GKV-Vergleich

    • GKV-Vergleich

      Dieser Beitrag ist sehr aufschlussreich. Bin aus dem Bereich Krankenversicherung und möchte dazu mitteilen, dass der Vergleich schon sehr gut ist.
      Leider werden gerade die genannten Krankenkassen von jungen, gesunden Menschen in Anspruch genommen. Womit viele Kassen geprägt sind durch entweder viele junge Versicherte oder viele ältere Versicherte. Dass ältere Menschen dann auch mehr kosten, wird oft vergessen. Klar, es gibt einen Ausgleich innerhalb dieser Kassen, jedoch ist dieser eher eine Benachteiligung für die Kassen mit den überwiegend älteren Versicherten. Eine Beitragsausschüttung im großzügigen Rahmen kann bei solchen Kassen daher eher nicht statt finden.

      Gruß
      sonnenschein
    • Hallo Sonnenschein,

      danke für Deinen Kommentar. Ist uns natürlich bewusst. Beitragsausschüttung wird sich nächstes Jahr eh erledigt haben, da gehts dann um den (niedrigeren) Zusatzbeitrag vs. Zusatzleistungen. Politisch gesehen finde ich den Schritt in Richtung mehr Wettbewerb richtig.
      Ich weiss, dass ältere Menschen weniger mobil sind, gerade auch in bezug auf Ihre Krankenkasse. Aber es spricht doch nichts dagegen, dass auch Ältere mal die Kasse wechseln.

      VG
      Saidi
    • Saidi schrieb:

      Politisch gesehen finde ich den Schritt in Richtung mehr Wettbewerb richtig.


      Da muss ich @Saidi widersprechen. Die Floskel "Mehr Wettbewerb" klingt natürlich immer gut, aber das löst mit Nichten die grundlegenden Probleme in der GKV. Im Gesamtsystem ist deswegen nicht plötzlich mehr Geld. @sonnenschein hat darauf hingewiesen (und ich sehe das auch so kommen), dass sich zunächst die jungen, gesunden, gutverdienenden und wechselbereiten in den gut aufgestellten Kassen wiederfinden. Dort ist die Struktur gesund, die Beiträge sind niedrig. Andere Kassen mit vielen Älteren bekommen Probleme, erhöhen die Beiträge und die Hemmschwelle zu wechseln, sinkt auch bei denen, die eigentlich eher nicht wechseln wollen und würden. Also wird die Finanzlage dieser Kasse noch schlechter. Einen Vorgeschmack dessen haben wir bereits mit den Zusatzbeiträgen gesehen. Schließlich bricht die Kasse zusammen und fusioniert. Das Einzige, was man mit dieser Regelung von "mehr Wettbewerb" erreicht, ist eine Senkung der Verwaltungskosten in schwachen Kassen und eine Rücknahme der freiwilligen Leistungen.

      Man kann sich die Auswirkungen auf das Gesamtsystem auch mit einem Gedankenexperiment klar machen. Angenommen, die Menschen würden oberhalb einer Hemmschwelle alle wechseln wollen, dann würde sich zunächst starke Kassen mit jungen und gesunden und schwache Kassen mit alten und kranken Menschen bilden. Wenn nun die "schlechten Risiken" wechseln (und das Recht haben sie in der GKV), würde die Struktur und die Finanzlage der starken Kassen leiden. Letztlich werden die ganz schwachen Kassen vom Markt verschwinden, aber die Menschen werden ja in die gesunden Kassen integriert. Wenn jetzt alle -ganz rational- in die Kasse mit jungen, gesunden und gutverdienenden Menschen wechseln, dann bleibt im Grenzfall wieder nur Durchschnitt und eine Kasse übrig. Da aber das Geld des Gesundheitsfonds (politisch gewollt) nach allen Ausgleichszahlung, die jetzt ja innerhalb der einen Kasse stattfinden, nicht für den Durchschnitt reicht, hat auch die letzte Kasse ein Problem.

      Fazit: Am Gesamtsystem ändert das alles nichts! Es ist einfach nicht genug Geld da bzw. die Kostensteigerung im Gesundheitssystem ist zu hoch. Die jetztige Regelung führt zunächst einmal zur Entlastung der Arbeitgeber und zur Belastung von bequemen gesetzlich Versicherten. Das einzig Positive: Verwaltungskosten werden gesenkt und die Anzahl der Kassen wird reduziert. In spätestens 3 Jahren werden wir wieder über neue Reformen diskutieren...
    • Es ist eine Wiederholung! Nur, dass es jetzt ans Eingemachte geht. Ein Zahlenbeispiel, dass wohl nicht aus der Luft gegriffen ist:

      Bei der Beitragsbemessungsgrenze von 48,6 kEUR Bruttojahreseinkommen, machen 0,1% Beitragssatz 48,60 EUR aus. Der frühere Zusatzbeitrag von bis zu 8 EUR pro Monat entspricht also heute ziemlich genau einer Differenz von 0,2% im Beirtagssatz für Gutverdiener. Ich vermute, dass diese Gruppe auch die größte Wechselbereitschaft an den Tag legen wird, weil hier einfach das größte Sparpotential schlummert. Eine Halbtagskraft mit 15 kEUR Einkommen wird sich zunächst an 15 EUR im Jahr wohl eher nicht stören. Dieser strukturelle Unterschied, also die "einkommensabhängigen Zusatzbeiträge", wird zu einer Beschleunigung des vorhin angesprochen Szenarios führen.

      Schaut man sich jetzt an, dass zwischen heutigem Beitragssatz von 15,5% zum gesenkten 14,6% im Jahr 2015 immerhin 0,9% liegen, winkt für Gutverdiener eine Ersparnis von 437,40 EUR pro Jahr - und das bei nahezu gleichen Leistungen. Da aber auch jetzt schon die Rücklagen der Kassen mächtig schrumpfen, so dass viele faktisch auch heute schon nicht mehr mit 15,5% auskommen, wird der durchschnittliche Beitragssatz nach meiner Meinung steigen. Diese Steigerung trägt im Übrigen vollständig der Arbeitnehmer. Spannend wird sein, ob es starke Kassen gibt, die bei unter 15,5% anfangen und durch die Wechsel von Gutverdienenden den Beitrag kurzfristig sogar noch weiter senken können und damit immer attraktiver würden. Theoretisch würden wir in diesem Fall von Beitragssatzdifferenzen von mehr als 1% zwischen starken und schwachen Kassen sprechen. Bei mehr als 500 EUR Ersparnis im Jahr würden wohl auch eher träge Naturen schwach werden...

      Ich wette heute schon, dass diese Phase nicht lange funktionieren kann und in kürzester Zeit politische Korrekturen kommen werden!
    • Derzeit wäre ich eher zurückhaltend bezüglich eines Wechsel einer gesetzlichen Krankenkasse!

      Zum 01.01.2017 schließen sich mehrere gesetzlichen Krankenkassen zusammen.

      1. Deutsche BKK & Barmer GEK zur BARMER
      2. BKK VBU, Vereinigte BKK zur BKK VBU
      3. pronova BKK und BKK Braun-Gillette

      Quelle (c): krankenkassen.de/gesetzliche-k…kenversicherung/fusionen/

      Dabei ist davon auszugehen, das auch die Leistungen jeweils verändern werden!