Diesel-Abgasskandal
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[Aktualisiert – erste Fassung vom 4. August 2017]

Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten zum Diesel-Abgasskandal. Welche Marken sind betroffen? Wer zahlt eine Umweltprämie? Gibt es Fahrverbote? Wie kann ich mein Auto zurückgeben?

Grundsätzlich:

Soll ich die Umweltprämie in Anspruch nehmen?

Wie hoch ist die Umweltprämie der verschiedenen Hersteller?

Wird die Umweltprämie mit anderen Rabatten verrechnet?

Ist mein Auto vom Diesel-Abgasskandal betroffen?

Welche Volkswagen-Modelle sind betroffen?

Welche Porsche-Modelle sind betroffen?

Welche Mercedes-Diesel sind betroffen?

Wird es Fahrverbote geben?

In welchen Städten drohen Fahrverbote?

Welche Autos wären von Fahrverboten betroffen?

Was ist eine Blaue Plakette?

Muss ich mit einem Wertverlust rechnen?

Was hat der „Diesel-Gipfel“ beschlossen?

Ihr Recht:

Wie kann ich mich rechtlich wehren?

Bis wann muss ich klagen?

Kann ich mich einer Sammelklage anschließen?

Was kostet mich eine Klage?

Muss ich etwas zahlen, wenn ich mein Auto zurückgebe?

Nachrüstung und Software-Update:

Soll ich das Software-Update aufspielen lassen?

Was passiert beim Software-Update?

Wie sähe eine wirksame Nachrüstung aus?

Wie finde ich heraus, welche Schadstoffklasse mein Diesel hat?

Gesundheit:

Warum sind die Diesel-Autos überhaupt ein Problem?

 

 

Grundsätzlich:

Soll ich die Umweltprämie in Anspruch nehmen?

Falls Sie einen alten Euro-1- bis Euro-3-Diesel besitzen, lohnt es sich, die Umweltprämie in Anspruch zu nehmen. Bei Euro-4-Modellen ist es möglich, dass der Restwert so hoch ist, dass er den Rabatt überwiegt. Sie können den Preisnachlass der Umweltprämien mit den üblichen Rabatten kombinieren. Wie uns Leser berichten, kommt es vor, dass Händler behaupten, das ginge nicht. Das ist aber nur eine Schutzbehauptung als Teil der Preisverhandlung. Auf Neuwagenportalen bekommt man einen guten Überblick, welche Rabatte möglich sind. Wir empfehlen, den Wagen dort zu kaufen – oder den Händler Ihres Vertrauens mit den dort erzielten Preisen zu konfrontieren. Insbesondere bei den Marken des VW-Konzern sind nach Aussagen von Experten derzeit (August/September 2017) sehr hohe Gesamtrabatte zu erzielen.

Falls Sie wieder einen Diesel kaufen wollen, sollten Sie eher auf ein Fahrzeug der Norm Euro 6d warten, wenn möglich. Ansonsten hat das CAR-Institut alle Studien zum Stickoxidausstoß der aktuellen Generation der Dieselautos zusammengefasst: Demnach produzieren BMW und der VW-Konzern (abgesehen von Porsche) derzeit tendenziell die vergleichsweise saubersten Euro-6-Diesel. Nachzulesen hier auf sz.de.

 

Wie hoch ist die Umweltprämie der verschiedenen Hersteller?

Inzwischen haben sich viele Hersteller der Umweltprämie angeschlossen. Mehrere 1.000 Euro Nachlass erhalten Autokäufer, die einen alten Euro-1- bis Euro-4-Diesel zum Verschrotten abgeben und ein Auto desselben Herstellers kaufen. Für Elektro- und Hybridfahrzeuge zahlt der Staat eine staatliche Förderprämie in Höhe von bis zu 4.000 Euro obendrauf. Die Aktionen laufen allerdings 2017 noch aus, zum Teil schon Ende September.

Diesel-Abwrack-Programme der Autohersteller

Marke Umweltprämie (in €) Aktion bis … (2017)
Alfa Romeo 2.000 – 4.000 30. September
Audi 3.000 – 10.000 31. Dezember
BMW 2.000 31. Dezember
Citroën 2.000 – 5.000 30. September
Fiat 2.560 – 4.500 30. September
Ford 2.000 – 8.000 31. Dezember
Hyundai 2.500 – 10.000 31. Dezember
Jeep 2.000 – 5.500 30. Dezember
Lexus 3.000 – 6.000 30. September
Mazda 3.200 – 6.000 30. September
Mercedes 1.000 – 2.000 30. September
Opel 1.750 – 7.000 31. Dezember
Peugeot bis zu 7.000 30. September
Porsche 5.000 31. Dezember
Renault 2.000 – 7.000 31. Oktober
Seat 1.750 – 8000 31. Oktober
Skoda 1.000 – 5.000 31. Oktober
Toyota 2.000 – 4.000 15. November
Volkswagen 2.000 – 10.000 31. Dezember

Quelle: Autozeitung, Finanztip-Recherche (Stand: 24. August 2017)

Sie müssen einen Neuwagen kaufen, nur Audi lässt auch den Kauf junger Gebrauchter zu. Sie müssen das Altauto mindestens seit sechs Monaten in Besitz haben. Ford akzeptiert nur Diesel mit Euro 1 bis 3 bis Erstzulassung im Jahr 2006.

 

Wird die Umweltprämie mit anderen Rabatten verrechnet?

Wenn Sie einen alten Diesel zu verschrotten haben, können Sie jetzt einmalig günstige Preise erzielen. Manche Vertragshändler geben die Umweltprämie auf die nomalen Rabatte obendrauf. Das zeigen Auswertungen des Neuwagenvermittlers meinauto.de und des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen.

Meinauto.de registrierte einen sprunghaften Anstieg des durchschnittlichen Rabatts im August auf 27 Prozent. Das sind satte 5 Prozentpunkte mehr als in den Vormonaten. Die Uni Duisburg-Essen analysierte mehrere Portale und Angebote und fand Rabatte von bis zu 46 Prozent. Ein Überblick gibt die folgende Tabelle von Höchstrabatten, die auf Neuwagen-Portalen im Internet zu finden oder bei guter Verhandlung mit Ihrem Vertragshändler zu erzielen sind. Die Preise beziehen sich jeweils auf die Basisversion. Die Tabelle ist sortiert nach dem Gesamtrabatt.

