Quo vadis Kapitalmärkte

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    • winter schrieb:

      Würdet Ihr dieses auch für Fondsparpläne - so unterschreiben ?
      In Ignoranz des :) :

      Es ist eine Glaubensfrage. Wenn ich z.B. sage ich investiere solange der Kurs > EMA200 ist wäre beim DAX noch Platz. Andererseits ist die Bewertung sehr hoch, in USA noch stärker als Europa.

      Insofern würde ich keine großen Block-Investments machen, einen Sparplan so in 1% des Vermögens p.m. würde ich trotzdem laufen lassen. Wie oben geschrieben lasse ich bei mir im kleinen Maßstab wieder anlaufen, da ich beim Verrotten auf Tagesgeld nicht dauerhaft zuschauen möchte,
    • Wunderbar, was für eine lebhafte Diskussion hier jetzt haben.

      Ich glaube jeder hat hier seine Anlagestrategie und dafür ist das Forum doch da, dass man die ein oder andere Meinung anderer Aktieninvestoren nachlesen kann und das eventuell als zusätzlichen Punkt in seine eigene Entscheidungsfindung mit einbezieht.
      Ich finde nur man sollte nicht erwarten, dass die Mitforisten immer die eigene Überzeugung teilen.

      Was aber ein ganz wichtiger Punkt ist - was ja korrekterweise auch ein wichtiger Punkt der Argumentationskette von @Oekonom ist - und das sieht man im Guten und im Schlechten, dass man bei der Börse nie die subjektive Komponente ausblenden darf. Ob man das nun Trump Effekt, Deeffekt oder sonstwie nennt ist ja wurschd.
      Wenns einmal nach oben geht wollen alle mit, wenns mal nach unten geht wollen alle raus. Wohl dem der es da schafft antizyklisch zu handeln.
      Ich habe es auch schon geschafft Buchverluste auszusitzen. Ich glaube wenn man keine chinesischen Energieversorger oder Startups kauft sondern "Standardtitel" kann man die Taktik auch getrost fahren. Das darf aber gerne jeder anders sehen. Den großen Kurzfristgewinn habe ich an der Börse nie gemacht und auch nie gesucht. Dafür sind fast alle meiner Titel nie komplett abgestürzt und haben sich immer wieder erholt.

      Von daher fällt es mir leicht zu den Daueroptimisten zu gehören. NEMAX Crash etc davon war ich nie betroffen.

      Ich fahre die Taktik ETF Sparplan monatlich / größere Einzelkäufe in ETFs in Einbruchsphasen und ansonsten regelmäßiger Kauf von "Standard"-Einzeltiteln (beispiele: P&G, Stryker, McDonalds, Nestlé), die mancher langweiliig finden wird. Wenn möglich natürlich in Niedrigkursphasen, was mir aber wie schon öfters gesagt selten perfekt gelungen ist.
      Wie gesagt wollte ich dieses Jahr gar nicht investieren bis zum "großen Rücksetzer". Aber wie Ihr ja lesen konntet ist es mir nicht gelungen.

      Von allem anderen (Optionen, Shorts, Longs, Terminzeugs etc.) halte ich mich grundsätzlich und strikt fern.

      Wäre mal interessant wie Ihr es macht. Ich lasse gerne mal fremden Input auf mich wirken, dass ist ja das schöne an diesem Forum und Euch Mitbörsianern :)
    • Mir gefällt diese Diskussion auch sehr gut.

      Ein Gesichtspunkt, der von Nicht-Aktien-Anlegern möglicherweise häufig übersehen wird, ist die Entwicklung im Zeitablauf.

      Ich lege schon sehr lange in Aktien an. Und seit 2007 verwalte ich mein Portfolio mit der gleichen Software.
      Deswegen konnte ich mal zwei Beispiele nachschauen, die die zeitliche Entwicklung - wie ich meine - sehr gut illustrieren.

      So habe ich z.B. SAP erstmals 2007 gekauft. Damals lag der Kurs bei 38 €.
      2008 ging es runter, so dass ich zu 28 € und sogar zu 25 € nachkaufen konnte.
      Insgesamt ergibt sich für mich ein durchschnittler Einstandskurs von knapp 29 €.

      Zusätzlich habe ich seither insgesamt pro Aktie 7,23 € an Dividenden erhalten.
      Wenn man diesen Rückfluß noch berücksichtigt, sind "eigentlich" nur knapp 22 € unter Risiko.

