Anti-Viren-Programme

Schützen Sie Ihr Geld vor Internet-Kriminellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Nutzer von Windows 8.1 und 10 haben bereits einen rudimentären Schutz vor Computerviren und Trojanern. Es lohnt sich, ihn zu verbessern. Nutzer älterer Windows-Versionen sollten auf jeden Fall einen Virenscanner installieren.
  • Ein dauerhaft hohes Schutzniveau bieten Bitdefender Internet Security, Trend Micro Internet Security, Avira Antivirus Pro und Kaspersky Internet Security.
  • Im Onlinehandel gibt es die Anti-Viren-Programme deutlich günstiger als direkt beim Hersteller.
  • Erfahrene Nutzer können sparen, wenn sie ein reines Anti-Viren-Programm ohne umfangreiche Zusatzfunktionen erwerben.
  • Falls Sie noch Windows XP, Vista oder 8.0 einsetzen, raten wir aus Sicherheitsgründen, schnellstmöglich auf ein aktuelles Betriebssystem umzusteigen.
  • Computer mit Linux oder macOS haben ein sehr niedriges Virenrisiko und kommen daher ohne Anti-Viren-Programm aus.
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Immer wieder räumen Kriminelle mit gestohlenen Zugangsdaten Bankkonten leer oder bestellen Waren auf Kosten ihrer Opfer. An die Passwörter gelangen sie oft mithilfe von Computerprogrammen, die den Rechner wie ein Virus befallen und den Besitzer ausspionieren.

Eine andere Masche sind Erpressungs-Trojaner wie der im Mai 2017 grassierende Virus „Wannacry“ (auf Deutsch: „zum Heulen“). Solche Schadprogramme verschlüsseln die persönlichen Daten und geben sie erst wieder frei, nachdem der Nutzer ein Lösegeld bezahlt hat – falls überhaupt. 

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie die automatische Update-Suche Ihres Betriebssystems einschalten und eine Anti-Viren-Software installieren. Neben kostenlosen Programmen gibt es Lösungen, für die eine laufende Gebühr fällig wird.

Nutzer von Windows ab Version 8.1 sind rudimentär abgesichert

Computer mit Windows 8.1 oder 10 haben bereits einen Virenscanner installiert. Der sogenannte Defender ist standardmäßig eingeschaltet und bietet einen gewissen Schutz. Allerdings landet die Software in diversen Vergleichstests von Fachmedien und Testinstituten regelmäßig auf den hinteren Plätzen. Daher lohnt es sich, den Defender durch ein besseres Anti-Viren-Programm zu ersetzen. Wenn Sie Windows 7 einsetzen, brauchen Sie auf jeden Fall eine Zusatzsoftware. Noch ältere Windows-Versionen wie XP oder Vista sollten Sie nicht mehr benutzen.

Dauerhaft sichere Anti-Viren-Software

Wir haben uns die „Real-World Protection Tests“ des renommierten Instituts AV-Comparatives genauer angeschaut. Das Ergebnis soll die Leistung der Schutzprogramme unter realistischen Alltagsbedingungen widerspiegeln. Wir stellen hier diejenigen Programme vor, die in den Tests von AV-Comparatives viermal in Folge 99 Prozent Schutzwirkung oder mehr erreicht haben. Denn ein Virenscanner soll unserer Meinung nach dauerhaft gut sein, damit Sie für einen optimalen Schutz nicht ständig das Programm wechseln müssen.

Programme mit dauerhafter Schutzwirkung über 99 Prozent

  Durchschnitt 2016 II 2016 I 2015 II 2015 I
Bitdefender Internet Security 99,88 99,9 99,9 99,9 99,8
Trend Micro Internet Security 99,88 99,9 100 99,9 99,7
Avira Antivirus Pro 99,80 99,9 99,7 99,9 99,7
Kaspersky Lab Internet Security 99,78 99,8 99,7 99,9 99,7

Quelle: AV-Comparatives, Real-World Protection Test (Stand: Mai 2017)

Unter den Lösungen, die dauerhaft eine Schutzwirkung von mehr als 99 Prozent erreicht haben, befinden sich ausschließlich kostenpflichtige Programme. Die Hersteller setzen auf ein Abo-Modell mit jährlichen Gebühren. Dabei gibt es Lizenzen für einen Computer oder gleich mehrere PCs. Auch die Laufzeit kann auf Wunsch mehrere Jahre betragen. Falls Sie mehrere Rechner absichern und eine längere Laufzeit wählen, zahlen Sie in der Regel weniger pro Gerät und Jahr. Im Folgenden zeigen wir zur besseren Vergleichbarkeit aber jeweils den Preis für einen PC und ein Jahr.

