Fehlerhafte Widerrufsbelehrung

Bis 21. Juni Baukredit widerrufen und Tausende Euro sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sollten Sie bei Ihrer Baufinanzierung nicht ordentlich über den Widerruf belehrt worden sein, können Sie den Vertrag auch jetzt noch widerrufen. Allerdings wehren sich die Banken dagegen juristisch.
  • Mit dem Widerrufs-Joker können Sie Ihr Darlehen vorzeitig beenden und damit die Zinslast für Ihre Restschuld senken.
  • Wenn Sie Ihr Darlehen früher getilgt und dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt haben, können Sie diese zurückfordern.
  • Diese Möglichkeiten besteht, wenn Sie Ihren Darlehensvertrag zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen haben.
  • Aufgrund eines neuen Gesetzes läuft das ewige Widerrufsrecht bald aus. Wer den Widerrufs-Joker nutzen will, hat nur noch bis zum 21. Juni 2016 Zeit.

So gehen Sie vor

  • Finden Sie heraus, ob Ihre Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist. Wenden Sie sich entweder an die Verbraucherzentrale Hamburg, die für 70 Euro Ihren Vertrag prüft, oder direkt an einen Rechtsanwalt. Manche bieten eine kostenlose Erstberatung.
  • Finanztip empfiehlt, spezialisierte Kanzleien zu konsultieren. Wir haben für Sie eine Liste von empfehlenswerten Anwälten zusammengestellt.
  • Wer keine Rechtsschutzversicherung hat und die Kosten scheut, kann sich an die Bankkontakt AG wenden. Metaclaims bietet nur eine Lösung für Kreditnehmer, die eine Vorfälligkeits- oder Nichtabnahmeentschädigung gezahlt haben und diese zurückfordern möchten.
  • Geht Ihr Widerspruch durch, brauchen Sie eine günstige Anschlussfinanzierung für Ihre Restschuld. Wenden Sie sich dazu an einen Kreditvermittler. Wir empfehlen Interhyp und Dr. Klein. Alternativ empfehlen wir Enderlein oder Hypothekendiscount.
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Haben Sie zwischen dem 1. November 2002 und 2010 ein Immobiliendarlehen aufgenommen? Dann ist wahrscheinlich die Widerrufsbelehrung falsch und Sie können den sogenannten Widerrufs-Joker ziehen: Sie können Ihre alte Finanzierung rückabwickeln, ein neues Darlehen für die Restschuld aufnehmen und vom aktuellen Rekordtief der Bauzinsen profitieren.

Auch wenn Ihre Finanzierung gar nicht mehr läuft, weil Sie vorzeitig aus dem Vertrag ausgestiegen sind, kann ein Fehler in der Widerrufsbelehrung für Sie bares Geld bedeuten. Denn eine bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung können Sie bei erfolgreichem Widerruf zurückverlangen.

Achtung

Kündigungsrecht nach zehn Jahren

Nach zehn Jahren Laufzeit kann jeder Kreditnehmer seine Baufinanzierung kündigen, ohne dass Banken dafür eine Entschädigung verlangen dürfen (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Das gilt selbst dann, wenn eine 15- oder 20-jährige Zinsbindung vereinbart ist. Sind die zehn Jahre demnächst vorbei, müssen Sie sich nicht mit den Fehlern in der Widerrufsbelehrung beschäftigen. Sie können einfach kündigen und eine günstige Anschlussfinanzierung suchen.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch Ihr Vertrag betroffen ist. Die Hamburger Verbraucherzentrale (VZHH) hat bisher insgesamt mehr als 3.300 Immobilienkredite untersucht und herausgefunden, dass über 80 Prozent aller Widerrufsbelehrungen fehlerhaft waren.

Verbraucher sollten aber bald entscheiden, ob sie aktiv werden wollen. Denn der Bundestag hat am 18. Februar 2016 beschlossen, das „ewige Widerrufsrecht“ für ältere Verträge aus den Jahren 2002 bis 2010 auslaufen zu lassen. Damit setzt der Gesetzgeber die europäische Wohnimmobilienkredit-Richtlinie um. Das Gesetz zur Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkredit-Richtlinie ist am 21. März 2016 in Kraft getreten. Verbraucher haben noch bis zum 21. Juni 2016 Zeit, um sich zu überlegen, ob sie von ihrem möglicherweise bestehenden Widerrufsrecht Gebrauch machen wollen.

Was Fehler bei der Widerrufsbelehrung für Sie bedeuten

Ist die Widerrufsbelehrung Ihrer Baufinanzierung fehlerhaft, bedeutet das juristisch, dass die gesetzliche 14-tägige Widerrufsfrist aufgrund der falschen Informationen noch gar nicht anfangen konnte. Die Frist währt also ewig. Ein Widerruf kann daher noch Jahre nach Vertragsabschluss erfolgen – auch wenn eine jederzeitige Ausstiegsmöglichkeit bei Vertragsabschluss weder von Ihnen noch von Ihrer Bank gewollt war. Für Sie kann das eine Ersparnis von mehreren Zehntausend Euro bedeuten.

