Was tun mit zu teurer Riester-Rentenversicherung?

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    • Was tun mit zu teurer Riester-Rentenversicherung?

      Hallo zusammen,

      mein Mann hat eine fondsgebundene Riester-Rentenversicherung, die sich nun als sehr teuer herausstellt. Allerdings haben wir die besonders teuren ersten 5 Jahre schon hinter uns. Aktuell liegt der Wert unter den eingezahlten Beiträgen plus Fördergeldern, also unter dem garantierten Betrag am Ende der Laufzeit. Parallel haben wir einen ETF Sparplan, auf den wir etwas mehr einzahlen als in den Riestervertrag.

      Ich bin mir unsicher, wie wir mit dem Vertrag umgehen sollen. Ganz kündigen ist ja wegen der Rückzahlung der Förderung nicht sinnvoll.

      Meine Idee: Beitragsfrei stellen und warten bis der Wert des Kapitals im Riestervertrag wieder im Plus ist, also höher als die Garantiesumme aus Beiträgen und Förderung. Dann in einen günstigeren Fondssparplan wechseln (ich hab da fairr.de im Auge) und dort weiter die Beiträge einzahlen.
      Vorteil: Wir erhöhen die Garantiesumme, weil im neuen Vertrag ja diese komplette Einmalzahlung garantiert werden muss. Und: Fairr wird ja erst ab einem Betrag über 10.000 Euro richtig günstig.

      Alternative: Für immer beitragsfrei stellen, auf die Förderung verzichten (wir verdienen gut und haben bisher keine Kinder) und dafür mehr in den ETF-Sparplan zahlen. Allerdings zahlen wir dann weiterhin die hohen Kapitalverwaltungskosten. Falls mal Kinder ins Spiel kommen könnten wir den Vertrag wieder besparen oder dann den Anbieter wechseln.

      Was wäre eure Empfehlung?
      Sind meine Überlegungen richtig oder habe ich da einen Denkfehler drin?
    • Hallo @Anlegerin123,

      solche Überlegungen habe ich auch angestellt im vergangenen Jahr.
      Mein Vorgehen:
      1) Ich habe in die Prognosetabelle meiner Riesterversicherung geschaut. Da stand sinngemäß "In 30 Jahren haben Sie 50.000 Euro eingezahlt, wenn der Aktienmarkt um 3% gestiegen ist, ist Ihr Kapital 80.000 Euro Wert". Super hab ich gedacht, bis ich auf zinsen-berechnen.de den realen Zins meiner Anlage berechnet habe: ca. 1 % (Achtung: Zahlen bitte nicht nachrechnen, ist nur ein Beispiel, ich hab keine Zeit ein reales Beispiel mit stimmiger Rechnung zu kreieren).
      2) Die Diskrepanz zwischen den 3% am Aktienmarkt und den 1% in meinem Riester rührt einmal von den Kosten, ganz stark aber auch davon, dass mein eingezahlter Beitrag zu kleinem Teil (sagen wir 30%) in Fonds angelegt wird, der Rest geht in festverzinsliche Papiere als Sicherungskapital. Das bringt aktuell ca. 0 % und schmälert die Gesamtrendite.
      3) Ich habe mir ausrechnen lassen, was mich die Kündigung meines Riesters kostet. Von 10.000 Euro Kapital hatte ich ca. 1000 Euro verlorene Kosten, 1000 Euro Riesterzulage und 1000 Euro Steuererstattung. Bekam also 7000 Euro raus.
      4) Jetzt bin ich hergegangen und hab gerechnet. Konservativ rechne ich mit 3% Rendite am Aktienmarkt. Meine 10000 Euro im Riester verzinsen sich also mit 1%, lege ich in einen ETF an verzinst er sich mit 2,8% (bei angenommenen ETF Kosten von 0,2%). Jetzt ist die Frage, ab wann es sich lohnt 7000 Euro zu 2,8% statt 10000 Euro zu 1% anzulegen. Bei mir ging die Rechnung auf.
      5) Angenommen Sie legen den Vertrag still, mit wieviel Rendite rechnen Sie auf die 10.000 Euro? Ich habe mit 0,2% gerechnet. Welchen Zinssatz bräuchten Sie, um mit der Entnahme der 7000 Euro und Anlage am Aktienmarkt, einen Break Even zu erreichen, das heißt im Rentenalter gleich viel Kapital zu haben? Bei mir kam da eine irrwitzig geringe Zahl raus, sagen wir 0,8% in der ETF Anlage (7000 Euro) schlägt 0,2% im Riester (10000 Euro) über 30 Jahre.

