Angepinnt Schuldenfrei werden

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    • Franziska schrieb:

      Vielen, vielen Dank Dir, liebe Doris! Das ist doch mal ein super Dokument! Ich hoffe, dass es vielen bei der Planung hilft ^^


      Das hoff ich auch Franziska. Und ich freu mich echt riesig über diesen neuen Thread. Ich hoffe, dass wir hier viele Leute reinbekommen und rege Unterhaltungen, Anregungen, Unterstützung und Tipps bekommen, wie man schuldenfrei wird oder wo man sich mal auskotzen kann, wenn man frustriert ist und gar nix geht in punkto Schulden. Für mich wär das super. Bei mir, und ich bin mir sicher bei anderen auch, ist es so, dass wir verschuldet sind, die Schulden mehr schlecht als recht bedienen (gut seit diesem Jahr sind wir glaub ich aus dem Gröbsten raus), aber dass eine Schuldnerberatung oder eine Insolvenz nicht in Frage kommt.... Wir brauchen Hilfe zur Selbsthilfe. Mein Mann und ich haben lange unter Hartz IV Niveau um unsere Schulden zu bedienen, Du glaubst gar nicht wie neidisch ich oft auf die Leute geblickt habe, die zur Tafel gehen können und sich einen Joghurt geholt haben. Für uns war das bei 30 Euro für 2 Personen und Katze in der Woche Luxus. Gott sei Dank sind wir da draußen, aber ich glaube das Problem der "Schuldenarmut" besteht für viele, obwohl sie eigentlich genug verdienen und das frustriert gewaltig. Deshalb freu ich mich, dass es den Thread hier gibt.
    • chris2702 schrieb:

      Es gibt einen Thread "Wie spare ich richtig", der aus meiner Sicht zum Thema "Schuldenfrei" passt. @Anixe hatte da ein paar gute Kommentare gebracht, fürs Sparen in schlechten Zeiten. Ich verlinke ihn hier mal. "Wie spare ich richtig" - Gesprächsecke - Finanztip-Community


      Das ist interessant... Ich bin ja ein starker Befürworter des "Notgroschens". Bei Dave Ramsey ist das Babystep 1. Bevor man versucht seine Schulden mit Volldampf abzuzahlen soll man 1000 € zusammen sparen, dann ist man für den Notfall gewappnet. Bei uns ist grad die Waschmaschine kaputt gegangen. Da hab ich mir das Geld für die Neue aus dem Notgroschen geholt und musste keinen weiteren Kredit aufnehmen. Bezahlt mit Cash.... Ist schon komisch. Meiner Mutter (Jahrgang 37) kommt es gar nicht in den Sinn irgendetwas auf Kredit zu kaufen oder den Dispo in Anspruch zu nehmen. Sie sagt immer sie sieht nicht ein, warum sie der Bank das Geld hinterher werfen soll. Sie kriegt ja auch kaum Zinsen auf's Sparbuch... Ich glaube wirklich wir müssen von diesem "alles auf Pump kaufen" Denken weg und wieder zurück zu sofortiger Bezahlung.
    • Ich habe noch nie Schulden gehabt, nicht mal das Konto überzogen. Prinzipiell würde ich aber Schulden in "Gute" Schulden und "Schlechte" Schulden unterteilen. Investitionen sind "Gute" Schulden. Ich wäre bereit, für den Kauf einer Immobilie Schulden zu machen. Wenn mein Auto kaputt ginge und ich nur mit dem Auto zur Arbeit käme, wären das für mich auch "Gute" Schulden. "Schlechte" Schulden sind alle die, mit denen ich meinen Lebensstandard erhöhe ohne es mir in nächster Zukunft aus den regelmäßigen Einnahmen leisten zu können, eigentlich alle Konsumkredite und Kontoüberziehungen.

      Dass man unverschuldet in die Schuldenfall tappen kann, ist mir natürlich völlig klar. Krankheit, Trennung, Insolvenz und sicher 1000 andere Gründe können einen die Existenz gefährden oder kosten, und eigentlich kann man gar nichts dafür. Nur wer meint, einen 55 Zoll Fernseher auf Kredit kaufen zu müssen, die große Ledercouch und den nächsten Urlaub, der geht halt unkalkulierbare Risiken ein, die ich nie eingehen würde.
    • Also das mit der Immobilie find ich ist okay. Ich bin nicht der Meinung, dass es "gute" Schulden gibt. Aber vielleicht ist das auch nur meine Meinung. Zum Beispiel meine nächste Anschaffung ist ein Auto (so gegen Ende des Jahres), warum? Bis dahin hab ich mir das Geld zusammen gespart, um mir ein Auto so um die 3000 Euro zu kaufen, ohne Schulden aufnehmen zu müssen. Das Geld für die Reparatur ist ja mit den 1000 Euro "Notgroschen" abgedeckt. Der Grund warum wir so übel dran sind ist, weil wir immer wieder umschuldeten und umschuldeten. Nachdem meine Schwiegermutter gestorben war, lebte mein Schwiegervater ganz alleine, das hat für uns bedeutet jedes Jahr Amerika für 4 Wochen im Winter, weil da ist es ja günstig, aber kosten tut's immer noch... und so ging die Spirale abwärts, das Geld hat dann für anderes gefehlt und man hat halt dann Gefriertruhe oder Geschirrspüler auf Raten gekauft usw.... Leider ist mein Schwiegervater 2013 verstorben, aber wir müssen jetzt nicht mehr nach Amerika und das macht sich bei uns bemerkbar, denn seit 2013 geht's bergauf..... hier mal eine Rate und da mal eine Rate und dann umschulden würde ich nie wieder machen.

