Direkt aus dem Netz

So funktioniert der Einkauf in Download-Shops

Das Wichtigste in Kürze

  • In Downloadshops kaufen Sie meistens keine Medien, sondern nur eine Nutzungslizenz. Was das genau bedeutet, steht im Kleingedruckten.
  • Theoretisch dürfen Sie von heruntergeladenen Dateien Privatkopien erstellen. Meist müssten Sie dazu aber einen Kopierschutz aushebeln – und das ist verboten.
  • Der Weiterverkauf von Download-Medien ist in aller Regel nicht erlaubt – außer bei Software.
  • Viele Anbieter bieten Funktionen, um digitale Medien innerhalb einer Familie zu teilen. Schauen Sie in die FAQs.
  • Die meisten Download-Shops umgehen das Widerrufsrecht, bieten aber eine freiwillige Rückgabemöglichkeit.

Wer Onlineshopping sagt, denkt in der Regel an echte, physische Güter. Es geht aber auch ganz ohne Lieferzeit und Paketdienst: Bücher und Musik, Spiele und Filme gibt es bei vielen Anbietern als Datei zum Herunterladen – entweder separat oder als Ergänzung zu physischen Gütern.

Das ist einerseits praktisch, weil die bestellte Ware sofort auf dem Smartphone oder Computer ankommt und keinen Platz im Regal wegnimmt. Und zumindest Bücher und Musik gibt es so oft deutlich günstiger als im Laden – andere Medien wie Filme oder Spiele für die Konsole sind dagegen in digitaler Form oft teurer als auf Disc. Genaues Hinsehen lohnt sich daher auch beim virtuellen Einkaufen – nicht nur wegen des Preises.

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Lizenz statt Besitz

Der wichtigste Unterschied zwischen echter und virtueller Ware ist eine juristische Spitzfindigkeit: Wer ein Album auf CD oder ein Buch auf Papier kauft, besitzt es tatsächlich. Wer etwas als Datei kauft, erhält dagegen in aller Regel nur Nutzungsrechte daran. Auf den ersten Blick gibt es da keine großen Unterschiede: kaufen, anhören oder anschauen, fertig.

Schwierig wird es erst nach dem Konsum der Download-Medien. Denn was Kunden mit ihren virtuellen Gütern genau machen dürfen, regelt das Kleingedruckte: die Nutzungs- oder Lizenzbedingungen des jeweiligen Anbieters, meist seitenlang und verfasst in abschreckendem Juristendeutsch.

Zumindest die Kapitel zu „Nutzungsrecht“, „Lizenzrecht“, „Nutzungsbedingungen“ oder ähnlichen Begriffen sind aber einen kurzen Blick wert. Nutzen Sie am besten die Such-Funktion Ihres Browsers, um diese Abschnitte schnell aufzurufen. Dort listen die Anbieter in aller Regel relativ leicht verständlich auf, was der Kunde mit den Inhalten alles nicht machen darf.

Nur Downloads von Software dürfen Sie weiterverkaufen

Alles dürfen die Nutzungs- und Lizenzbedingungen der Anbieter zwar nicht verbieten: Wenn Paragraphen zum Beispiel komplett unverständlich sind oder den Kunden massiv benachteiligen, sind sie eventuell unwirksam. Das müsste im Zweifelsfall aber ein Gericht entscheiden, Laien können das nur schlecht beurteilen. Halten Sie sich daher im Zweifelsfall besser an die Vorgaben.

Die verbieten zum Beispiel oft, Downloads weiterzuverkaufen. Ob diese Klausel unwirksam ist, diskutieren Juristen noch heftig. Einzige Ausnahme ist Computersoftware, denn dazu hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) schon eine Grundsatzentscheidung getroffen: Heruntergeladene Programme beziehungsweise die Lizenz dafür dürfen Verbraucher demnach weiterverkaufen – aber nur, wenn sie ihre eigene Datei danach löschen. Ob das auch für Computerspiele gilt, ist unklar. Und für alle anderen Medien steht ein solches Urteil noch aus.

Das bedeutet aber auch: Es ist oft unterm Strich billiger, Filme, Musik oder Spiele auf DVD oder Blu-ray zu kaufen, weil Sie die nach dem Konsum problemlos weiterverkaufen können. Etwas komplizierter ist das nur bei Spielen für den PC: Denn diese kommen in der Regel in Kombination mit einem Code zur Aktivierung des Spiels bei Steam oder einer anderen Plattform, der sich nur einmal nutzen lässt. Ohne diesen Code ist die Datenmasse auf der Spiele-Disc quasi unbenutzbar und damit wertlos.

Downloads auf mehreren Geräten nutzen

Hat der Unterschied zwischen Lizenz und Besitz also nur Nachteile für den Käufer? Nicht ganz: Schließlich erwerben Sie nicht eine Datei, sondern generellen Zugriff darauf. Das bedeutet, dass Sie Bücher oder Filme auch an anderen Orten und auf anderen Geräten nutzen können. Allerdings gilt das nur, solange Sie sich an die Spielregeln des Anbieters halten: Zugriff gibt es also zum Beispiel nur auf bestimmten Geräten und für bestimmte Nutzer.

Kontrolliert wird das über Nutzerkonten mit Passwort und Kopierschutzmechanismen, auch DRM (Digital Rights Management) genannt. Einen solchen Schutz haben fast alle digitalen Medien, nur bei Musik verzichten die meisten Anbieter inzwischen darauf. Gekaufte Filme lassen sich also nicht beliebig von einem Gerät zum anderen kopieren, E-Books oft nur auf bestimmten Readern lesen. Umgehen dürfen Nutzer solche Mechanismen nicht, auch wenn dadurch der Komfort sinkt.

