Steuern bei ETF-Verkauf? SWAP ETFs behalten?

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    • Steuern bei ETF-Verkauf? SWAP ETFs behalten?

      Hallo Forum,


      obwohl ich schon einige Jahre ETFs per Sparplan anspare habe ich das Thema 'Steuern' wohl noch nicht ganz durchdrungen. Daher bitte ich hier um eurer Hilfe und Meinung.

      Die Frage, die sich mir stellt:
      Wie wird ein ETF, den ich mehrere Jahre bespare, beim Verkauf besteuert?

      Ich besitze fast nur thesaurierende SWAP ETFs (von comstage) aber die werden ja 2018 ähnlich behandelt wie andere, indem der ein fiktiver Ertrag berechnet wird (Stichworte: Vorabpauschale/Basisertag), wenn ich die neue Regelung halbwegs verstanden habe.

      Dass passiert jedes Jahr und meine Depotbank führt dann die entsprechende Steuer an das Finanzamt ab, sofern der fiktive, berechnete Ertrag meinen jährlichen Freibetrag von 801 Euro übersteigt.

      Wie ist das dann aber nun, wenn ich meinen ETF nach langer Zeit, zum Beispiel am 1. Januar 2030 komplett oder teilweise verkaufe?
      Muss ich dann vom Verkaufserlös nochmal Steuern zahlen oder kann ich den komplett behalten?

      Muss ich alle bis dahin evtl. jährlich gezahlten Steurern auf die (fiktiven. jährlich berechneten ) Gewinne, nachweisen oder berücksichtig das die Depotbank
      automatisch, da diese das ja all die Jahre für den ETF berechtet und evtl. abgeführt hat?

      Neue ETF-Besteuerung 2018 & SWAP Thesaurierer:
      Besteht Handlungsbedarf bei SWAP ETFs (wie z.B. dem ComStage MSCI Emerging Markets, ETF127) oder kann/soll ich solche SWAP ETFs
      weiterhin behalten?
      Mir ist klar, das diese nun wegen der neu eingefühten jährlichen Berechnung eines fiktiven Gewinns ihren Steuerstundungseffekt verlieren. Aber das mach sie ja nich schlecher als physisch replizierende oder ausschüttende ETFs.

      Danke für jeded Feedback!
    • Vorab, Kuck mal hier: Besteuerung synthetischer ETF ab 2018 - Geldanlage - Finanztip-Community

      Sparfuchs1000 schrieb:

      Wie ist das dann aber nun, wenn ich meinen ETF nach langer Zeit, zum Beispiel am 1. Januar 2030 komplett oder teilweise verkaufe?Muss ich dann vom Verkaufserlös nochmal Steuern zahlen oder kann ich den komplett behalten?
      Sofern der ETF nach dem 31.12.2008 angeschafft wurde, musst du den Veräußerungsgewinn (nicht -erlös) versteuern.

      Sparfuchs1000 schrieb:

      Muss ich alle bis dahin evtl. jährlich gezahlten Steurern auf die (fiktiven. jährlich berechneten ) Gewinne, nachweisen oder berücksichtig das die Depotbankautomatisch, da diese das ja all die Jahre für den ETF berechtet und evtl. abgeführt hat?
      So ist es gedacht - sicherheitshalber schadet es nicht, die Unterlagen aufzubewahren.