Zu erzielende Höchst-Rabatte mit Umweltprämie

Modell Listenpreis (in €) Händlerpreis mit Prämie (in €) Ausgelobte Prämie (in €) Mehrrabatt durch Prämie (in €) Gesamter Rabatt
Skoda Octavia 17.450 9.386 5.000 4.175 46 %
VW Passat Trendline 26.750 14.486 8.000 7.468 46 %
VW Golf Trendline 17.850 9.998 5.000 4.563 44 %
Seat Leon Reference 18.320 10.416 5.000 3.229 43 %
Ford Fiesta Trend 12.950 7.662 4.000 2.474 41 %
Skoda Fabia Active 12.150 7.154 3.000 1.434 41 %
Audi A4 Avant 33.700 20.382 8.500 8.365 40 %
Ford Kuga Trend 120 PS 23.300 14.144 6.500 3.133 39 %
Opel Astra Selection 17.260 10.514 5.000 3.028 39 %
Opel Corsa 3T Selection 11.995 7.303 3.500 1.897 39 %
VW Polo Trendline 12.975 7.894 3.000 3.197 39 %
Ford Focus Ambiente 18.900 11.736 5.000 1.718 38 %
Opel Insignia GS Selection 25.940 16.195 7.000 4.277 38 %
Opel Mokka X Selection 18.990 11.713 5.500 3.710 38 %
Audi A3 Sportback 24.650 15.773 5.000 5.001 36 %
Seat Ibiza Reference 14.240 9.125 3.000 2.193 36 %
VW Tiguan Trendline 26.575 17.372 5.000 5.345 35 %
VW up! Take Up 9.975 6.436 2.000 1.474 35 %
Audi A1 16.250 10.867 3.000 2.927 33 %
Audi Q3 28.700 19.449 5.000 4.885 32 %
Hyundai I20 Classic 13.950 9.777 3.800 292 30 %
Mazda 3 Prime Line 18.190 12.753 4.500 962 30 %
Renault Clio Start 11.990 8.537 2.500 238 29 %
Renault Capture Life 15.890 11.473 3.500 395 28 %
BMW 116i 24.700 18.020 2.000 1.454 27 %
BMW X1 31.700 24.089 2.000 1.983 24 %
Hyundai Tucson Classic 22.740 17.359 5.000 808 24 %
Mazda CX-5 Prime Line 24.990 19.927 4.500 877 20 %

Quelle: CAR Center Automotive Research – Universität Duisburg-Essen, Stand August 2017

Aus der Tabelle ergibt sich, dass manche Autohersteller die normalen Rabatte eher mit der Umweltprämie verrechnen als andere: Während VW- und Audi-Händler eher kundenfreundlich verhandeln, blieb zum Beispiel bei Renault und Hyundai in der CAR-Stichprobe unterm Strich kaum etwas von der Umweltprämie übrig.

Vergleichen Sie in jedem Fall die Händler-Preise – am besten bei einem der Neuwagen-Vermittler.

 

Ist mein Diesel vom Abgasskandal betroffen?

Falls auch Ihr Fahrzeug manipuliert wurde, dann bekommen Sie Post vom Hersteller. Auch wenn Sie den Wagen gebraucht gekauft haben, da die Hersteller mit der Zulassungsbehörde zusammenarbeiten.

Vom Abgasskandal betroffen sind bislang Fahrzeuge von VW, Audi, Skoda und Seat (zusammen 2,5 Millionen Fahrzeuge in Deutschland). Außerdem Porsche (circa 7.000 Fahrzeuge in Deutschland). Unter folgenden Links können Sie nachsehen, ob Ihr Auto dabei ist: VW, Audi, Skoda, Seat.

Bei folgenden Herstellern wurde noch keine Betrugssoftware entdeckt, trotzdem haben die Autobauer freiwillige „Nachrüstungen“ in Form eines Updates der Motor-Software angekündigt: Mercedes (3 Millionen Fahrzeuge europaweit), BMW und Opel. Gegen Mercedes ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen möglicher Diesel-Abgasmanipulationen. Es kann also sein, dass es hier auch offizielle Rückrufe geben wird. Gegen BMW und Opel laufen hingegen keine Ermittlungen.

 

Welche Volkswagen-Modelle sind betroffen?

Volkswagen hat seinen Dieselmotor EA 189 mit 1,2 Liter, 1,6 und 2 Liter zurückgerufen. Der Motor steckt im VW Golf VI, Passat VII, im Audi A4 und A6 und in diversen weiteren VW- und Audi-Modellen – sowie in Autos von Skoda und Seat. Die betroffenen Fahrzeuge bekommen ein Software-Update der Motorsteuerung. Beim 1,6-Liter-Motor wird zusätzlich ein kleines Plastikrohr verbaut, ein sogenannter Strömungsgleichrichter. Viele Besitzer haben schon nachgerüstet. Auch der VW Touareg und der Audi Q/ könnten betroffen sein, da diese auf derselben Plattform beruhen und mit denselben 3.0-Liter-Dieselmotor unterwegs sind, der im bereits offiziell zurückgerufenen Porsche Cayenne arbeitet. (Allerdings hat Porsche die Motorsteuerung modifiziert.)

 

Welches Porsche-Modell ist vom Diesel-Abgasskandal betroffen?

Porsche muss auf Anweisung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) die Software für die Motorsteuerung seines Cayenne 3.0 TDI austauschen. Denn die enthält ein Betrugsprogramm, das erkennt, ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht. Bis das KBA eine neue Steuerungssoftware genehmigt hat, darf Porsche das Auto nicht mehr verkaufen. Die Halter werden angeschrieben, sobald die Nachrüstung möglich ist. Der VW Touareg könnte die gleiche Schummel-Software haben, das wird aber noch geprüft.

 

Welche Mercedes-Diesel sind betroffen?

Mercedes hat seine Motormodelle OM 642 und OM 651 zurückgerufen. Das betrifft zum Großteil Diesel der Schadstoffklassen Euro 5 oder Euro 6. Es handelt sich um Turbodiesel mit sechs Zylindern und 3,0 Liter Hubraum sowie vier Zylindern und 1,8 oder 2,1 Liter Hubraum. Die Motoren sind mehr oder weniger in der gesamten Mercedes-Modellpallette verbaut worden. Die Fahrzeuge bekommen ein Software-Update der Motorsteuerung. Anders als der Rückruf von Volkswagen ist der von Mercedes aber nicht verpflichtend, denn er wurde nicht vom KBA angeordnet. Es handelt sich um eine freiwillige Service-Maßnahme. Mercedes ist bislang keine Abgasmanipulation nachgewiesen worden, allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen den Konzern.