Beispiel: Angenommen, Sie haben Anfang 2009 einen Kredit über 200.000 Euro mit zehn Jahren Zinsbindung abgeschlossen, die Zinsen betragen 4,5 Prozent und Sie zahlen monatlich 1.000 Euro. Am Ende des Vertrags im Jahr 2019 hätten Sie noch eine Restschuld von über 162.000 Euro. Wenn Sie aber jetzt aus Ihrem Vertrag aussteigen und für den aktuellen Restbetrag einen neuen Kredit für nur 2 Prozent Zinsen aufnehmen, beträgt Ihre Schuld Anfang 2019 etwa 150.000 Euro. Eine Ersparnis von rund 12.000 Euro (Stand der Berechnung: 1. November 2015).

Zusätzlich erhalten Sie sogenannten Nutzungsersatz, weil die Bank mit den Zins- und Tilgungsleistungen bis zum Widerruf wirtschaften konnte. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Beschluss vom 22. September 2015 nochmal klargestellt (BGH, Az. XI ZR 116/15). Kunden erhalten Nutzungsersatz auf bereits geleistete Zahlungen in Höhe der üblichen Verzugszinsen, die mit fünf Prozentpunkten über dem Basiszins der Bundesbank angesetzt werden. Dadurch reduziert sich die Restschuld in der Regel um 10 bis 20 Prozent. Aber Achtung: Einige Gerichte berechnen den Ersatz nur mit 2,5 Prozentpunkten.

Zur Zinsersparnis kommt also noch einiges dazu. In einem Verfahren gegen die BW-Bank belief sich allein der Nutzungsersatz auf über 10.000 Euro, teilt die Rechtsanwaltskanzlei Gansel in Berlin mit.

Auch viele unserer Leser haben bereits Erfahrungen mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung gemacht. Zum Beispiel haben einige ihre Belehrung bei Anwälten zur Prüfung eingereicht, die Bank kontaktiert und manchmal einen Vergleich erreicht. Verfolgen Sie die spannende Diskussion zum Thema in unserer Community – und melden Sie sich, wenn auch Sie etwas zum Thema beitragen möchten. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an widerrufsplitterDo not spamfinanztip.de.

Welche Banken am häufigsten betroffen sind

Wie viele Verträge fehlerhaft sind, kann keiner genau sagen. Allerdings hat die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) bereits mehr als 3.300 Verträge untersucht. Die folgende Tabelle zeigt die zehn Banken, die von der VZHH bisher am häufigsten unter die Lupe genommen wurden:

Top-10-Institute nach Anzahl der untersuchten Verträge

Bank untersuchte Verträge fehlerhafte Widerrufsbelehrungen Prozentsatz der fehlerhaften Verträge
ING-Diba 412 366 88,83
DSL-Bank 258 227 87,98
Deutsche Bank 178 129 72,47
Hamburger Sparkasse 165 141 85,45
Commerzbank 113 83 73,45
DKB 96 72 75,00
Münchner Hypothekenbank 93 64 68,82
BHW Bausparkasse 80 48 60,00
BW Bank 65 49 75,38
Dresdner Bank 56 46 82,14

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg (Stand: Februar 2015)

Wir haben zusätzlich eine alphabetische Liste aller bisher von der Verbraucherzentrale untersuchten Banken erstellt. Diese können Sie hier herunterladen.

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Typische Fehler in den Widerrufsbelehrungen

Es gibt eine Vielzahl von Urteilen zu fehlerhaften Widerrufsbelehrungen. Dabei geht es um unterschiedliche Verträge, bei denen der Verbraucher nicht ordnungsgemäß belehrt wurde – von der Lebensversicherung bis hin zum Kaufvertrag im Internet. Diese Rechtsprechung kann auch auf Baufinanzierungen übertragen werden. Da die Widerrufsbelehrungen der Banken unterschiedlich waren, muss aber jede Belehrung gesondert betrachtet werden. Folgende Widerrufsbelehrungen sind nach der Rechtsprechung unwirksam:

Falsche Fristbelehrung - Manche Banken haben sich bei ihrer Widerrufsbelehrung an die (nicht verpflichtende) Musterwiderrufsbelehrung 2002 gehalten. Doch gleich mehrere Gerichte halten eine darin verwendete Formulierung für unzureichend. Es handelt sich um den Satz: „Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung.“ Das Wort „frühestens“ ist unklar. Es suggeriert dem Darlehensnehmer fälschlicherweise, die Frist könne eventuell auch später beginnen (BGH, Urteil vom 1. Dezember 2010, Az. VIII ZR 82/10).

