Garantie-Zertifikate

Kapitalerhalt, aber magere Chancen auf Kursgewinne

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Garantiezertifikat gewährleistet dem Inhaber zum Ende der Laufzeit die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals – oder zumindest eines Teils davon.
  • Wertsteigerungen sind nach oben hin begrenzt.
  • Die Preisentwicklung von Garantie-Zertifikaten hängt vom zugrunde liegenden Basiswert ab.
  • Garantie-Zertifikate sind mit einem sogenannten Emittentenrisiko verbunden. Das heißt: Wird das ausgebende Institut zahlungsunfähig, ist die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals gefährdet.
  • Garantie-Zertifikate sind für erfahrene Anleger geeignet, die eher vorsichtig investieren wollen.
  • Wenn Sie ein Zertifikat ausgewählt haben, raten wir Ihnen, das Wertpapier bei einem Onlinebroker zu kaufen. In unserem Ratgeber Wertpapierdepots empfehlen wir derzeit die Angebote von Flatex und Onvista Bank.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um Zertifikate immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Garantie-Zertifikate versprechen dem Inhaber die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zum Laufzeitende – oder immerhin einen bestimmten Prozentsatz davon. Verspricht die Bank zum Beispiel, dass mindestens 90 Prozent des Ausgabepreises zurückgezahlt werden, kann der Anleger maximal zehn Prozent Verlust machen. Gleichzeitig profitiert er aber nur in begrenztem Umfang von Steigerungen des Basiswerts.

Garantie-Zertifikate sind wie alle anderen Zertifikate nur für erfahrene Anleger geeignet. Es sind komplizierte Finanzprodukte, die nicht einfach zu verstehen sind. In diesem Artikel erklären wir Ihnen die Vor- und Nachteile, geben Beispiele sowie Tipps zum Kauf.

Vor- und Nachteile von Garantie-Zertifikaten

Garantie-Zertifikate bieten Ihnen als Anleger einige Vorteile – vor allem in Sachen Sicherheit.

Kapitalgarantie - Bereits beim Kauf eines Garantie-Zertifikats wissen Sie, wie viel Geld Sie am Laufzeitende mindestens zurückbekommen. Der von der Bank garantierte Kapitalbetrag kann der volle Ausgabepreis sein oder ein Teil davon.

Kurschancen - Steigt der Preis des Basiswerts, steigt auch der Kurs des Garantie-Zertifikats und Sie erzielen Gewinne.

Allerdings sind Garantie-Zertifikate auch mit Nachteilen verbunden:

Gewinnbegrenzung - Für die Kapitalgarantie müssen Sie in Kauf nehmen, dass Ihre Gewinnchancen gedeckelt sind. Das wird meist dadurch bewerkstelligt, dass der Rückzahlungspreis des Zertifikats durch einen sogenannten Cap nach oben begrenzt ist. Außerdem kann es sein, dass Sie auch bis zum Cap von Kurssteigerungen des Basiswerts nicht eins zu eins profitieren, sondern nur zu einem bestimmten Prozentsatz. Dann ist die sogenannte Partizipationsrate kleiner als eins.

Kosten und fehlende Dividenden - Zertifikate sind mit Kosten verbunden. Hohe Gebühren kommen vor allem in einer großen Spanne zwischen An- und Verkaufskurs zum Ausdruck. Zudem entgehen Ihnen meist die Dividenden, die viele Firmen an Ihre Aktionäre ausschütten.

Emittentenrisiko - Zertifikate sind rechtlich gesehen Anleihen. Damit unterliegen sie dem Risiko, dass das herausgebende Institut zahlungsunfähig wird. Kann es seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, ist auch Ihre Kapitalgarantie wertlos. Die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers 2008 hat gezeigt, dass auch als solide eingestufte Banken pleitegehen können.

Wann eignen sich Garantie-Zertifikate für Sie?

Garantie-Zertifikate lohnen sich für Verbraucher mit solidem Finanzwissen, die auf Sicherheit setzen und denen der Erhalt des eingesetzten Kapitals wichtig ist. Dafür müssen sie aber auf Kurschancen verzichten.

Hier zwei Beispiele von Garantie-Zertifikaten

Es gibt viele verschiedene Garantie-Zertifikate. Hier zwei Beispiele mit Erklärung:

1. Beispiel

ausgebende Bank HypoVereinsbank
WKN HV5CJF
Fälligkeit 5. Oktober 2016
Basiswert Euro Stoxx 50
Basiswert-Kurs bei Ausgabe 2.785,43 Punkte
Cap 148 Euro (bei Indexstand von 4.122,44 Punkten)
Partizipationsrate 0,0359
garantierte Rückzahlung (Nennwert) 100 Euro
Managementgebühr keine
Geld-Briefkurs 111,37 bis 112,37 Euro

Quelle: finanzen.net, onvista.de (Stand: 30. Juli 2014)

Ein Anstieg des europäischen Aktienindexes Euro Stoxx 50 um zehn Prozent führt zu einem Kursanstieg des Zertifikats um 3,59 Prozent. Folgende Szenarien sind möglich:

  • Liegt der Index bei Fälligkeit des Zertifikats bei oder über 4.122,44 Punkten, erhalten Sie 148 Euro. Sie haben 75 Euro Gewinn gemacht (vor Kosten).
  • Liegt der Euro Stoxx 50 bei Fälligkeit unter dem Indexstand bei Ausgabe des Zertifikats von 2.785,43 Punkten, erhalten Sie 100 Euro. Sie bekommen Ihr eingesetztes Kapital zurück.
  • Bei Indexständen zwischen 2.785,43 und 4.122,44 Punkten beträgt der Kursgewinn des Zertifikats: (Indexstand – 2.785,43) x 0,0359 Euro.