      Sparfuchs1000 schrieb:

      Besteht Handlungsbedarf bei SWAP ETFs (wie z.B. dem ComStage MSCI Emerging Markets, ETF127) oder kann/soll ich solche SWAP ETFsweiterhin behalten?
      vgl. den Link oben

      Sparfuchs1000 schrieb:

      Mir ist klar, das diese nun wegen der neu eingefühten jährlichen Berechnung eines fiktiven Gewinns ihren Steuerstundungseffekt verlieren. Aber das mach sie ja nich schlecher als physisch replizierende oder ausschüttende ETFs.
      Die "Swapper" verlieren den Vorteil ja nur zum Teil, eben in Höhe der Vorabpauschale. Schlechter als physische ETF werden sie dadurch nicht, aber es bleibt zumindest der (theoretische) administrative Aufwand aus Frage 2)
    • Altsachse schrieb:

      Hat er zum Stichtagszeitpunkt durch das Tauschen weniger als 51 % Aktienquote, bekommt man nicht die 30% Teilfreistellung.
      Der Tausch durch einen Swap führt nicht zu einer Minderung der Aktienquote. Juristischer Eigentümer der Aktien bleibt der Fonds, getauscht wird nur das wirtschaftliche Ergebnis.

      Und wenn man sich den o.g. Fonds ansieht, dann kann man dem Geschäftsbericht entnehmen, dass der Fonds zum Stichtag rund 86% in Aktien gehalten hat, der Swap gerade einmal 1% des Volumens ausmacht.

      Hier der Link, dann Seite 313: daten.comdirect.de/funds/issue…XKyriVrK72e2eCr&YEAR=2017
    • Altsachse schrieb:

      Es ist jedoch die Frage, ob der Swapper als Akienfonds gewertet wird. Hat er zum Stichtagszeitpunkt durch das Tauschen weniger als 51 % Aktienquote, bekommt man nicht die 30% Teilfreistellung. Dann wird er nicht als Aktienfonds gewertet.
      Diese Gefahr besteht bei einem Swapper.
      Gruß

      Altsachse
      Für die Beurteilung als Aktienfonds gibt es nach meinem Verständnis keinen Stichtag. Das BMF schrieb dazu Folgendes:

      Bundesfinanzministerium schrieb:


      Die gesetzliche Einstufung als Aktien- oder Mischfonds lehnt sich primär an die in den Anlagebedingungen vorgesehenen Anlagevorgaben an. Der Investmentfonds hat jedoch auf Grund
      des gesetzlich gegebenen Kriteriums der „fortlaufenden Anlage“ die durchgehende Erfüllung
      (d. h. grundsätzlich an jedem Tag des Geschäftsjahres) dieser Vermögenszusammensetzung
      anzustreben. Ein wesentlicher Verstoß gegen diese Vorgaben für die Vermögenszusammensetzung führt folglich zum Verlust des Status als Aktien- oder Mischfonds. Unbeachtlich ist
      hingegen ein kurzfristiges Unterschreiten der Vermögensgrenzen des § 2 Absatz 6 oder 7
      InvStG auf Grund von Wertveränderungen der gehaltenen Vermögensgegenstände oder einer
      unbeabsichtigten oder unverschuldeten fehlerhaften Einstufung eines Vermögensgegenstands
      als Kapitalbeteiligung. Eine passive Grenzverletzung führt daher nicht zum Verlust des Status
      eines Aktien- oder Mischfonds, wenn der Investmentfonds unverzüglich nach Kenntnis der
      Grenzverletzung ihm mögliche und zumutbare Maßnahmen unternimmt, um die für ihn erforderliche Kapitalbeteiligungsquote wiederherzustellen.
      (siehe bundesfinanzministerium.de/Con…_blob=publicationFile&v=2 Seite 4)

      Ich persönlich verstehe diese Aussage so, dass ich als Anleger auf die Anlagebedingungen vertrauen darf. Nur wenn es wesentliche Abweichungen zwischen den Anlagebedingungen und dem tatsächlichen Vorgehen des Fonds gibt, muss ich mit einer höheren Steuerbelastung rechnen. In diesem Fall -wieder nach meinem persönlichem Verständnis- könnte ich eventuell einen Schadenersatzanspruch gegen den Fonds haben, in Höhe der zusätzlichen Steuerbelastung.
      Da es noch keine Rechtsprechung dazu gibt, ist das aber eine reine Spekulation.

      viele Grüße
      erdnuss