Fehlender Hinweis auf Rechtsfolgen - Eine Widerrufsbelehrung ist immer dann fehlerhaft, wenn sie die Rechtsfolgen des Widerrufs nicht erläutert oder gar falsch darstellt (LG Köln, Urteil vom 17. September 2013, Az. 21 O 475/12). Auch ungenaue Begrifflichkeiten machen eine Widerrufsbelehrung ungültig. Steht zum Beispiel in der Belehrung, dass Zahlungen innerhalb von 30 Tagen nach Absendung der „Widerrufsbelehrung“ erstattet werden müssen, ist dies unzutreffend und nicht nur ein Schreibversehen der Bank. Es hätte Absendung der „Widerrufserklärung“ heißen müssen (KG Berlin, Beschluss vom 20. Oktober 2015, Az. 4 W 16/15 zur DKB).

Fehlender Hinweis auf verbundenes Geschäft - Eine Widerrufsbelehrung ist auch dann falsch, wenn die Bank nicht auf die Rechtsfolgen des Widerrufs verbundener Geschäfte hingewiesen hat. Um ein verbundenes Geschäft handelt es sich zum Beispiel dann, wenn ein Kunde seinen Darlehensvertrag zusammen mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen hat (LG Wuppertal, Urteil vom 8. Mai 2012, Az. 5 O 377/11). Weicht eine Belehrung bei einem verbundenen Geschäft vom Mustertext ab und steht statt „erklären“ nur „klären“, ist der Sinn des Textes verkehrt (LG Berlin, Urteil vom 23. September 2014, Az. 4 O 65/14).

Ergänzende Formulierungen - Ergänzende Formulierungen, die für den Kreditnehmer verwirrend und unverständlich sind, machen eine Belehrung fehlerhaft (BGH, Urteil vom 10. März 2009, Az. XI ZR 33/08 - Kombination aus Immobilienfonds und Darlehen).

Ergänzende Fußnote - Einige Banken haben bei der Widerrufsfrist folgende Fußnote angefügt: „Bitte Frist im Einzelfall prüfen“. Eine solche Fußnote ist im Muster aber nicht vorgesehen. Der Zusatz richtete sich offenbar an die Mitarbeiter der Bank, die nach einer Prüfung die einschlägige Frist einsetzen sollten. Für den Verbraucher ist ein solcher Hinweis aber unklar. Er könnte denken, er müsse die Frist selbst noch prüfen. Die Widerrufsbelehrung ist deshalb unwirksam (OLG München, Urteil vom 21. Oktober 2013, Az. 19 U 1208/13, LG Siegen, Urteil vom 24. Juli 2015, Az. 2 O 350/14, LG Kiel, Urteil vom 3. Mai 2016, Az. 8 O 150715 - Förde Sparkasse).

Keine Anpassung auf den Einzelfall - Banken müssen die Widerrufsbelehrung immer konkret auf den Vertrag hin formulieren, um den es geht. Listet das Institut dagegen alle möglichen Gestaltungshinweise in der Belehrung auf, ist die Belehrung fehlerhaft (LG Köln, Urteil vom 17. September 2013, Az. 21 O 475/12). Eine Widerrufsbelehrung mit Ankreuzoptionen entspricht allerdings den Anforderungen des Gesetzes, so der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 23. Februar 2016, Az. XI ZR 549/14).

Diese Widerrufsbelehrungen sind nicht angreifbar

Die Banken, die vollständig die amtliche Musterwiderrufsbelehrung verwendet und vertraut haben, sind geschützt, selbst wenn das Muster fehlerhaft war. Ein Widerruf ist nicht möglich. Dazu durften die Banken weder von den inhaltlichen noch von den gestalterischen Vorgaben des Musters abgewichen sein (BGH, Urteil vom 1. März 2012, Az. III ZR 252/11). Keine wesentliche Abweichung vom Muster hat das OLG Stuttgart angenommen und den Widerruf für unzulässig erklärt (OLG Stuttgart, Urteil vom 20. Mai 2014, Az. 6 U 182/13)

Das ist aber selten der Fall. Häufig wurde das gesetzliche Muster mit Zusätzen, Ergänzungen, vermeintlichen Klarstellungen oder auch gestalterischen Elementen so verändert, dass die Belehrung fehlerhaft wurde (so auch OLG Brandenburg, Urteil vom 21. August 2013, Az. 4 U 202/11 zur Finanzierung des Beitritts zu einem Medienfonds; OLG Brandenburg, Urteil vom 19. März 2014, Az. 4 U 64/12). In allen diesen Fällen können Sie den Vertrag immer noch widerrufen.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Musterbelehrungen zusammengestellt:

Weicht die Widerrufsbelehrung in Ihrem Vertrag vom jeweils relevanten Muster ab, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie widerrufen können. 

