Direktversicherung

Mit einer Lebensversicherung betrieblich vorsorgen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Sie findet sich vor allem in kleinen und mittleren Betrieben.
  • In der Regel handelt es sich um eine klassische oder fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung. Diese schließt der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter häufig günstiger ab.
  • Arbeitnehmer können bis zu 254 Euro ihres Bruttoeinkommens (im Jahr 2017) steuer- und sozialabgabenfrei in die Direktversicherung einzahlen (sogenannte Gehaltsumwandlung oder Entgeltumwandlung).
  • Bezuschusst der Chef die Beiträge mit mindestens 20 Prozent, lohnt sich die Direktversicherung in der Regel.
  • Auf die spätere Rente zahlen gesetzlich krankenversicherte Rentner den vollen Beitrag zur Krankenversicherung, sofern die Rente monatlich 148,75 Euro (im Jahr 2017) übersteigt.

So gehen Sie vor

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob er eine betriebliche Altersvorsorge anbietet und um welche Form es sich handelt. Bietet er keinen Vertrag an, können Sie ihn dazu auffordern.
  • Planen Sie, häufig den Job zu wechseln, ist eine Direktversicherung nicht immer die beste Wahl. Prüfen Sie Ihre Alternativen bei der Altersvorsorge.
  • Bezuschusst Ihr Chef Ihre Beiträge nicht von sich aus, fragen Sie direkt nach, ob er zu Ihrem eigenen Beitrag 20 Prozent dazugibt. Immerhin spart auch er Sozialabgaben in dieser Höhe, wenn Sie Gehalt umwandeln.
  • Ab spätestens 2022 muss der Chef ohnehin Ihre Beiträge mit 15 Prozent bezuschussen. Das steht im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz.
  • Den Vertrag können Sie bei einem Arbeitgeberwechsel übertragen oder selber fortführen. Ihre angesparte Altersvorsorge verfällt nicht.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Riester-Rente sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Über den Chef für das Alter vorzusorgen ist eine Möglichkeit für Arbeitnehmer, die spätere gesetzliche Rente aufzustocken. Jeder Angestellte hat das Recht, Teile seines Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken. Der Staat fördert diese Art der Vorsorge über Vergünstigungen bei den Sozialabgaben und der Einkommensteuer. Umgekehrt muss sich jeder Arbeitgeber darum kümmern, dass die bAV in seinem Unternehmen möglich ist. Die Direktversicherung ist ein gängiges Modell dafür.

So funktioniert eine Direktversicherung

Bei dieser Form der Altersvorsorge über den Betrieb schließt der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter eine klassische Kapitallebens- oder Rentenversicherung ab. Eine Variante ist eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung, bei der der Versicherer einen Teil der monatlichen Sparbeiträge in Aktienfonds investiert.

Viele kleine und mittelgroße Unternehmen greifen auf die Direktversicherung als Form der bAV zurück. Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten bedeutet sie den geringsten Aufwand. Den Vertrag sucht meist der Arbeitgeber aus und schließt ihn für seine Angestellten ab. Weil der Versicherer so mehrere Verträge auf einmal verkaufen kann, gewährt er oft Rabatte bei den Kosten.

Eine Direktversicherung kann nur für die berufliche Haupttätigkeit vereinbart werden, nicht für einen Nebenjob. Die Beiträge zur Direktversicherung kann dann entweder der Arbeitgeber allein bezahlen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sie aber auch gemeinsam aufbringen oder der Arbeitnehmer übernimmt sie allein.

Immer dann, wenn der Arbeitnehmer eigenes Geld in einen bAV-Vertrag steckt, spricht man von einer sogenannten Gehaltsumwandlung oder Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber zieht den Beitrag des Arbeitnehmers direkt von seinem Bruttolohn ab und überweist ihn (gegebenenfalls zusammen mit seinem Anteil) an die Versicherung. Daher fallen gut 20 Prozent Sozialabgaben und die Einkommensteuer auf diesen Teil des Gehalts weg.

Sparer können sich die Direktversicherung später als lebenslange Rente auszahlen lassen. Wenn es vertraglich vereinbart ist, ist auch eine Kapitalauszahlung möglich. Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, bringt das für den Sparer aber eine erhebliche steuerliche Belastung mit sich.