      Natürlich hast Du recht, wenn ich mir keinen Urlaub oder 55 Zoll Fernseher zusammen sparen oder leisten kann, dann brauch ich den auch nicht.
    • Das mit den "guten" Schulden fürs Auto war auf den Fall bezogen, dass man seinen Job nur machen kann, wenn man ein Auto hat, es aber nicht sofort bar bezahlen kann. Der Jobverlust ist eine der größten Gefahren für die finanzielle Existenz, daher muss das Auto her, egal wie. Damit war nicht der Kauf eines tiefergelegten 3er BMW gemeint.

      Genauso wären für mich Schulden für eine medizinische Behandlung "gut", wenn sie von der Krankenkasse nicht bezahlt wird, aber das Leben verlängert / lebenswert macht/ erst ermöglicht / usw...
    • Ich hab mir Deine Antwort noch mal durch den Kopf gehen lassen.... ich glaube wenn eine Maßnahme das Leben verlängert, ermöglicht oder verbessert zahlt in den meisten Fällen die Krankenkasse, wobei verbessern nicht unbedingt ein Notfall ist sonder man kann sich das auch zusammensparen, sollte die Kasse nicht zahlen.

      Das Auto lass ich teilweise gelten, denn wir haben Firmen die sind schon recht Abseits, aber unsere Bus und Bahnstrecken sind sehr gut ausgebaut. Ich habe selber kein Auto und fahr immer mit dem Bus. Mein Chef hat zwar ein Auto pendelt aber mit der Bahn.

      Dann hab ich mir gedacht... wenn ich meinen Job ohne Auto nicht machen kann, dann tritt ja eigentlich Dave's Babystep 3 in Kraft.... wenn man all seine Schulden abgezahlt hat, wird der Notgroschen auf 3-6 Monate der monatlichen Ausgaben erhöht... wenn man also 1500 Euro im Monat ausgaben hat und den Notgroschen auf 6 Monate angespart hat, dann hat man gute 9000 Euro und wenn das Auto schlapp macht, kriegt man dafür ein gutes Gebrauchtes ohne Schulden machen zu müssen.

      Vielleicht kommt meine Denkweise davon, dass ich ein "gebranntes Kind" bin, das kann natürlich sein. Ich weiß nur eines. Wenn ich in 2-3 Jahren schuldenfrei bin... mach ich nie wieder welche, komme was wolle.... ich leg mir soviel Geld auf's Sparbuch oder unter die Matratze, dass ich nie wieder welche aufnehmen muss.
    • gerne...

      Schritt 1 .... 500 - 1000 Euro Notgroschen (500 nur, wenn man wirklich wenig verdient)
      Schritt 2 .... Schuldentilgung nach dem Schneeballsystem also von geringster Schuldenbetrag nach größte Schuldenbetrag (also wenn ich jemandem 5 Euro schulde und jemand anderem 50 und einem dritten 500, dann zahl ich die 5 zuerst zurück und dann habe ich 5 Euro extra, die ich auf die 50 tun kann somit bin ich mit den 50 schneller fertig und hab dann 55 Euro extra, die ich extra zu den 500 Euro Raten zahlen kann... dadurch sehe ich einen Erfolg, bin motiviert weiter zu machen und die extra Zahlungen die letztendlich auf die größte Summe fallen sind enorm und somit verringert sich die Zeitspanne bis man endgültig schuldenfrei ist)
      Schritt 3 .... Der Notgroschen wird auf eine Summe angespart, die 3-6 Monate der monatlichen Ausgaben entspricht.
      Schritt 4 .... Investition von 15% des Haushaltseinkommens in einen Rentenplan
      Schritt 5 .... Sparen für die Ausbildung der Kinder
      (College in Amerika ist teuer, aber Studentenwohnheim, Bücher, usw... bei uns ist ja auch nicht grad billig. Hat man keine Kinder mehr im Haus kann man den Schritt überspringen)
      Schritt 6 ... Vorzeitiges Abzahlen des Eigenheimes
      Schritt 7 ... Wohlstand aufbauen und spenden
      (Dave ist wiedergeborener Christ, deshalb glaubt er, dass Geben ein Segen ist. Deshalb sagt er mir zu. Einem Schuldenberater könnte ich nie erklären, warum ich trotz hoher Schulden in meine Gemeinde spende. Abgesehen davon bekomm ich das im Steuerausgleich wieder zurück, hat also finanzielle Vorteile)