Die Geld-Brief-Spanne beträgt 0,9 Prozent und ist damit relativ hoch.

2. Beispiel

ausgebende Bank DZ Bank
WKN AK0AX8
Fälligkeit 12. August 2016
Basiswert Daimler-Aktie
Basiswert-Kurs bei Ausgabe 41,97 Euro
Cap 132,50 Euro (bei Aktienkurs von 55,61 Euro)
Partizipationsrate 1
garantierte Rückzahlung (Nennwert) 100 Euro
Managementgebühr keine
Geld-Briefkurs 122,07 bis 123,07 Euro

Quelle: finanzen.net, onvista.de (Stand: 30. Juli 2014)

Folgende Szenarien sind möglich:

  • Liegt der Kurs der Daimler-Aktie bei Fälligkeit des Zertifikats bei 55,61 Euro oder darüber, erhalten Sie 132,50 Euro. Sie haben 32,50 Euro Gewinn gemacht (vor Kosten).
  • Liegt der Daimler-Aktienkurs bei Fälligkeit unter 41,97 Euro, erhalten Sie den Nennwert von 100 Euro zurück.
  • Bei Daimler-Aktienkursen zwischen 41,97 und 55,61 Euro beträgt der Kursgewinn des Zertifikats: (Daimler-Kursgewinn in Prozent) x 100.

Die Geld-Brief-Spanne beträgt 0,8 Prozent und ist damit relativ teuer.

So kaufen Sie Garantie-Zertifikate

Es gibt zwei Möglichkeiten, Garantie-Zertifikate zu erstehen: Sie können sie entweder direkt beim ausgebenden Institut kaufen, wenn sie neu auf den Markt kommen. Oder Sie erwerben sie über die Börse zum jeweils aktuellen Kurs. Auf jeden Fall sollten Sie sich vorher genau über das jeweilige Zertifikat informieren. Nutzen Sie dazu Finanzportale wie onvista.de oder finanzen.net.

Für die Suche nach Garantie-Zertifikaten halten wir finanzen.net für nutzerfreundlicher. Mehr Informationen zu den einzelnen Zertifikaten bietet Ihnen jedoch onvista.de. Kombinieren Sie darum am besten beide Portale.

Wählen Sie in der Zertifikate-Suche von finanzen.net „Garantie“ und starten Sie die Suche. Anschließend können Sie einen Basiswert auswählen oder Sie belassen es bei der Option „Alle Basiswerte“. Es erscheint eine Liste mit Garantie-Zertifikaten, aus der Sie dann geeignete Produkte aussuchen können. Durch Klicken auf einzelne Zertifikate öffnet sich eine neue Seite, die Details zu dem jeweiligen Wertpapier enthält.

Wenn Sie auf finanzen.net nicht alle gewünschten Informationen erhalten, empfehlen wir Ihnen zusätzlich, sich das Zertifikat auch auf onvista.de anzusehen. Suchen Sie einfach auf der Startseite mit der Wertpapierkennnummer (WKN) nach dem gewünschten Produkt. Beide Webseiten bieten Ihnen auch Beispielrechnungen für die Renditen bei verschiedenen Marktentwicklungen.

Merken Sie sich die WKN oder die ISIN-Nummer des Zertifikats, für das Sie sich entschieden haben. Wir empfehlen Ihnen, den Kauf über einen Onlineanbieter abzuwickeln, da diese günstige Konditionen anbieten. Lesen hierzu unseren Ratgeber.

Flatex
Konto und Depotführung über die Fintech Group Bank AG

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 5,90 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel.
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  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge

Wie funktioniert eigentlich ein Garantie-Zertifikat?

Ein Garantie-Zertifikat ist eine Kombination von verschiedenen Wertpapieren. Die herausgebende Bank muss durch eine geschickte finanzielle Konstruktion sicherstellen, dass sie am Ende der Laufzeit genügend Geld hat, um die verbrieften Zahlungen an die Zertifikat-Besitzer zu leisten.

Der genaue Aufbau eines Garantie-Zertifikats ist kompliziert. Er kann beispielsweise so aussehen: Die Bank kauft mit dem Geld der Anleger eine sogenannte Nullkupon-Anleihe (Zerobond), die die gleiche Laufzeit hat wie das Zertifikat. Ein Zerobond hat keinen Kupon, sondern die Zinsen werden am Ende der Laufzeit zusammen mit dem Nennwert der Anleihe ausgezahlt. Deshalb hat sie zum Schluss einen höheren Preis als am Anfang. Die Nullkupon-Anleihe garantiert den Anlegern also die Rückzahlung ihres Gelds. Zusätzlich kauft die Bank Optionsscheine auf den Basiswert, mit dem sie an steigenden Kursen des Basiswerts überproportional profitiert. Ein Teil des möglichen Gewinns wird an die Zertifikate-Käufer ausgezahlt.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

Ludwig Heinz

ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.