 

Wird es Fahrverbote geben?

Die beim „Diesel-Gipfel“ angekündigten Maßnahmen genügen wahrscheinlich nicht, um Fahrverbote zu verhindern. Daher muss mit Diesel-Fahrverboten ab Anfang 2018 gerechnet werden. Sicher ist das nicht, aber in 90 Städten und Ballungsräumen werden derzeit die Stickoxid-Grenzwerte überschritten. Angedacht ist in mehreren Städten eine Regel, die Diesel unter Euro 6-Abgaswerten die Fahrt in die bereits bestehende Umweltzone verweigert. Bislang verhindert die Bundesregierung die dafür nötige gesetzliche Grundlage durch die Einführung einer Blauen Plakette.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt gegen mehrere Städte, die in den vergangenen Jahren die Grenzwerte für Stickoxide vor allem an den Straßen in der Innenstadt regelmäßig überschritten haben. Zuletzt in München und Stuttgart mit Erfolg. Das Stuttgarter Verwaltungsgericht ging Ende Juli so weit und urteilte: Fahrverbote seien bislang die einzige mögliche Maßnahme, die Luft in Stuttgart ab 2018 ausreichend zu entlasten. Außerdem befand der Richter, dass angesichts der Gesundheitsgefährdung eine Regelung des Bundes nicht nötig sei, um vor Ort in den Städten Fahrverbote auszusprechen. Mit diesem Urteil sind Fahrverbote sehr viel wahrscheinlicher geworden. Die Berliner Umweltsenatorin hält Fahrverbote auch in der Hauptstadt für nötig. Im Frühjahr 2018 wird vermutlich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig endgültig entscheiden, ob die Kommunen in eigener Regie Fahrverbote verhängen dürfen, oder ob ein Bundesgesetz dafür erforderlich ist.

 

In welchen Städten drohen Fahrverbote?

Die DUH klagt derzeit gegen 16 Städte in denen die Belastung tendenziell besonders hoch ist. Das sind: Aachen, Bonn, Berlin, Darmstadt, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln, Limburg, Mainz, München, Offenbach, Reutlingen, Stuttgart und Wiesbaden.

Insgesamt wurde im Jahr 2016 der Stickoxid-Grenzwerte von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) laut einer Auswertung des Umweltbundesamtes von 2016 (PDF) in 90 Städten und Gemeinden an mindestens einer Messstation überschritten.

Davon in 26 Städten um ein Viertel oder mehr. Und zwar (in Reihenfolge der höchsten Messwerte) in: Stuttgart (82 µg/m³), München (80), Reutlingen (66), Kiel (65), Köln (63), Hamburg (62), Düren (60), Limburg (60), Düsseldorf (58), Heilbronn ( 57), Backnang ( 56), Darmstadt (55), Hannover (55), Esslingen (54), Ludwigsburg (53), Mainz (53), Wiesbaden (53), Berlin (52), Frankfurt/M. (52), Dortmund (51), Essen (51), Hagen (51), Offenbach (51), Bochum (50), Paderborn (50) und Oldenburg (50).

Schließlich gab es Überschreitungen von weniger als einem Viertel in Augsburg, Bensheim, Bielefeld, Bremen, Dinslaken, Dresden, Freiberg, Freiburg, Fulda, Gießen, Gladbeck, Halle (Saale), Halle (Westfalen), Hameln, Heidelberg, Heidenheim, Herne, Herrenberg, Hildesheim, Hürth, Ilsfeld, Kassel, Koblenz, Krefeld, Kuchen, Langenfeld, Leinfelden-Echterdingen, Leipzig, Leonberg, Leverkusen, Ludwigshafen, Mannheim, Marburg, Markgrönningen, Mettmann, Mögglingen, Mönchengladbach, Mühlacker, Mühlheim, Neuss, Norderstedt, Nürnberg, Oberhausen, Osnabrück, Overath, Pleidelsheim, Potsdam, Ravensburg, Remscheid, Rüsselsheim, Schwäbisch Gmünd, Schwerte, Siegen, Tübingen, Walzbachtal-Jöhlingen, Witten und Wuppertal.

 

Welche Autos wären von Fahrverboten betroffen?

Das ist unklar. Es könnten sämtliche Diesel-Autos betroffen sein. Wahrscheinlicher ist aber ein Einfahrtverbot für Diesel-Fahrzeuge, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Es ist möglich, durch eine technische Nachrüstung auch Fahrzeuge der Euro 5-Norm auf den Euro-6-Standard zu bringen. Die Nachrüstung mit einem verbesserten Katalysator (SCR-Kat) mit der Abgasreinigungsflüssigkeit „Adblue“ kostet rund 1.500 Euro.

Der neue SCR-Katalysator spritzt das Adblue nicht mehr flüssig ein, sondern gasfömig. Dadurch kann er schon bei niedrigeren Temperaturen arbeiten und ist auch sonst effektiver. Dieses sogenannte BNOx-SCR-System kann auch das Problem vieler Euro-6-Fahrzeuge beheben, die einen Kat haben, der im realen Fahrbetrieb zu wenig Stickoxide herausfiltert. Mehr zum neuen Kat der Firma Twintec lesen Sie hier. Allerdings hat der Kat noch keine offizielle Zulassung für die wichtigsten betroffenen Dieseltypen.

 

Was ist eine Blaue Plakette?

In vielen Städten gibt es Umweltzonen, in die schon jetzt Autos nicht einfahren dürfen, wenn sie keine Grüne Plakette haben. Diese Plakette bekommen nur Autos (Benziner wie Diesel), die mindestens die Schadstoffnorm Euro 3 erfüllen. Diese erfüllen alle seit 2001 zugelassenen Neuwagen. Analog möchten diverse Kommunen, die derzeit wegen Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte verklagt werden, mit einer zu vergebenen Blauen Plakette auch alte Diesel aus ihren Innenstädten fernhalten können. Eine Idee ist, erst Dieseln ab Euro 6 so eine Blaue Plakette zu geben. Die DUH verlangt ein Fahrverbot auch für Euro-6-Diesel, solange diese nicht nachweislich den Laborgrenzwert auch auf der Straße einhalten. Bislang sieht es aber nicht danach aus, dass die Blaue Plakette tatsächlich kommt.

 

Muss ich mit einem Wertverlust rechnen?

