Erwerbsunfähigkeitsversicherung

So sichern Sie sich die beste Rente

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist sehr niedrig. Wer erwerbsunfähig wird, muss mit drastischen Einkommensverlusten rechnen.
  • Daher ist es sinnvoll, sich privat für den Verlust der Arbeitskraft abzusichern.
  • Den umfassendsten Schutz bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).
  • Die kann aber unter Umständen sehr teuer sein oder ist schwer zu bekommen. Dann ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) eine Alternative.
  • Diese Versicherung zahlt eine Rente, falls Sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können – in irgendeinem Beruf.

So gehen Sie vor

  • Lassen Sie sich vor Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung beraten und vergleichen Sie mit Hilfe eines Spezialisten mehrere Angebote.
  • Wir haben geeignete Makler ausgesucht und empfehlen Buforum24, Hoesch & Partner, Thomas Kliem, Ritzerfeld & Partner sowie Blank & Partner.
  • Beantworten Sie die Gesundheitsfragen im Antrag ehrlich und ziehen Sie vorher unbedingt Ihre Ärzte und Krankenakten zu Rate.
  • Falls Sie Gesundheitsprobleme oder ein riskantes Hobby haben, lassen Sie einen Vermittler eine anonyme Risikovoranfrage stellen, bevor Sie sich für ein Angebot entscheiden.
  • Tipp: Sollen wir Sie zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Wie finanzieren Sie Ihr Leben, falls Sie für längere Zeit nicht mehr arbeiten können? Für diesen Fall bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung die beste und umfassendste Absicherung. Doch sie ist besonders für körperlich Tätige und für gesundheitlich vorbelastete Menschen kaum erschwinglich. Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung deckt hingegen weniger Risiken ab, ist dafür aber günstiger.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, sobald der Versicherte höchstens noch 50 Prozent seiner letzten beruflichen Tätigkeit ausüben kann. Eine Leistung aus der Erwerbsunfähigkeitsversicherung bekommt hingegen erst, wer weniger als drei Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Ein Handwerksmeister, der noch als Pförtner arbeiten kann, würde also kein Geld bekommen.

Der Staat sichert Erwerbsunfähigkeit nur teilweise ab

Achtung

Berufsanfänger

In den ersten fünf Jahren Ihres Berufslebens sind Sie kaum abgesichert, da eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente erst nach dieser Zeit gewährt wird. Nur bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gibt es eine Rente.

Der Staat zahlt durchaus eine Rente für den Fall, dass man nicht mehr arbeiten kann, weil man dauerhaft krank ist. Seit 2001 ersetzt die sogenannte Erwerbsminderungsrente die frühere gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente. Seither bekommen alle ab 1961 Geborenen nur noch dann eine volle Rente, wenn es keinen Beruf mehr gibt, den sie mindestens drei Stunden am Tag ausüben könnten.

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt ab vom letzten Bruttogehalt und der Zahl der Versicherungsjahre. Oft beträgt die Rente weniger als ein Drittel des letzten Bruttogehalts. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung lag im Jahr 2014 die durchschnittliche Rentenhöhe bei voller Erwerbsminderung bei 719 Euro im Monat.

Wem diese Rente nicht für den Lebensunterhalt reicht, der sollte zusätzlich privat vorsorgen.  

So funktioniert die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Versicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, sobald die Voraussetzungen für Erwerbsunfähigkeit vorliegen. Warum der Versicherte erwerbsunfähig ist, spielt keine Rolle. Auch psychische Ursachen sind versichert.

Sie können die Versicherung in drei verschiedenen Formen abschließen:

  • als selbstständige Erwerbsunfähigkeitsversicherung,
  • als Zusatzversicherung zu einer Risikolebensversicherung, oder
  • als Zusatzversicherung zu einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung.


Für Menschen, die ohnehin eine Absicherung für den Todesfall brauchen, kann die EU-Versicherung als Zusatz zu einer Risikolebensversicherung günstiger sein als zwei separate Verträge. Wer keine Angehörigen absichern muss oder bereits eine Risikolebensversicherung hat, kann eine eigenständige Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen. Von einer Kombination mit einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung raten wir ab: Das Sparen und den Schutz vor Risiken sollten Sie voneinander trennen. Vielleicht wollen Sie einmal einen Vertrag beenden, den anderen aber fortführen.

