Prolongation

Mit der alten Bank die Anschlussfinanzierung regeln

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer günstige Konditionen bei der Anschlussfinanzierung aushandelt, kann mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro einsparen.
  • Der einfachste Weg ist die Verlängerung des Darlehens bei der bisherigen Bank, die sogenannte Prolongation.
  • Um von der alten Bank ein gutes Angebot zu bekommen, lohnt es sich, ein Angebot der Konkurrenz einzuholen.
  • Legt die alte Bank kein akzeptables Angebot vor, können Sie das Darlehen umschulden. Aufwand und Kosten sind überschaubar.
  • Eine Prolongation ist vor allem bei einer kleinen Restschuld und einem Zinsunterschied von weniger als 0,1 Prozentpunkten die bessere Lösung.
  • Mit einem Forward-Darlehen können Verbraucher bis zu 36 Monate vor Ende der Zinsbindung die Prolongation festschreiben.

So gehen Sie vor

  • Sofern ein Forward-Darlehen für Sie infrage kommt, sollten Sie bereits 36 Monate vor Ende der Zinsbindungsfrist eine Anschlussfinanzierung suchen – vor allem, wenn ein Zinsanstieg droht.
  • Auch ohne ein Forward-Darlehen können Sie bereits sechs bis zwölf Monate vor Ende der Zinsbindung mit Ihrer Bank über die Prolongation verhandeln. Drei Monate vorher sollten Sie spätestens aktiv werden.
  • Ein günstiges Angebot erhalten Sie in der Regel nur, wenn Sie alternative Angebote vorzeigen können.
  • Der einfachste Weg zu günstigen Angeboten führt über die großen Kreditvermittler. Unsere Empfehlungen sind Dr. Klein, Interhyp und Planethyp.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Baufinanzierung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

In Zeiten niedriger Zinsen versäumen es viele Verbraucher, die Zinskosten ihrer Baufinanzierung am Ende der Zinsbindungsfrist zu senken. Sie warten auf das Angebot ihrer Bank und sind dann erfreut, dass der Zinssatz seit der letzten Anschlussfinanzierung oder Erstfinanzierung gesunken ist. Dabei könnte der Kunde in den meisten Fällen einen deutlich günstigeren Zins erreichen, wenn er die Angebote der Konkurrenz sichten würde.

Eine Prolongation ist bequem, kann aber teuer werden

Eine Prolongation, also die Verlängerung des alten Vertrages, ist die einfachste und häufigste Art, eine Anschlussfinanzierung zu regeln: Der Bauherr schließt mit seiner bisherigen Bank eine Vereinbarung über einen neuen Zins und eine neue Zinsbindungsfrist, und kann sich wieder anderen Themen widmen.

Weil das so einfach ist, versäumen es viele Kunden, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dazu kommt, dass die Zinsen derzeit sehr niedrig sind und so das neue Zinsangebot der Hausbank in aller Regel günstiger ist als in der vergangenen Finanzierungsrunde. Auch die gesunkene Restschuld bietet Spielraum für eine Senkung der Rate.

Da die Baufinanzierung für die meisten Menschen das größte finanzielle Projekt ihres Lebens ist, geht es um große Summen und eine lange Laufzeit. Einsparungen wirken sich also viel stärker aus als bei Alltagsgeschäften. Selbst beim Kauf eines Autos, einer Küche oder von Möbeln lässt sich kaum so viel sparen wie bei einer gut organisierten Baufinanzierung.

Günstige Angebote erst auf Nachfrage

Viele Banken sehen sich bei der Anschlussfinanzierung nicht im Wettbewerb mit anderen Darlehensgebern. Im ersten Schritt erhält der Kunde daher nicht sofort den günstigsten Zinssatz angeboten. Und dies, obgleich die Bank in der Regel ein Interesse daran hat, auch die nächste Finanzierungsrunde zu übernehmen:

  • Zu diesem Zeitpunkt besteht die Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kunde bereits einige Jahre. Dadurch kann die Bank als Kreditgeber ihr Ausfallrisiko sehr viel besser einschätzen als bei einer Erstfinanzierung.
  • Darüber hinaus ist die Restschuld in der abgelaufenen Zinsbindungsfrist gesunken. Und: Anders als bei der ersten Risikoprüfung entsteht auf Seiten der Bank wenig Bearbeitungsaufwand.

Wenn sich also die Geschäftspolitik der Bank seit dem Erstabschluss nicht verändert hat, ist der Kunde in einer sehr guten Verhandlungsposition. Nutzen kann er sie aber nur, wenn er selbst bei einer angestrebten Prolongation so vorgeht, wie bei einer Erstfinanzierung.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Baufinanzierung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Zinsen vegleichen wie bei der Erstfinanzierung

Bevor Kunden ihren ersten Darlehensvertrag unterschreiben, informieren sie sich in der Regel gründlich über das aktuelle Zinsniveau und die Zinsprognose.