Die Debatte seit Bekanntwerden der Abgasmanipulation durch VW hat bereits dazu geführt, dass deutlich weniger Diesel zugelassen werden. Im April kauften laut CAR-Institut so wenig Privatkunden einen Neuwagen mit Dieselmotor wie seit 2009 nicht mehr. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Diesel-Neuzulassungen allein im ersten Halbjahr 2017 um 9 Prozent, die für Benziner nahm um 12 Prozent zu.

Die niedrigere Nachfrage wird auch die Preise für gebrauchte Diesel unter Druck setzen. Sollte es Fahrverbote geben, wird das sicher zusätzlich den Wert betroffener Autos mindern. Auch die Umweltprämie wird den Gebrauchtwagenmarkt für Diesel unter Druck setzen. Denn dadurch werden Besitzer älterer Fahrzeuge, also eher Gebrauchtwagenkäufer, dazu verleitet Neuwagen zu kaufen. Das ist es, was die Hersteller dazu bewegt überhaupt so hohe Prämien auszuloben. Dadurch sinkt aber die Nachfrage nach gebrauchten Dieseln zusätzlich. Und damit der Wert von Dieselautos insgesamt.

Falls die Autoindustrie andererseits den Schadstoffausstoß der Dieselflotte deutlich nachbessert, könnte das den Verkaufswert der Diesel wieder stabilisieren. Allerdings geht das in vielen Fällen nicht ohne eine Änderung am Abgassystem selbst. Die kostet um die 1.500 Euro pro Fahrzeug, also mehr als zehnmal soviel wie ein Software-Update. Bislang wollen die Autohersteller deshalb in der Regel nur die Software der Motorsteuerung aktualisieren. Die Bundesregierung unterstützt das.

 

Was hat der Diesel-Gipfel beschlossen?

In Deutschland sind 15 Millionen Diesel zugelassen. Für 2,5 Millionen Fahrzeuge hat Volkswagen bereits die Nachrüstung laufen (Motor EA 189). Für weitere 2,8 Millionen Diesel von Mercedes, Opel und BMW sowie weitere Modelle des VW-Konzerns wurden auf dem Gipfel ebenfalls Software-Updates zugesagt. Die Kosten von um die 100 Euro pro Fahrzeug übernimmt die Autoindustrie aus der Portokasse. Die Maßnahme betrifft ausschließlich Wagen der Norm Euro 5 und Euro 6.

Die Hersteller versprechen, dass die Fahrzeuge nach dem Update etwa 25 bis 30 Prozent weniger giftige Stickoxide ausstoßen. Fahrverhalten, Lebensdauer und Verbrauch sollen nicht beeinträchtigt werden. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Die Hersteller haben sich aber verpflichtet, die Unbedenklichkeit des Updates gegenüber den Behörden nachzuweisen. Auch müssen sie eine Gewährleistung für „die Bauteile übernehmen, die durch die Maßnahme beansprucht werden“. Das Update ist für Autobesitzer freiwillig.

Überhaupt nichts angeboten haben bislang Ford und alle Diesel-Hersteller aus dem Ausland wie Renault, Citroën, Fiat oder Volvo.

Einige Autobauer, wie BMW, Ford, Daimler und Toyota wollen für Autos mit Euro 4 und niedriger Abwrackprämien anbieten beim Umstieg auf einen modernen Verbrenner oder gleich ein E-Auto. Eine Übersicht über diese sogenannten „Umweltprämien“ finden Sie hier. Solche Prämien kommen aber nicht immer komplett beim Kunden an, weil der Neuwagenpreis ohnehin Verhandlungssache ist. Deshalb sollten Kunden nun gut verhandeln.

Diese Beschlüsse sollen nun in vier Expertenkreisen noch konkretisiert werden, erklärte die Bundesregierung.

Die auf dem Gipfel beschlossenen Maßnahmen werden nicht ausreichen, um Fahrverbote sicher zu verhindern. Das sieht sogar Gipfelteilnehmer Winfried Kretschmann so, der Ministerpräsident Baden-Württembergs (Grüne): „Das wird aber leider nicht reichen, um die Grenzwerte in den belasteten Städten unter die gesetzlichen Vorgaben zu bringen.“ Er muss es wissen, denn seine Landesregierung hat genau in dieser Frage gerade einen Prozess am Verwaltungsgericht Stuttgart verloren. Daran ändern auch die angekündigten Maßnahmen zur Förderung von Bus, Bahn und Fahrrad nicht viel.

Trotzdem hat die Bundesregierung auch auf dem Nachfolge-Gipfel mit Städten und Kommunen am 4. September nichts unternommen, um den Kommunen Fahrverbote als letzten Ausweg gegen eine weitere Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte zu ermöglichen. Und das trotz entsprechender Forderungen mehrerer Kommunen nach der Einführung einer sogenannten Blauen Plakette.

 

 

Ihr Recht:

Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich?

Es gibt grundsätzlich zwei Wege, wie betroffene Diesel-Fahrer sich vor einem Wertverlust schützen können: Sie können Ansprüche aus Kaufrecht und sogenannte deliktische Schadensersatzansprüche geltend machen. Im Ergebnis geht es um dasselbe. Sie geben den manipulierten Diesel zurück und bekommen im Gegenzug den Kaufpreis erstattet – abzüglich eines Nutzungsersatzes.

Diese Möglichkeit gibt es sicher nur für die Fahrzeuge, deren Abgasverhalten nachweislich manipuliert wurde, also vor allem VW-Diesel mit dem EA-189-Motor bei den Marken Skoda, VW, Audi und Seat sowie der 3.0-Liter-Cayenne von Porsche.

Es könnten weitere Marken hinzukommen: Die Daimler-Zentrale wurde bereits wegen des Verdachts auf Manipulation durchsucht. Unsere Empfehlung vw-verhandlung.de* prüft zurzeit Ansprüche gegen Daimler und BMW und bietet an, Interessenten zeitnah zu informieren.

Kaufrechtliche Ansprüche richten sich immer gegen den Verkäufer, Schadensersatzansprüche wegen vorsätzlicher Verbrauchertäuschung oder wegen Verstoßes gegen gesetzliche Vorschriften richten sich gegen den Hersteller. Lassen Sie sich von juristischen Experten beraten, die mit Ihnen individuell alle rechtlichen Möglichkeiten besprechen. Hier geht’s zu unserem Ratgeber.