Günstigere Variante für Risikoberufe

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) ist für alle geeignet, die eine Alternative zum BU-Schutz suchen – zum Beispiel aus Kostengründen.

Die Prämien für die Berufsunfähigkeitsversicherung variieren je nach Berufsgruppe enorm. Der Grund für diese Unterschiede liegt in dem unterschiedlichen Risikoprofil verschiedener Berufe: Maurer werden deutlich öfter berufsunfähig als zum Beispiel Mathematiker. Für Menschen, die vorwiegend körperlich tätig sind, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung daher oft nicht finanzierbar. Für ein Mindestmaß an Schutz können sie stattdessen eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen.Gerade für sogenannte Risikoberufe ist diese Versicherung deutlich günstiger: Ein 35-jähriger Maurer zahlt bei einem bekannten Direktversicherer für eine versicherte Rente von 1.500 Euro einen Monatsbeitrag von 57 Euro. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung würde ihn beim gleichen Anbieter rund 340 Euro kosten. Für Büroarbeiter lohnt sich die EU-Versicherung preislich hingegen nur selten.

Für Selbstständige manchmal die bessere Wahl

Für selbstständige Unternehmer ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls eine interessante Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn bevor die BU-Versicherung zahlt, prüft sie, ob Selbstständige ihren Betrieb theoretisch so umorganisieren könnten, dass Angestellte Tätigkeiten übernehmen, die der Versicherte selbst nicht mehr schafft. Darüber, ob eine solche Umorganisation zumutbar ist, gibt es oft Streit. Im schlechtesten Fall wird die Berufsunfähigkeit erst dann anerkannt, wenn der Selbstständige überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Deshalb können selbstständige Unternehmer erwägen, von vorneherein die preiswertere Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Nur in einigen Fällen eine Alternative für bereits Erkrankte

Achtung

Reduzierte Gesundheitsprüfung

Der Versicherer Generali bietet eine Police mit nur zwei Fragen zum Gesundheitszustand an. Dafür haben Kunden aber erst fünf Jahre nach Abschluss der Versicherung einen Rentenanspruch. Ob dieses Angebot für Sie sinnvoll ist, klären Sie am besten mit einem spezialisierten Makler und mit Ihrem Arzt.

Mit gesundheitlichen Vorbelastungen ist es oftmals schwierig, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung müssen Kunden eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten. Allerdings beurteilen manche Versicherer Vorerkrankungen bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung etwas weniger streng oder verwenden nur einen eingeschränkten Fragenkatalog.

Dennoch müssen Menschen mit gesundheitlichen Problemen auch bei der EU-Versicherung mit Risikozuschlägen auf den Beitrag oder Leistungsausschlüssen für bestimmte Erkrankungen rechnen. Wer in den vergangen fünf Jahren in psychotherapeutischer Behandlung war, bekommt meist weder eine Berufs- noch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. In solchen Fällen kommen dann andere Alternativen zur Absicherung der Arbeitskraft wie eine Dread-Disease-Versicherung oder eine Grundfähigkeitsversicherung in Betracht.

Diese Fallstricke müssen Sie beim Vertragsabschluss vermeiden

Eine gute Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu finden, ist gar nicht so einfach. Bevor Sie sich für eine Police entscheiden, gibt es einige Aspekte, die Sie bedenken sollten.

Schließen Sie eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich ab
Je jünger und gesünder Sie sind, wenn Sie Ihre EU-Versicherung beantragen, desto niedriger ist Ihr Beitrag. Hinzu kommt: Je früher im Berufsleben Sie erwerbsunfähig werden, umso länger sind Sie auf die Zahlungen angewiesen. Sobald Sie Ihr erstes regelmäßiges Einkommen beziehen, sollten Sie über eine Absicherung nachdenken für den Fall, dass Sie nicht mehr arbeiten können. Für Auszubildende und Studenten sind besonders Tarife interessant, die sie später ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln können.

