Sparkasse

Die Kontolandschaft verändert sich: Während dutzende Sparkassen und hunderte Volksbanken durch die Hintertür immer neue kleine Gebührenpositionen einführen (Geldabheben am eigenen Automaten, SMS für die mobile tan), senkt die Commerzbank-Tochter Comdirect den Dispozins für das seit längerem von uns empfohlene, ohnehin günstige Online Girokonto von 8 auf 6,5 Prozent und macht es so noch attraktiver.

Was steckt dahinter? Wir Kunden hören es jeden Tag. Dahinter steckt natürlich der Kostendruck in vielen Filialbanken und die fehlende Möglichkeit, bei traditionellen Zinsgeschäften mit den Kunden Geld zu verdienen. Nach der Finanzkrise hatten vor allem viele Sparkassen und Volksbanken billiges Geld teuer verliehen und so Geschäfte gemacht. Die Zinsdifferenz zwischen den Zinsen, zu den sich die Banken Geld leihen konnten und den Zinsen, die sie im Dispo von ihren Kunden verlangten, war 2008 bis 2010 weit auseinandergegangen und sicherte den Banken ein gemütliches Auskommen.  Das ist in Zeiten deutlich niedriger Zinsen schwerer geworden und deshalb verdienen Banken weniger.

Ende des Kostenlos-Versprechens?

Und was empört uns Kunden aktuell so? Die einzelne Gebühr beim sechsten Geldabheben im Monat ist zwar ärgerlich, aber so hoch nicht. Auf die Palme bringen uns zwei andere Dinge: Erstens haben uns dieselben Banken vor mehr als einem Jahrzehnt aus der Filiale vertrieben und gesagt, geht an den Automaten, dort könnt ihr kostenlos Geld abheben. Unser Fuhrpark ist 25.000 Automaten groß (Sparkassen) oder wenigstens 19.000 (Volksbanken). Vereinzelt haben Banken Sparkassen auf dem Land sogar Automaten aufgestellt, wo nie eine Filiale war. Und jetzt wird ohne weitere Ankündigung das Kostenlos-Versprechen kassiert.

Nicht von allen allerdings. Eigentlich nassauern einigen Dutzend Sparkassen und über hundert Volksbanken auf dem Rücken der anderen Institute in ihren Verbünden. Während die Sparkassen in der Öffentlichkeit gemeinsam Kampagnen für 25.000 kostenlose Bankautomaten betreiben, bedient sich ein Teil der Institute mit Gebührentricks bei den Kunden, die man gerade mit kostenlosen Geldautomaten geworben hat.

Für uns als Kunden ist das zu anstrengend. Über hundert Euro im Jahr für ein Girokonto ist ohnehin zu viel. Und jetzt auch noch die Trickserei. Wir werden zu den Banken mit den Kontomodellen weiterziehen, die kostengünstig und ohne Tricks sind. Die aktuelle Finanztip-Auswahl lautet: Comdirekt, DKB und Consors.

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