      Letztlich stecken hier jede Menge Annahmen drin. Der Aktienmarkt kann 1% bringen oder 10%, der Riester kann 0% bringen oder 10%. Ich versuche mich einer wahrscheinlichen Lösung zu nähern, in dem ich den bestmöglichen, den schlimmstmöglichen und den Mittelfall berechne. Wenn dieselbe Lösung (zB für immer beitragsfrei stellen) in allen drei Varianten das Optimum darstellt, fällt die Lösung leicht. Ansonsten muss man überlegen, wie wahrscheinlich es ist dass, xyz eintritt.
    • Anlegerin123 schrieb:


      Meine Idee: Beitragsfrei stellen und warten bis der Wert des Kapitals im Riestervertrag wieder im Plus ist, also höher als die Garantiesumme aus Beiträgen und Förderung. Dann in einen günstigeren Fondssparplan wechseln (ich hab da fairr.de im Auge) und dort weiter die Beiträge einzahlen.
      Vorteil: Wir erhöhen die Garantiesumme, weil im neuen Vertrag ja diese komplette Einmalzahlung garantiert werden muss. Und: Fairr wird ja erst ab einem Betrag über 10.000 Euro richtig günstig.

      Alternative: Für immer beitragsfrei stellen, auf die Förderung verzichten (wir verdienen gut und haben bisher keine Kinder) und dafür mehr in den ETF-Sparplan zahlen. Allerdings zahlen wir dann weiterhin die hohen Kapitalverwaltungskosten. Falls mal Kinder ins Spiel kommen könnten wir den Vertrag wieder besparen oder dann den Anbieter wechseln.

      Was wäre eure Empfehlung?
      Sind meine Überlegungen richtig oder habe ich da einen Denkfehler drin?
      Wenn die Kapitalverwaltungskosten bei deinem jetzigen Anbieter so hoch sind und die Förderquote (da ohne Kinder) nicht so hoch ausfällt würde ich eine Mischung deiner beiden Alternativen in Betracht ziehen:

      Vertrag beitragsfrei stellen und in einen neuen Vertrag mit geringen/keinen Kapitalverwaltungskosten förderunschädlich übertragen und dort ebenfalls beitragsfrei stellen. Mit dem Übertrag kann man je nach Erwartungen an den Kapitalmärkten auch noch etwas warten, um die Garantiesumme zu erhöhen, wie du es ja erwähnt hast (wobei ich persönlich nicht zu viel erhoffen würde). Wenn sich die persönliche Situation ändert, kann man ihn durch Einzahlungen wieder aufleben lassen.

      Wie hoch sind denn die jährlichen Kapitalverwaltungskosten genau?

      Viele Grüße,
      Pascal
    • Hallo,
      ich habe auch einen fondsgebundenen Riester abgeschlossen. Nach ein paar Jahren habe ich genauer nachgerechnet und war nicht zufrieden mit den prognostizierten Ergebnissen.

      Den fondsgebundenen Riester habe ich deswegen ruhend gestellt.
      Von der Versicherungsgesellschaft bekam ich Informationen darüber, wie hoch voraussichtliche Rente sein wird, sollte der Vertrag weiter ruhend gestellt bleiben. Mir wurde auch der aktuelle Rückkaufwert genannt.

      Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass ich den Vertrag nur innerhalb von sechs Monaten zu den alten Konditionen weiterführen kann, danach gälten für eine Fortführung andere Konditionen - interessant, das wusste ich noch nicht. Aber OK.

      Ich werde bei der Versicherung noch erfragen, welche Kosten bei einer Übertragung des Guthabens in einen anderen Rieservertrag abgezogen werden und wie hoch das übertragbare Guthaben voraussichtlich sein wird.

      Damit sollte ich hoffentlich einschätzen können, ob ich den Vertrag besser weiter ruhend stelle oder das Guthaben in einen anderen Vertrag übertrage.
      Es wird spannend, ob die Berechnungen der von mir ausgewählten Anbieter vergleichbar sind... Bestimmt stecken die Unterschiede im Detail.

      Viele Grüße
      erdnuss
    • Ist es eigentlich allgemein unbekannt, dass bei Riester die eingezahlten Beiträge und Zulagen garantiert sind?

      Natürlich sind die ausgewiesenen kalkulierten Kosten schon relevant, weil das ja ggf. mögliche Überschüsse beeinflusst!

      "Wer eine Riester-Rente abgeschlossen hat, kann sich trotz turbulenter Entwicklungen an den Märkten relativ entspannt zurücklehnen. Zu Rentenbeginn ist der Anbieter verpflichtet, die Einzahlungen sowie die Zulagen auszuzahlen. "Ein großer Kapitalverlust ist somit ausgeschlossen", sagt Andreas Gernt, Altersvorsorge-Spezialist bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Kapitalgarantie gilt für alle Riester-Sparer - ganz gleich, ob sie einen Fonds-, einen Banksparplan, eine Versicherung oder einen Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen haben."

      Quelle WELT

      Man sollte also gleich den richtigen Vertrag abschließen und zwar in dem man die wirklich relevanten 6 Riester Punkte beachtet!

      Unterwegs reinschauen ist da manchmal nicht ganz so schlau!
    • Das Thema will ich der Stelle noch einmal von einer anderen Seite beleuchten.

      Derzeit bespare ich einen Riestervertrag in Form eines Banksparplanes bei der Sparda-Bank. Da ruft nicht nur Homer Simpson "Laaangweilig!", aber bei der Altersvorsorge geht es mir um die Sicherheit. Für die Spannung gibt es das Casino.

      Mit dem Produkt bin ich momentan ganz zufrieden, auch wenn mir die Bank geschrieben hat, dass der Leitzins so niedrig ist, dass ich eigentlich einen negativen Zinssatz hätte, man aber aus purer Nächstenliebe den Zinssatz knapp über Null hält.

      Wenn ich als "Rendite" nicht nur das Zahlenwerk sehe, dass mir einmal jährlich zur Verfügung gestellt wird, sondern meine Pulsfrequenz, wenn ich zwischendurch an den Vertrag denke, dann kann ich zufrieden sein.

      Andere wären an meiner Stelle vielleicht nicht so zufrieden, aber für mich ist es okay.

      Außerdem habe ich mein Lehrgeld in Sachen Riester bereits gezahlt. Habe mit einer klassischen
      Rentenversicherung angefangen, bin dank eines "Finanzvampirs" zu einer fondsgebundenen Rentenversicherung gekommen und habe mich dann zu meinem derzeitigen Vertrag durchgerungen. Alles in allem nicht gerade der Idealverlauf. :S
    • Lieber Referat Janders,

      das Ergebnis des Banksparplanes wird in der Garantie in der Ansparphase nicht besser sein, als die fondsgebundenen Rentenversicherung des Versicherers.

      Der große Nachteil des Banksparplanes wird sich offenbaren, wenn die Rentenphase beginnt. Dann kann die fondsgebundenen Rentenversicherung sogar besser sein, wenn er bereits heute garantierte Rentenfaktoren beinhaltet.