Wann sich eine Direktversicherung lohnt

Eine Direktversicherung zahlt sich dann aus, wenn Ihr Arbeitgeber mindestens 20 Prozent zu Ihrem Beitrag dazugibt – und gern auch noch mehr. Tragen Sie stattdessen die Beiträge allein und verzinst sich das Guthaben nur moderat, müssten Sie sehr alt werden, um Ihr eingezahltes Geld wieder herauszubekommen.

Das liegt unter anderem auch daran, dass Sparer auf die spätere Betriebsrente im Regelfall hohe Abgaben zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten und Abstriche bei der gesetzlichen Rente hinnehmen müssen. Die Befreiung von Sozialabgaben und Steuern in der Ansparphase können also die Abzüge in der Rentenphase nicht immer aufwiegen. Einige Rechenbeispiele dazu finden Sie im Ratgeber Altersvorsorge

Tipp

Den Arbeitgeber ins Boot zu holen, ist gar nicht so schwer. Sollte er Ihnen nicht von vornherein einen Zuschuss auf Ihre Beiträge anbieten, haken Sie freundlich nach. Zum einen spart sich auch Ihr Chef rund 20 Prozent an Sozialabgaben, wenn Sie Teile Ihres Gehalts in eine Direktversicherung einzahlen. Zum anderen sind Arbeitgeber ab spätestens 2022 ohnehin verpflichtet, Mitarbeitern 15 Prozent ihres Beitrags obendrauf zu legen. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber zur Entgeltumwandlung.

Vorteile und Nachteile einer Direktversicherung

Wem der Chef eine Direktversicherung anbietet, sollte noch einmal die wichtigsten, damit verbundenen Vor- und Nachteile durchgehen.

Vorteile für Arbeitnehmer
Höhere Rendite - Wenn der Chef Ihre geförderten Beiträge mit mindestens 20 Prozent bezuschusst und er die Direktversicherung für mehrere Mitarbeiter gleichzeitig abschließt, lohnt diese sich aus Renditegesichtspunkten in aller Regel mehr als eine privat abgeschlossene Rentenversicherung.

Steuervorteil - Wenn Ihr Chef die Direktversicherung im Jahr 2005 oder später für Sie abgeschlossen hat, sind Ihre Beiträge jetzt steuerfrei und Ihre spätere Rente steuerpflichtig. In den allermeisten Fällen ist der Steuersatz im Rentenalter niedriger als in der Zeit der Berufstätigkeit, was einen Steuervorteil bedeutet.

Sicherheit - Alle Einzahlungen des Arbeitnehmers sind sicher – in der Sprache der Versicherungen: unverfallbar. Das gilt auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle. Bei den Beiträgen des Arbeitgebers kommt es auf die Vertragsdetails an. Ab 2018 gilt, dass die Arbeitgeberbeiträge gesichert sind, wenn ein Mitarbeiter mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hat und beim Jobwechsel 23 Jahre alt war. Manche Arbeitgeber räumen aber schon direkt von Beginn an eine Unverfallbarkeit ein.

Kein Problem bei seltenem Jobwechsel - Wechseln Sie im Lauf Ihres Berufslebens ein- oder zweimal den Arbeitgeber, lässt sich dies ganz gut bewältigen: Am besten ist es, wenn der neue Chef den alten Vertrag übernimmt. Möglich ist aber auch, dass Sie Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen oder den alten Vertrag ruhen lassen und in einem neuen Vertrag weitersparen.

Berufsunfähigkeit mitversichern - Wer eine Direktversicherung abschließt, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) integrieren – in der Regel ohne Gesundheitsprüfung. Das nützt allen, die wegen etwaiger Vorerkrankungen bei ihrer regulären BU-Versicherung nur einen eingeschränkten Schutz bekommen haben.

Keine Beiträge für Privatversicherte - Wer privat krankenversichert ist, muss im Alter keine Krankenkassenbeiträge auf die betriebliche Rente oder die Einmalauszahlung zahlen. 

