Bearbeitungsgebühr von Krediten zurückfordern

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    • Bearbeitungsgebühr von Krediten zurückfordern

      Der Bundesgerichtshof hat am 13.05. entschieden, dass Banken keine Bearbeitungsgebühren für Kredite verlangen können: finanztip.de/kreditgebuehren/

      Wie in unserem Artikel beschrieben, können Kreditkunden nun bereits bezahlte Gebühren zurückfordern. Haben Sie vor, Ihre Gebühren zurückzuholen? Welche Erfahrungen haben Sie mit der Bearbeitung von Kreditanträgen gemacht? Posten Sie Ihre Fragen und Kommentare in diesem Thema!
    • Meine Tochter hat mit Ihrem Exmann einen Kredit von 143000,00€ für ein Haus bei der DSL Bank. Ihr Exmann ist nach Übereinstimmung aus der Schuldhaft von der Bank entlassen worden. Dafür hat die Bank 300,00€ Gebühren verlangt. kann ich die zurückfordern? Die Haushälfte des Exmannes wird laut Notarvertrag auf meine Tochter übertragen. Nun will meine Tochter bei der gleichen Bank den alten Kredit ablösen und wegen der niedrigen Zinsen einen neuen Kredit aufnehmen nominal 2,35% Effektiv 2,49%. Für einen Teil des Kredits soll ein Bausparvertrag abgeschlossen werden. Dieser Bausparvertrag soll an die Bank abgetreten werden. Die Tilgungsraten der Bank fliessen in den Bausparvertrag und damit soll ein Teil des Kredits nach 10 Jahren Zinsbindungsfrist abgelöst werden. Dafür werden 1850,00€ Abschlussgebühren verlangt die in dem Effiktzins von 2,49% verrechnet werden sollen. Muss sie diese Gebühren zahlen?Für eine Antwort bin ich dankbar. Wolfgang Weiss
    • Antwort vom Finanztip Experten Martin Berg:

      Guten Tag Herr Weiss,

      wenn ich es richtig verstanden habe, geht es um zwei Fragen. Können die 300 Euro Gebühr zurückgefordert werden und müssen die 1.850 Euro Abschlussgebühr gezahlt werden? Um es vorwegzunehmen: Ich sehe leider keine Möglichkeit die Gebühren zurückzuholen beziehungsweise nicht zahlen zu müssen. Kurz zur Erklärung: So wie Sie es beschrieben haben, sind die 300 Euro als Zusatzgebühren entstanden, da der Exmann Ihrer Tochter aus der Schuldhaft entlassen werden sollte. Ich nehme an, dass die Bank hierfür den bisherigen Vertrag umgeschrieben hat beziehungsweise Ihrer Tochter und ihrem Exmann eine Bestätigung über die Befreiung ausgestellt hat. Somit hat die Bank eine konkrete Gegenleistung für Ihre Tochter erbracht, für die sie Geld verlangen kann. Das BGH Urteil von Dienstag hilft in diesem Fall leider nicht weiter. Die 1.850 Euro Abschlussgebühr beziehen sich, nach Ihrer Beschreibung, konkret auf den Bausparvertrag. Im Gegensatz zu Bearbeitungsgebühren bei Verbraucherkrediten hat der BGH vor einigen Jahren eine solche Gebühr grundsätzlich für rechtmäßig erachtet. Das BGH Urteil von Dienstag hat darauf keine Auswirkungen. Üblich sind bei Bausparverträgen Gebühren zwischen 1% und 1,6% der Bausparsumme. Die von Ihnen genannte Summe scheint auf den ersten Blick auch innerhalb dieser Spannbreite zu liegen.