      So, das sind die 7 Schritte. Passt vielleicht nicht für jeden, für mich machen die sehr viel Sinn und sind mir eine echte Hilfe. Sonst wär ich wohl schon längst in der Insolvenz, was ich nicht will. Meines Erachtens helfen sie auch beim "umdenken"... denn da liegt ja der Haken. Wie fang ich an und warum und wie mach ich dann weiter.....
    • @Doris mir sagen die Schritte auch zu. Danke fürs Posten. Wobei das Thema "Kosten für Ausbildung" sicher in USA schwerer wiegt als bei uns mit Bafoeg und (nahezu) kostenfreien Unis. In USA sind 100.000 Dollar Schulden nach dem Studium normal. In Deutschland ist das ausgeschlossen. Das Eigenheim schnell abbezahlen ist auch in USA ein größeres Thema. Eigenheimquote Deutschland = 45%, Eigenheimquote USA = 65%.

      Aber ansonsten sicher eine Hilfe!
    • @chris2702 man muss sich halt raussuchen was passt. Natürlich hat Dave das auf Amerika zugeschnitten. Schritt 5 fällt bei mir aus, da meine Kinder schon erwachsen sind, dafür passt bei mir aber Schritt 6, weil ich eine Eigentumswohnung als Renteninvestition hab, also könnte ich theoretisch Schritt 4 und 6 zusammenlegen. Wir sind ja hier doch immer noch besser abgesichert als in Amerika.... An Schritt 1-3 würd ich jetzt nicht rumdoktern, aber der Rest ist richt ich mir so hin, dass es für mich funktioniert, ist ja nicht in Stein gemeißelt.
    • Mir erscheint der thread ein wenig von der Ideallinie angekommen zu sein und sich zu sehr mit einer Variante zu beschäftigen.

      Wer Schulden los werden will muss nach meiner Meinung zunächst zwei Dinge klären.
      1. was ist der Ist-Zustand Wie viel Schulden und Gläubiger habe ich insgesamt.
      2. Will bzw. kann ich die Probleme alleine lösen?

      Wird zwei mit Nein beantwortet und ist eins auch nicht richtig festzustellen,
      empfiehlt es sich Hilfe bei Sozialverbänden wie Caritas, DRK oder andere Wohlfahrtsverbände, bei der Kirche oder Kommune zu suchen.

      Es empfiehlt sich bei mehreren Verbänden in eine Warteliste setzen zu
      Essen, weil ein sofortiger Termin eher unwahrscheinlich ist, andererseits aber immer wieder Plätze in der Warteliste frei werden, weil oft der gute Vorsatz nicht lange anhält.

      Achtung, alle mir bekannten Angebote aus Zeitungsanzeigen und dem Internet sind kostenpflichtig oder meist eine Kostenfalle.
      Sie müssen zu ihren Schulden erstmal neue Geldforderungen des vermeintlichen "Helfers" ausgleichen. Ihr Minus wird also grösser und dann passiert nichts mehr.

      Sie können auch selber Kontakt mit ihren Gläubigern Kontakt aufnehmen und zwar nach dem sie einen Kassensturz gemacht haben und wissen wie viel Geld sie neben dem Geld für die Lebenshaltungskosten, noch übrig haben.
      Dies wird n den seltensten Fällen so sei. Wenn doch,bieten sie den Gläubigern die Zusage an von nun an in regelmäßigen Raten die Förderung zu zahlen, wenn dieser bereit ist ihnen entgegenzukommen und auf einen Teil der Forderung zu verzichten und die Forderung zinsfrei zu stellen.
      Begründen sie warum sie glauben nun plötzlich regelmässige Raten zahlen zu können. Vielleicht haben sie ja jemand in der Verwandschaft der ihnen evtl. Geld zur Verfügung stellen würde.
      Die andere Variante ist, vorausgesetzt sie verfügen über einen gewissen Betrag den sie einsetzen können, sie bieten dem Gläubiger je nach Lage 20 bis 30% der Forderung als Einmalzahlung an. Voraussetzung er verzichtet auf den Rest der Hauptforderung und Kosten.
      Aller erste Massnahme Geld zu sparen, können sie sofort einleiten. Kündigen sie alle privaten Versicherungen bis auf die Private Haftpflicht und prüfen sie ob sie Kapitalversicherungen beitragsfrei stellen oder kündigen und einen Teil der Beiträge zurückfordern.
      Sind sie ein "böser" Mensch haben sie vorausschauend stillgelegte Kapitalversicherungen und andere wertvollen Sachen innerhalb der Familie abgetreten und verpfändet und sie so einer mmöglichen Insolvenz vorenthalten. Natürlich nur wenn sie Schulden bei ihren Verwandten haben. ;)
    • Also ich würde nicht sagen, dass wir von der Ideallinie abgekommen sind. Was ist ideal?

