Entgeltumwandlung

Aus dem Bruttogehalt betrieblich vorsorgen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Entgeltumwandlung (Gehaltsumwandlung) zahlen Arbeitnehmer Teile ihres Bruttogehalts in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), meist in eine Direktversicherung.
  • Bis zu 254 Euro im Monat (3.048 Euro pro Jahr) sind im Jahr 2017 gefördert: Auf Beiträge bis zu dieser Höhe zahlen Sparer keine Sozialabgaben und Steuern.
  • Ist die spätere Rente höher als 148,75 im Monat, müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner darauf den vollen Beitrag zur Krankenversicherung zahlen (2017: durchschnittlich 15,7 Prozent).
  • Wer Bruttogehalt umwandelt, zahlt weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Damit sich die Sache lohnt, sollte der Chef Ihren Beitrag mit mindestens 20 Prozent bezuschussen.
  • Mindestens 25 Prozent Zuschuss brauchen Mitarbeiter, die zwischen 4.350 und 6.350 Euro im Monat verdienen. Sie können bei Kranken- und Pflegeversicherung nichts sparen.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihr Chef keine betriebliche Altersversorgung an, fragen Sie ihn danach. Er ist seit 2002 verpflichtet, Entgeltumwandlung zu ermöglichen.
  • Bietet Ihr Chef eine Direktversicherung mit Entgeltumwandlung an, verhandeln Sie mit ihm über einen Zuschuss.
  • Ihr Chef wählt den Vertrag aus. Lassen Sie sich aber trotzdem das Vertragsangebot zeigen und fragen Sie nach den Kosten des Vertrages. Haken Sie nach, ob es eine Alternative mit besseren Konditionen gibt.
  • Bei häufigem Jobwechsel lohnt sich eine Entgeltumwandlung eher nicht. Sie riskieren, viele Verträge parallel zu führen und bei jedem neuen Vertrag wieder Abschlusskosten zu zahlen.
  • Wer oft den Arbeitsplatz wechselt, ist mit anderen Formen der Vorsorge besser beraten, etwa mit einem Riester-Vertrag, einer Netto-Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan.

Mit Hilfe des Chefs fürs Alter vorzusorgen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Die spätere Betriebsrente stockt bestenfalls die gesetzliche Rente auf und hilft, den Lebensstandard im Alter zu halten. Doch sie lohnt sich nicht immer. Vor allem, wenn Sie der Chef auffordert, Teile Ihres Bruttogehalts für eine Lebens- oder Rentenversicherung umzuwandeln, schauen Sie genau hin.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

Entgeltumwandlung, auch Gehaltsumwandlung genannt, ist im Bereich der privaten Altersvorsorge ein recht technischer Begriff. Vereinfacht gesagt bedeutet Entgeltumwandlung, dass ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehalts abzwackt und in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) einzahlt.

Oft handelt es sich um eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Chef für den Mitarbeiter ausgesucht und auch abgeschlossen hat. Man spricht dann auch von einer Direktversicherung.

Vorteile der Entgeltumwandlung

  • Auf den Teil Ihres Bruttogehalts, den Sie in die betriebliche Versicherung einzahlen, sparen Sie sich die Sozialabgaben – immerhin gut 20 Prozent – und die persönliche Einkommensteuer. Im Jahr 2017 könnten Sparer maximal 254 Euro monatlich abgaben- und steuerfrei in einen bAV-Vertrag zahlen.
  • Nur auf das Einkommen, das verbleibt, fallen dann Abgaben und Steuern an.
  • Auf diese Art sparen Sie staatlich gefördert fürs Alter an: Sie zahlen mehr in den Vorsorgevertrag ein, als Ihnen netto an Einkommen fehlt.
  • Für die Steuererklärung müssen Sie in der Ansparphase nichts weiter beachten. Da das umgewandelte Gehalt direkt vom Lohn abgeht, sind die Beiträge automatisch in der Jahresabrechnung der Lohnsteuer berücksichtigt.
  • Meistens bietet der Chef mit Unterstützung eines Vermittlers nur eine bestimmte Lebens- oder Rentenversicherung an. Der Vertrag ist dann oft etwas günstiger als eine privat abgeschlossener Einzelvertrag.
  • Der Chef kann Ihren Beitrag bezuschussen. Je mehr er das tut, umso eher lohnt sich das Geschäft.