Widerrufsjoker: Wer sein Auto über die Bank des Herstellers finanziert hat, hat noch eine dritte Möglichkeit: Er kann die Widerrufsbelehrung im Darlehensvertrag prüfen lassen. Die ist eventuell fehlerhaft und ermöglicht dadurch eine Rückabwicklung des Kaufvertrags. Das ist finanziell unter Umständen noch viel besser als eine einfache Rückgabe.

 

Bis wann muss ich klagen?

Vom Kaufvertrag zurücktreten kann der Diesel-Käufer innerhalb von zwei Jahren nach Übergabe des Fahrzeugs, bei Gebrauchtwagen häufig nur ein Jahr, nachdem der Verkäufer die Schlüssel übergeben hat. Volkswagen hat erklärt, der Konzern werde sich bis zum Jahresende nicht auf Verjährung berufen, selbst wenn die einzelnen Ansprüche eigentlich bereits abgelaufen wären. Was danach gilt, ist unklar. Im Moment sieht es nicht so aus, dass VW bereit wäre, die Frist zu verlängern. Schadensersatzansprüche können etwas länger geltend gemacht werden, nämlich bis zu drei Jahre nach Bekanntwerden des Mangels.

 

Kann ich mich einer Sammelklage anschließen?

Um ihre Rechte durchzusetzen, müssen Betroffene in aller Regel einzeln vor Gericht ziehen, da es in Deutschland noch keine Verbraucher-Sammelklagen gibt. Das Gute: Immer mehr Gerichte urteilen bundesweit, dass die Händler oder gleich die Hersteller zur Rücknahme verpflichtet sind.

 

Was kostet mich eine Klage?

Mit einer Rechtsschutzversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Die meisten Versicherungen übernehmen mittlerweile anstandslos die Kosten.

Wer nicht rechtsschutzversichert ist, dem empfiehlt Finanztip die Anwaltskooperation vw-verhandlung.de* sowie den Rechtsdienstleister Myright*. Die übernehmen das Kostenrisiko, im Erfolgsfall behalten sie allerdings eine Provision. Mehr zu den beiden Anbietern lesen Sie in unserem Ratgeber zum VW-Abgasskandal.

 

Muss ich etwas zahlen, wenn ich mein Auto zurückgebe?

Wer sein Fahrzeug zurückgibt, dem wird in aller Regel etwas dafür berechnet, dass er mit dem Auto eine ganze Weile gefahren ist. Die Höhe des „Gebrauchsvorteils“ richtet sich nach dem Kaufpreis und dem aktuellen Kilometerstand im Verhältnis zur erwarteten Gesamtlaufzeit des Fahrzeugs. Bei Autos mit Dieselmotor gehen die Gerichte meist von einer Lebensdauer bis 250.000 Kilometern aus.

Verbraucher können ihr Fahrzeug aber unter Umständen eintauschen, ohne die gefahrenen Kilometer in Abzug zu bringen. So hat es das Landgericht Offenburg entschieden (Urteil vom 21. März 2017, Az. 3 O 77/16).

Auch wenn ein Gericht die gefahrenen Kilometer anrechnet, lohnt es sich, da dies meistens günstiger kommt als der allgemeine Wertverlust des Fahrzeugs. Schließlich verlieren Autos schon unter normalen Umständen in den ersten vier Jahren die Hälfte ihres Wiederverkaufswertes. Außerdem haben Sie dann nicht mehr das Problem, Ihren Wagen in ein paar Jahren auf eigene Faust verkaufen zu müssen.

 

 

Nachrüstung und Software-Update:

Soll ich das Software-Update aufspielen lassen?

Sie sollten die von den Herstellern angebotene „Nachrüstung“, also das Software-Update, machen lassen. Im Rahmen des Diesel-Gipfels haben sich die deutschen Autohersteller verpflichtet, dass durch die geplanten Updates der Motorsteuerung Fahrverhalten, Lebensdauer und Verbrauch nicht beeinträchtigt werden. Allein mit einem höheren Adblue-Verbrauch müssen Sie rechnen, falls Ihr Auto überhaupt einen SCR-Katalysator mit Adblue hat.

Eine uneingeschränkte Garantie auf die Updates gibt es leider nicht. Die Hersteller müssen aber die Unbedenklichkeit der Nachrüstung gegenüber dem KBA nachweisen. Auch müssen die Autobauer laut Gipfel-Vereinbarung eine Gewährleistung für „die Bauteile übernehmen, die durch die Maßnahme beansprucht werden“.

Bei einem Weiterverkauf müssen Diesel-Besitzer mit Problemen rechnen, falls der Wagen nicht mit aktualisierter Motorsoftware läuft. Durch die Nachrüstung ergeben sich keine rechtlichen Nachteile, Sie verzichten auf keinerlei Klage-Rechte.

Zur Nachrüstung von Volkswagen gibt es bereits erste Erfahrungen. Es gab zwar Institute, die bei einzelnen Umrüstungen Probleme festgestellt haben. Der ADAC hingegen hat alle drei Hubraum-Varianten 1,2 Liter, 1,6 Liter und 2,0 Liter des EA-189-Motors vor und nach der Umrüstung getestet. Er fand keine Auffälligkeiten und tatsächlich deutlich verbesserte Abgaswerte. Der Autobauer hat gegenüber dem Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) nochmals erklärt, dass seine Nachrüstungen weder Verbrauch noch Haltbarkeit beeinträchtigen.

Beim VW-Motor EA 189 handelt es sich um einen offiziellen Rückruf. Nachrüstungsverweigerer müssen zwar nicht mit Strafen rechnen, es könnte aber sein, dass der Tüv nach Ablauf der Rückruffrist die Plakette verweigert.

Auch im Fall von Mercedes ist es aus denselben Gründen sinnvoll, die Nachrüstung mitzumachen. Diese beruht allerdings – anders als bei Volkswagen – nicht auf einem offiziellen Rückruf. Es handelt sich um eine freiwillige Maßnahme.

Im Fall von Porsche haben Sie keine Wahl: Der Cayenne 3.0 TDI hat nach einer Übergangsfrist ohne Update keine Betriebsgenehmigung mehr.

 

Was passiert bei der offiziellen Nachrüstung?

Bei den Nachrüstungen vom Volkswagen-Konzern (VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche) und von Mercedes handelt es sich um Updates der Software der Motorsteuerung. Dabei werden im Wesentlichen je nach Modell Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung deaktiviert und/oder der Bereich der Außentemperatur oder der Fahrsituationen vergrößert, in dem die Abgasreinigung aktiv ist. Beim 1,6-Liter-Motor vom Volkswagen-Konzern wird zusätzlich ein Plastikrohr eingebaut, ein sogenannter Strömungsgleichrichter.