      Beste Grüße

      Martin Berg
    • Guten Morgen Franziska,

      ich hatte vor 2 Jahren ein Auto gekauft, dass über die Santander-Bank in M-Gladbach teilfinanziert wurde. Beim Abschluss wurden auch Bearbeitungsgebühren fällig. Nachdem mir bekannt wurde, dass man die Bearbeitungsgebühren zurückerstattet bekommen kann, habe ichdie Bank angeschrieben, aber sie lehnte ab. Gleiches galt für einen Privatkredit den ich bei der Targobank abgeschlossen hatte, auch dortwurden Gebühren fällig. Auch sie habe ich angeschrieben und man lehnte ab. Ich habe dann einen Rechtsanwalt beauftragt meine Ansprüchegeltend zu machen und wir haben in beiden Fällen beim Amtsgericht Mönchengladbach gewonnen. Nebst Zinzeszinszahlungen und Erstattungmeiner Kosten. Bei der Santander-Bank ging alles recht schnell. Bei der Targobank war Durchhaltevermögen angesagt und viel Schriftverkehr.Eine Teilerstattung -die man mir angeboten hatte, habe ich abgelehnt-. Man muss nur hartnäckig sein. Es ist Taktik der Banken, denn wennman eine Teilerstattung annimmt, dann haben sie ja auch hier wieder Geld "gewonnen". Ich drücke allen fest die Daumen, dass sie ihre Gebühren zurückbekommen.

      H G Einhorn
    • Hallo Einhorn,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Gut, dass auch schon vor dem Urteil zugunsten der Kunden entschieden wurde! Wie Sie schon sagten, zeigt Ihr Beispiel ganz deutlich, dass sich dranbleiben lohnt, wenn man im Recht ist. Ich denke, dass viele vor einem Prozess bzw. den hohen Anwaltskosten zurückschrecken - vielleicht war das bei Ihnen zu Beginn auch so? Es ist für den Ottonormalverbraucher ja nicht alltäglich, seine Rechte einzuklagen. Aber: Nur, wenn die Verbraucher ihr Recht geltend machen, kann sich etwas ändern.

      Viele Grüße

      Franziska
    • Ich habe eine Frage zu diesem Urteil wegen der Kreditbearbeitungsgebühren. Mein Kredit aus dem Jahre 2009 läuft in 3 Monaten aus. Theoretisch könnte ich jetzt 175 Euro Bearbeitungsgebühren einbehalten. Laut Urteil heißt es jetzt aber, dass Kredite vor 2011 Bestandsschutz haben. Bedeutet das, dass ich die Gebühr bezahlen muss? Vielen Dank für evtl. Antwort.

      Beste Grüße

      rainbow
    • Antwort vom Finanztip Experten Martin Berg:

      Hallo rainbow,

      wenn ich es richtig verstehe, dann haben Sie bei Vertragsschluss in 2009 eine Bearbeitungsgebühr von 175€ gezahlt. In dem Fall kann Ihnen das BGH Urteil vom Dienstag wirklich weiterhelfen. Denn Sie haben grundsätzlich einen Anspruch auf Rückzahlung der bezahlten Bearbeitungsgebühren. Eventuell ist der Anspruch aber verjährt. Darauf müsste sich Ihre Bank allerdings erst einmal berufen und Ihnen das mitteilen.

      Die Bank wird sich sicherlich nicht freuen, wenn Sie die 175 Euro einbehalten. Aber Sie sollten es versuchen und Ihr Vorgehen ankündigen. Nehmen Sie also am besten zunächst unser Musterschreiben aus dem Bericht zum BGH Urteil. Im letzten Absatz des Schreibens ersetzen Sie die Forderung nach der Überweisung des Betrags auf Ihr Konto. Schreiben Sie stattdessen, dass Sie die bezahlten 175 Euro Bearbeitungsgebühr nach § 387 BGB mit den noch ausstehenden Monatsraten aufrechnen. Als Zusatz sollten Sie noch vermerken, dass Sie für Rückfragen gern zur Verfügung stehen. So zeigen Sie noch Kooperationsbereitschaft und den guten Willen gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

      Ein kleiner Hinweis noch: Falls die Kreditraten derzeit automatisch von Ihrem Konto eingezogen werden, denken Sie daran, dass Sie die Einzugsermächtigung widerrufen müssen. Ansonsten kann die Bank die Raten ja weiterhin einfach bis zum Ende einziehen.Falls Sie Erfolg haben, würden wir uns natürlich darüber freuen, wenn Sie Ihre Geschichte hier kurz im Forum teilen.