Bitdefender
Internet Security

  • viermal in Folge mehr als 99 % Schutzniveau im „Real-World Protection Test“ von AV-Comparatives
  • wehrt durchschnittlich 99,88 % aller Gefahren ab

Trend Micro
Internet Security

  • viermal in Folge mehr als 99 % Schutzniveau im „Real-World Protection Test“ von AV-Comparatives
  • wehrt durchschnittlich 99,88 % aller Gefahren ab

Avira
Antivirus Pro

  • viermal in Folge mehr als 99 % Schutzniveau im „Real-World Protection Test“ von AV-Comparatives
  • wehrt durchschnittlich 99,80 % aller Gefahren ab
  • made in Germany

Kaspersky
Internet Security

  • viermal in Folge mehr als 99 % Schutzniveau im „Real-World Protection Test“ von AV-Comparatives
  • wehrt durchschnittlich 99,78 % aller Gefahren ab

Ganz entscheidend für den besten Preis ist, wo Sie das Programm kaufen. In den Onlineshops der Hersteller war die Software in unserer Stichprobe deutlich teurer als bei anderen Onlinehändlern, die wir mit dem Preisvergleich von idealo.de fanden.

Preise für umfassenden Virenschutz (1 PC, 1 Jahr; gerundet)

  Hersteller-Preis Onlinehandel (Stichprobe)
Bitdefender Internet Security 39 € (bis zu 3 Geräte) 24 € (bis zu 3 Geräte)
Trendmicro Internet Security 37 € 19 €
Avira Antivirus Pro 35 € 15 €
Kaspersky Internet Security 40 € 12 €

Quelle: Hersteller; Stichprobe auf idealo.de am 18. Mai 2017.

Da diese Preise lediglich eine Momentaufnahme am Stichtag sind, sollten Sie selbst die aktuellen Preise vergleichen, um einen günstigen Händler zu finden. Wir empfehlen die Preisvergleichsseite idealo.de, die in mehreren Tests gut abgeschnitten hat.

idealo.de
Preissuchmaschine

  • Testsieger des Deutschen Instituts für Service-Qualität (10/2014)
  • „am zuverlässigsten“ im Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (9/2014)
  • gutes Ergebnis in Finanztip-Stichprobe
  • keine Sortierung, die die gewünschte Zahlungsart berücksichtigt

Sparen mit reinen Virenscannern

Programme mit „Internet Security“ im Namen bieten ein Bündel an Schutzmaßnahmen sowie Zusatzfunktionen wie eine Optimierung des Speicherplatzes (sogenannte Suite). Sparen können Nutzer, die auf Zusatzfunktionen verzichten und einen reinen Virenschutz wählen. Solche Programme haben meist „Antivirus“ als Namensbestandteil. Die puren Virenscanner kosten direkt beim Hersteller 10 bis 20 Euro im Jahr weniger als die jeweilige Suite. Bei Onlinehändlern fanden wir Lizenzen für ein Jahr schon ab rund 10 Euro.

Ob die reinen Virenscanner das gleiche Schutzniveau bieten wie ihre teureren Pendants, lässt sich nicht pauschal sagen. Schadsoftware wehren die günstigeren Programme im Normalfall ebenso gut ab. Allerdings fehlen ihnen Funktionen wie ein zusätzlicher Schutz beim Onlinebanking oder eine Kindersicherung. Daher raten wir nur erfahrenen Nutzern, die reinen Virenscanner zu verwenden.

Kostenlose Alternative

Wir empfehlen die obengenannten kostenpflichtigen Programme, weil sie bewiesen haben, dass sie dauerhaft hohen Schutz gewährleisten können. Falls Sie jedoch auf keinen Fall Geld für ein Anti-Viren-Programm ausgeben wollen, sollten Sie zumindest die beste Gratis-Lösung installieren. Das ist allemal besser, als gar keinen Schutz einzurichten oder den Standard-Virenschutz von Microsoft zu belassen.