      Rein fiktiv können der Banksparplan aber bei Vollendung des - z. B. 67. Lebensjahres - dann auch besser sein. Fiktiv! Also, wenn man dann aktuell höhere Rentengarantien je 1000 Euro bekommt.

      Der Fehler ist in der Regel, dass die Phase der Auszahlung nicht bedacht wird. Hier gibt es viel zu beachten. auch beim Übergang von Ansparung und Auszahlung und dann noch einmal mit 80/85.

      Richtig ist aber, dass man verschiedene Möglichkeiten hat, dass die passende immer die richtigere Möglichkeit ist und es auch sogenannte Nettopolicen gibt sowie richtig gut konstruierte Rentenversicherungsprodukte.

      Finanzvampir konnte ich jetzt nicht finden - was ist das und wo ist das geregelt?

      Eine weitere Frage: hatten Sie sich den Vermittler selbst ausgesucht?
    • Ich merke gerade, wie sich meine gute Laune verflüchtigt, während ich über die Geschichte nachdenke und mich frage, wie ich da reingeraten bin.

      Sagen wir so, ich bin an den unehelichen Sohn von Maschmeyer und Göker geraten und zwar über eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis. :cursing:

      Mit der heutigen Situation bin ich zufriedener. Ich lasse mir die Rendite lieber vom Verhältnis Zinsen/Inflation zerschießen als von irgendwelchen Gebühren. Ist vielleicht nicht wirklich besser, fühlt sich aber besser an. :D
    • OK, also ein Mitarbeiter eines strukturierten Versicherungsvermittlung Vertriebes.

      Es ist halt relevant, dass man sich schon einmal die mühe macht, jemanden auszusuchen, der einen in Fragen von Versicherungen und Finanzanlagen berät und die Produkte vermittelt.

      Es ist aber so, dass eingezahlten Beiträge und Zulagen am ende da sind und zwar zu 100%.

      Hinschauen, sich ärgern und verändern sind Strategien, die zur Geldvernichtung führen.

      Es gibt aber zu bedenken, dass der Banksparplan immer eine Überraschung bereit hält: Die Kosten und Gebühren beim Übergang in die Rentenphase! spätestens für die Rente ab 85 muss die Bank eine Versicherung nachhalten, die mit Einmalbeiträgen aus dem Vermögen bezahlt wird.

      schlemann.com/riester-banksparplan/

      finanztip.de/riester/

      softfin.de/produkte/softfin-riester/

      Wenn der eingezahlte Beitrag und die Zulagen garantiert sind, dann sind die Kosten in der Sparphase irrelevant - machen also nur dann einen Unterschied wenn die Gewinne und Überschüsse ansonsten gleich sind.

      Da sind nun einmal bestimmte Rentenversicherungen die auf Fonds- oder ETFs basieren nun einmal richtiger.

      Wichtig sind:

      1. möglichst niedrige Kosten, möglichst Nettopolicen.

      2. garantierte Rentenfaktoren für Garantie- und Vertragsguthaben.

      3. garantierte Rechtsgrundlagen auch nach Beitragspausen

      4. variabler Rentenbeginn bei gleichen Rechtsgrundlagen

      Welche Kosten garantiert Ihnen die Bank? welchen Rentenfaktor? Was kostet die Rentenversicherung ab 85. Lebensjahr?
    • @Lange Oog. Ich habe mich immer gefragt, wie sich die Versicherer wohl die Beitrags-/+ Zulagengarantie bezahlen lassen. Einerseits ist das ein starkes politisches Instrument a la "euer Geld ist sicher". Das lieben wir Deutsche. Andererseits ist das aber auch Augenwischerei. Bei 1% Inflation über 40 Jahre ist der reale Verlust der Anlage gewaltig.

      Für mich habe ich entschieden, dass ich nicht glaube über 40 Jahre Geld zu verlieren. Das schließt allerdings ein, nach 30 Jahren für den Aktienanteil sorgfältig umzuschichten. Natürlich "kann" ich 39 Jahre eine schöne Rendite einfahren und dann krachts und der Wert bricht ein, darauf sollte ein Rentner es nicht ankommen lassen.

