Der Bankenverband (BdB) hatte sich für seinen Frühjahrsempfang einen nicht idealen Termin ausgesucht. Gut eine Woche nach Veröffentlichung der Panama Papers waren viele der Gäste im Berliner Humboldt Carré vor allem daran interessiert, was Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beim Empfang zu den Briefkastenfirmen in Panama sagen würde und wie sich der neue Verbandschef Hans-Walter Peters von der Berenberg Bank verhalten würde. Schließlich gilt seine Bank als eine derjenigen, die solche Geschäfte in Panama betreibt.

Die Bankiers (Frauen in verantwortlicher Position muss man bei diesen Veranstaltungen immer suchen) suchten die Vorwärtsverteidigung und versprachen, Schäuble beim Kampf gegen Steuerhinterzieher und Briefkastenfirmen zu unterstützen. Anders als vor 10 Jahren, so Verbandschef Peters,  könnten die Banken heute dank moderner Datenverarbeitung leichter herausfinden, ob ihre Kunden legal erworbenes, korrekt versteuertes Geld anlegten oder nicht.

Das hat hoffentlich auch die Finanzverwaltung gehört. Berenberg, deren persönlich haftender Gesellschafter Peters ist, wusste, was die Bank tut. Schon vor einigen Tagen hatte Peters in der FAS gesagt: „Wir akzeptieren kein einziges Konto im Haus, bei dem Zweifel über die Herkunft des Geldes oder ordentliche Versteuerung bestehen.“ Nichtwissen können künftig auch andere Banken nicht mehr vorschützen.

Interessant außerdem an dem Abend: Dem Bankenverband ist wichtig, neue Wettbewerber wie Number26 über die Einlagensicherung für die Wirecard Bank angebunden zu haben. Und die Lobbyarbeit des Bankenverbandes habe dafür gesorgt, dass die große Koalition den Banken das rechtliche Problem mit ihren fehlerhaften Widerrufsbelehrungen abgenommen hat. „Der Begriff „Widerrufsjoker“ hat dabei geholfen“, so ein Insider. Gut zwei Monate gilt es noch zu überstehen, dann können die Altkunden nicht mehr widerrufen.

Und dann hatte ich noch ein angeregtes Gespräch über den US-Journalisten Michael Lewis, der mit „The Big Short“ , „Boomerang“ und „The Flash Boys“ einige der wichtigsten Bücher über die Finanzkrise geschrieben hat. Fritz Ritzmann, Vorstand der Flessabank in Schweinfurt, hatte auch die frühen Bücher des US-Wirtschaftsjournalisten gelesen.

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