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Das bedeutet der Widerruf

Ein Widerruf wandelt den Darlehensvertrag in ein sogenanntes Rückabwicklungsverhältnis um (§§ 357 Abs. 1 Satz 1, 346, 348 BGB). Der Bundesgerichtshof hat in einem Beschluss vom 22. September 2015 noch einmal sehr klar dargelegt, wie das Darlehen rückabzuwickeln ist (BGH, Az. XI 116/15, Randnummern 7 und 8).

Rückabwicklung - Rein rechtlich werden bei einem Widerruf also alle Zahlungen aus dem Darlehensvertrag rückabgewickelt. Das heißt, der Kunde muss der Bank formal die komplette Darlehenssumme samt noch nicht geleisteter Zinsen auf die Restschuld (Wertersatz) innerhalb von 30 Tagen ab Widerruf erstatten. Die Bank muss dem Kunden alle von ihm geleisteten Tilgungen und Zinsen samt den daraus angenommenen Gewinnen (Nutzungsersatz) erstatten.

In der Praxis lassen sich die Forderungen der Bank und des Kunden dann verrechnen. Sie müssen also nicht die gesamte Darlehenssumme aufbringen und an die Bank zurückbezahlen, sondern nur einen Restbetrag. Dieser Restbetrag entspricht der im Tilgungsplan ausgewiesenen Restschuld, korrigiert um den Saldo aus Wert- und Nutzungsersatz.

Reduzierung des Zinssatzes möglich - Sie können sogar noch günstiger davonkommen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie für Ihren Vertrag einen höheren Zins bezahlt haben, als es damals marktüblich war. In einem solchen Fall müssen Sie nur diese Zinsen auf die Restschuld bezahlen (§ 346 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 2 BGB; OLG Düsseldorf, Urteil vom 17. Januar 2013, Az. I 6 U 64/12). Ob der vereinbarte Zins bei Vertragsabschluss marktüblich war, zeigt Ihnen ein Blick in die entsprechende Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank (Zeitreihe: BBK01.SUD118).

Beispiel: Statt 5,25 Prozent musste der Kreditnehmer nach Widerruf nur noch den damals marktüblichen Zinssatz von 4,46 Prozent bezahlen. Die Sparda Bank Berlin hatte in diesem Vertrag einen Zinssatz vereinbart, der um mehr als 15 Prozent über dem marktüblichen lag. Allein dadurch sparte sich der Verbraucher über 4.000 Euro (LG Berlin, Urteil vom 13. April 2016, Az. 4 O 316/15).

Achtung: Ihre Forderungen und die Forderungen der Bank werden nicht automatisch gegengerechnet. Ihr Anwalt muss dafür eigens die Aufrechnung erklären. Um die Restschuld abzulösen, sollten Sie rechtzeitig Angebote für eine Anschlussfinanzierung einholen.

So kommen Sie in vier Schritten aus Ihrem Vertrag heraus

Obwohl die Rechtslage für Sie spricht, wird es nicht einfach werden, aus Ihrem Vertrag herauszukommen. Denn Ihre Bank wird sich juristisch wehren. Am besten gehen Sie nach den folgenden vier Schritten vor.

Schritt 1: Belehrung überprüfen
Überprüfen Sie Ihre Widerrufserklärung, indem Sie sie mit der damals geltenden Musterbelehrung vergleichen. Die Prüfung ist mühsam, da Sie Wort für Wort durchgehen müssen. Eine kostenlose Ersteinschätzung wird von einigen spezialisierten Anwälten angeboten wie der Kanzlei Gansel, Rechtsanwalt Benedikt-Jansen, Baum Reiter & Collegen sowie von den Anwälten Poppelbaum Geigenmüller. Rechtsanwalt Poppelbaum und Rechtsanwalt Reiter waren als Sachverständige zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie im Verbraucherausschuss des Bundestages geladen.

Eine günstige Variante bietet die Verbraucherzentrale Hamburg an, die eine Überprüfung Ihrer Belehrung für 70 Euro vornimmt. Aufgrund der vielen Anfragen müssen Sie bei diesem Angebot derzeit allerdings mit einer Bearbeitungszeit von etwa vier bis fünf Wochen rechnen.

Schritt 2: Neues Angebot einholen
Im Falle, dass Ihre Bank den Widerruf akzeptiert, müssen Sie innerhalb von 30 Tagen den Restbetrag zurückzahlen, der sich nach der Aufrechnung der gegenseitigen Forderungen ergeben hat. Sie brauchen also dringend eine Anschlussfinanzierung.

Holen Sie dazu bei einem Kreditvermittler wie Interhyp oder Dr. Klein ein konkretes Angebot für die Umschuldung Ihrer derzeitigen Restschuld, die als Orientierungsgröße gut funktioniert.

Ihr neues Umschuldungsangebot muss sich nicht an der Restlaufzeit Ihres bestehenden Vertrags orientieren. Wenn Ihr derzeitiges Darlehen nur noch fünf Jahre läuft, können Sie sich auch einen neuen Vertrag mit längerer Laufzeit suchen. Aufgrund des derzeitigen Zinstiefs bei Baugeld empfehlen wir, sich die Zinsen möglichst lange zu sichern. Mehr dazu in unserem Ratgeber Baufinanzierung.