Achten Sie auf eine möglichst geringe Spanne zwischen Brutto- und Nettoprämie
Die Nettoprämie, auch Zahlbeitrag genannt, ist der Beitrag, den Kunden zum Beginn der Versicherung zahlen müssen. Der Versicherer kann diesen Beitrag bis zur Bruttoprämie erhöhen, wenn er die Risiken oder seine Anlagegewinne nicht richtig kalkuliert hat. Angesichts der aktuell sehr niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten wird das wahrscheinlicher.

Kunden sollten beim Preisvergleich deshalb auf die Bruttoprämie schauen und im Zweifel einen etwas höheren Nettobeitrag akzeptieren, wenn dafür der Bruttobeitrag deutlich geringer ist. So sind sie vor extremen Beitragssteigerungen gefeit.

Bevorzugen Sie Versicherer mit hoher Finanzkraft
Werden Sie erwerbsunfähig, ist es entscheidend, dass der Versicherer die Rente auch tatsächlich bezahlen kann. Daher sollten Sie einen finanzstarken Versicherer wählen, den es auch in 20 oder 30 Jahren noch gibt. Zur Beurteilung der Finanzstärke schauen Sie sich am besten die Ratings an, die die drei Ratingagenturen S&P’s, Moody’s und Fitch veröffentlichen. Bevorzugen Sie Anbieter, die bei einer der Agenturen mindestens eine Bewertung von „A-“ oder „A3“ haben. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der Anbieter, die diesem Anspruch gerecht werden:

Übersicht stabiler Unternehmen

Versicherer Fitch S&P's Moody's
AachenMünchener A-   A3
Allianz Lebensversicherung AA AA Aa3
Alte Leipziger A+ A  
Axa Lebensversicherung AA- A+ Aa3
Condor Leben AA-    
Cosmos Lebensvers. A-   A3
DBV AA- A+ Aa3
DEVK Allgemeine Vers. A+ A+  
Dialog Leben A- A3  
Ergo Direkt Leben   A+  
Generali Deutschland A-   A3
Gothaer Allgemeine Vers. A A-  
Hannoversche Leben   A  
Helvetia   A  
HDI Leben   A+  
LV 1871 A+    
Neue Leben   A+  
Nürnberger Leben A+ A-  
Öffentl. Leben Berlin Brandenburg   A  
Provinzial Nordwest AA-    
R+V Leben AA-    
Saarland Leben   A  
Standard Life   A+ A1
Stuttgarter Versicherung A    
Swiss Life   A-  
Targo Lebensversicherung   A+  
VHV   A  
Volkswohl Bund A+    
Vorsorge Leben AA-    
Westfälische Provinzial AA-    
Württembergische Vers.   A-  
Zurich Dt. Herold     A1

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 04. Juli 2016)

Seien Sie bei den Gesundheitsfragen ehrlich
Sie sollten unbedingt alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Das gilt ganz besonders für alle Sachverhalte, zu denen Unterlagen vorliegen und die nachprüfbar sind. Denn wenn der Anbieter feststellt, dass Sie Fragen falsch beantwortet haben, kann er vom Vertrag zurücktreten und sich weigern, eine Rente zu zahlen. Bei Fragen, die sich nicht eindeutig mit „ja“ oder „nein“ beantwortet lassen, sollten Sie Ihre Antwort auf dem Antragsbogen ausformulieren.

Fragen Sie bei Ihren Ärzten und Ihrer Krankenkasse nach und lassen Sie sich Kopien Ihrer Krankenakten geben, damit Sie auch wirklich nichts übersehen. Sonst ist es möglich, dass Sie Behandlungen vergessen, falsch bezeichnen oder ein Arzt Einträge in Ihre Akten gemacht hat, von denen Sie nichts wissen. Sprechen Sie die Akten mit Ihrem Hausarzt durch, um alles einordnen zu können. Leider kann es vorkommen, dass Ärzte falsche Diagnosen eintragen, um bei der Kasse mehr abrechnen zu können. Lassen Sie solche Einträge korrigieren.