Einige Downloads lassen sich in der Familie teilen

Problematisch sind die Einschränkungen durch DRM, wenn man virtuelle Güter gemeinsam nutzen möchte, etwa in einer Familie. Wer will seinen Kindern schon das Passwort zum iTunes-Konto inklusive Kreditkartendaten geben, nur damit sie Musik hören können? Physische Musik- oder Filmsammlungen können Paare beim Zusammenziehen außerdem leicht zusammenlegen – und bei einer Trennung auch wieder teilen. Bei digitalen Nutzerkonten ist das deutlich komplizierter.

Dieses Problem haben offenbar auch die Anbieter erkannt und entsprechende Funktionen eingeführt. Bei Amazon gibt es zum Beispiel die Familienbibliothek, bei Apple die Familienfreigabe: Damit können Nutzer Bücher und andere Medien zwischen bis zu sechs Konten teilen. Was Mama kauft, können so auch die Kinder nutzen – und bestimmte Inhalte bleiben auf Wunsch privat. Allerdings funktioniert das nur auf Geräten der Anbieter – bei Amazon nur auf den Readern der Kindle-Familie, bei Apple auf iPhone, iPad und Konsorten. Außerdem müssen die Geräte etwas neuer sein: Die Familienfreigabe von Apple gibt es zum Beispiel erst ab Version 8 des mobilen Betriebssystems iOS.

Eine Familienbibliothek gibt es übrigens auch auf der Spieleplattform Steam: Dort können Nutzer ihre Titelsammlung sogar mit bis zu zehn anderen Computern teilen. Die haben allerdings nur dann Zugriff darauf, wenn der Besitzer seine Spiele gerade nicht selber nutzt. Auf den Spielkonsolen Xbox, Microsoft und Nintendo gibt es keine geräteübergreifende Bibliothek. Allerdings können Kinder und andere Mitbewohner auf der Familien-Playstation oder -Xbox mit ihren eigenen Accounts zumindest die Titel spielen, die jemand anders damit gekauft und heruntergeladen hat.

Von der CD in die Cloud

Amazon macht es vor: Wer dort eine CD bestellt, bekommt auf Wunsch sofort einen Download dazu. Allerdings gibt es das Autorip genannte Angebot nur bei bestimmten Alben und als Teil des Amazon-Music-Angebots – der Konzern nutzt dabei seine Doppelrolle als physischer Händler und Download-Anbieter. Außerdem gilt: Wer eine CD nach dem Kauf wieder zurückgibt, den Download aber schon abgerufen hat, muss dafür bezahlen.

Wer seine Plattensammlung in die Cloud bringen will, zum Beispiel um sie auf verschiedenen Geräten nutzen zu können, hat aber auch andere Möglichkeiten: Bei Apple gibt es zum Beispiel iTunes Match, mit dem Nutzer ihre von CD kopierten Lieder ihrer digitalen Musiksammlung hinzufügen können. Allerdings wird dafür auch eine jährliche Gebühr fällig. Kostenlos gibt es die Cloud-Integration zum Beispiel bei Google Music.

Umtausch nicht immer ausgeschlossen

Ob Lizenz oder Besitz: Beim Kauf von digitalen Gütern handelt es sich um ein sogenanntes Fernabsatzgeschäft. Und damit steht Kunden theoretisch auch ein Widerrufsrecht zu: Alles, was über das Netz gekauft wird, lässt sich damit innerhalb von 14 Tagen zurückgeben. Für Downloads gilt aber eine Sonderregelung: Das Widerrufsrecht erlischt mit dem Herunterladen der Datei. Der Anbieter muss den Kunden allerdings darauf hinweisen – und der Kunde zustimmen.

Die meisten Download-Shops nutzen diese Regelung, viele bieten dazu aber ein freiwilliges Rückgaberecht an. Geld zurück gibt es dabei zum Beispiel für Apps bei Google, bestimmte Einkäufe bei iTunes, E-Books und neuerdings auch für Spiele bei Steam. Weil es sich um ein freiwilliges Rückgaberecht handelt, hat der Kunde allerdings keinen Anspruch darauf. Anbieter können die Funktion also sperren, falls ein Kunde zum Beispiel etwas zu oft reklamiert.

Außerdem ist die Rückgabefunktion oft nicht ganz so leicht zu finden, unter anderem weil sie bei jedem Anbieter einen anderen Namen trägt und immer etwas andere Spielregeln gelten – etwa für Rückgabefristen. Ein Besuch im Hilfe- oder FAQ-Bereich der Download-Shops hilft hier oft weiter.

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Fazit: Hinschauen lohnt sich auch im Download-Shop

Es ist sofort da, auch unterwegs verfügbar und manchmal sogar günstiger: Auf den ersten Blick hat der Kauf von Dateien statt physischer Medien durchaus ein paar Vorteile. Bevor Sie viel Geld dafür ausgeben, lohnt sich aber ein genaues Hinsehen. Viele Fallstricke haben die Anbieter inzwischen zwar entfernt, zum Beispiel mit Familien- und Rückgabefunktionen. Die Details sind aber überall verschieden. Der Blick ins Kleingedruckte erspart daher auch beim digitalen Shopping viel Ärger.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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