Altersvorsorge Frage

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Altersvorsorge Frage

      Hallo liebe Community,

      ich habe eine Verständnisfrage bezüglich der Altersvorsorge
      ich habe hier im Rahmen der Tipps zur Rentenversicherung festgestellt, dass die Wahl für eine Altersvorsorge für mich (aus verschiedenen Gründen) entweder auf einen ETF Sparplan auif den MSCI World oder eine Nettorentenversicherung.

      Die Frage ist nun bezüglich der Besteuerung, was am Ende sinnvoller ist.

      Der ETF Sparplan muss ja (nach Überschreiten der 801 €) zu 25% besteuert werden. Also zumindest die Gewinne, die dadurch erzielt werden.
      Die Nettorentenversicherung wird wie besteuert? Also mit welchem Satz? Und welcher Anteil der Nettorentenversicherung wird besteuert? Die Gewinne, oder der gesamte pro Monat ausgezahlte Betrag? (Vorausgesetzt, ich muss 100% meiner Rente versteuern).

      Was wäre für jemanden, der aufgrund geringen Einkommens mit einem niedrigen Steuersatz /(unter 25%) im Alter rechnen würde (und vor hat 30 Jahre 200 €/Monat in die Sparpläne einzuzahlen) aus Steuerpersepktive der sinnvollere Weg?
      Auf den Ersten Blick scheint es so, als wäre der ETF-Sparplan die schlechtere Variante, weil ja in jedem Fall 25% Steuern anfällt. Sollte die Nettorentenversicherung nach meinem persönlichen Steuersatz besteuert werden, wäre das ja weit geringer als 25%.
      Oder hab ich da was völlig falsch verstanden?
    • Ja, Sie haben da etwas völlig falsch verstanden!

      Folgende Denkanstöße:

      1. Kümmern Sie sich nicht um steuerliche Vorschriften bei einer Entscheidung, die erst in vielen Jahren Auswirkungen haben wird. Kein Mensch weiß, welche Besteuerung in fünf Jahren oder gar erst in 15, 20 oder 30 Jahren wirksam ist. Die Steuergesetze werden JÄHRLICH geändert. Jedes Jahr kommt ein "Jahressteuergesetz", in dem irgendwelche Details wieder angepasst werden.

      2. Wenn Sie steuerliche Überlegungen - entgegen meiner Empfehlung 1 - doch einbeziehen wollen, müssen Sie es richtig tun. Sie gehen von einer falschen Voraussetzung aus, wenn Sie schreiben, dass bei den Erträgen aus dem ETF "in jedem Fall 25 % Steuern anfallen". Das stimmt doch gar nicht!

      Die Abgeltungssteuer beträgt 25 % - aber nur insoweit, als der individuelle persönliche Steuersatz nicht niedriger ist.
      Es gilt für alle der Grundfreibetrag von - derzeit - 8.652 € pro Person. Bei einem Ehepaar also 17.304 €. Das sind monatlich 721 € für einen Single und 1.442 € für ein Ehepaar.

      So lange Ihre Rente und sonstigen Einkünfte unterhalb dieses Betrags liegen, zahlen Sie überhaupt keine Steuern! Also auch nicht die 25 % Abgeltungssteuer. Erst wenn Sie darüberhinaus kommen, beginnt die Steuertabelle mit den Eingangssteuersatz von 14 %. Der steigt dann linear an und erreicht bei ca 15.000 € (alleinstehend) bzw. ca. 30.000 € (verheiratet) den Wert von 25 %!

      Daraus folgt: wer als Renter weniger als 1.041 € (alleinstehend) bzw. 2.500 € (verheiratet) hat, zahlt immer noch weniger als 25 % Steuern in der Spitze und erhält deswegen von der Abgeltungssteuer entsprechende Beträge zurück!

      3. Beachten Sie bei Ihrer Überlegung die viel wichtigeren Kriterien der Geldanlage: Rendite, Flexibilität und Verfügbarkeit.
      Mit einem ETF-Sparplan sind Sie dabei wesentlich besser dran als mit einer "Nettorentenversicherung". Am besten wäre es, wenn Sie sich jeden Monat bei ein paar Aktien weltweit agierender Großkonzerne zulegen. Damit sparen Sie sogar die Kosten des ETF und fahren unterm Strich nicht schlechter.