      Was die Zulage angeht, hätte ich über 40 Jahre nur die Elternzulage bekommen. 6000 Euro plus Erhöhungen. Das ist ein Betrag, der mir nicht so wichtig ist, wenn andererseits die Kosten meines Riesters so hoch sind.

      Meine Frau bekommt die Zulage von 2+x Kindern. Das rechnet sich ganz anders und an ihrem Riester halte ich fest.

      Noch eine Annekdote am Rande. Wir haben/hatten beide unsere Riesterversicherung bei der Allianz. Ihre von 2012 konnte man irgendwann auf einen ETF umstellen, meine aus 2008 blieb bei aktiven Fonds. Dafür habe ich null Verständnis, abgesehen davon dass wir sicher alle gern unser Einkommen aufbessern.
    • Noch zum Bezahlen der Garantie. Ein Großteil der Einzahlungen (bei mir damals 70%) legt die Versicherung in festverzinsliche Anlagen an. Nur der kleinere Teil ging bei mir in Aktien. Das reale Risiko der Versicherung ist also auf den Aktienanteil begrenzt. Gleichzeitig ist auch die Chance auf Rendite auf den Aktienanteil begrenzt. Hinzu kommen die Kosten, die vergleichsweise hoch sind sieht man mal von zB Fairriester ab.

      Insgesamt also die Frage: Braucht man die Garantie? Und was kostet sie?
    • Anlegerin123 schrieb:

      ...
      Was wäre eure Empfehlung?
      Sind meine Überlegungen richtig oder habe ich da einen Denkfehler drin?
      Ganz generell solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass Du eine Versicherung abgeschlossen hast und keinen Sparvertrag.
      Versicherungen sichern gegen Risiken ab. Das Risiko lautet hier "deutlich überdurchschnittlich lange Lebenszeit". Das ist der Deal und nichts sonst!
      Die Frage ist: Will man das?

      Von dem Renditetrip muss Du da einmal wegkommen. Du fragst ja auch nicht, wieviel Rendite Dir Deine Kfz-Teilkaskoversicherung bisher gebracht hat.
    • Lange Oog schrieb:


      Natürlich sind die ausgewiesenen kalkulierten Kosten schon relevant, weil das ja ggf. mögliche Überschüsse beeinflusst!

      Genau darauf wollte ich hinaus. Die Überschüsse werden durch die Kosten geschmälert. Und weil ein "Riester" normalerweise recht lange läuft, werden mit recht hoher Wahrscheinlichkeit auch Überschüsse erwirtschaftet werden. Vermutlich können die Kosten in voller Höhe erwirtschaftet werden - warum sollte ich also nicht auf die Kosten achten? Ersparte Kosten sind in diesem Fall mein Gewinn. Natürlich müssen alle Kosten über die gesamte Laufzeit beachtet werden, wie von @Lange Oog erwähnt. Also nicht nur die Kosten in der Ansparphase, sondern auch später bei der Verrentung des Kapitals. Aber bei den zeitlich später auftretenden Kosten muss ein Zinsvorteil gegen gerechnet werden. Das macht es leider nicht einfacher beim Vergleichen. :(

      Lange Oog schrieb:


      Es ist halt relevant, dass man sich schon einmal die mühe macht, jemanden auszusuchen, der einen in Fragen von Versicherungen und Finanzanlagen berät und die Produkte vermittelt.
      Ich möchte zu dieser Aussage "unabhängig" und "kundenorientiert" hinzufügen. Weil einen Verkäufer finde ich ganz schnell und an jeder Ecke.
      Ich bin in vielen Bereichen deswegen lieber "Selbstversorger".