      Mit besten Grüßen

      Martin Berg
    • Hallo Martin,

      herzlichen Dank für die Antwort. Die Gebühr wurde in die Raten mit eingerechnet, wurde also immer monatlich mit der Tilgungsrate beglichen. Wenn ich jetzt bei meiner Bank die Einzugsermächtigung ab Juli widerrufe und die Bank mir schreibt, dass sie es als verjährt ansieht, kann sie dann das Geld einklagen? Es ist mir immer noch nicht ganz klar, was der Zusatz bei dem jüngsten Urteil bedeutet (Bestandsschutz für Kredite vor 2011, das würde ja bedeuten, dass das Gericht der Bank in diesem Fall Recht gibt). Ich habe zwar eine Rechtsschutzversicherung, aber die würde ja in dem Fall, dass die Bank sowieso Recht hat, nicht dafür eintreten. Also konkret: kann die Bank sich auf dieses Urteil berufen?

      Beste Grüße
      rainbow
    • Hallo zusammen,

      ich habe mit Interesse ds BGH Urteil in diesem Forum gelesen. Dazu habe ich eine Frage: Wir haben 2011 über die L-Bank und KFW Förderung einen Kredit in Höhe von 250.000 Euro für unsere Immoblie bekommen. Jetzt lese ich in einem der Verträge/Vertragskonto mit dem Begriff Z15 in Höhe von 76.000 Euro "Einmalige Kosten 2%" sowie Einmalige Verwaltungskosten " 1% " 766,- Euro sowie Einmalige Geldbeschaffungskosten "1 %" auch wieder 766,- Euro. Das klingt für mich das ich ich dieses Geld laut BGH Urteil einklagen kann ?Lohnt es sich dieses Geld einzuklagen ?

      Wie verhält sich die Bank gegenüber dem Kunden ( Erfahrungswerte ) wir wollen kein Ärger mit der Bank da alles optimal lief was unsere Finanzierungs angeht.Kann die Bank uns in irgendweiner wesie höhrere Gebühren, Zinsen aufdrücken wenn wir erfolgreich das Geld einklagen ?Oder soll ich gleich zu einem Anwalt gehen über unsere Rechtschutzversicherung habe ich ja diese Option.Über Rat & Info von Experten wären wir sehr dankbar.

      Familie Gerold.
    • Antwort von der Finanztip Expertin Britta Beate Schön:

      Liebe Familie Gerold,

      bevor Sie Gebühren einklagen, sollten Sie die Bank anschreiben und sich erläutern lassen, um was für Gebühren es sich bei Ihnen handelte und wofür genau die Gebühren und die einmaligen Verwaltungskosten zu entrichten waren. In diesem Schreiben sollten Sie auf die neue Rechtsprechung des BGH hinweisen, der Bearbeitungsgebühren für unwirksam erklärt hat. Sie sollten um Auskunft und um Stellungnahme bitten und Rückzahlung der ohne Rechtsgrund von Ihnen gezahlten Gebühren. Dazu können Sie unser Musterschreiben verwenden und Ihre Fragen zu den unterschiedlichen Gebühren voranstellen.

      Erst wenn die Bank ablehnt, sollten Sie sich entweder kostenlos an den Ombudsmann wenden oder aber zu einem auf Bankrecht spezialisierten Anwalt gehen. Sie sollten aber vorher den Anwalt abklären lassen, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, es gibt da manchmal Ausschlussklauseln für Rechtsfragen im Zusammenhang mit Immobilien. Nach meiner Erfahrung ist eine Bank nie besonders begeistert, wenn Sie etwas zurückzahlen soll - aber sie ist in aller Regel noch weniger begeistert, wenn Sie sich sofort anwaltliche Hilfe holen. Deshalb sollten Sie es erstmal mit einem freundlichen, aber bestimmten Schreiben versuchen. Die Bank kann Ihnen keine höheren Gebühren oder Zinsen auferlegen, selbst wenn Sie ein Gerichtsverfahren gegen sie führen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