 

Wie sähe eine wirksame Nachrüstung aus?

Ein reines Software-Update bringt eine relativ kleine Verbesserung der Abgasreinigung. Allein bei den Dieseln mit SCR-Katalysator (etwa die Hälfte der Euro 6-Fahrzeuge) könnte der Effekt größer sein. Eine Optimierung würde hier in jedem Fall mit einem gewissen Mehrverbrauch an Adblue einhergehen.

Es ist möglich, durch eine technische Nachrüstung auch Fahrzeuge der Euro 5-Norm auf den Euro 6-Standard zu bringen sowie Euro 6-Fahrzeuge ohne Kat auf ein wirklich sauberes Niveau: Durch die Nachrüstung mit einem sogenannten BNOx-SCR-Katalysator. Der Kat von der Firma Twintec heizt den Harnstoff, also Adblue, auf und verdampft ihn, bevor er in den Abgasstrang eingeleitet wird. Dadurch ist er viel effektiver als herkömmliche SCR-Kats und arbeitet auch in einem deutlich größeren Temperaturbereich. Er kann bei allen Euro 5-Fahrzeugen nachgerüstet werden. Kostenpunkt: um die 1.500 Euro. Mehr zum neuen Kat der Firma Twintec lesen Sie online bei der Autozeitung. Zurzeit gibt es einigen politischen Druck auf die Autohersteller, so eine Nachrüstung auf eigene Kosten vorzunehmen.

 

Wie finde ich heraus, welche Schadstoffklasse mein Diesel hat?

Das steht in Ihrem Fahrzeugschein, auch „Zulassungsbescheinigung Teil I“ genannt. Sie finden die Angabe unten auf der mittleren Seite in Feld 14.

 

Gesundheit:

Warum sind Diesel-Autos überhaupt ein Problem?

Stickoxide kosten Zehntausenden Jahr für Jahr vorzeitig das Leben, denn Stickoxid ist ein Reizgas. Es macht vor allem Menschen mit Allergien und Atemwegsinfekten zu schaffen. Bei hohen Belastungen nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit die Sterblichkeit zu. Einer Studie zufolge ist pro Jahr allein in Europa von 30.000 vorzeitigen Todesfällen durch Stickoxide aus Diesel-Motoren auszugehen. Sie sind die größte einzelne Quelle für diese Schadstoffe.

Nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur, einer offiziellen EU-Behörde, starben 2012 in Europa sogar 72.000 Menschen vorzeitig, wenn man außer dem Dieselauto auch alle anderen Stickoxid-Quellen berücksichtigt. Allein in Deutschland waren es demnach 10.400 Tote. Laut der Bundesregierung liegt die Stickoxid-Belastung in 28 deutschen Städten und Ballungsräumen „immer noch und teilweise erheblich“ über den Grenzwerten.

22 KOMMENTARE

  1. Hallo, Herr Matthias Urbach!

    Es stellt sich folgende Frage:

    Warum ist bei diesem Skandal nur von den Deutschen Herstellern die Rede?

    Was ist zum Beispiel mit Peugeot:

    Peugeot hält sich auf Anfrage bedeckt
    und tut so,
    als ob Peugeot mit diesen Dingen überhaupt keine Probleme hat!

    ================================================
    Peugeot 2008 Allure BlueHDi 120 STOP & START
    Kleinwagen
    Modell: Peugeot 2008
    UVP: 23.550€
    Benzinverbrauch: 3,7 l/100km kombiniert (4,3 Stadtverkehr, 3,3 Autobahn)
    Motorleistung: 88 kW bei 3.500 U/min
    Motorisierung: 1,6 l 4-Zylinder Diesel
    Tankinhalt: 45 l
    Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe
    Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h
    =============================================

    Wir haben im November 2015 unseren Peugeot-2008-Diesel gekauft
    und sind davon ausgegangen,
    daß es sich hier zweifelsfrei um ein fehlerfreies Fahrzeug handelt,
    wo sich die Verbrauchs- und Abgasangaben
    mit den gesetzlichen Bestimmungen
    und den Angaben im Verkaufsprospekt decken!

    Der Kraftstoffverbrauch deckt sich zum Beispiel in der Praxis auf gar keinen Fall
    mit den ausgewiesenen Daten im Prospekt und liegt wesentlich höher!
    Unser Durchschnittsverbrauch sollte laut Prospekt
    3,7 l/100km kombiniert betragen!
    In der Praxis werden aber laut elektronischer Anzeige ca. 5,2 l/100 km verbraucht!

    Wo und wie kann man also rechtzeitig und zuverlässig in Erfahrung bringen,
    wie es um die ausländischen Hersteller bestellt ist!

    Es fällt einfach auf,
    daß immer nur auf den Deutschen Herstellern herumgehackt wird
    und die ausländischen Hersteller bleiben außen vor!

    Beste Grüße
    Konrad

    • Sehr geehrter Herr Huber,

      wir teilen Ihren Eindruck: Die deutschen Hersteller sind besonders unter Beobachtung. Da haben diese aber auch einiges für getan – oder besser gesagt: versäumt. Wie es um Ihren Wagen bestellt ist, können wir nicht sagen: Bislang liegen dazu unseres Wissens keine offiziellen und öffentlichen Messungen vor.

      Mit besten Grüßen
      Matthias Urbach

    • Lieber Konrad Huber,

      heute wurde eine Studie veröffentlicht, die die bisherigen Messungen an Euro 6-Dieseln zusammengetragen hat. Ergebnis: VW, Audi und BMW haben bei den neueren Fahrzeugen die vergleichsweise geringsten Überschreitungen der Grenzwert im Praxisbetrieb, nämlich um einen Faktor 2 bis 2,4.

      Viel schlechter schneidenn ausländische Firmen ab, wie Renault/Dacia (Faktor 11), Fiat (Faktor 8,6), Peugeot/Citroen (Faktor 4,6) oder Mazda (4,4).

      Nur Opel und Porsche fallen schlecht auf mit Faktoren um die 6.

