Pensionszusage

Das Vorsorgegeschenk vom Chef unbedingt mitnehmen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Pensionszusage oder Direktzusage ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge.
  • Der Chef legt dazu firmeneigenes Geld für den Mitarbeiter an, aus dem sich später die Pension finanziert. Der Mitarbeiter muss in der Regel nichts dazuzahlen.
  • Es gibt verschiedene Arten von Zusagen. Der Arbeitgeber kann zum Beispiel eine exakte Rentenhöhe versprechen oder eine garantierte Verzinsung der eingezahlten Beiträge.
  • Er muss mindestens den Erhalt der eingezahlten Beiträge versprechen.
  • Immer weniger große Unternehmen bieten umfangreiche Direktzusagen an. Ihnen ist das Risiko zu groß, ihre Pensionszusagen nicht erfüllen zu können.
  • Ab 2018 können Arbeitgeber für den Mitarbeiter ansparen, ohne Garantien abzugeben.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihre Firma Ihnen eine Betriebsrente an, die sie selbst finanziert, machen Sie auf jeden Fall mit: Sie erhalten eine Rente ohne einen Cent dafür eingezahlt zu haben.
  • Wenn Sie genau verstehen wollen, welche Art von Zusagen Ihr Chef für Sie bereithält, fragen Sie gezielt in der Personalabteilung nach. Unternehmen sprechen oft ganz allgemein von Altersvorsorgekonto oder Vorsorgeplan.
  • Denken Sie daran, dass Sie in der Regel mehrere Jahre im Unternehmen arbeiten müssen, um am Ende einen Anspruch auf die spätere Betriebsrente zu haben. Im Arbeitsvertrag lassen sich auch kürzere Fristen regeln.
  • Erkundigen Sie sich auch, ob Ihr Unternehmen geringe Betriebsrentenansprüche mit einer Kapitalauszahlung abfinden würde. Etwa dann, wenn Sie das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Mitarbeiter großer Unternehmen haben es manchmal besser als Angestellte kleinerer Firmen: Sie arbeiten nicht nur bei einem Weltmarktführer oder zumindest bei einer Firma mit bekanntem Namen; die großen Konzerne finanzieren oft auch die Altersvorsorge für die Belegschaft.

Genauer gesagt nimmt der Chef firmeneigenes Geld in die Hand und legt es für seine Mitarbeiter – im oder außerhalb des Unternehmens – über die Jahre an. Dazu gibt er ihnen eine Zusage für eine spätere Betriebsrente. Mitarbeiter müssen in der Regel kein Geld zuschießen.

Im Fachjargon spricht man von einer Direktzusage, Pensions- oder Versorgungszusage des Arbeitgebers. 

Diese Zusagen kann Ihr Chef geben

Es gibt unterschiedliche Arten von Pensionszusagen. Früher war es die Regel, dass Arbeitgeber ihrer Belegschaft eine feste spätere Rentenhöhe versprochen haben, zum Beispiel 10 Euro Rente monatlich für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit.

Heutzutage ist es eher verbreitet, dass Arbeitgeber eine bestimmte Beitragshöhe samt Verzinsung garantieren. Die Beitragshöhe kann vom Unternehmenserfolg abhängen und im Wert mal höher, mal niedriger ausfallen. Der Zins kann sich zum Beispiel nach dem Garantiezins bei den Lebensversicherern richten. Im Jahr 2017 sind das 0,9 Prozent pro Jahr.

Möglich ist auch, dass das Unternehmen feste Beiträge verspricht, sich aber bei der Verzinsung nicht mehr festlegen will. Der Arbeitgeber muss nur noch einräumen, die Beiträge im Wert zu erhalten. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz, das am 1. Januar 2018 in Kraft tritt, soll es künftig auch Beitragszusagen ohne Garantie geben.

Viele Arbeitnehmer wissen oft nicht so genau, welche Zusagen der Chef gemacht hat. Das liegt auch daran, dass es keine einheitlichen Bezeichnungen gibt. Jedes Unternehmen wählt im Zweifel also eine andere Bezeichnung, wenn es um die Zusage zur Betriebsrente geht. Wollen Sie genau wissen, wie Ihre Firma die Zusagen im Rahmen der betrieblichen Versorgung ausgestaltet, lassen Sie sich bei der Personalabteilung einen Termin geben.