Noch ein Tipp: Zeigen Sie Ihrer Bank die günstigen Konditionen für eine Anschlussfinanzierung, die Sie bei der Konkurrenz gefunden haben. Es ist gut möglich, dass Ihre Hausbank Ihnen dann ein ebenso gutes Angebot macht. Falls Ihre Hausbank dies ablehnt und Sie zur Konkurrenz wechseln wollen, spielen Sie mit offenen Karten: Legen Sie der neuen Bank offen, dass Sie Ihr altes Darlehen widerrufen wollen. So vermeiden Sie im Nachhinein unangenehme Überraschungen – etwa, weil Ihre neue Bank sich nicht mit Ihrem alten Finanzierungspartner auseinandersetzen möchte oder sie eine solche Finanzierung grundsätzlich ablehnt.

Wir empfehlen für die Umschuldung die beiden folgenden Kreditvermittler:

Interhyp

  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • nach eigenen Angaben mehr als 400 Finanzierungspartner, inklusive vieler Sparkassen
  • Wahl zwischen telefonischer und Vor-Ort-Beratung in mehr als 80 deutschen Städten von über 600 Beratern
  • Fokus auf Baufinanzierung, kein Allfinanzvertrieb
  • deckt nicht den gesamten Markt ab

Dr. Klein

  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • nach eigenen Angaben mehr als 200 Finanzierungspartner
  • Wahl zwischen telefonischer und Vor-Ort-Beratung in über 140 deutschen Städten
  • deckt nicht den ganzen Markt ab
  • vertreibt teilweise Versicherungen, die nicht zur Baufinanzierung gehören

Enderlein
Unternehmen der Planethome-Gruppe

  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • Fokus auf Baufinanzierung, kein Allfinanzvertrieb
  • nach eigenen Angaben mehr als 70 Finanzierungspartner
  • Beratung über Telefon und Video-Chat
  • deckt nicht den ganzen Markt ab

Hypothekendiscount
Unternehmen der Planethome-Gruppe

  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • Fokus auf Baufinanzierung, kein Allfinanzvertrieb
  • nach eigenen Angaben mehr als 70 Finanzierungspartner
  • Beratung über Telefon und Video-Chat
  • deckt nicht den ganzen Markt ab
Hypothekendiscount

Schritt 3: Widerruf erklären
Mit dem Angebot aus Schritt zwei in der Hinterhand widerrufen Sie Ihren Vertrag. Schreiben Sie dazu einen Brief an Ihre Bank und verweisen Sie auf die fehlerhaften Stellen in Ihrer Widerrufsbelehrung. Haben Sie ein Gutachten der Verbraucherzentrale eingeholt, schicken Sie es zur Begründung mit. Falls Sie einen Anwalt mit der Prüfung der Belehrung beauftragt haben, wird er bei fehlerhafter Belehrung auch den Widerruf für Sie erklären oder Ihnen dabei behilflich sein.

Achtung

Mit dem ewigen Widerrufsrecht ist am 21. Juni 2016 Schluss

Verbraucher haben nicht mehr unbegrenzt Zeit, ihre Verträge zu prüfen und den Widerruf zu erklären. Der Bundestag hat am 18. Februar 2016 beschlossen, das Widerrufsrecht für Verträge aus den Jahren 2002 bis 2010 auslaufen zu lassen, um Rechtssicherheit für die Banken herzustellen. Es soll dann einen festen Zeitpunkt geben – den 21. Juni 2016 –, nach dem Kreditnehmer den Widerruf nicht mehr erklären könnten. Anlass ist die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Das Gesetz wird am 21. März 2016 in Kraft treten.

Tipp: Sie wollen über Neuigkeiten zur fehlerhaften Widerrufsbelehrung und weitere Finanzthemen auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie unseren » kostenlosen Newsletter!

Schritt 4: Anwalt einschalten
Akzeptiert Ihre Bank den Widerruf nicht, sollten Sie spätestens jetzt einen Anwalt aufsuchen und sich rechtlich vertreten lassen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Entweder es gelingt Ihrem Anwalt, eine gütliche Einigung mit Ihrer Bank zu erzielen oder er wird Ihren Widerruf gerichtlich durchsetzen müssen.