Wer bei seiner Anschlussfinanzierung ähnlich sorgfältig vorgeht, erhält – abhängig vom aktuellen Zinsniveau – den optimalen Zins für seine individuelle Finanzierung.

Erstmals sollte sich der Bauherr das Thema Anschlussfinanzierung bereits 36 Monate vor dem Ende der Zinsbindungsfrist vornehmen. Denn dann kommt bereits ein Forward-Darlehen infrage. Dies gilt besonders für Finanzierungen, die mit wenig Eigenkapital begonnen wurden. Denn dann bringt ein Anstieg des Zinsniveaus möglicherweise die gesamte Finanzplanung aus dem Gleichgewicht.

Allerdings bieten nicht alle Banken Forward-Darlehen an. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, mit der bisherigen Bank eine Prolongation des Darlehens zu vereinbaren. Allein die Tatsache, dass die Hausbank zu diesem frühen Zeitpunkt kein Angebot macht, sollte aber nicht ausschlaggebend sein für die eigene Entscheidung über ein Forward-Darlehen.

Ohne den Zinsaufschlag eines Forward-Darlehens kann der Kreditnehmer bereits sechs bis zwölf Monate vor dem Ende der Zinsfestschreibung mit seiner Bank über eine Prolongation sprechen. Drei Monate vorher wird dann die Bank aktiv und macht von sich aus ein Angebot. Auch dann ist noch genügend Zeit für einen Zinsvergleich.

Ein günstiges Angebot erhalten Bauleute zu jedem dieser Zeitpunkte nur, wenn sie den aktuell am Markt erreichbaren Zins kennen.

Die besten Kreditvermittler für einen Zinsvergleich

Kreditvermittler haben Zugriff auf die Angebote von Hunderten Kreditgebern. Dadurch finden sie schnell den günstigsten Zins für ein bestimmtes Finanzierungskonzept. Für einen aktuellen Vergleich der Anbieter empfehlen wir die folgenden Kreditvermittler:

Dr. Klein

  • Allfinanzvermittler, spezialisiert auf Baufinanzierung
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet überwiegend mit selbstständigen Beratern
  • mehr als 300 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische Beratung und Vor-Ort-Beratung in über 200 Niederlassungen bundesweit
  • zusätzlich auch Beratung zuhause beim Kunden möglich

Interhyp

  • spezialisiert auf Baufinanzierung
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 400 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung an mehr als 100 Standorten bundesweit

Planethyp
Unternehmen der Planethome-Gruppe

  • spezialisiert auf Baufinanzierung
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 220 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung in 14 Niederlassungen bundesweit

Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung

Dirk Eilinghoff
Experte für Baufinanzierung

So sichern Sie sich niedrige Zinsen:

  • Loten Sie den finanziellen Spielraum aus.
  • Planen Sie das Darlehen.
  • Über Vermittler finden Sie die günstigste Bank.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

Weitere Tipps zur Prolongation

Nutzen Sie freie Mittel, um die neue Darlehenssumme festzulegen

Am Ende der Zinsbindung haben Sie grundsätzlich die Gelegenheit, freie Mittel in die Finanzierung einfließen zu lassen und damit die Darlehenssumme zu senken. Wenn Sie zu einer anderen Bank umschulden, beantragen Sie einen niedrigeren Baukredit und überweisen dann das zusätzliche Eigenkapital an die bisherige Bank.

Bei einer Prolongation ist dies nicht vorgesehen, allerdings können Sie auch hier mit der Bank über eine geringere Darlehenssumme verhandeln und darauf verweisen, dass solche Sonderzahlungen problemlos möglich sind, wenn Sie das Darlehen umschulden.

Bei geringer Restschuld wird es schwierig

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Höhe der Restschuld: Bereits bei weniger als 100.000 Euro kann es schwierig werden, einen neuen Darlehensgeber zu finden. Bei weniger als 50.000 Euro winkt die große Mehrzahl der Banken ab. Dann sind Sie in der Regel darauf angewiesen, zu prolongieren, also bei der bisherigen Bank zu verlängern.

Alternativ dazu können Sie versuchen, ihre Möglichkeiten für Sondertilgungen zu nutzen, um noch vor dem Ende der Zinsbindungsfrist die letzte Rate zu zahlen. Wenn Sie finanzielle Spielräume haben, der Darlehensvertrag jedoch keine oder nur geringe Sondertilgungen zulässt, können Sie Ihre Überschüsse auch auf andere Sparkonten - wie etwa Tagesgeld, Festgeldkonten einzahlen, um die Restschuld zum Stichtag abzulösen.

Wer bis zum Ende der Zinsbindungsfrist absehbar nur die Hälfte der Restschuld aufbringen kann, sollte ein Angebot für einen Bausparvertrag einholen. Dieser bietet im Gegensatz zu einem Bankdarlehen volle Flexibilität bei der Rückzahlung. Die Zuteilung des Bausparvertrags und das Ende der Zinsbindungsfrist müssen dann aufeinander abgestimmt werden.

Sollen wir Sie
zum Thema Baufinanzierung
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.