      Viele Grüße
      erdnuss
    • Liebe erdnuss,

      Deswegen hatte ich auf Kosten hingewiesen und ja darauf muss man achten, aber man muss auch auf alle Kosten achten. In Bank- und Fonds-Sparplänen gibt es bei Beginn der Rentenphase Kosten und Kostenrisiken, die Vorne nicht thematisiert werden.

      Und die Wirkung setzt Überschüsse voraus.Es ist also unsere gemeinsame Meinung, dass es relevant ist, nur das ich es differenzierter betrachte, vor allem wenn öffentlich ständig fehlerhaft und vordergründig über Kosten diskutiert wird. Dann müssten wir bei Riester Bank- und Fondssparplan die Kosten für die lebenslange Rentengarantie bitte noch berücksichtigen, die bei einer Versicherungslösung bereits enthalten sind.

      Zum Thema "unabhängige Beratung" ist der "Verkäufer" oder korrekter "Vermittler" nicht das gute Beispiel.

      Es gibt unabhängige Beratung im Bereich Versicherung und auch im Bereich Finanzanlagen und dann gibt es Verträge, wo keine mittelbaren oder unmittelbaren Abschluss- und Betreuungskosten anfallen. Man sucht sich einen Versicherungsberater oder einen Honorar-Finanzanlagenberater.

      Selbstversorgen geht natürlich auch.
    • Lange Oog schrieb:

      Ist es eigentlich allgemein unbekannt, dass bei Riester die eingezahlten Beiträge und Zulagen garantiert sind?

      Natürlich sind die ausgewiesenen kalkulierten Kosten schon relevant, weil das ja ggf. mögliche Überschüsse beeinflusst!
      ...
      Man sollte also gleich den richtigen Vertrag abschließen und zwar in dem man die wirklich relevanten 6 Riester Punkte beachtet!
      Das ist mir durchaus bewusst. Aber für mich nicht ausschlaggebend genug. Wie gesagt habe nicht ich selbst den Vertrag abgeschlossen, sondern mein Mann. Ich versuche nun zu prüfen, welche unserer bestehenden Altersvorsorgemaßnahmen und Versicherungen Sinn machen und welche nicht. Und ich bin bei dem Riestervertrag zu dem Schluss gekommen, dass die Beitragsgarantie und die garantierte Rente unter den vorliegenden Konditionen nicht attraktiv genug sind. Ich bin mir eben nur noch nicht sicher, wie wir damit am sinnvollsten umgehen, da ich durch die Optimierung ja nicht noch mehr Kapital vernichten oder einen Denkfehler begehen möchte.

      Schwachzocker schrieb:

      Anlegerin123 schrieb:

      ...
      Was wäre eure Empfehlung?
      Sind meine Überlegungen richtig oder habe ich da einen Denkfehler drin?
      Ganz generell solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass Du eine Versicherung abgeschlossen hast und keinen Sparvertrag.Versicherungen sichern gegen Risiken ab. Das Risiko lautet hier "deutlich überdurchschnittlich lange Lebenszeit". Das ist der Deal und nichts sonst!
      Die Frage ist: Will man das?

      Von dem Renditetrip muss Du da einmal wegkommen. Du fragst ja auch nicht, wieviel Rendite Dir Deine Kfz-Teilkaskoversicherung bisher gebracht hat.
      richtig, aber ich finde diese Versicherung eben nicht sinnvoll. Man müsste mindestens 89 werden, damit sich das lohnt. Ich glaube, dass wir das Langlebigkeitsrisiko auch anders absichern können. Und mich ärgern auch diese undurchsichtigen JahresInformationen des Versicherers tierisch...

      (Und zu dem Vergleich mit der Teilkasko: Ich kann mich aber schon fragen, ob eine Teilkasko je nach Wert und Alter des Autos noch Sinn macht oder ob nicht eine Haftpflicht völlig ausreicht.)