Diese Anwälte sind spezialisiert auf solche Widerrufe

Die folgenden Kanzleien haben bereits mindestens ein Urteil gegen eine Bank wegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung erstritten und mindestens zehn außergerichtliche Einigungen mit mehr als fünf Banken erzielt. Rechtsanwälte, die eine kostenlose Erstberatung anbieten und dem Verbraucher eine schriftliche Ersteinschätzung zukommen lassen, finden sich in der Liste ganz oben. Wir empfehlen Ihnen diese Kanzleien:

Poppelbaum Geigenmüller, Berlin
Urteile gegen DKB und ING-Diba erstritten

  • kostenlose Erstüberprüfung der Widerrufsbelehrung
  • schriftliche Ersteinschätzung
  • viel Erfahrung (mehr als 5.000 Belehrungen geprüft)
  • 20 Urteile und mehr als 100 Vergleiche
  • zwei Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Bearbeitungszeit zwischen fünf und sieben Werktagen

Gansel Rechtsanwälte, Berlin
Kanzlei mit sehr viel Erfahrung und mehr als 5.000 Vergleichen

  • kostenlose, telefonische oder schriftliche Erstberatung
  • sehr viel Erfahrung (mehr als 20.000 geprüfte Verträge)
  • über 30 Urteile und mehr als 5.000 Vergleiche
  • sieben Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Bearbeitungszeit maximal 48 Stunden
  • erfolgsorientiertes Honorar und Zugang zur Prozessfinanzierung

Benedikt-Jansen & Dorst, Frankenberg
Erfahrungen mit DKB, ING-Diba, DSL-Bank u.v.a.

  • kostenlose Erstüberprüfung der Widerrufsbelehrung
  • viel Erfahrung (etwa 500 Mandanten)
  • schriftliche Ersteinschätzung
  • fünf Urteile und über 30 Vergleiche
  • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht (RA Benedikt-Jansen)
  • erste Rückmeldung innerhalb einer Woche

mzs Rechtsanwälte, Düsseldorf
viele Mandanten in Nordrhein-Westfalen

  • kostenlose Erstüberprüfung der Widerrufsbelehrung
  • schriftliche Ersteinschätzung
  • viel Erfahrung (mehr als 800 Mandanten)
  • sieben Urteile und zahlreiche Vergleiche
  • sieben Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Bearbeitungszeit von drei Werktagen

Baum, Reiter & Collegen, Düsseldorf
Fragebogen auf der Webseite

  • kostenlose Erstprüfung der Widerrufsbelehrung
  • sehr viel Erfahrung (3.000 Mandanten und 15.000 geprüfte Verträge)
  • 13 Urteile und etwa 2.000 Vergleiche
  • vier Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • innerhalb von 48 Stunden kurze schriftliche Ersteinschätzung

Werdermann | von Rüden, Berlin
betreut Verfahren vor dem BGH

  • kostenlose Erstüberprüfung
  • viel Erfahrung (über 1.800 Mandanten)
  • 15 Urteile und 400 Vergleiche
  • Bearbeitungszeit von 48 Stunden
  • keine schriftliche Auswertung der Erstüberprüfung
  • kein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Steffens, Berlin
Zusammenarbeit mit Prozessfinanzierer EAS

  • kostenlose Erstüberprüfung der Widerrufsbelehrung
  • viel Erfahrung (mehr als 280 Mandanten)
  • fünf Urteile und 33 Vergleiche
  • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht (RA Steffens)
  • Bearbeitungszeit 5 bis 7 Arbeitstage

Hahn Rechtsanwälte, Hamburg, Bremen und Stuttgart
viele Vergleiche mit Sparkassen erzielt

  • kostenlose Erstüberprüfung der Widerrufsbelehrung
  • auf Wunsch schriftliche Ersteinschätzung
  • viel Erfahrung (mehr als 1.500 Belehrungen geprüft)
  • fünf Urteile und etwa 100 Vergleiche
  • sieben Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Bearbeitungszeit zwischen 24 und 36 Stunden

Rechtsanwälte Dr. Lehnen & Sinnig, Trier
Urteil gegen DKB und DSL-Bank

  • kostenlose Erstüberprüfung der Widerrufsbelehrung
  • viel Erfahrung (mehr als 1.000 Mandanten)
  • 5 Urteile und etwa 300 Vergleiche
  • kein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • keine schriftliche Ersteinschätzung
  • Bearbeitungszeit von 10 Tagen für die Ersteinschätzung

Reppel Seekamp Bausen, Siegen
Urteile gegen Sparkassen und Volksbanken erstritten

  • viel Erfahrung (etwa 1.200 Verträge geprüft)
  • schriftliche Ersteinschätzung
  • 40 Urteile und etwa 200 Vergleiche
  • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht (RA Reppel)
  • Kosten für Erstberatung von 30 €
  • Erstberatung innerhalb von ein bis zwei Tagen

Bödding, Münster
Urteil gegen Sparkasse Westmünsterland erstritten

  • viel Erfahrung (etwa 300 Belehrungen geprüft)
  • schriftliche Ersteinschätzung
  • ein Urteil und etwa 20 Vergleiche
  • Erstberatung innerhalb von einer Woche
  • Kosten für Erstberatung von 60 €
  • kein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Trewius, Eislingen
Urteile gegen DKB erstritten