Beispiel: Angenommen, ein lediger Mitarbeiter verdient monatlich 3.000 Euro brutto. Davon zahlt er rund 180 Euro in einen bAV-Vertrag ein, die das Bruttogehalt verringern. Er spart dadurch gut 80 Euro an Sozialabgaben und Steuern – und wendet netto nur 100 Euro für die Altersvorsorge auf.

So viel spart ein Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung

    ohne Entgeltumwandlung   mit Entgeltumwandlung   Nettobeitrag   Ersparnis
Monatsbrutto   3.000 €   2.818 €      
darauf anfallende Sozialabgaben¹   623 €   585 €       38 €
Einkommensteuer²   410 €   366 €       44 €
Monatsnetto   1.967 €   1.867 €   100 €   82 €

¹ Hierzu zählen die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Als Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung nehmen wir den bundesweiten Durchschnitt von 1,1 % an. Insgesamt gehen knapp 20,8 % des Bruttolohns an Sozialabgaben ab.
² Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Nachteile der Entgeltumwandlung

  • Auf die spätere Betriebsrente müssen Sie vergleichsweise hohe Abgaben zahlen: als gesetzlich krankenversicherter Rentner einmal den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (im Jahr 2017 durchschnittlich 15,7 Prozent). Dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung, das macht weitere 2,55 Prozent.
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an, wenn Sie als Rentner gesetzlich krankenversichert sind und Ihre Betriebsrente (zusammen mit weiteren Versorgungsbezügen, etwa einer Hinterbliebenenrente) höher ausfällt als 148,75 Euro im Monat.
  • Sie erhalten weniger gesetzliche Rente als ohne die Entgeltumwandlung. Denn Sie haben jahrelang etwas geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Maßgeblich für die Rentenansprüche ist Ihr Bruttoeinkommen, das nach Abzug Ihrer Beiträge zur bAV übrig war.
  • Bei schlechter Verzinsung und ohne Zuschuss des Arbeitgebers müssten Sie mehr als 100 Jahre alt werden, um Ihre eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen.

Wann sich die Entgeltumwandlung lohnt

Damit sich die Entgeltumwandlung am Ende auszahlt, müssen die Vorteile dieser Sparmöglichkeit die Nachteile überwiegen. Anders gesagt: Die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss und der Rendite des Vertrags in den Jahren des Ansparens, müssen die Abzüge in der Rente mehr als kompensieren.

Finanztip hat dazu einige Beispielfälle durchgerechnet. Bei allen gehen wir von einem Mustersparer aus, der über 30 Jahre lang monatlich 182 Euro brutto in eine Direktversicherung (also eine über den Betrieb abgeschlossene Rentenversicherung) einzahlt und durchschnittlich verdient, anfangs also 36.000 Euro.

Basisfall
Der Mustersparer bekommt keine Zuschüsse vom Chef und sein Guthaben verzinst sich nicht. Dann müsste der Sparer, wenn er mit 67 Jahren in Rente geht, 104 Jahre alt werden, um seine eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen. Würde sich das angesparte Guthaben über die Jahre mit moderaten 2 Prozent verzinsen, müsste der Rentner immer noch 91 Jahre alt werden.