      Heute notiert SAP bei 90 €.

      Ein anderer Wert - mit kürzerer Historie - ist Stryker.
      Da habe ich die ersten Aktien im Dezember 2012 gekauft.
      Der Kurs war 53,29 $.

      Später habe ich dann noch nachgekauft, so dass sich der durchschnittliche Einstandskurs bei 59,15 $ liegt.
      Die Dividenden, die in den folgenden Jahren zugeflossen sind belaufen sich auf 5,96 $.
      Das wiederum abgezogen ergibt also ein "riskiertes Kapital" von etwas mehr als 53 $.

      Kurs von Stryker heute liegt 138 $.

      Wenn ich mein gesamtes Portfolio anschaue, gibt es durchaus sehr viele Werte, bei denen die Proportionen ähnlich sind.
      Zumindest gilt das für die Aktien die ich schon vor ein paar Jahren gekauft habe.

      Und das verschafft mir eine große Gelassenheit. Sollte es irgendwann wirklich zur "großen Korrektur" kommen, werde ich nicht panisch alles verkaufen, sondern gelassen abwarten, bis es wieder nach oben geht.

      SAP-Software wird nach meiner Einschätzung noch einige Jahre nachgefragt werden. Und auch die orthopädischen und chirurgischen Implantate von Stryker werden sicherlich nicht von heute auf morgen unverkäuflich werden. Wie die Börse läuft und wo gerade der Index steht, ist für solide und gut geführte Unternehmen völlig egal.
    • Hallo Leute, ich bin neu im Forum aber seit langem schon im Aktiengeschäft. Ich investiere meistens in Blue Chips und selten in Mittelstandsaktien. Bis zum Dieselskandal von VW war ich überzeugt, dass die Aktien von Grosskonzernen eine absolut sichere Geldanlage darstellten. Der Absturz der VW Vorzüge auf 80,- Euro hat mich hart getroffen. Und es geht sehr langsam aufwärts. In diesem Fall kann man den Absturz nicht einfach aussitzen, es zehrt an den Nerven erheblich.
    • Hallo @Wombat

      Wombat schrieb:

      Hallo Leute, ich bin neu im Forum aber seit langem schon im Aktiengeschäft. Ich investiere meistens in Blue Chips und selten in Mittelstandsaktien. Bis zum Dieselskandal von VW war ich überzeugt, dass die Aktien von Grosskonzernen eine absolut sichere Geldanlage darstellten. Der Absturz der VW Vorzüge auf 80,- Euro hat mich hart getroffen. Und es geht sehr langsam aufwärts. In diesem Fall kann man den Absturz nicht einfach aussitzen, es zehrt an den Nerven erheblich.
      Nur kurz:
      1) Per definition kann eine Aktie keine sichere Geldanlage sein, siehe hier:

      wiwo.de/finanzen/geldanlage/wi…eberhaupt/19560754-2.html

      Datenbeobachtung seit 1989 mit dem Resultat, dass man in mehr als 95% der Käufe an einem beliebigen Tag von Coba, RWE oder Deutsche Bank im Zeitablauf einen Verlust von mindestens 30% erleidet. Tolle sichere Großkonzerne.

      2) Zum Thema Timing und warten auf den Rücksetzer: Kann gefährlich sein, siehe hier, das Renditedreieck.

      halbwissen.freier-parkplatz.de/#post10

      Vorsicht, gilt nur für Indexe! Wenn ich da an Deutsche Telekom AG mit Kauf zu 100 Euro anno Neuer Markt denke...Da komme ich auch mit 17 Jahren Popeldividende und Kurs heute bei 16 Euro nicht hin. Deshalb schlechte Investments rechtzeitig und im Zweifel zu früh entsorgen, als ewig an Krampen festzuhalten.