Das alles ist mühsam, aber die Entscheidung, ob Sie im Ernstfall eine Rente bekommen, kann davon abhängen. Der Versicherer kann die Gesundheitsunterlagen noch zehn Jahre lang heranziehen, um Ihnen die Leistung zu verweigern. Behalten Sie eine Kopie der unterschriebenen Gesundheitsfragen, sodass Sie Ihre Angaben nachvollziehen können, wenn Sie eine Rente beantragen.

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Stellen Sie einen Probeantrag, wenn Sie gesundheitlich vorbelastet sind
Wenn Sie aufgrund einer gesundheitlichen Vorbelastung ein erhöhtes Erwerbsunfähigkeitsrisiko haben, sollten Sie zunächst eine anonymisierte Risikovoranfrage stellen. Damit vermeiden Sie, dass ein Versicherer Ihren Antrag ablehnt und einen entsprechenden Eintrag in der zentralen Wagnisdatei (HIS) vornimmt. In dieser Datei sammeln Versicherer Daten über ihre Kunden und eingegangene Anträge. Wenn ein Anbieter Ihren Antrag ablehnt, kann das die Chance verringern, bei einem anderen einen Vertrag zu bekommen. Lassen Sie sich deshalb von einem qualifizierten Makler oder Versicherungsberater bei einer anonymisierten Risikoanfrage unterstützen.

Diese Merkmale sollten Sie bei der Tarifwahl beachten

Wie bei allen Versicherungen entscheidet auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung das Kleingedruckte darüber, was der Vertrag am Ende wirklich taugt. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, ein möglichst verbraucherfreundliches Angebot auszuwählen.

Versicherungs- und Leistungszeit bis zur regulären Rente
Die Versicherungszeit ist der Zeitraum, innerhalb dessen die Berufsunfähigkeit eintreten muss, damit die Versicherung eine Rente zahlt. Endet dieser Zeitraum mit dem 50. Lebensjahr und Sie werden mit 51 Jahren erwerbsunfähig, erhalten Sie keine Rente. Die Leistungszeit bestimmt, bis zu welchem Alter der Versicherte die Rente ausbezahlt bekommt. Um Absicherungslücken vor Beginn der Altersrente auszuschließen, sollten Sie sich am besten bis zum 67. Lebensjahr versichern. Ist der Beitrag dafür zu teuer, sollte die Versicherung wenigstens bis zum 65. oder 63. Lebensjahr laufen. Bei Risikoberufen lassen sich die Versicherer allerdings oft nur auf verkürzte Versicherungszeiten ein.

Erhöhen Sie die versicherte Rente durch Dynamik und Nachversicherungsgarantie
Die Kosten für den Lebensunterhalt steigen im Laufe der Zeit – aufgrund der Inflation aber auch durch sich verändernde Lebensumstände, wie eine Familiengründung. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch die versicherte Rente erhöht. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Dynamisierung der Beiträge und
  • Nachversicherungsgarantie.
Achtung

Höherer Beitrag

Für den Teil der Rente, den Sie aufstocken, wird Ihr jeweiliges Lebensalter zugrunde gelegt. Die nachträglich erhöhte Rente kostet deshalb mehr als eine von Anfang an in dieser Höhe vereinbarte Rente.

Mit der Dynamik steigen die Beiträge jährlich um einen festgelegten Prozentsatz. Damit erhöht sich auch Ihr Anspruch auf EU-Rente. Damit die Prämie Ihr Budget nicht übersteigt, können Sie die Beitragssteigerungen in einzelnen Jahren aussetzen. Wird die Dynamik jedoch dreimal hintereinander abgelehnt, gibt es keine weitere Steigerung und die Rente bleibt konstant.

Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die versicherte EU-Rente auf einen Schlag hochzusetzen. So können Kunden die Rentenhöhe ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen, wenn sich ihre Lebensumstände geändert haben. Die meisten Versicherer erlauben das aber nur zu bestimmten Anlässen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung und nur bis zum 45. Lebensjahr.

Achten Sie außerdem darauf, ob in den Versicherungsbedingungen eine Maximalrente festgelegt ist, die die Möglichkeit der Rentenerhöhung begrenzt.

