ETFs regelmässig verkaufen

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    • ETFs regelmässig verkaufen

      Ich glaube zwar, dass das Thema schon ähnlich diskutiert wurde aber dennoch möchte ich es nochmals zur Diskussion stellen.

      Aktuell sind die meisten Indices weiter am steigen und entsprechend guten Gewinn hat mein MSCI World ETF gebracht. Gibt es denn Berechnungen, ob es sinnvoll ist bei z.B. 10% Gewinn den gesamten ETF zu verkaufen und den Sparplan aber unverändert oder evtl. mit erhöhter Sparrate weiter zu besparen?
      Meine Überlegung dahinter ist, dass "zwangsläufig" die Kurse auch wieder nach unten gehen werden und man dann mit dem bisher erwirtschafteten Gewinn mehr Anteile des ETF kaufen kann.

      Ich hoffe mich in meiner Überlegung nicht zu kompliziert ausgedrückt zu haben.
      Und ich kenne natürlich die Faustregel, dass man eher verliert, wenn man zu oft kauft/verkauft...
    • Wenn du einen wirklich langfristigen Anlagehorizont hast, machen solche Aktivitäten in meinen Augen keinen Sinn. Und bei Kursgewinnen von 10 oder 20 Prozent schon gar nicht. Anders sieht es aus, wenn man zB in engen Märkten oder bei einer kleineren Spekulation mal 100 Prozent Gewinn macht, dann kann man guten Gewissens verkaufen.

      Es gibt Fonds, die in einer gewissen Weise deinen Denkansatz umsetzen. Die Strategie lautet, immer eine konstante Quote von Aktien und Anleihen zu halten. Angenommen, die Quote wird mit 50:50 definiert. Laufen die Aktienmärkte fulminant gut, werden regelmäßig Aktien verkauft und in Anleihen umgeschichtet. Laufen die Aktienmärkte sehr schlecht, werden regelmäßig Anleihen verkauft und in Aktien umgeschichtet. Ziel ist, zB bei einem vierteljährlichen Re-Balancing die Quote immer bei 50:50 zu halten. Langfristig führt das dazu, dass du Aktien in steigenden Märkten verkaufst und in fallenden Märkten kaufst. Also genau die Methodik, die beim Cost-Average-Effekt zu guten Ergebnissen führt.

      Ein Fonds, der das mit der Quote 30:70 seit vielen Jahren erfolgreich macht, ist der Kapital Plus von der Allianz:


    • Bin mir nicht sicher auf welche Frage, hatte dazu schon mal geantwortet:

      Die Überlegung sagt ja, dass ein ETF-Anteil, der heute 100 Euro kostet, zu einem späterem Zeitpunkt nur noch 80 Euro kostet. Das Problem ist dabei, dass es eben auch 120 Euro sein könnten, d.h. dass der vermeintliche Vorteil des billigeren nachkaufens sich in den Nachteil des Nicht-Teilnehmens an Wertsteigerungen wandelt.

      Grundsätzlich werden diese Timing-Überlegungen hier in der Community abgelehnt. Ich habe mal versucht ein einfaches System zu zimmern, das anhand des Schnittpunkts von SMA50 und SMA200 Einstiege und Ausstiege bestimmt. Das funktioniert für den DAX ganz gut, beim MSCI-World auf Dollar bedingt und auf Eurobasis aufgrund des Sondereffekts der Euro-Abwertung der letzten Jahre eher nicht.

      Hier das Chart für den MSCI auf Dollar mit SMA38 comdirect.de/inf/indizes/detai…01.1999&timeSpan=range&e&

      Man sieht dass das bei den großen Drawdowns ganz gut funktioniert hat, es aber auch Fehlsignale gibt.

      Folgerungen:
      Wenn man das macht muss man wie immer genau wissen was man tut und auch welche Risiken man eingeht.
      Es ist aktives Beobachten und Handeln angesagt, jenseits von den Methoden von FInanztip
      An den aktuellen SMA-Ständen im Vergleich zum Kurs kann man ablesen, dass erst mal rund 10% Kurverlust auftreten müssen bevor überhaupt ein Signal erscheinen kann.
    • @Oekonom letzten Endes nehme ich kein echtes rebalancing vor, sondern möchte davon profitieren die Gewinne in Form einer um x% erhöhten Sparrate wieder zu investieren. Oder liegt hier ein Denkfehler vor?
      Danke für den Hinweis mit dem Kapital Plus - finde ich auf jeden Fall spannend und werde den zukünftig beobachten.

      @Kater.Ka Dann wäre zumindest noch die Frage, ob man "frei Schnauze" z.B. bei Höchststand - 15% seine Sparrate erhöht, wenn man der ganzen Theorie zu Grunde legt, dass früher oder später jeder Höchststand wieder übertrumpft wird.
    • guemue schrieb:

      z.B. bei Höchststand - 15% seine Sparrate erhöht,
      Wäre ein Plan, da man damit überproportional bei niedrigen Kursen kauft. Allerdings wenn ich den Chartverlauf anschaue hätte man das ziemlich oft gemacht. 2001-2006 und 2008-2011 und mal kurz Anfang 2016. Ist das wirklich das was Du willst? Wahrscheinlich kommt mann doch eher mit einem Ansatz voran im Aufschwung mehr zu kaufen und im Abschwung diesen Mehr-Teil dann mit Gewinn zu verkaufen. Das ist die oben von mir beschriebene Idee.
    • Es soll auch eher ein Gedankenspiel sein. Die 15% waren auch nur beispielhaft. Man müsste den Chartverlauf analysieren und sich dann auf einen Prozentsatz festlegen. Dann entsteht aber wieder das Problem, dass man von vergangenen Kursverläufen auf die Zukunft spekuliert.
      Das alles bedeutet dann natürlich Arbeit und Kosten bzw. man braucht überhaupt genug Kapital zum Investieren und die Frage, ob es sich am Ende lohnen wird.
    • Hallo hier auch noch meine Erfahrungen.
      Grundsätzlich ist es schon gut, mal Gewinne mitzunehmen.
      Zum Kapital Plus, den habe ich im vergangenen Jahr verkauft, weil mir die langjährige Rendite zu schlecht war. Habe mir dafür ETF-Welt und ETF-USA gekauft.
      Um den Nachteil nicht dabei zu sein zu vermeiden, mache ich Fondstausch.
      Grundsätzlich bin ich eher zögerlich beim Mitnehmen von Gewinnen. Ich muß ja mit meiner NVB immer darauf achten nicht in die Steuer zu kommen. Dadurch habe ich auch in negativen Jahren noch genügend Buchgewinne um meinen Steuerfreibetrag aufzufüllen.
      Gewinnmitnahme zu verschieben kann sich auch lohnen, wenn das Rentenalter in Sicht ist.
      Gruß

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