Gesellschafter der Einmann-GmbH und Rentenversicherung

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Der Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH ist in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer "auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig" und zwar für die GmbH. Damit fällt nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes auch der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Ein-Mann- GmbH unter die Vorschrift der Pflicht zur Rentenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch. Es gibt aber Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Aufspaltung des Geschäftsbereiches einer GmbH, um der Pflicht zur Rentenversicherung zu entgehen.

Rentenversicherungspflicht für Selbständig Tätige

Der § 2 SGB VI regelt die Versicherungspflicht für Selbständig Tätige. Wichtig ist für Einzelunternehmer auch die Vorschrift der Nr. 9: Versicherungspflichtig sind danach auch selbständig tätige Personen, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind; bei Gesellschaftern gelten als Auftraggeber die Auftraggeber der Gesellschaft. Damit werden bestimmte "Scheinselbständige" zur Sozialversicherungspflicht herangezogen.

Diese Vorschrift im SGB betrifft echte Selbständige, d.h. keine abhängig beschäftigten Personen und greift nur für Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und nicht zum Beispiel zur gesetzlichen Krankenversicherung oder Arbeitslosenversicherung. Geschäftsführer einer GmbH sind nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) grundsätzlich abhängig beschäftigt und deshalb in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig.

Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH rentenversicherungspflichtig

Das Bundessozialgericht (BSG) hat in seiner Urteil vom 24.11.2005 -B 12 RA 1/04 R entschieden, dass auch die Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführer ihrer GmbH gemäß § 2 Nr. 9 SGB VI rentenversicherungspflichtig sind. Nach Ansicht der Richter am BSG ist auch bei einer Ein-Mann-GmbH streng zu unterscheiden zwischen der GmbH als dem "Auftraggeber" und dem Geschäftsführer als "Auftragnehmer".

Aus der Begründung: Die Versicherungspflicht des Einmann-GmbH-Gesellschafters in seiner selbstständigen Tätigkeit ist nicht deshalb ausgeschlossen, weil er als Geschäftsführer für die GmbH tätig ist. Die Ergebnisse seiner selbstständigen Tätigkeit, die der Kläger als deren Erfüllungsgehilfe und ohne eigene Arbeitnehmer gegenüber Dritten erbringt, kommen dauerhaft und allein der GmbH zugute. Sie ist damit der allein in Betracht kommende "Auftraggeber" im Sinne des § 2 Satz 1 Nr 9 SGB VI. Darauf, mit welchen und wie vielen Partnern der Auftraggeber seinerseits gleichzeitig in wirtschaftlichem und/oder rechtlichem Kontakt steht, kommt es nicht an.

Tipp zur Vermeidung der Rentenversicherungspflicht

Wer als Gesellschafter einer Einmann-GmbH keine Beiträge zur Rentenversicheurng zahlen möchte, muss sich Gedanken um eine Gestaltung seiner Tätigkeit bzw. des Geschäftsbereiches der GmbH machen. Die Kanzlei Hensche Rechtsanwälte empfiehlt hierzu die folgenden 2 Möglichkeiten:

  • Einstellung eines über 400 Euro im Monat verdienenden Arbeitnehmers, der vom Geschäftsführer persönlich zum Zwecke der Erbringung seiner Geschäftsführerpflichten angestellt wird. Die hierfür aufzuwendenden Kosten können zwar steuermindernd geltend gemacht werden, allerdings nicht als unmittelbare Aufwendungen der GmbH, sondern des Geschäftsführers. Dieser haftet außerdem für die Erfüllung sämtlicher Arbeitgeberpflichten - insbesondere der Pflicht zur Lohnzahlung und zur Abführung von Sozialabgaben - persönlich.
  • Der Gesellschafter-Geschäftsführer spaltet den Geschäftsbereich seiner GmbH in zwei Teile auf und gründet eine zweite GmbH, so daß jetzt zum Beispiel statt einer Weinhandels-GmbH eine Einkaufs-GmbH und eine Vertriebs-GmbH existieren. Der Gesellschafter-Geschäftsführer ist bei beiden GmbHs sowohl alleiniger Gesellschafter als auch alleiniger Geschäftsführer, wobei die Arbeitszeit und der Verdienst aus der Geschäftsführertätigkeit etwa zur Hälfte auf beide GmbHs verteilt sind. Dann ist der Geschäftsführer nicht mehr "auf Dauer und im wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig", sondern für zwei Auftraggeber, sprich für zwei GmbHs. Achtung: "Im wesentlichen nur für einen Auftraggeber" tätig ist man nach der Praxis der Sozialversicherungsträger, wenn man mehr als fünf Sechstel seiner gesamten Einkünfte aus der Tätigkeit für einen einzigen Auftraggeber bezieht.
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Artikel verfasst von

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.