Nachteile für Arbeitnehmer
Volle Krankenkassenbeiträge auf die Betriebsrente - Wer als Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, muss auf Versorgungsbezüge – darunter fallen auch Zahlungen der Direktversicherung – volle Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse und die gesetzliche Pflegeversicherung leisten. Volle Beiträge bedeutet: Der Rentner muss sowohl den Anteil des Arbeitnehmers als auch des Arbeitgebers bezahlen, insgesamt gut 18 Prozent (Stand 2017). Das gilt für Pflichtversicherte und freiwillig versicherte Rentner in der gesetzlichen Krankenkasse.

Sozialabgaben auf die Betriebsrente fallen nur dann an, wenn die Versorgungsbezüge zusammengerechnet höher sind als 148,75 Euro im Monat (im Jahr 2017). Zu den Versorgungsbezügen gehören neben der Betriebsrente auch andere Bezüge aus einem früheren Dienstverhältnis, zum Beispiel Ruhegeld aus einer früheren Beamtentätigkeit oder Hinterbliebenenrenten.

Wer sich das Geld auf einen Schlag auszahlen lässt, muss die Beiträge im Laufe von zehn Jahren abbezahlen. 

Weniger Sozialbeiträge - Durch die Entgeltumwandlung ist Ihr Bruttolohn in der Zeit des Ansparens niedriger. Auf der Grundlage des Bruttolohns werden aber die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherungen, also für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung berechnet. Dadurch kann es passieren, dass Sie später, etwa wenn Sie arbeitslos werden, geringere Leistungen aus diesen Sozialsystemen erhalten.

Kaum Kostenüberblick - Da Sie nicht selbst die Versicherung abschließen, können Sie in der Regel nicht erkennen, ob der Vertrag günstig oder teuer ist. Die Versicherungsgesellschaft ist nicht verpflichtet, Ihnen die genauen Kosten bei Abschluss auszuweisen. Sie müssen konkret danach fragen.

Häufige Jobwechsel problematisch - Wer im Laufe seines Berufslebens häufiger die Arbeitsstelle wechseln will, sollte von der Direktversicherung eher absehen. Denn er muss sich jedes Mal damit beschäftigen, was aus der bisherigen Direktversicherungen wird. Wer sein Guthaben auf einen neuen Vertrag beim neuen Chef übertragen will, muss häufig schlechtere Konditionen hinnehmen und für den Übertrag oft auch Geld bezahlen. In einem solchen Fall dürften andere Formen der Altersvorsorge die bessere Wahl sein. Infrage kommen Riester-Verträge oder eine flexible Vorsorge, zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

» Zum Ratgeber

Was hat der Arbeitgeber davon?

Traditionell haben Unternehmen eine bAV angeboten, um die Belegschaft im Alter abzusichern. Ein anderes Motiv ist heute aber vielleicht wichtiger: In Zeiten, in denen Fachkräfte knapp sind, kann eine bAV Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden.

Darüber hinaus haben Arbeitgeber auch wirtschaftliche Gründe, eine Direktversicherung anzubieten. Für jeden Euro, den ein Mitarbeiter in den bAV-Vertag einbezahlt, sparen sie sich gut 19 Prozent Sozialabgaben. Gibt der Chef anstelle einer Lohnerhöhung einen Zuschuss zur bAV, spart er sich weitere Sozialabgaben.

Was die Direktversicherung kosten darf

Der Arbeitgeber sucht als Direktversicherung entweder eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung aus oder schließt eine fondsgebundene Lebensversicherung ab. Sind bis zur Rente noch viele Jahre Zeit, gibt es mit Fonds die Chance auf eine höhere Rendite. Allerdings hängt die Entwicklung dieser Altersvorsorge stark davon ab, wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Eine Versicherung ohne Fonds bietet derzeit dagegen nur eine geringe Rendite. Im Jahr 2017 liegt der Garantiezins für Beiträge nach Abzug der Kosten bei 0,9 Prozent pro Jahr. Ein solcher Vertrag lohnt sich nur dann, wenn der Arbeitgeber mit einzahlt.