So viel Rente bringt die Entgeltumwandlung¹

                Basisfall   2 % Verzinsung
Monatsbrutto²   3.000 €       Rentenbrutto²   900 €   900 €
Beitrag zur bAV   182 €       Rente bAV³   182 €   251 €
Ersparnis Einkommensteuer   44 €       darauf Einkommensteuer   25 €   36 €
Ersparnis Sozialabgaben   38 €       darauf Sozialabgaben   34 €   46 €
            Nettominderung gesetzl. Rente¹¹   41 €   41 €
                     
Nettobeitrag zur bAV   100 €     Nettorente bAV   82 €   127 €
      Einzahlungen zurück in   37 Jahren   24 Jahren
                     

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.  
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Zweiter Fall: Der Arbeitgeber schießt etwas zu
Angenommen nun, der Arbeitgeber würde zusätzlich zur moderaten Verzinsung von 2 Prozent die Beiträge mit 20 Prozent bezuschussen. Dann würde sich die Entgeltumwandlung bereits ausgezahlt haben, wenn der Mustersparer 86 Jahre alt ist.

So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

                Basisfall   AG-Zuschuss und
                    2 % Verzinsung
Monatsbrutto²   3.000 €       Rentenbrutto²   900 €   900 €
Beitrag zur bAV   182 €       Rente bAV³   182 €   300 €
Ersparnis Einkommensteuer   44 €       darauf Einkommensteuer   25 €   45 €
Ersparnis Sozialabgaben   38 €       darauf Sozialabgaben   34 €   55 €
            Nettominderung gesetzl. Rente¹¹   41 €   41 €
                     
Nettobeitrag Rente bAV   100 €     Nettorente bAV   82 €   158 €
      Einzahlungen zurück in   37 Jahren   19 Jahren

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Warum Sie mit dem Arbeitgeber verhandeln sollten

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum Ihr Chef Ihnen einen Zuschuss geben sollte. Dafür gibt es mindestens drei Gründe.

Der wichtigste: Auch der Chef spart sich Sozialabgaben für den Teil Ihres Bruttoeinkommens, den Sie für eine bAV aufwenden. Zahlen Sie etwa 182 Euro monatlich in eine Direktversicherung, kann der Chef 35 Euro – also gut 19 Prozent – einsparen.

Die Ersparnis des Chefs ist etwas geringer als Ihre eigene. Das liegt daran, dass Sie den Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung alleine tragen.

Eingesparte Sozialbeiträge beim Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    Ausgangsfall   Entgeltumwandlung   Ersparnis Arbeitnehmer¹   Ersparnis Arbeitgeber
Monatsbrutto   3.000 €   2.818 €        
darauf anfallende Kranken- und Pflegeversicherung   298 €   280 €   18 €   15 €
darauf anfallenden Renten- und Arbeitslosenversicherung   326 €   306 €   20 €   20 €
            38 €   35 €

¹ Die Ersparnis des Arbeitnehmers bei der Krankenversicherung ist etwas größer als die des Arbeitgebers. Grund dafür ist, dass der Arbeitnehmer für den Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung allein aufkommt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Chefs profitieren aber noch mehr: Sie sparen auch bei den Sozialabgaben für den Mitarbeiter, den sogenannten Lohnnebenkosten. Auch aus diesem Grund haben Arbeitgeber im Zweifel im Topf „bAV“ noch Geld zur Verfügung. Das ist für alle Arbeitnehmer interessant, die in den regulären Gehaltsverhandlungen nicht weiterkommen.

Außerdem hat Ihr Chef bald ohnehin keine Wahl mehr. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom Juli 2017 legt fest, dass Arbeitgeber ab spätestens 2022 bAV-Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen müssen, die ihre Mitarbeiter im Rahmen der Entgeltumwandlung geleistet haben. Mit diesem Argument überzeugen Sie Ihren Chef möglicherweise heute schon davon, sich an Ihren Beiträgen zu beteiligen.