  • viel Erfahrung (etwa 1.000 Mandanten)
  • sechs Urteile und etwa 200 Vergleiche
  • Bearbeitungszeit von 7 bis 10 Tagen
  • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht (RA Wahlenmeier)
  • Kosten für Erstberatung von 119 €
Trewius, Eislingen

Hünlein, Frankfurt
2 Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht

  • viel Erfahrung (über 100 Mandanten)
  • neun Urteile und etwa 30 Vergleiche
  • Bearbeitungszeit für Erstprüfung von 7 Tagen
  • zwei Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht (RA Hünlein und Bertelsmeier)
  • Kosten für Erstberatung von 179 €

Dr. Storch & Kollegen, Berlin
Urteile gegen DKB erstritten

  • viel Erfahrung (über 2.000 Mandanten)
  • schriftliche Ersteinschätzung
  • fünf Urteile und etwa 20 Vergleiche
  • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht (RA Dr. Storch)
  • Kosten für Erstberatung von 226 €
  • keine Angabe, bis wann der Mandant eine erste Rückmeldung erhält
Dr. Storch & Kollegen, Berlin

Dann übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten

Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten Sie abklären, ob sie die Kosten einer Klage übernimmt. Wenn Sie den Immobilienkredit für den Neubau Ihres Hauses genutzt haben, ist Rechtsschutz eher unwahrscheinlich. Denn die meisten Versicherer haben Bauangelegenheiten aus ihrem Vertrag ausgeschlossen.

Ohne Rechtsschutzversicherung besteht ein großes Kostenrisiko. Besteht noch ein Vertragsverhältnis mit der Bank, berechnet sich der Streitwert für die Anwalts- und Gerichtsgebühren in aller Regel nach dem offenen Darlehenssaldo. Bei einer typischen Baufinanzierung sind das meist 100.000 oder mehr Euro. Entsprechend kommen schnell Anwalts- und Gerichtskosten von mehreren Tausend Euro zusammen.

Die Bankkontakt AG in Berlin bietet eine Möglichkeit, ohne Rechtsschutzversicherung einen Prozess mit überschaubarem Risiko zu führen. Bankkontakt überprüft kostenlos den Vertrag und wertet ihn schriftlich aus.

Für alle, die ihre Vorfälligkeits- oder Nichtabnahmeentschädigung zurückfordern wollen, ist Metaclaims eine interessante Lösung. Erreicht das Unternehmen für Sie eine außergerichtliche Lösung, behält es 20 Prozent der zurückgezahlten Vorfälligkeitsentschädigung. Gegen einige Banken wie die ING-Diba, DSL-Bank und DKB führt es Klagen.

Metaclaims
Nur bei Rückforderung einer Vorfälligkeitsentschädigung

  • Kosten von 20 Prozent bei außergerichtlichem Erfolg
  • Kosten von einem Drittel bei gerichtlichem Erfolg
  • NUR bei Rückforderung von Vorfälligkeits- und Nichtabnahmeentschädigung
  • Klagen gegen die Ing-Diba, DSL-Bank und DKB
  • 200 Widerrufbelehrungen geprüft
  • garantierte Bearbeitungsdauer von einer Woche

So haben die Gerichte bisher geurteilt

Wir haben für Sie eine Übersicht zu den aktuellen Urteilen von Land- und Oberlandesgerichten zusammengestellt, die zugunsten der Verbraucher entschieden haben. Dabei haben wir uns auf die zehn Banken konzentriert, deren Belehrung die Verbraucherzentrale Hamburg am häufigsten für fehlerhaft erklärt hat.