Egal, welche Art der Vorsorge der Arbeitgeber auswählt: Wenn Sie die Abschluss- und Verwaltungskosten kennen, sind Sie im Vorteil. Denn neben der Anlagestrategie hängt die Rentabilität der Versicherung auch maßgeblich von den Kosten ab. Zur Orientierung: Bei 100 Euro Monatsbeitrag über 35 Jahre Laufzeit sind 1.600 Euro Abschlusskosten viel, 400 Euro noch in Ordnung. Wer die Wahl hat, sollte einen Vertrag ohne Abschlusskosten auswählen. Wer in Fonds investiert, sollte auch dort die Kosten im Auge behalten. Fondskosten von 1,5 Prozent pro Jahr sind hoch, 0,5 Prozent sind okay. Lassen Sie sich die Kosten aufschlüsseln.

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Was sonst noch wichtig ist

Kündigung - Eine Kündigung der Direktversicherung ist in dem Sinne nicht möglich. Wer seine Beiträge nicht weiterbezahlen will, muss den Arbeitgeber bitten, den Versicherer zu veranlassen, den Vertrag ruhend zu stellen. Scheiden Sie aus einem Arbeitsverhältnis aus und möchten Sie Ihren Vertrag nicht weiter besparen, müssen Sie mit der Versicherungsgesellschaft besprechen, ob Sie die Beiträge aussetzen können. Nur wenn die spätere Rente sehr gering ausfallen würde (weniger als 30 Euro im Monat), weil noch nicht viel angespart war, können Sie sich möglicherweise abfinden lassen und sind den Vertrag los. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder beim Versicherer nach.

Arbeitslosigkeit - Falls Sie arbeitslos werden, behalten Sie Ihre Ansprüche auf die Betriebsrente. Darüber hinaus gilt: Ansprüche aus der bAV, die per Gesetz nicht verfallen können, werden grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet.

Krankheit und Elternzeit - Bei Krankheit oder in der Elternzeit können Sie die Ansprüche in voller Höhe aufrechterhalten, indem Sie die Beiträge selbst weiterzahlen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Beitragszahlung für längere Zeit einzustellen – was die Leistungen verringert – und den Vertrag danach wieder aufleben zu lassen.

Leistungen im Todesfall - In einigen Verträgen ist ein Todesfallschutz vereinbart. Stirbt der Versicherte, bekommen die Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe ausgezahlt. Dazu zählen der Ehegatte beziehungsweise der Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Kinder sowie Pflege- und Stiefkinder bis zu einem bestimmten Alter, der namentlich benannte Lebenspartner einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Enkelkinder im Haushalt bis zu einem bestimmten Alter.

Insolvenz des Arbeitgebers oder Versicherers - Bei einer Direktversicherung übernimmt ein Lebensversicherer die bAV. Geht der Arbeitgeber pleite, steht der Lebensversicherer weiter für die Zusagen ein. Bei einer Pleite des Versicherers müsste der Arbeitgeber theoretisch die vereinbarte Leistung erbringen. Praktisch würde die Auffanggesellschaft Protektor die bestehenden Verträge fortführen.

Diese Steuern und Sozialabgaben werden fällig

Der Staat fördert die bAV in der Ansparphase mit Erleichterungen bei Sozialabgaben und bei der Einkommensteuer. Allerdings unterscheidet sich die Handhabe, je nachdem, ob der Chef die Direktversicherung für den Mitarbeiter vor oder nach 2005 abgeschlossen hat.

Neue Verträge ab 2005
Für Verträge, die nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurden, gilt gemäß Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) auch bei der Direktversicherung das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung.

Steuern - Jeder Arbeitnehmer darf pro Jahr bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei einzahlen. Das sind im Jahr 2017 bis zu 3.048 Euro (oder 254 Euro bei monatlicher Zahlung). Darüber hinaus sind bei Verträgen ab 2005 weitere 1.800 Euro steuerfrei. Das macht für das Jahr 2017 insgesamt also maximal 4.848 Euro. Diese Beiträge müssen Sparer in der Steuererklärung nicht extra angeben. Sie werden bereits als steuerfrei in der Lohnabrechnung berücksichtigt.

Auf die spätere Rente bezahlen Sparer den persönlichen Steuersatz. Dieser ist für Rentner meist niedriger als während des Berufslebens, dadurch sparen Rentner Steuern. Betriebsrenten aus einem neuen Direktversicherungsvertrag kommen in der Anlage R der Steuererklärung in Zeile 31.