      Beste Grüße,

      Britta
    • Hallo

      Vielleicht können sie mir weiterhelfen . ich habe 2011 einen Ratenkredit bei der Santander Bank aufgenommen , der aber 2013 von meiner Sparkasse abgelöst wurde ( übrigens ohne Bearbeitungsgebühr) . Nun meine Frage : Kann ich von der Santander Bank die Bearbeitungsgebühr in höhe von 1780.-€ für den 2011 abgeschlossenen Vertrag trotzdem zurückfordern ??

      Vielen Dank im Vorraus
    • Antwort vom Finanztip Experten Martin Berg:


      Hallo rainbow,

      in seinem Urteil vom letzten Dienstag hat der BGH sich nicht zu einem Bestandsschutz für Krediteverträge, die vor 2011 geschlossen wurden geäußert. Einen Bestandsschutz laut BGH gibt es daher für solche "Altkredite" nicht. Grundsätzlich können Sie die Bearbeitungsgebühren also von Ihrer Bank zurückfordern.

      Allerdings wird Ihre Bank eventuell sagen, dass Sie Ihnen das Geld nicht mehr auszahlen, weil Ihre Forderung verjährt ist, da bereits mehr als 3 Jahre vergangen sind. Das würde bedeuten, auf dem Papier hätten Sie die Forderung, allerdings bräuchte die Bank nicht zahlen, weil es schon zu lange her ist. Allerdings haben bereits einige Gerichte entschieden, dass für solche Fälle nicht 3 Jahre gelten, sondern es länger dauert, bis Ihnen die Bank sagen kann, dass bereits zu viel Zeit vergangen ist. Der BGH hat in seinem Urteil letzte Woche das Thema Verjährung gar nicht erwähnt und insofern auch nicht festgelegt, dass unrechtmäßig gezahlte Gebühren maximal 3 Jahre zurückliegen dürfen, damit man sie zurückbekommen kann.

      Insofern sollten Sie die Gebühren zurückfordern. Auf das Urteil des BGH kann sich Ihre Bank nicht berufen und die Zahlung verweigern. Allerdings könnte Ihre Bank sich auf die allgemeine Verjährung berufen. Wenn Sie das tut und Ihnen auch keinen Mittelweg zur Lösung anbietet (bspw. Zahlung eines Teils der Gebühr), müssten Sie unter Umständen über Ihren Anwalt klären lassen, ob Ihre Forderung wirklich verjährt ist.Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

      Beste Grüße

      Martin Berg
    • Hallo Zusammen,

      ich habe heute folgende Antwort von der Santander Consumer Bank erhalten (Auszug):

      "....
      Dies bedeutet jedoch nicht, dass Kunden in jedem Fall einen Anspruch auf Erstattung der im Darlehensvertrag vereinbarten Bearbeitungsgebühr haben. Es bedarf vielmehr einer individuellen Prüfung sämtlicher Voraussetzungen.

      Da die Urteilsgründe noch nicht vorliegen, ist eine Prüfung der von Ihnen geltend gemachten Ansprüche derzeit nicht möglich. Sobald die Urteilsgründe vorliegen, werden wir den Sachverhalt prüfen und unaufgefordert auf Sie zukommen.

      .... "

      Was kann ich jetzt tun?
    • Hallo Stefan,

      das ist richtig, dass die Urteilsgründe vom BGH noch nicht veröffentlicht wurden - es liegt bisher nur die Pressemitteilung vor.
      Sie sollten kurz abwarten, bis die Santander sich wieder meldet - sehr lange kann das eigentlich nicht mehr dauern.
      Wir werden hier an dieser Stelle auf jeden Fall sofort mitteilen, wenn das BGH-Urteil vorliegt.

      Viele Grüße,
      Britta