Direktzusagen auf jeden Fall mitnehmen

Egal, welche Art der Zusage Ihr Arbeitgeber gewährt: Nehmen Sie das Geschenk in jedem Fall mit. Zwar hätten Sie früher möglicherweise mehr von der Betriebsrente profitiert. Doch auch heute gilt noch: Sie bekommen später eine betriebliche Zusatzrente, ohne je einen Cent eingezahlt zu haben.

Pensionszusagen sind sicher
35 Jahre oder mehr Jahre bis zur Rente sind eine lange Zeit, in der sich in Unternehmen viel verändern kann. Auch eine Insolvenz ist denkbar. Doch selbst in einem solchen Fall müssen Sie nicht um Ihre Rentenzusagen fürchten. Denn das Geld ist über den sogenannten Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) abgesichert.

Im Notfall übernimmt die Auffangeinrichtung PSV die Rentenzahlung, die Ihnen aus Ihren bisherigen Jahren im Betrieb zustehen. Der PSV finanziert sich durch Beiträge aller Unternehmen, die Rentenzusagen an die Belegschaft gemacht haben.

Drei Jahre im Unternehmen sind Pflicht

Einen kleinen Haken hat die vom Chef finanzierte Rente: Sie profitieren nur davon, wenn Sie Ihrer Firma gegenüber längere Zeit loyal waren: Noch bis Ende 2017 muss ein Mitarbeiter mindestens fünf Jahre im Unternehmen gearbeitet haben und beim Ausscheiden aus der Firma mindestens 25 Jahre alt sein, damit er später sicher eine Betriebsrente bekommt. Im Fachjargon spricht man von unverfallbaren Ansprüchen.

Das Gesetz zur Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie, das zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt, verbessert die bisherige Regel zugunsten der Arbeitnehmer: Ab 2018 sind die Betriebsrentenansprüche bereits dann unverfallbar, wenn Sie mindestens drei Jahre im Unternehmen waren und beim Wechsel des Arbeitgebers 23 Jahre alt sind.

Manche Chefs räumen ihren Mitarbeitern ein, dass firmeneigene Beiträge ihnen von Vornherein sicher sind. Dies ist dann im Arbeitsvertrag festgehalten. Wenn Ihnen eine solche Vereinbarung wichtig ist oder Sie genau wissen wollen, welche Frist in Ihrem Falle greift, prüfen Sie den Arbeitsvertrag auch darauf.

Angenommen, Sie haben einen Anspruch auf eine spätere Betriebsrente, doch zum Zeitpunkt des Jobwechsels ist nicht besonders viel Guthaben vorhanden. Anstatt auf die Rente in ferner Zukunft zu warten, ist es auch möglich, dass der Chef Ihre Ansprüche mit einer Kapitalauszahlung abfindet.

Damit die Kapitalauszahlung möglich ist, darf die spätere Betriebsrente einen geringen Monatsbetrag nicht überschreiten. Im Jahr 2017 sind das 29,75 Euro (West) und 26,60 Euro (Ost). Sprechen Sie diesen Punkt an, wenn Ihr Unternehmen es nicht tut. Die entsprechenden Paragrafen sind § 3 BetrAVG und § 18 SGB IV.

Warum der Chef immer weniger versprechen will

Viele Unternehmen haben die Versorgungszusagen im Lauf der Zeit immer mehr abgespeckt. Aber warum eigentlich?

Zum einen fürchten Arbeitgeber immer mehr, hohe Rentenversprechen später nicht erwirtschaften zu können. Zum anderen schwächen die Rentenversprechen auch die Wettbewerbsfähigkeit – bei international tätigen Konzernen ein großes Thema.

Schuld daran sind die Rückstellungen, die ein Unternehmen für direkte Pensionszusagen in der Bilanz bilden muss. Wegen der niedrigen Zinsen werden diese Rückstellungen immer größer. Um eine bestimmte Rente in der Zukunft aufzubringen, müssen die Unternehmen heute mehr Geld zur Seite legen. Das verschlechtert wichtige bilanzielle Kennzahlen, die für Investoren oft entscheidend sind.

Unternehmen scheuen die Haftung
In der Zwischenzeit haben Unternehmen zwar einige Möglichkeiten, die Risiken auszulagern, die sich durch die Rückstellungen für spätere Betriebsrenten ergeben. Sie können zum Beispiel eine Versicherung miteinbeziehen, die die Rentenauszahlung übernimmt oder schon die Anlageverantwortung auf einen Pensionsfonds übertragen. Weil Arbeitgeber aber in jedem Fall am Ende für das Versprochene haften müssen, tendieren sie im heutigen Marktumfeld dazu, weniger zu versprechen. 

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.