      Im Übrigen empfehlen auch die meisten Ratgeber und Finanztest, niemals Altersvorsorge und Versicherung zu koppeln, weil viel zu teuer. Aber den Salat habe ich jetzt halt schon...
    • Amlegerin123,

      sie benötigen eine qualifizierte Beratung zu dem Thema.

      Riester ist eine sehr rentable Anlage und sie übersehen viele Aspekte, die man prüfen kann, wenn man das nötige KnowHow hat.

      Die Thematik Rentabilität einer Anlage hat nichts mit der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos zu tun. Das sind zwei völlig unterschiedliche Anlageziele!

      Zuerst sollten sie sich klar werden, was Sie wollen und wie sie Es gerne hätten!

      Es soll dafür professionelle und unabhängige Berater geben. die sind an Vermittlung und abschlossen nicht interessiert, sondern werden dafür bezahlt, dass sie das entsprechend Ihren Wünschen organisiert bekommen und über die Risiken, die sie eingehen ausreichend informiert werden.

      Altersversorgung basiert aber zuerst auf einer lebenslangen Rente und Riester gleich nur die Rentenkürzung aus, die durch die Reform 2004 beschlossen wurden.

      Da sie die Beiträge UND die Zulagen garantiert bekommen, haben sie immer einen Ertrag - in Höhe der Zulagen!

      Sie können auch Geld frei ansammeln und je höher die Chancen, desto höher die Risiken. das entscheiden ja sie, denn es ist Ihr Geld!

      Ihr aktuelles Vorgehen halte ich für hochgradig problematisch!
    • Ich stimme @Lange Oog zu, Beratung bei finanziell schwerwiegenden Entscheidungen kann man nie zuviel in Anspruch nehmen, besser vor einer Entscheidung als hinterher zum Scherben aufkehren, da habe ich auch schon ein fünfstelliges Lehrgeld bezahlt.

      Empfehlen kann ich die Verbraucherzentrale mit meiner Meinung nach optimalem Preis-Leistungsverhältnis, zb in Hessen 25 Euro pro 15 Minuten. Wenn danach Fragen bleiben kann man immer noch 150 Euro pro Stunde in einen Honorarberater investieren.

      Was die Überlegungen zu Rentabilität und Langlebigkeitsrisiko angeht, habe ich in meine alten Riesterunterlagen der Allianz gesehen.

      Ich hätte über 40 Jahre 80000 Euro eingezahlt. Davon wären 6000 Euro Zulage gewesen. Die garantierte Rente hätte bei 280 Euro gelegen.

      Wäre der Aktienmarkt um 3% gestiegen, wäre das Kapital auf 105000 Euro gestiegen. Dies entspricht einem internen Zins von 1,25%, die 3% werden durch Investitionen in unverzinstes Sicherungskapital und Riester-Kosten reduziert. Die Rente im Fall des 3% Wachstums betrüge 420 Euro. Somit habe ich das Kapital nach 21 Jahren aufgebraucht und würde nach dem 88. Geburtstag von der Versicherung profitieren, bis dahin hätte ich mit einem mit 1,25% verzinsten Sparstrumpf gleich gut da gestanden. Meine Erben hätten natürlich vom Riester nichts wenn ich vor 88 tot bin.

      Hätte ich auf 2000 Euro über 40 Jahre 3% Zinsen erzielt, läge mein Kapital bei 155000 Euro. Wenn ich diesem 420 Euro Rente entnehme, ist das Kapital nach 31 Jahren aufgebraucht. Ab dem 99. Lebensjahr wäre der Geldtopf leer.

      Man kann alle möglichen Annahmen treffen, insbesondere bezüglich der Renditechancen am Kapitalmarkt (ich finde 3% sind konservativ), man kann auch überlegen, was man sich von 420 Euro Rente im Jahr 2050 wird kaufen können. Viel wird es nicht sein.

      Riester ist eine gute Sache wenn die Parameter stimmen. In meinem Fall taten sie das offensichtlich nicht und ich bin mehr als froh ihn los zu sein.