      3) Quelle ist ein Fondsmanager, der seinen eigenen und sehr tiefgründigen Finanzblog betreibt (halbwissen.freier-parkplatz.de) und weiterhin auch ein gutes wikifolio-Zertifikat managt, freier-parkplatz.de. Der hält zumindest die Schwankung des Zertifikats ganz gut im Griff.
      :thumbup:
    • Quo vadis Finanzmärkte? Eine umfassende Prognose für 2017

      Die politische Weltlage weist einige Baustellen auf. In der Eurozone ist Italien aufgrund der immensen Verschuldung schon lange zum Problemkind geworden. Hinzu kommt die Angst der Finanzmärkte, dass die Notenbanken ihre leisen Ankündigungen auch wahr machen könnten. Robert Halver holt zum Rundumschlag aus…

      -> cashkurs.com/kategorie/aktienw…sende-prognose-fuer-2017/
    • Oekonom schrieb:

      Quo vadis Finanzmärkte? Eine umfassende Prognose für 2017


      -> cashkurs.com/kategorie/aktienw…sende-prognose-fuer-2017/
      Oh nein, bitte nicht den Dirk Müller alias Mr. DAX auspacken. Der ist schlecht. Also ernsthaft! Als Fondsmanager nicht zu gebrauchen. Ich beurteile die Finanzheinis ja nicht nach aussehen oder ihren Prognosen oder sonstwas, sondern nur nach der Leistung in der Disziplin Geldvermehrung. Und sind sind Dirk Müller und Prof. Max Otte einfach nur mies. Die mögen ja als Talkshow-Gäste für reichlich Unterhaltung sorgen, aber mein Geld sehen die nicht!

      faz.net/aktuell/finanzen/aktie…dArticle=true#pageIndex_2

      Die Prognosen vom Halver lesen sich ja zumindest ganz nett, helfen mir aber nicht beim Investieren. Nochmals: BIP Wachstum in der Örezone oder China oder sonstwo hat keine ISIN!
    • Aktienmarkt: Die 10 gefährlichsten Wochen haben begonnen
      -> dasinvestment.com/vermoegensve…ium=email&utm_content=red


      Kaldemorgen befürchtet Börsenbeben wegen "Dieselgate"
      Deutsche Autobauer haben sich mit dem Vortäuschen falscher Abgaswerte international diskreditiert und hinken mit ihrem Festhalten am Verbrennungsmotor ohnehin der Zeit hinterher, sagt Deutsche-AM-Starmanager Klaus Kaldemorgen. Er rechnet mit weiteren Strafaktionen – auch vonseiten der Investoren.

      -> fondsprofessionell.de/news/ueb…-dieselgate-135669/ref/2/
    • Ich finde es immer wieder begeisternd, wie hemmungslos Zeitebenen durcheinander gebracht werden. Wer langfristig (> 7-10 Jahre) investiert und davon ausgeht, dass Rücksetzer langfristig wieder ausgeglichen werden, für den ist tatsächlich jeder Tag Kauftag.

      Geht man auf eine kürzere Zeitebene sieht man: Es gibt statistisch ein Sommerloch und eine Jahresendrally. Ob das in einem konkreten Jahr genau so ist weiß man erst hinterher. Ich persönlich habe mit dieser Zyklik überwiegend gute Erfahrungen gemacht, der tatsächliche Nutzen ist jedoch beschränkt.

      Aktuell korrigiert der DAX schön und wird statistisch noch einige Hundert Punkte weiter fallen. In USA fehlt die Korrektur noch, die wird dann im Oktober kommen.

      In 2017 habe ich bis jetzt im wesentlichen nur umgeschichtet und kaufe jetzt wieder von Juli bis November zu. Ob das Sinn macht sehe ich vielleicht in einem Jahr.

      Wer eher trading-orientiert unterwegs ist und auf "sell in may" gesetzt hat liegt beim MSCI World in Euro und beim Dax rund 2% im Plus, hat dabei aber das DAX-Allzeithoch verpasst.

      Am Ende bleibt bei mir ein mulmiges Gefühl wie stabil oder labil der Markt tatsächlich ist in Hinsicht auf die Begrenzung der expansiven Geldpolitik.
    • Es gibt eine empirisch belegte Strategie immer in den Wintermonaten (Okt - Mrz) investiert zu sein und in den Sommermonaten nicht. Langfristig war das deutlich besser, als buy and hold. Eine DAX-Auswertung zu diesem Thema:


      Hier noch eine sehr aufschlußreiche Berechnung dazu:
      boerse-online.de/nachrichten/m…ommerphaenomen-1001213333

      und hier noch ein Chart-Vergleich:
      comdirect.de/inf/indizes/detai…electedBenchmarks=true&e&

      und dann noch die Beschreibung vom Index: google.de/url?sa=t&rct=j&q=&es…WoCu9EPMRDHYUx_BLsKQ5Q8fQ