Bank     Gericht   Datum   Aktenzeichen   Anmerkung   Anwalt
ING-Diba     LG Berlin   20.02.2014   10 O 515/12   Berufung beim Kammergericht Berlin, Az. 24 U 71/14   Poppelbaum, Geigenmüller
      LG Frankfurt/Main   26.10.2015   2-27 O 173/15   nicht rechtskräftig   Hünlein>
DSL-Bank     LG Bonn   04.03.2016   3 O 367/15   nicht rechtskräftig   Hahn Rechtsanwälte
      LG Bonn   09.11.2015   17 O 206/15   nicht rechtskräftig   mzs
      LG Bonn   24.07.2015   3 O 277/14   nicht rechtskräftig   Dr. Lehnen & Sinnig
      LG Bonn   25.02.2015   3 O 73/13   rechtskräftig   Gansel
      LG Lübeck   14.05.2014   3 O 288/13   Darlehensvertrag vom 25.05.2007, Vergleich vor dem Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht, Az. 5 U 210/14   Loh, Luig & Matzkat
Deutsche Bank     LG Frankfurt/Main   09.12.2014   2-02 O 104/13   rechtskräftig   Gansel
Hamburger Sparkasse     OLG Hamburg   17.09.2014   13 U 66/14   Anerkenntnisurteil   Gansel
      LG Hamburg   16.04.2014   302 O 159/13   nicht rechtskräftig   Gansel
DKB     KG Berlin   22.12.2014   24 U 169/13   nicht rechtskräftig   Poppelbaum Geigenmüller
      OLG Brandenburg   19.03.2014   4 U 64/12   nicht rechtskräftig   Dr. Storch & Kollegen
      OLG Dresden   11.06.2014   8 U 1760   nicht rechtskräftig, DKB hat Nichtzulassungsbeschwerde zum BGH eingelegt (Az. XI ZR 327/15)   Heeling
Commerzbank     LG Itzehoe   25.06.2015   7 O 161/14   nicht rechtskräftig   Winneke
      LG Frankfurt/Main   05.09.2014   2-07 O 448/13   rechtskräftig   Gansel
Münchener Hyp     keine Urteile bekannt                
BHW Bausparkasse     LG Hannover   24.08.2015   14 O 38/15   Widerruf und Klageforderung wurde anerkannt   Hünlein
Dresdner Bank     OLG Düsseldorf   31.07.2014   I-14 U 59/14   Vergleich wurde gerichtlich festgestellt   Gansel
BW-Bank     OLG Stuttgart   14.10.2015   6 U 174/14   nicht rechtskräftig   Gansel
      LG Stuttgart   12.02.2016   8 O 255/14   nicht rechtskräftig   mzs
      LG Stuttgart   27.10.2015   25 O 114/15   nicht rechtskräftig   Gansel
      LG Stuttgart   17.10.2014   12 O 262/14   Vergleich   Gansel
      LG Stuttgart   20.12.2013   12 O 547/13   nicht rechtskräftig   Gansel
      LG Stuttgart   07.11.2013   6 O 332/13   Vergleich   Gansel

Quelle: Finanztip-Recherche und test.de (Stand: 29. Februar 2016)

Die Übersicht zeigt, dass sich viele Banken entweder gar nicht auf ein Gerichtsverfahren einlassen oder aber im Laufe des Verfahrens einen Vergleich akzeptieren. Die meisten Urteile sind bisher gegen die DKB ergangen, die sich in der Regel auf keinen Vergleich einlässt.

So haben wir die Rechtsanwälte ausgewählt

Im Sommer 2015 haben wir mehr als 20 Rechtsanwaltskanzleien zum Thema „fehlerhafte Widerrufsbelehrung“ angeschrieben, die auf diesen Bereich spezialisiert sind und erfolgreich Mandanten außergerichtlich oder gerichtlich gegenüber einer Bank vertreten haben. Dabei haben wir uns auf die Kanzleien beschränkt, die sich im Vorfeld schon an uns gewandt hatten oder aber auf ihrer Webseite oder bei test.de ihre Erfolge veröffentlicht haben.

Zur Prüfung haben wir an die Kanzleien einen Fragebogen versendet. Dieser enthielt Fragen zu den Kosten und zur Form einer Erstberatung. Wir haben uns nach erstrittenen Urteilen und abgeschlossenen Vergleichen erkundigt.

Über die tatsächliche Beratungsqualität können wir keine Aussage treffen, da wir sie nicht überprüfen können. Voraussetzung für unsere Empfehlung ist vielmehr grundsätzlich, dass die Kanzlei mindestens ein Urteil und zehn Vergleiche mit mehr als fünf Banken vorweisen kann. Für den Verbraucher positiv ist aus unserer Sicht, wenn er eine kostenlose und schriftliche Ersteinschätzung bekommt. Die Anwälte, die das anbieten, finden sich in der Empfehlungsliste ganz oben. Die Kanzleien, die keine kostenlose Erstberatung anbieten, sind entsprechend den Beratungskosten in absteigender Reihenfolge sortiert.

Auch wenn sich daraus keine Erkenntnis über die tatsächliche Qualität der Beratung ableiten lässt, bewerten wir es als positiv, wenn sich der bearbeitende Jurist als Fachanwalt auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert hat.

Sie helfen anderen Verbrauchern, indem Sie über Ihre persönlichen Erfahrungen mit den einzelnen Anwälten in der Finanztip-Community kurz und sachlich berichten und sie so anderen Mitgliedern zur Verfügung stellen.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Mai 2016, 9.00 Uhr, in Sachen XI ZR 366/15 (Streit um Widerruf bei Verbraucherdarlehensverträgen)
(Verhandlungstermin aufgehoben, da Hauptsache für erledigt erklärt wurde). Verhandlungstermin ...
23. Mai 2016 zum Beitrag
Vielen Dank Herr Wedekind, ich werde mal jemanden zur Prüfung meiner Verträge suchen.
Gruß
Rainer
23. Mai 2016 zum Beitrag
Hat jeman Erfahrung mit dieser Seite? Steht
Ist die Seite seriös?
Gruß
23. Mai 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig.

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