohnt sich ein Immobilienkauf eher nicht. Das Nachsehen haben Sie auch, wenn Sie die Immobilienfinanzierung wegen Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit abbrechen müssen. Die Kosten für die Instandhaltung können Sie zusätzlich belasten.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.