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dieselkrise-sauber-volkswagen-1.3650943

      Mit besten Grüßen
      Matthias Urbach

  2. Ich fahre seit 2010 einen Peugeot Diesel 407 und habe an meine Werkstatt geschrieben, wie sie es mit dem Abgasproblem halten. Die Antwort war absolut nichtssagend.
    Allerdings bekamen wir vom „Service de délivrance des Certificats Qualité de l’Air“ die Aufforderung, von Ihnen einen gelben Aufkleber zu bestellen gegen 4.80 € mit der Aufschrift „Crit Air 2“ und Republique Francaise, und diesen an der Windschutzscheibe zu
    kleben. Was immer das zu bedeuten hat??

    • in Frankreich werden auch verstärkt Umweltzonen eingerichtet. Das ist quasi das franz. Gegenstück zu unserer EURO-Plakette.

  3. Vielen Dank für den sehr informativen Artikel, der doch viele gute Hinweise enthält, wie man sich als Dieselbesitzer verhalten soll. Mich interessiert einmal die Frage, wie kommen Sie zu den Zahlen der Todesfälle in Deutschland und Europa? Wie werden sie erstellt und ermittelt, über Ärzte, Krankenhäuser etc.? Sind es Erwachsene, Kinder, leben sie in besonderen von Abgasen gefährdeten Gebieten? Was gibt es für Statistiken darüber?

  4. Bin von Skoda angeschrieben worden. Im Schreiben keinerlei Hinweise das es durch das Update keine Schäden und Beinträchtigungen bzw.Nachteile für mich gibt. Auf méine Nachfrage wurde mir per Schreiben erklärt: Das Kraftfahrtbundesamt hat geprüft und festgstellt das es keine Beeintächtigungen gibt, ABER eine Garantierklärung könnte man seitens Skoda nicht abgeben!!
    Was soll das? Bei einem eventuellen Schaden am Motor o.ä müsste ich nachweisen das es nicht von meiner Fahrweise oder km Leistung kommt sondern vom Umbau. Woe soll ich das machen?
    Muss nicht rechtlich der Hersteller beim gefordertem Umbau eine Garanti geben!!!?? Wieder Sonderrechte Autoindustrie! Gibts doch rechtlich sonst nirgendwo das´eine Änderung eine Garanti oder Gewährleistung ausschließt.
    Siegfried Lienig

      • Leider haben die Autohersteller doch diese „Sonderrechte“, wie Sie es nennen. Sie müssen keine Gewährleistung auf die Softwareupdates geben, die sich auf die Lebensdauer der Fahrzeuge erstrecken.

        Allerdings haben die Hersteller gegenüber der Zulassungsbehörde versichert, dass die Updates sicher sind. Sollte es also zu Problemen bei den Fahrzeugen kommen, müssten die sich häufen, weil die Updates ja massenhaft aufgespielt wurden. Man kann hoffen, dass es dann zu einer offiziellen Untersuchung kommt. Mit der Betonung auf „hoffen“.

      • Auf gebrauchte Fahrzeuge haben Sie generell nur ein Jahr lang die Möglichkeit, Gewährleistung geltend zu machen. Der VW-Konzern verzichtet allerdings bis Jahresende auf die Verjährung.

        Was die Updates betrifft: Auch Zweitbesitzer werden über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), also von der Zulassungsbehörde, per Brief zum Update aufgerufen.

  5. Die Aussagen von Finanztipp sind leider sehr oberflächlich und pauschal. Es gibt zwischen den Herstellern große Unterschiede. Bei Ford und BMW wurde von mehreren US Behörden und deutschen Behörden festgestellt, dass keine Schummelei vorliegt. Von den ausländischen Herstellern ( England, Schwedeb, Italien usw.) wird gar nichts erwähnt.

    Ebenso wird tot geschwiegen, dass 2/3 der Schadstoffe in den Städten nicht vom Verkehr kommen.

    Weiterhin wird ausgeblendet, dass der Bus- und LKW Verkehr insbesondere auch der der Komunen und anderer staatlicher Institutionen (Müllabfuhr, Feuerwehr, Sanka, usw.)ebenfalls massiv die Luft verunreinigt. Wieso werden diese Fahrzeuge nicht angesprochen. Es wird nur auf die Fahrzeuge der Bürger eingetroschen. Da hätte ich mir wenigstens von Finanztipp mehr Umsicht und Rücksicht erwartet.

    • Hallo Günter,

      wir konzentrieren uns auf die Fahrzeuge der Bürger, weil wir von Finanztip vor allem die Verbraucher unterstützen wollen, nicht unbedingt die Unternehmen oder staatlichen Institutionen. VW, Daimler und Co. haben die Autokäufer hinters Licht geführt. Wir sind auf ihrer Seite und zeigen alle Möglichkeiten auf, einen dreckigen Diesel zurückzugeben oder wirklich sauber zu bekommen.

      Viele Grüße
      Daniel Pöhler

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich fahre einen Toyota Corola Diesel,Euronorm 4,Zulassung Aug 2005. Ich habe eine Rechtsschutzversicherung, aber rechtliche Schritte erscheinen mir beim heutigen Stand der Diskussion noch nicht erfolgreich zu sein. Deshalb warte ich ab!
    Mit freundlichen Grüßen
    L.Schöttle

  7. habe am 1.9.16 Jahreswagen mercedes e220cdi adblue gekauft. habe ich Chance auf wandlung????
    d.h.ich habe noch 1 Woche garantie!!!!!
    würde mich über antwort freuen.

    mfg

    Manfred wesch

  8. Ich habe einen Seat Ibiza im Juli 2015 als 2 Jahreswagen gekauft, der schon das Softwareupdate bekommen hat Anfang diesen Jahres! Normalerweise nehme ich hier heraus, dass ich keine Chance habe wegen Verjährung, aber wie sieht es aus mit dem Kaufvertrag? Welche Anwälte sind darauf spezialisiert? Eine Rechtsschutzversicherung ist vorhanden!“

  9. Also, offen gesagt, gehen mir die ganzen Diskussionen zum Thema „Diesel verschrotten“ ganz schön ‚auf den Keks‘, um es mal etwas umgangsprachlich auszudrücken:

    Als betroffenes VW-Schummelsoftware-Opfer (Golf 2.0TDI -EA 189) gab ich selbigen im Frühjahr letzten Jahres, auch getragen von der maßlosen VW-Arroganz, nach bekannt werden des Diesel-Skandales, gegen einen Audi Q3 2.0 TDI mit SCR-Katalysator (AdBlue) in Zahlung.