Sie können sich das angesparte Kapital auch auf einen Schlag auszahlen lassen, sofern Ihr Vertrag dieses Wahlrecht vorsieht. Das hat – anders als bei Altverträgen – aber den Nachteil, dass Sie es bei Auszahlung voll versteuern müssen. Der Bundesfinanzhof hat eine Steuerermäßigung ausgeschlossen (Az. X R 23/15). Bei der Kapitalauszahlung handelt es sich um sonstige Einkünfte nach Paragraf 22 Nummer 5 Einkommensteuergesetz. 

Sozialabgaben - Auf Beiträge bis 254 Euro pro Monat (im Jahr 2017) zahlen Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsabgaben, also Krankenkassen- und Pflegeversicherung, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Auf die spätere Rente (ab 148,75 pro Monat) wird hingegen der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung fällig. Im Jahr 2017 sind das durchschnittlich 15,7 Prozent inklusive Zusatzbeitrag und 2,55 Prozent Pflegeversicherung. Das gilt für alle gesetzlich krankenversicherten Rentner. Wer privat krankenversichert ist, spart sich die Beiträge.

Sonderfall: Alte Verträge bis 2004
Alte Direktversicherungen, die Arbeitnehmer bis spätestens 31. Dezember 2004 abgeschlossen haben, werden in Sachen Steuern und Sozialabgaben anders behandelt.

Steuern - Ein Sparer zahlt pauschal 20 Prozent Steuern (plus den Solidaritätszuschlag) auf seine monatlichen Beiträge. Dafür ist die Rente später bei der Steuer bessergestellt: Als Rentner muss derjenige nur den sogenannten Ertragsanteil nach Paragraf 22 Nummer 5 Einkommensteuergesetz versteuern. Dieser hängt vom Alter des Rentners ab. Wer beispielsweise mit 67 Jahren in Rente geht, muss 17 Prozent der Rente versteuern. Wer schon ab 62 Rente bezieht, muss noch 21 Prozent dieser Rente versteuern. Betriebsrenten aus alten Direktversicherungsverträgen kommen in Zeile 36 in der Anlage R der Steuererklärung.

Lässt sich der Rentner das angesparte Kapital in einem Betrag auszahlen, bleibt dieser Betrag steuerfrei.

Sozialabgaben - Wer seine Beiträge monatlich einzahlt, muss darauf seinen Arbeitnehmeranteil an Sozialversicherungsbeiträgen entrichten. Frei von Sozialversicherungsbeiträgen sind nur jährliche Zahlungen bis 1.754 Euro.

Hinzu kommt: Seit 2005 müssen auch Sparer mit einer alten Direktversicherung auf ihre Betriebsrente den vollen Beitrag zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung bezahlen. Auch wer die Einmalauszahlung wählt, muss über zehn Jahre monatlich Beiträge aufbringen. Solche Sparer zahlen also in der Ansparphase den halben, in der Rentenphase den vollen Beitrag zur Krankenversicherung. Dieses Problem ist auch unter dem Schlagwort „Doppelverbeitragung“ bekannt.

Tipp

Altsparer, die wissen, dass sie eine geringe Betriebsrente von weniger als 148,75 Euro pro Monat beziehen und kein weiteres Arbeitseinkommen, etwa aus selbstständiger Arbeit, haben, zahlen auf diese geringe Betriebsrente keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und je nach Einkommen mit dem Ertragsanteil nur minimale Steuern. Eine Rente könnte also im Vergleich zur Einmalauszahlung die bessere Wahl sein.

Direktversicherung privat weiterführen

Haben Sie Ihre Direktversicherung ab einem bestimmen Zeitpunkt privat fortgeführt, beispielsweise weil Sie irgendwann den Arbeitgeber gewechselt haben und haben Sie den Vertrag auf Sie als Versicherungsnehmer umschreiben lassen, profitieren Sie von einer sogenannten reduzierten Beitragspflicht. Grundlage ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom September 2010 (BvR 1660/08).

Das bedeutet: Für den Teil der späteren Betriebsrente, den Sie aus privaten Mitteln finanziert haben, fallen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Ihre Versicherung muss – zur Not auf Nachfrage – diese Aufschlüsselung bieten. Den privat angesparten Teil der Betriebsrente tragen Sie in der Anlage R bei den Leibrenten aus privaten Rentenversicherungen mit ein (Zeile 15). 

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.