Mit 99,9 Prozent erreichte Panda Free Antivirus im Jahr 2015 das höchste Schutzniveau unter allen von AV-Comparatives getesteten kostenlosen Programmen. Damit konnte es das Programm sogar mit den kostenpflichtigen Lösungen aufnehmen. Allerdings wurde Panda Free Antivirus im Jahr 2016 nicht mehr von AV-Comparatives getestet. Somit können wir nicht garantieren, dass die Software ein dauerhaft hohes Schutzniveau bietet.

Windows XP und Vista sind unsicher

Sollten Sie noch Windows Vista oder gar Windows XP einsetzen, empfehlen wir Ihnen dringend, auf ein neueres System wie Windows 7, 8.1 oder 10 umzusteigen. Der Grund: Microsoft versorgt seine Betriebssystem-Oldies seit Mai 2014 (XP) beziehungsweise April 2017 (Vista) nicht mehr mit Sicherheitsupdates. Je länger Sie mit dem Umstieg warten, desto unsicherer wird Ihr Computer.

Wenn Sie noch nicht auf ein neueres Windows aktualisieren können oder wollen, dann sichern Sie Ihr altes Windows so gut ab, wie es geht:

  • Verwenden Sie einen aktuellen Browser, zum Beispiel Google Chrome oder Firefox. Benutzen Sie auf keinen Fall den Internet Explorer, denn dieser erhält als Teil des Betriebssystems keine Updates mehr.
  • Installieren Sie statt Adobe Reader ein alternatives PDF-Programm wie PDF-Xchange Viewer.
  • Spielen Sie immer rasch alle Java-Updates ein. Achten Sie auf entsprechende Hinweise in den Sprechblasen am unteren rechten Bildschirmrand.
  • Nicht zuletzt sollten Sie natürlich auch unter Windows XP und Vista einen Virenscanner installieren. Allerdings unterstützen immer weniger Schutzprogramme die veralteten Betriebssysteme.
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Linux- und macOS-Nutzer brauchen derzeit keinen Virenschutz

Wenn auf Ihrem Computer nicht Windows läuft, sondern Linux oder macOS, ist das Virenrisiko deutlich geringer. Die Programmierer von Schadsoftware beschränken sich in der Regel auf das am meisten verbreitete Desktop-Betriebssystem – das ist nach wie vor Windows.

Vorsicht trotz Virenschutz

Kein Virenscanner kann absoluten Schutz bieten. Und es bringt auch nichts, gleich zwei Anti-Viren-Programme zu installieren – die behindern sich nur gegenseitig.

Klicken Sie niemals auf E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern. Seien Sie ebenfalls vorsichtig, wenn Ihnen ein vermeintlicher Bekannter oder eine Firma unaufgefordert eine Datei schickt. Der Absender könnte gefälscht sein. Laden Sie außerdem nichts von zweifelhaften Seiten wie illegalen Streamingplattformen herunter. Denn angebliche Updates für Ihre Video-Abspielsoftware entpuppen sich meist als Schadprogramme. Seien Sie zudem vorsichtig bei sogenannten Cracks und Key-Generatoren, die beim Knacken von Software helfen sollen. Sie enthalten manchmal Viren.

So haben wir ausgewählt

Unsere Auswahl an Anti-Viren-Programmen basiert auf den Tests des Innsbrucker Instituts AV-Comparatives. Die Organisation ist vom TÜV Austria zertifiziert im Bereich „unabhängige Tests von Anti-Virus-Software“. AV-Comparatives arbeitet mit der Universität Innsbruck zusammen und hat einen der umfangreichsten Tests für Anti-Viren-Programme entwickelt: Zweimal im Jahr veröffentlichen die Tester den „Real-World Protection Test“. Das Ergebnis soll die Leistung der Schutzprogramme unter realistischen Alltagsbedingungen zeigen.

Da ein Virenscanner dauerhaft hohen Schutz bieten soll, empfehlen wir nur Software, die viermal in Folge mindestens 99 Prozent Schutzwirkung im „Real-World Protection Test“ erzielt hat.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.