Gutverdiener sparen deutlich weniger

Die Entgeltumwandlung loht sich dann am meisten, wenn Sie sich Sozialversicherungsbeiträge auf Ihren gesamten bAV-Beitrag sparen. Doch nicht jeder Arbeitnehmer kann von dieser Ersparnis profitieren. Denn für das beitragspflichtige Einkommen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber einen Höchstbetrag festgelegt, der jedes Jahr etwas ansteigt. Im Jahr 2017 müssen Sie Beiträge maximal auf ein Bruttoeinkommen von 4.350 Euro pro Monat bezahlen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Kranken- und Pflegeversicherung kosten maximal 430 Euro pro Monat.

Wer Entgelt umwandelt und wessen Bruttogehalt auch nach Abzug der bAV-Beiträge immer noch über den 4.350 Euro liegt, hat also keine Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung.

Um die Nachteile zu verdeutlichen, betrachten wir jetzt einen Mitarbeiter, der im Monat 4.700 Euro brutto verdient und 176 Euro seines Bruttogehalts in eine Direktversicherung umwandelt. Das entspricht, analog zum obigen Beispiel, einem Nettobeitrag zur bAV von 100 Euro.

So viel spart ein Gutverdiener durch die Entgeltumwandlung

    ohne Entgeltumwandlung   mit Entgeltumwandlung   Differenz   Ersparnis für den Arbeitnehmer
Monatsbrutto   4.700 €   4.524 €   176 €    
darauf anfallende Kranken- und Pflegeversicherung   432 €   432 €       0 €
darauf anfallende Renten- und Arbeitslosenversicherung   510 €   491 €     19 €
darauf anfallende Einkommensteuer¹   903 €   846 €       57 €
Monatsnetto   2.855 €   2.755 €   100 €  

¹ Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Die Tabelle macht deutlich, dass der Gutverdiener wegen seines höheren zu versteuernden Einkommens zwar durch die Entgeltumwandlung mehr Einkommensteuer sparen kann (57 statt 44 Euro). Gleichzeitig zahlt er aber nach wie vor den Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. An Sozialabgaben spart er sich nur die Renten- und Arbeitslosenversicherung auf seinen bAV-Beitrag (19 Euro statt 38 Euro).

Ebenso wie der Durchschnittsverdiener muss auch der Gutverdiener auf einen Teil seiner gesetzlichen Rente verzichten.

Chef muss deutlich mehr zuschießen
Ohne Zuschuss des Arbeitgebers und ohne eine Verzinsung der bAV-Beiträge über die Jahre ist die Rendite einer bAV für Gutverdiener sehr schlecht. Ein Rentner müsste deutlich älter als 100 Jahre werden, um seine Beiträge über 30 Jahre wieder hereinzubekommen.

Schießt der Arbeitgeber die Einsparungen bei Arbeitslosen- und Rentenversicherung (rund 11 Prozent) über die Jahre zu, lohnt sich die Sache immer noch nicht wirklich. Der Mustersparer, der mit 67 in Rente geht, müsste 92 Jahre alt werden, um seinen Einsatz zurückzubekommen.

Fall Gutverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

            Basisfall   AG-Zuschuss 25 % und
                Verzinsung 2 %
Monatsbrutto²   4.700 €   Rentenbrutto²   1.413 €   1.413 €
Beitrag bAV   176 €   Rente bAV³   176 €   304 €
Ersparnis Sozialabgaben   19 €   darauf Einkommensteuer   38 €   66 €
Ersparnis Einkommensteuer   57 €   darauf Sozialabgaben   33 €   56 €
        Minderung gesetzliche Rente¹¹   40 €   40 €
Nettobeitrag Rente bAV   100 €   Nettorente bAV   66 €   142 €
    Einzahlungen zurück in   45 Jahren   21 Jahren
                 

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut 47 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 1.400 Euro.
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (163 Euro von 4700 Euro) pro Jahr 0,035 Rentenpunkte. Über 30 Jahre macht das gut 1 Rentenpunkt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Erst ein Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent auf die Mitarbeiterbeiträge zur bAV macht die Sache langsam besser. Um seinen Einsatz herauszuholen, müsste der Rentner 88 Jahre alt werden.