Rentensteigerung auch nach Eintreten der Erwerbsunfähigkeit
Wer in jungen Jahren erwerbsunfähig wird, muss viele Jahrzehnte mit seiner monatlichen EU-Rente auskommen. Um den Wertverlust durch die Inflation aufzufangen, können Versicherte deshalb vereinbaren, dass sich die EU-Rente nach Eintreten der Erwerbsunfähigkeit jährlich weiter um einen garantierten Prozentwert erhöht. Mit einem jährlichen Inflationsausgleich von etwa 2 Prozent lässt sich so die Kaufkraft der Rente erhalten. Allerdings führt die Klausel natürlich zu einem etwas höheren Beitrag.

Vereinbaren Sie rückwirkende Leistung
Einige Versicherer zahlen erst sechs Monate nach Eintreten der Erwerbsunfähigkeit oder sogar noch später. Wer über keine großen finanziellen Rücklagen verfügt, sollte eine solche Karenzzeit vermeiden. Achten Sie außerdem darauf, dass der Versicherer drei Jahre rückwirkend leistet, wenn Sie den Versicherungsfall erst verspätet melden. Das ist wichtig, weil eine Erwerbsunfähigkeit oft erst mit Verzögerung festgestellt wird.

Akzeptieren Sie möglichst keine Arztanordnungsklausel
Mit der Arztanordnungsklausel kann der Versicherer Ihnen bestimmte Behandlungen vorschreiben, sofern sie keine besonderen Gefahren oder Schmerzen mit sich bringen. Wenn diese Klausel nicht im Vertrag steht, können Sie selbst entscheiden, welchen Behandlungen Sie zustimmen.

Vermeiden Sie ein befristetes Anerkenntnis
Wenn der Versicherer den Rentenanspruch nur befristet anerkennt, müssen Sie nach Ablauf der Frist meist erneut Ihre Erwerbsunfähigkeit nachweisen. Sie können diesen Aufwand und das Risiko vermeiden, wenn der Versicherer auf befristete Anerkenntnisse verzichtet.

Achten Sie darauf, dass keine Anzeigepflicht nach Vertragsabschluss besteht
Der Versicherer sollte darauf verzichten, dass Sie nach Vertragsabschluss einen Berufswechsel oder ein erhöhtes Risiko melden müssen, zum Beispiel wenn Sie neuerdings eine gefährliche Sportart ausüben.

Individuell beraten lassen

Bei der Suche nach besten Tarif sollten Sie sich von einem qualifizierten Versicherungsmakler oder Honorarberater unterstützen lassen. Gemeinsam mit ihm können Sie die Angebote verschiedener Versicherungen vergleichen und klären, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie nicht doch erschwinglich und sinnvoll wäre. Auch wenn Sie später eine EU-Rente beantragen wollen, sollten Sie sich fachmännisch beraten lassen. Ein Versicherungsberater oder Fachanwalt für Versicherungsrecht kann helfen, Fehler beim Ausfüllen des Rentenantrags und langwierige Nachfragen des Versicherers zu vermeiden.

Wenn Sie sich für den Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung interessieren, können wir Ihnen folgende Vermittler empfehlen:

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Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherungnicht an die Bedingung geknüpft ...
9. März 2017 zum Beitrag
Hallo Liebe Community,
meine Frau hat im Jahr 2001 und 2004 bei zwei Versicherungen eine BUZ abgeschlossen. Seit einem Verkehrunfall (Oktober 2014) arbeitet sie wegen der Unfallfolgen nicht mehr. ...
22. Februar 2017 zum Beitrag
Liebe Finanztip-Gemeinde,
hier wird empfohlen, eine Rechtsschutzversicherung 3 Monate vor BU-Abschluss abzuschließen. Das habe ich damals leider nicht gemacht. Wenn ich mir den Finanztip-Artikel ...
18. Januar 2017 zum Beitrag
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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Saidi Sulilatu

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis September 2015)

Saidi Sulilatu leitete bei Finanztip den Bereich Versicherungen. Zuvor war er viele Jahre als Honorarberater und Versicherungsmakler tätig. Sulilatu hat am 4. September 2015 Finanztip verlassen.