Auszubildende Köche
Credit: pidjoe / iStock.com

Das Ausbildungsjahr hat begonnen, viele Azubis verdienen das erste eigene Geld ihres Lebens. Damit dieses eine solide Grundlage für die Lebensplanung bildet, gilt es, kluge Entscheidungen zu treffen. Als erstes sollen Sie als Azubi ein kleines Finanzpolster aufbauen. Zusätzlich müssen Sie sich das erste Mal mit Versicherungen auseinandersetzen. Und Sie sollten, auch wenn es für Sie gedanklich noch weit weg ist, über die Altersvorsorge zumindest mal nachdenken.

  1. Die passende Krankenkasse wählen

Als frischgebackener Lehrling müssen Sie sich zum ersten Mal selbst gesetzlich krankenversichern. Wer bereits vorher über die Eltern in der GKV versichert war, kann in dieser Krankenkasse bleiben. Es ist aber auch möglich, sich eine andere Kasse zu suchen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der angebotenen Zusatzleistungen und bei der Höhe des Zusatzbeitrags. Suchen Sie sich also eine Kasse, bei der Preis und Leistung zu Ihnen passen. Die günstigste Krankenkasse, die bundesweit geöffnet ist, ist die HKK*. Sie bietet außerdem viele Zusatzleistungen. In einigen Bundesländern gibt es aber noch günstigere Kassen.

Wer Wert auf umfassende Zusatzleistungen legt, kann die HEK wählen, gut sind außerdem die Techniker Krankenkasse, Energie BKK und BKK24*.

  1. Privathaftpflichtversicherung ist Pflicht

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt die Kosten, wenn Sie anderen Menschen einen Schaden hinzufügen. Das kann besonders teuer werden, wenn Menschen verletzt wurden. Die gute Nachricht: Auszubildende sind weiterhin über die Eltern versichert, wenn diese eine Familienversicherung abgeschlossen haben. Wenn Sie allerdings schon eine Ausbildung abgeschlossen haben und nun die zweite starten, dann müssen sich selber absichern. Die Versicherung ist vergleichsweise günstig. Wir empfehlen den Tarif Einfach Komplett der Haftpflichtkasse*, Prestige der Bayerischen* und XXL von Interrisk* (abschließbar über Mr-Money).

  1. Die Arbeitskraft absichern

Deutlich teurer ist die Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Wer aber auf sein Einkommen angewiesen ist, braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch als Auszubildender sollten Sie darauf nicht verzichten. Und zwar gleich aus zwei Gründen: Je früher der Abschluss erfolgt, desto günstiger ist die Versicherung. Denn noch ist die Gefahr gering, bald berufsunfähig zu werden, und die meisten Lehrlinge haben noch keine chronischen Krankheiten. Wer in einem handwerklichen Beruf arbeitet, bekommt später möglicherweise nur noch schwer einen Vertrag.

Zweitens ist die Absicherung durch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente in den ersten fünf Berufsjahren sehr eingeschränkt, und auch später reicht die Rente in der Regel kaum aus.

Die richtige Versicherung zu finden ist nicht ganz ohne. Lassen Sie sich beim Abschluss von einem der von uns empfohlenen Berater unterstützen.

  1. Polster ansparen

Wer heute aufs Sparbuch setzt, wird kaum Zinsen erhalten. Besser sind Tagesgeldkonten, um die ersten Spargroschen beiseite zu legen. Zwar sind die Zinsen gerade ziemlich niedrig, aber 0,6 Prozent sind noch drin. Das Geld ist – wie auf dem Sparbuch – jederzeit verfügbar. Damit bleiben Sie flexibel. Mit unserem Tagesgeldrechner finden Sie das beste Angebot.

Auch Minderjährige können in der Regel ein eigenes Konto führen. Bei der Eröffnung müssen die Eltern die Unterlagen aber ebenfalls unterschreiben. Außerdem haben sie Zugriff auf das Geld – bis zur Volljährigkeit des Kontoinhabers.

  1. Vermögenswirksame Leistungen und Altersvorsorge

In vielen Ausbildungsverträgen sind sogenannte vermögenswirksame Leistungen vereinbart. Das ist zusätzliches Geld vom Chef, das zum Sparen da ist. Bis zu 40 Euro im Monat können Sie zusätzlich erhalten. Sie müssen das Geld anlegen, zum Beispiel in einem Banksparplan, Fondssparplan oder Bausparvertrag. Die Verträge laufen in der Regel sieben Jahre. Für junge Menschen eignet sich besonders die Anlage in einen Fondssparplan.

Neben dem Arbeitgeber gibt auch der Staat noch etwas dazu. Wer – je nach Anlageform – maximal rund 18.000 bis etwa 26.000 Euro pro Jahr verdient, erhält noch eine Arbeitnehmersparzulage. Bausparer erhalten außerdem eine Wohnungsbauprämie.

Wenn Sie gezielt fürs Alter vorsorgen möchte, können Sie die vermögenswirksamen Leistungen auch für die betriebliche Altersvorsorge nutzen. Für Auszubildende ist es aber in der Regel sinnvoller, flexibel für das Alter zu sparen.

  1. Wohnungsbauprämie nutzen

In Zeiten niedriger Zinsen lohnen sich Bausparverträge eigentlich kaum. Eine Ausnahme sind Bausparverträge für junge Leute. Denn für junge Sparer zwischen 16 und 25 Jahren schießt der Staat mit der Wohnungsbauprämie etwas zum Guthaben dazu. Das ausgezahlte Geld ist später nicht zweckgebunden, Sie müssen damit also kein Haus bauen. Einige Anbieter zahlen außerdem einen Bonus. Finanztip empfiehlt die Tarife Freiraum F40 der Signal Iduna und Classic Young der LBS Hessen-Thüringen.

Jetzt zum Finanztip-Newsletter anmelden und keinen Finanztip mehr verpassen!






KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT