Angepinnt Kosten für den Steuerberater

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    • Kosten für den Steuerberater

      Spätestens zum Ende jeden Jahres grüßt das jährliche Murmeltier: Der Steuerberater! Viele machen ihre Steuererklärung ganz ohne und bekommen hohe Rückzahlungen.

      Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Situationen, in denen der Gang zum Steuerberater unvermeidlich ist. Das kann - auch im Vergleich zur Steuerersparnis - günstig sein. Oft aber schlägt die Beratungsleistung hoch zu Buche. @Henning z. B. berichtete von 800 € beim Erstgang.

      Wie viel habt Ihr / haben Sie für den Steuerberater bezahlt? Was ist angemessen, was Wucher?
    • Ich mache die Steuererklärung von mir und meiner Frau mit dem Wiso Steuersparbuch. Setting ist ein Angestellten- und ein Beamtenverhältnis mit Steuererstattungen für Riester, Rürup, Arbeitszimmer, Büroausstattung, Blumen und Spenden. Ich hab die Bearbeitungszeit inzwischen runter auf insgesamt 3 Std. und kann nur jeden ermutigen, es mit einem Steuerprogramm zu versuchen, sofern man brav Belege sammelt. Es ist wirklich simpel und man bekommt ein gutes Gefühl, welche Ausgaben man vielleicht dahingehend "gestalten" kann, dass sie sich auch noch absetzen lassen.

      Aber Back To Topic: Mich würde zusätzlich zu @Franziska s Frage interessieren, welche Themen den Leuten Bauchschmerzen bereiten, dass es sie zum Steuerberater treibt. Meine Eltern hatten beide Steuerberater, da sie verschiedenste Einkunftsarten und Absetzungsmöglichkeiten wegen verschiedener Jobs hatten, das war schlicht zu umständlich und unübersichtlich. Aber für ein normales Angestelltenverhältnis kann man meiner Meinung nach kaum etwas falsch machen.
    • Danke für die Ergänzung! Ja, das würde mich auch interessieren.

      Ich weiß selbst noch, dass ich im ersten Jahr meiner Berufstätigkeit (ich war tw. selbstständig gewesen) unschlüssig war, ob der Steuerberater nicht die beste Option wäre. Mit einem Steuerprogramm habe ich dann aber ziemlich viel zurückbekommen - die Prognose hatte sich sogar fast 1:1 mit dem Ergebnis gedeckt.
    • chris2702 schrieb:

      Ich mache die Steuererklärung von mir und meiner Frau mit dem Wiso Steuersparbuch. Setting ist ein Angestellten- und ein Beamtenverhältnis mit Steuererstattungen für Riester, Rürup, Arbeitszimmer, Büroausstattung, Blumen und Spenden. Ich hab die Bearbeitungszeit inzwischen runter auf insgesamt 3 Std. und kann nur jeden ermutigen, es mit einem Steuerprogramm zu versuchen, sofern man brav Belege sammelt. Es ist wirklich simpel und man bekommt ein gutes Gefühl, welche Ausgaben man vielleicht dahingehend "gestalten" kann, dass sie sich auch noch absetzen lassen.

      Aber Back To Topic: Mich würde zusätzlich zu @Franziska s Frage interessieren, welche Themen den Leuten Bauchschmerzen bereiten, dass es sie zum Steuerberater treibt. Meine Eltern hatten beide Steuerberater, da sie verschiedenste Einkunftsarten und Absetzungsmöglichkeiten wegen verschiedener Jobs hatten, das war schlicht zu umständlich und unübersichtlich. Aber für ein normales Angestelltenverhältnis kann man meiner Meinung nach kaum etwas falsch machen.


      Da kann ich nur beipflichten. Wer ausschließlich angestellt ist, kann gut auf einen Steuerberater verzichten. Z.B wiso leistet gute Dienste, auch wenn man nur begrenzt Ahnung hat von Steuergeschichten. Das Programm führt jeden auf den richtigen Weg ;)
      Schwierig wirds dann, wenn man bspw. nebenbei freiberuflich tätig wird oder noch einen Nebenjob hat. Dann empfehle ich einen Steuerberater, um sicherzugehen, nicht als Steuersünder einen auf den Deckel zu bekommen.
    • Ich mache seit Jahr und Tag meine Steuererklärung selbst.

      Angestellten und Beamtenverhältnis plus Einnahmen aus Vermietung.
      Habe zuerst vor vielen Jahren mit der Wiso Steuersoftware begonnen. Danach mal auf Billigprodukte zurückgegriffen, aber wieder zu Wiso gewechselt.

      Ich weis nicht, ob es heute noch die Bücher vom "Konz" gibt.
      Diese habe ich über drei Jahre lang gekauft und verschlungen.
      Der Autor beschreibt in lustiger, leichter Art das Steuersxstem und seine Lücken und Möglichkeiten.

      KAnn ich nur empfehlen, falls es die Bücher noch gibt
    • Unser Steuerberater verlangt 175,- €. Das finde ich angemessen. Da ich echt steuertechnisch null Ahnung habe und mich auch nicht mit irgendwelchen Programmen rumschlagen möchte mit Dingen, von denen ich keinen Plan habe und mich auch da nicht reindenken möchte bin ich mit meiner Steuerkanzlei sehr zufrieden. Ich selber bin im Bereich Rentenversicherung tätig und da gibt es auch so viele Sachen, von denen man als Laie gar keine Ahnung haben kann. Im Steuerrecht bin ich nun mal Laie und gebe mich daher lieber in fachliche Betreuung.
    • <p>Bei mir war die Thematik &quot;doppelter Haushalt&quot; der Grund das ich zum Steuerberater gegangen bin, aber letztlich kann ich bei 800 Euro Kosten das ganze auch alleine machen.</p>

      <p>Mir wurde nur mitgeteilt, das ein doppelter Haushalt durch den Steuerberater leichter durchzusetzen ist ... aber da ich im Februar heirate und im Juli Nachwuchs erhalte, sollte das ganze ja kein Problem mehr darstellen.</p>
      "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

      Lee Iacocca, amerik. Topmanager
    • chris2702 schrieb:

      Ich habe die Erfahrung gemacht dass des auch sehr vom Finanzbeamten abhängt was durchgeht. Wir haben sogar den Kaufpreis für ein Smartphone durchbekommen obwohl als Bereitschaftshandy auch was einfaches gereicht hätte und wohl kein Sozialarbeiter ein Smartphone kauft um es anschließend nur dienstlich zu nutzen.


      Och, das glaube ich doch. Ein Smartdingeskirchen ist heute Stand der Technik.
      Die Begründungen dafür sind recht einfach. Ein Sozialarbeiter muss auch einmal online auf seine Daten in der Dienststelle zurückgreifen können ( Papierloses Büro ), Termine vergleichen und absprechen. Emails schreiben und abrufen ist in vielen Jobs mittleiweile auf diesen Wegen üblich, zumindest wenn Aussendienst oder ander Tätigkeiten ausserhalb der Dienststelle anfallen.
    • Es ist nicht alleine eine Sache der Software - wie in so vielen anderen Bereichen auch.

      Wer als "normaler" Angestellter / Arbeiter sich die Zeit nimmt und auch bereit ist, sich in die steuerlichen Themen
      anhand von Büchern (wie z. B. der oben genannte Konz) in die Materie einzulesen und nicht nur einer Software folgt, der kann häufig auch seine private Steuererklärung selbst erstellen.

      Man sollte schon auch verstehen, warum die Software bestimmte "Fragen stellt", denn Fragen kann man auch falsch verstehen. Außerdem gibt es häufig Fälle, an die man gar nicht denkt und die eine Software nicht unbedingt so abfragt, dass man darauf kommt, etwas ansetzen zu können. Wenn alles so einfach wäre, bräuchte es nicht so viele Gerichtsverfahren. Je komplexer der eigene Steuerfall, um so eher sollte man sich Rat holen.

      Eine Software bietet das technische Instrument alle Steuerfälle abzudecken. Fehlerpotential oder nicht ausgeschöpftes Potential gibt es aber trotzdem eine Menge.

      Auf manche Dinge kann man nur aufgrund eigenen Wissens - auf welche Weise auch immer erworben - kommen.

      Beispiel: Manchmal erfüllt ein Kind nicht die Voraussetzungen als steuerliches Kind. Dass das Kind als Kind in der Steuererklärung nicht mehr zu berücksichtigen ist, ergibt sich noch durch die Software, sofern alle Fragen korrekt beantwortet werden.

      Dass man dann aber überprüfen sollte, ob die Voraussetzungen für den Ansatz von Unterhaltsleistungen vorliegen könnten - ich bin nicht sicher, ob die Software alleine einen darauf aufmerksam macht. Und das kann einen gehörigen Unterschied bei der Steuerzahlung / -erstattung ausmachen.

      Eine Frage an Euch:
      Werdet Ihr von eurer verwendeten Software eigentlich aufgefordert folgende Frage zu beantworten:
      "Unterhalten Sie auf Dauer angelegte Geschäftsbeziehungen zu Finanzinstituten im Ausland"? Und wenn ja, wird
      hier erklärt, was genau darunter zu verstehen ist?

      Man sollte wissen, dass ein normales Girokonto im Ausland genügt, dass man diese Frage mit "ja" beantworten muss.
      Die Voreinstellung der Programme dürfte im Normalfall "nein" sein.

      Beispiele:
      Wer also z. B. im grenznahen Ausland arbeitet und in Deutschland wohnt (Grenzgänger, Grenzpendler) und ein Gehaltskonto im Ausland hat, wäre hier verpflichtet die Frage mit "ja" zu beantworten. Ebenso jemand, der in Deutschland arbeitet aber im Ausland noch einen Wohnsitz hat und deshalb dort z. B. ein weiteres Konto hat.

      Wer sich mit steuerrechtlichen Dingen privat wirklich gut auseinandersetzt (wie offensichtlich hier in diesem Forum "immer mit der Ruhe") braucht nicht unbedingt einen Steuerberater für einen durchschnittlichen Steuerfall. Hier würde ich dann eventuell nur in neuen Sondersituationen steuerliche Beratung einholen (neuer Auslandssachverhalt z. B.).

      Wer sich mit Steuern überhaupt nicht befassen möchte, sollte sich - wenn die Voraussetzungen vorliegen (also z. B. keine selbständigen Einkünfte), wenigstens an eine Lohnsteuerhilfe wenden; oder er weiß von einem Steuerberater, der angemessene Preise verlangt. Wobei es nicht immer für einen Laien einfach zu beurteilen ist, ob der Preis zu hoch ist.

      Mein Rat: Als Privatperson ist man besser in einer Kanzlei aufgehoben, die ihren Schwerpunkt nicht auf größere Firmen gelegt hat, sondern auch viele private Steuererklärungen bearbeitet. Erstens ist die Erfahrung in privaten Steuererklärungen höher und zweitens das Interesse am Steuerfall. Große Kanzleien mit Schwerpunkt auf (größere) Firmen und nur wenigen privaten Steuererklärungen im Jahr halte ich für weniger geeignet (meist höheres Preissegment verbunden mit größerer Erfahrung im Betriebssteuerbereich anstatt im privaten Bereich).

      Das sind allerdings pauschale Aussagen und Erfahrungen von mir, Ausnahmen gibt es natürlich immer.

      Zur Steuerliteratur für diejenigen, die es sich zutrauen, Ihre Steuererklärung selbst zu machen: Ich persönlich habe sehr gute Erfahrung mit den Steuerbüchern der akademischen Arbeitsgemeinschaft gemacht. Da gibt es auch eigene Bücher für Beamte, Rentner und Pensionäre.


      Nur ein weiterer Gedanke von mir zum Thema Steuersoftware:

      Elster ist zwar kostenlos (das "behördliche" Programm), aber genügt möglicherweise nur den notwendigen Anforderungen, eine Steuererklärung inhaltlich korrekt einzureichen. Man sollte einmal vergleichen, ob eine kostenpflichtige Software dem Nutzer (z. B. bei der Abfrage und in steuerlichen Hinweisen) einen Zusatznutzen bietet.
      Sind die Fragen besser zu verstehen? Sind mehr nützliche Hinweise enthalten?
    • "den richtigen Steuerberater finden"
      Ich habe mehrmals den Steuerberater gewechselt. Dabei habe ich neben den bereits genannten eine weitere, für mich sehr wichtige Erfahrung gemacht.
      Die vorherigen Steuerberater hatten ihren Mandantenstamm geerbt oder gekauft. Die haben mich als Unternehmer nicht wirklich verstanden, da sie nie aus eigenem Antrieb Umsatz generieren mussten. Aufgrund des geerbten oder gekauften Mandantenstamms kam der den quasi "zugeflogen". Ich fühlte mich eher verwaltet als beraten - das war jedenfalls mein Eindruck. Meine aktuellen Steuerberater haben ihre Kanzlei von "Null" an aufgebaut. Hier fühle ich mich eher gut beraten.
    • Ok wenn die Dienstleistung nicht stimmt ist ein Wechsel ja absolut legitim.

      Allerdings mag auch zu bedenken gegeben werden, dass auch der Einkauf in eine Kanzlei Geld kostet, dass man sich entweder lange verdient hat oder eher wahrscheinlich ganz oder teilweise als Fremdkapital aufnehmen musste. Und der bisherige Praxisinhaber verkauft selten für n Appel und n Ei.

      Ich bezweifle also, dass es alleine daran lag...
    • Änderung bei den Steuerberaterkosten

      Bisher durften Steuerberater die Kosten nicht nach unten schrauben. Jetzt können sie bei gewissen Belangen die Kosten niedriger oder höher ansetzen, sofern das im Vertrag, in einer Vollmacht oder in Textform (z. B. E.Mail) festgehalten wurde. Das wird zwar nicht zwangsläufig dazu führen, dass sich einige Steuerberater unter Wert "verkaufen".

      Aber: Es ist Verhandlungsspielraum drin. Z. B. kann der Mandant Belege schon vorsortieren und zahlt dafür dann ein bisschen weniger.

      Gelungen und gut oder blödes Konzept? Was denkt Ihr? Und wie wird sich das nach Eurer Meinung auswirken?

      Alle Hintergrundinfos gibt's übrigens im Steuerberater-Ratgeber.
    • @Franziska
      Das stimmt so nicht, was Sie schreiben, und was in euerem Artikel "So viel kostet ein guter Steuerberater" drinsteht.
      Und Focus, Donaukurier und die Welt zitieren diese falsche Darstellung auch noch.

      Fakt ist:
      1. Den Gebührenrahmen (von Mindestgebühr bis Höchstgebühr) gab es schon immer. Der ordentliche Mandant hat schon immer weniger gezahlt als der Schukartonsammler.
      2. Ein Unterschreiten der Mindestgebühr war bisher schon möglich. Dafür haben sich diverse Online-Steuerberater von Ihren Steuerberaterkammern verklagen lassen - und Recht bekommen.
      3. Eine Vergütungsvereinbarung, mit der von der gesetzlichen Regelung abgewichen wird, unterliegt strengen Formvorschriften. Mit einem "Ja" per Email ist es nicht getan. (§ 4 Abs. 1 StBVV - genau lesen...)

      NEU ist:
      1. Der Steuerberater darf nun OFFIZIELL den Mindestwert unterschreiten (§ 4 Abs. 3)
      2. Der Steuerberater muss jeden Mandanten darauf hinweisen, dass er den Mindestwert nach der Vergütungsverordnung unter- und den Höchstwert überschreiten darf (§ 4 Abs. 4).

      Was sollte sich aufgrund der Neuregelung ändern? - Warum sollte der Steuerberater auf einmal seine Preise anders kalkulieren, nur weil der Mindestwert unterschritten werden darf?

      Die Neuregelung wird keine Auswirkung auf die Preise haben. Das wird jetzt ein wenig aufgeblasen, geht aber in die falsche Richtung. Viel heftiger werden die Folgen der Digitalisierung sein, die dazu führen wird, dass standardisierbare Abläufe automatisiert werden und der Mensch nur noch korrigierend eingreift, z.B. in der Buchhaltung.

      Über kurz oder lang werden die Gebührenordnungen - auch die der Steuerberater - verschwinden. Dafür wird die EU sorgen. In Österreich hat sich das schon seit Jahren bewährt - und zu tendenziell höheren Preisen geführt.
    • @sirtoby

      Ich habe Rückmeldung dazu vom zuständigen Redakteur erhalten.

      Zu 1. & 2.: Das stimmt. Völlig neu ist diese Herangehensweise nicht. Der Kollege meinte, dass die Regelungen bisher auf Gerichtsurteilen basierten. Jetzt ist es offiziell so festgelegt.

      Zu 3. Die Regelungen lassen sicherlich ein wenig Spielraum zu. Die Interpretation von Finanztip fußt auf der Aussage des Geschäftsführers des Steuerberaterverbands Berlin-Brandenburg, Simon Beyme. Laut ihm ist die E-Mail-Form ausreichend.

      Ob und wie sich das die neuen Regelungen in der Praxis auswirken werden, bleibt spannend.
    • Es genügt die Textform nach der Novellierung. Das ist korrekt.
      Daher ist Mail ausreichend. Eine persönliche Unterzeichnung ist nicht mehr notwendig.

      Bei den Anwälten war das im Übrigen schon immer so.
      Man darf es nur nicht in einer Vollmacht verpacken und es muss deutlich vom Rest der Vereinbarung abgehoben sein.

      Ich persönlich habe mein Verhalten nicht geändert und die Kollegen, mit denen ich mich austausche machen es auch nicht. M.E. wird da mehr Geschrei drum gemacht, als es nachher wirklich Bedeutung haben wird.