Frage zum Pantoffel-Portfolio

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    • Frage zum Pantoffel-Portfolio

      Guten Abend zusammen!

      Die Frage wäre eigentlich direkt an den Herrn Tenhagen zu richten, da ja diese Anlagestrategie vor einiger Zeit in der Finanztest vorgestellt wurde.

      In Kürze ist Kern dieser Strategie eine Anlage in ETFs, je nach Anlageziel oder Risikobereitschaft, aufgeteilt in verschiedene Bausteine. Die konservative Variante z.B. beinhaltet 50% MSCI World und 50% Renten/Anleihen. Das Depot ist dann nur 1x oder max. 2x im Jahr zu prüfen und evtl. zu nivellieren, so dass die Anteile wieder 50/50 betragen.

      Nach jahrelangem Hin- und Her, mal mit Gewinnen und mal mit Verlusten, aber immer mit Stress, fand ich diese Strategie sehr einleuchtend und praktikabel und habe sie auch so umgesetzt.

      Wenn ich mir aber die aktuellen Empfehlungen anschaue (Aktien, Tagesgeld, keine Renten), frage ich mich, ob diese Strategie noch anzuwenden ist und so auch nicht mehr empfohlen wird? Verkauft wurde sie als Langfrist-Strategie. Wenn dem so ist, kann es doch keine langfristigen Anlagestrategien mehr geben, denn es gibt immer Marktgegebenheiten, die nicht abzusehen sind. Es müsste dann immer aktiv reagiert werden. Das hört sich dann aber eher nach Turnschuh als nach Pantoffel an.

      Wie sollte man denn hier am besten verfahren?

      Vielen Dank und viele Grüße
    • Hallo @BoeseBoerse

      Herr Tenhagen war natürlch das Gesicht von Finanztest und ist jetzt das Gesicht von Finanztip. Allerdings vertreten wir (sowie die Stiftung Warentest auch) vor allem die Erkenntnisse der hauseigenen Experten nach außen. Und da kann es durchaus sein, dass diese Empfehlungen im Detail voneinander abweichen, noch dazu bei einem so komplexen Thema wie Geldanlage.

      In der Vergangenheit waren Rentenfonds eine gute Wahl für Anleger - vor allem weil die Zinsen so stark gefallen sind. Dies hat zu einem Novum geführt, das so vor einigen Jahren nicht absehbar war: Mit sicheren Rentenfonds sind kaum mehr positive Renditen zu erwarten ( siehe finanztip.de/rentenfonds/rentenfonds-verkaufen/) - und zwar egal, ob die Zinsen wieder steigen oder weiter sinken. Tagesgeld und Festgeld bieten derzeit höhere Renditen. Deshalb raten wir Anlegern, über einen Wechsel von Rentenfonds hin zu diese sicheren Anlagen nachzudenken.

      Die generelle Empfehlung (sowohl von der Stiftung Warentest als auch von uns), nämlich Aktienfonds und sichere Anlagen zu mischen, bleibt aber bestehen. In unserem Ratgeber Geldanlage (finanztip.de/geldanlage/) zeigen wir geeignete Möglichkeiten der Umsetzung auf, inklusive einer historischen Betrachtung.

      Beste Grüße

      Manuel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Manuel ()

    • Hallo Manuel,

      vielen Dank für die hilfreiche Antwort.

      Meine Ansprache sollte nicht als Vorwurf aufgefasst werden, wenn dem so ist , bitte ich das zu entschuldigen. Ganz im Gegenteil, ich achte den Herrn Tenhagen sehr und finde, dass finanztip.de zum Besten zählt, was seit langer Zeit in diesem Bereich hervorgebracht wurde.

      Ich finde den Pantoffel-Ansatz genial und, wie du/sie auch geschrieben hast, durchaus noch anwendbar. Renten sind dann eben durch alternative Anlagen wie Tagesgeld zu ersetzen. Wenn sich dann ein höheres Zinsniveau über einen längeren Zeitraum im Index durchschlägt, müsste man wieder umsatteln.

      Viele Grüße
    • Hallo zusammen,

      die letzten Wochen habe ich mich mit dem Pantoffel-Porttfolio beschäftigt, und bin davon ausgegangen, dass Rentenfonds für die "sicherere" Komponente quasi gesetzt sind. Diesem Thread entnehme ich mit mildem Entsetzen, dass das möglicherweise falsch sein könnte.

      Was mich verunsichert ist, dass (auch in dem Link zum Rat, Rentenfonds zu verkaufen) immer von reinen Staatsanleihefonds die Rede ist. Aber das muss man doch so nicht gestalten. Für meinen Pantoffel hatte ich zum Beispiel vorgesehen, den
      DE000A0RM447 iS­ha­res Eu­ro Ag­gre­ga­te Bond Ucits ETF
      einzusetzen, der auch Unternehmensanleihen enthält. Der Jahresbericht (30.06.2015) zeigt, dass da viele Papiere drin sind, die auf ordentlich Rendite hoffen lassen, die gemittelt über die nächsten 5 Jahre doch ein Festgeldkonto mit <1,5% Zinssatz bei Weitem schlagen sollte.

      1) Bezieht sich euer Rat nur auf Staatsanleihen, oder generell auf Anleihen?
      2) -Sofern noch relevant nach der ersten Frage- Was haltet ihr vom vorgeschlagenen ETF bzw. dem zugrundeliegenden Index?
      3) Sind ~ 1,5% über mehrere Jahre aufgrund der Teuerungsrate nicht eher eine Geldentwertung als eine Anlage?
      --
      Gruß,
      Peter.

      edit: typo
    • Hallo pan-tüffel,

      der Rat bezieht sich zunächst einmal auf aktiv gemanagte, defensiv ausgerichtete Rentenfonds. Diese sind ja als Sicherheits- oder Basiskomponente in vielen Depots oder können auch Teil eines Pantoffel-Portfolios sein. Bei diesen Fonds sehen wir zurzeit nicht, wie sich die Anlage nach Abzug der Kosten im Vergleich zum Festgeld rechnen soll.

      Deckt man die Sicherheitskomponente mit einem Renten-ETF (statt eines aktiven Fonds) ab, sinken die Kosten schon einmal - und die Chance, dass der Renten-ETF bei entsprechender Haltedauer das Festgeld schlägt, wird größer.

      Ob man dann noch den Schritt vom Renten-ETF zum Festgeld mitmacht, ist ein wenig Geschmackssache, denn die Rendite-Unterschiede zwischen diesen beiden Anlagen dürften für die Wertentwicklung des Pantoffel-Portfolios insgesamt zweitrangig sein. Einfacher und auf jeden Fall ohne Wertschwankung ist das Festgeld.

      Viel wichtiger als die Frage Renten-ETF oder Festgeld ist jedoch die prozentuale Aufteilung zwischen Sicherheits- und Renditebaustein - also die Frage, wie weit man sich da aus dem Fenster lehnt. Dazu gibt es mindestens historische Daten, die für eine höheren Anteil des Renditebausteins sprechen, siehe unseren Ratgeber Geldanlage.
      Und an der Stelle entscheidet sich dann auch, ob das Portfolio insgesamt die Inflation schlägt...

      Schöne Grüße aus der Finanztip-Redaktion!