      Natürlich muss ich mir zuerst meine Schulden zusammenschreiben, das steht außer Frage. Aber für mich ist das Ziel nicht nur schuldenfrei zu werden, sondern auch zu bleiben... Für mich kommt ein zu Gläubigern zu gehen und zu bitten mir meine Schulden, die ich durch welche Gründe auch immer aufgehäuft habe, zu teilweise oder ganz zu erlassen nicht in Frage. Höchstens, dass der Ratenbetrag geringer gemacht wird, damit ich die Raten bedienen kann. Ich glaube bei mir ist auch der Fall, dass ich nicht am Anfang sondern mitten drin in meiner Reise in die Schuldenfreiheit stecke. Meine Denkweise hat sich geändert. Vielleicht denke ich da anders, aber für mich bedeutet schuldenfrei viel mehr als nur schuldenfrei zu werden. Es bedeutet mein Denken zu ändern um nie wieder in diese Lage zu kommen. Ich verdiene gut, bin weder auf Hartz IV noch Laufe ich Gefahr meinen Job zu verlieren. Aber ich habe hohe Schulden, die ich zwar noch bedienen kann aber loswerden will und ich will meine Finanzen für die Zukunft in den Griff kriegen. Der Lerneffekt hinter dem Ganzen, darum geht's mir. Ich glaube die Situation von jedem ist anders und auch die Prioritäten sind andere.... eine Ideallinie gibt es nicht, außer die der "ich bin schuldenfrei und hab gelernt so zu bleiben". Für mich zumindest.
    • chris2702 schrieb:

      @Doris mir sagen die Schritte auch zu. Danke fürs Posten. Wobei das Thema "Kosten für Ausbildung" sicher in USA schwerer wiegt als bei uns mit Bafoeg und (nahezu) kostenfreien Unis. In USA sind 100.000 Dollar Schulden nach dem Studium normal. In Deutschland ist das ausgeschlossen. Das Eigenheim schnell abbezahlen ist auch in USA ein größeres Thema. Eigenheimquote Deutschland = 45%, Eigenheimquote USA = 65%.

      Aber ansonsten sicher eine Hilfe!


      Naja, Chris, ganz so "rosig" siehts hier auch nicht aus! Es belastet das Budget schon, wenn Studiengebühren von ü 200 Euro im Semester fällig werden oder trotz Nebenjob der Lebensunterhalt bei einem Studierenden nicht gewährleistet ist, weil Mieten teuer sind usw. Bafög-Ämter machen sichs zudem manchmal seeeehr leicht, wenn ein Elternteil die Unterlagen nicht einreicht und kürzen das Bafög entsprechend. Klar kommen müssen damit die jungen Menschen...da hilft Dir keiner. Und das Einklagen kostet Geld...

      Übrigens muss auch in Dtschl. Bafög anteilig zurückgezahlt werden....bei weiß ich wie vielen arbeitslosen Akademikern nicht immer einfach. Ich will damit nur sagen: Die Summen mögen in USA andere sein, aber belastend kann es auch für junge Menschen und deren Angehörige in Deutschland sein. Auch hier können die Besserverdienenden deutlich felxibler in der Wahl des Studiengangs sein als die meisten anderen.
    • Individuelle Sorgen wiegen für den einzelnen sicher schwer, belasten und führen zu sclaflosen Nächten. Aber du schreibst von der Schwierigkeit 200 eur Studiengebühren aufbringen zu müssen und Bafög zurück zu zahlen.

      Ich hab einer Uni in USA studiert an der die Einheimischen begeistert waren "nur 2000 Eur" pro Semester zu zahlen. Out of State Tuition waren 6000 eur und viele Out of State Studenten kamen weil das für sie günstigster war als in ihrem eigenen Staat.

      Bafög Schulden sind übrigens bei 10000 Eur gedeckelt. Und wer weniger als bestimmte Selbstbehalte verdient bekommt Bafoeg ewig gestundet.

      @Anixe meinst du nicht das sind vergleichsweise paradiesische Zustände?