    Ein weiterer Mitgrund für die Trennung von meinem Golf, war auch die Km-Leistung mit knapp unter 100.000, sowie einsetzende Probleme mit dem AGR-Ventil, wobei ich von diesem Problem später auch von bereits Software-nachgebesserten VW-Fahrzeugen erfuhr.

    Ich bilde mir ein, nun mit meinem Audi Q3 und dem SCR-Kat einen sauberen Diesel (Euro 6) zu fahren. Und warum soll ich mich da mit dem m. M. nach künstlich, emotional, hochgebauschten Thema einer „Diesel-Verschrottung“ auseinander setzen und so eine Art ‚Torschusspanik‘ bekommen?

    Überstürzt ein Prämien-behaftetes, überteuertes, und noch unausgereiftes Elektro- oder Hyprid-Fahrzeug kaufen?

    Nein, ich lasse mich da nicht ‚Jeck mache‘ wie der Köllsche gelassen sagt!

    Ich erfreue mich an den soliden Fahreigenschaften meines Q3 TDI, kippe ab und zu einige Liter Harnstoff in den Zusatztank und denke für mich: ‚wait and see’…

    Denn sind wir doch mal ganz ehrlich: das ganze ‚Affentheater‘ um den Diesel ist doch mal wieder typisch deutsch.

    Ich halte mich beruflich sehr oft in Frankreich auf, auch in Paris zu Hauptverkehrszeiten. Und dort sind dann nicht gerade wenige Diesel unterwegs, welche die Stickoxid-Grenzwerte auch um ein Vielfaches überschreiten.

    Und, kümmert’s den Franzosen?

    ….mit Sicherheit nicht, denn der denkt bei einem Rouge: ‚typique Allemand‘ ;-))

  10. Ein wichtiger Unterschied ist im „Diesel-Gate“ der VW Gruppe, der nachgewiesene Tatbestand das vorsätzlich betrogen wurde, und zwar bei der Einhaltung der US Werte für NOx.
    Die aktuelle „Medien“- Diskussion hat sich das Sommerloch zunutze gemacht und eine Riesenwelle losgetreten, das die schon seit Jahren bzw. fast seit Jahrzehnten bekannten Überschreitungen nun doch öffentlich diskutiert werden und in Wahlkampfzeiten dieses auf den Tisch bringen und die AutomobilLobbyisten nicht mehr (wie bisher) verhindern konnten. Die Bundesregierungen, das VerkehrsMinisterium und die Herstellen paktieren seit Jahrzehnten – H. Wissmann wurde nach seiner Zeit als Verkehrsminister Präsident des VDA ( Verband der Automobilindustrie e.V.)
    Es ist eigentlich nicht viel Neues hinzugekommen…außer eben der Betrug.

    Nun hat aber die BUH einen „Kantersieg“ erreicht, um den sie auch schon seit vielen Jahren (zu Recht) kämpft; mit Rückenwind durch die EU Verordnung zur Luftreinheit in Städten (Deutschland wurde bereits verklagt, da kontinuierlich die Grenzwerte seit Jahren überschritten werden). —Es ist dringend Zeit solide, zukunftweisende Politik mit der nötigen technischer Umsetzung zu machen. Es wurden auch oft die falschen Anreize geschaffen.

    Technisch bedeutet das aber durchaus komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten auszugleichen / zu filtern:
    CO2 wird gesenkt durch weniger Verbrauch -> geschieht erfolgreich durch Downsizing und Turbotechnik, bringt aber höhere Abgastemperaturen, welches wieder größeren NOx Ausstoß mit sich bringt.
    Diesen höheren NOx Ausstoß zu minieren (zur Einhaltung der Grenzwerte im Realbetrieb) benötigt es die Harnstoffhinzuführung (AdBlue ist übrigens der geschützte Produktname des VDA, es ist rund 2-3x so teuer wie das gleiche Produkt „DEF-Diesel Exhaust Fluid“ in den USA; ein Schelm der sich dabei etwas Böses denkt).
    Die wirkungsvolle Reduzierung des NOx erreicht man mit 2-3 Liter/ pro 1000km. Da man den Nutzern kein Zwischentanken zwischen den Wartungsintervallen zumuten möchte und es auch keinen Platz für 60-90l große Harnstofftanks (wie bei den LKW) schaffen wollte / konnte, sowie nicht bereit war die zusätzlichen Kosten aufzuwenden (möglicherweise zu Lasten der Marge), wurden „andere Lösungen“ gefunden – sei es Betrug, Abschalten der Reinigung, oder andere Methoden die im Fahrbetrieb die Grenzwerte überschreiten lassen. Die Einhaltung der Werte bei der NEFZ Laborprüfung ist insofern leicht erklärbar, weil dort eben viele spezielle, „synthetische“ Regelungen gelten dürfen.

    Das dritte große Thema, derzeit etwas in den Hintergrund geraten, ist die Feinstaubbelastung die besonders bei aufgeladenen Downsizingmotoren stark zunimmt und einen Filter erfordert (für Diesel ja schon vorgeschrieben, für Benziner dringend erforderlich).
    Seit 01.09.17 gilt nun EURO 6c bzw. 6d für die Zulassung neuer Modelle…..da wird es dann noch aufwändiger die passende Technik unterzukriegen….
    …allerdings ist Feinstaub auch durch viele andere Verursacher ein umfängliches Problem.

    Das Thema ist nicht speziell ein Deutsches, allerdings ist hier der Tatendrang zur Vertuschung durch jahrlange Kumpanei auch wieder deshalb so groß, da zuvor das „Saubermann Image“ und „Fortschritt durch Technik“ Marketing den Käufern ein „Brain-Value“ eingeredet hat, ohne tatsächlich Dieses technisch geleistet zu haben.

  11. Sehr geehrter Herr Urbach,

    wie ich in den anderen Kommentaren oben lese, frage nicht nur ich mich, was mit meinem Nicht-VW, Nicht-Porsche, Nicht-Skoda und Nicht-Mercedes – Fahrzeug passiert.

    In meinem Fall: ein Hyundai i40. Dieses Fahrzeug weist gem. einer Studie des Umweltbundesamts eine 8,55-fache Überschreitung des Grenzwerts für NOx auf, vgl.
    https://www.msn.com/de-de/auto/nachrichten/euro-6-diesel-stoßen-6-mal-mehr-nox-aus-studie-des-umweltbundesamtes/ar-BBAnd3V?li=AA8sb5#image=BBAnkZI|13

    Gibt es eine Sammelklage gegen Hyundai? Was sollte ich tun?

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