Fazit: Wer mehr als 4.350 Euro, aber weniger als 6.350 Euro im Monat verdient und eine Entgeltumwandlung angeboten bekommt, sollte mindestens ein Viertel Zuschuss vom Chef einfordern.

Für Besserverdiener greift nur noch der Steuervorteil

Wer mehr als 6.350 Euro monatlich brutto bekommt, verdient nicht nur über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung. Er bezahlt auch das Maximum an Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Entgeltumwandlung würde diesem Besserverdiener keine Erleichterung bei den Sozialabgaben mehr bringen. Er würde nur noch davon profitieren, dass seine Beiträge seine Steuerlast reduzieren.

Auf der anderen Seite muss ein solcher Sparer keine Minderung bei der gesetzlichen Rente hinnehmen. Insgesamt steht der Besserverdiener recht gut da, wenn er es schafft, seinen Chef zu überzeugen, die eigenen Beiträge mit mindestens 15 Prozent zu bezuschussen. Das wird möglicherweise schwer, weil der Chef keine Sozialabgaben mehr sparen kann. Versuchen sollten Sie es dennoch.

Fall Besserverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

                Basisfall   AG-Zuschuss 15 % und
                    Verzinsung 2 %
Monatsbrutto²   6.700 €       Rentenbrutto²   1.848 €   1.413 €
Beitrag bAV   164 €       Rente bAV³   164 €   260 €
Ersparnis Sozialabgaben   0 €       darauf Einkommensteuer   41 €   41 €
Ersparnis Einkommensteuer   64 €       darauf Sozialabgaben   30 €   48 €
            Minderung gesetzliche Rente¹¹   0 €   0 €
Nettobeitrag Rente bAV   100 €     Nettorente bAV   93 €   171 €
      Einzahlungen zurück in   32 Jahren   18 Jahren

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.
² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut mehr als 60 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von fast 1.850 Euro pro Monat.
³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.
¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung keine Rentenpunkte. Er zahlt stets den Höchstbeitrag in die Rentenversicherung ein.
 Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Was tun bei häufigem Jobwechsel?

Wer schon heute davon ausgeht, dass er künftig öfter die Arbeitsstelle wechselt, sollte gut überlegen, ehe er sich für eine Entgeltumwandlung – speziell eine Direktversicherung – entscheidet. Gleiches gilt für alle, die möglicherweise zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenstatus wechseln oder eine Weile im Ausland arbeiten wollen. Es besteht die Gefahr, dass Sparer am Ende zu viele Verträge parallel führen, in jeden Vertrag aber nur wenig – oder gar nichts mehr – einzahlen.

Das Problem liegt darin, dass Arbeitnehmer nicht so ohne Weiteres gut verzinste Altverträge zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können. Oft will die neue Firma sich nur um einen Vertragstyp für die komplette Belegschaft kümmern und nicht die Policen mehrere Anbieter parallel verwalten.

So kommt es, dass Angestellte beim Jobwechsel häufig nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder sie beginnen beim neuen Chef einen gänzlich neuen Vertrag und übernehmen den alten Vertrag privat, mit oder ohne weitere Beitragszahlung. Oder sie übertragen gleich das bisher angesparte Vermögen im Altvertrag auf einen neuen Vertrag. Im einen Fall zahlen Arbeitnehmer erneut Abschlusskosten. Im anderen Fall fallen häufig Übertragungskosten an.

Wollen Sie beruflich flexibel bleiben, sollten Sie über andere Arten der Vorsorge nachdenken. Möglich ist zum Beispiel ein Riester-Vertrag, für den es unerheblich ist, wo Sie angestellt sind. Eine günstige Netto-Rentenversicherung mit ETFs oder ein flexibler ETF-Sparplan könnten ebenfalls passende Varianten sein.

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Sara Zinnecker
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Sara Zinnecker
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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.