Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale

So funktioniert Elstam

Das sollten Sie wissen

  • Die Elektronischen Lohnsteuermerkmale, kurz Elstam, haben die Lohnsteuerkarte ersetzt.
  • Zum Datensatz gehören Ihre Steuerklasse, die Zahl Ihrer Kinderfreibeträge, ob Sie Kirchensteuer zahlen und gegebenenfalls Ihr Freibetrag.
  • Ihr Arbeitgeber kann Ihre Daten elektronisch abrufen. Die beim Bundeszentralamt für Steuern gespeicherten Informationen sind verbindlich.
  • Bei einem Jobwechsel müssen Sie keine Lohnsteuerkarte mehr abgeben, sondern nur noch Ihre Steueridentifikationsnummer, Ihr Geburtsdatum und möglicherweise einen Lohnsteuerfreibetrag angeben.
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Seit 2013 hat die alte Lohnsteuerkarte aus Karton endgültig ausgedient: Arbeitgeber und Finanzamt stützen sich auf die Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, kurz Elstam. Dieses Verfahren ist praktisch eine elektronische Lohnsteuerkarte.

Elstam hat vor allem für Arbeitgeber zu organisatorischen Änderungen geführt. Es bringt allerdings auch für Arbeitnehmer Veränderungen mit sich: Wenn sich Ihre Lohnsteuerabzugsmerkmale ändern, ist zum Beispiel nicht mehr das Einwohnermeldeamt, sondern das Finanzamt Ihres Wohnorts dafür zuständig. Wollen Sie als Arbeitnehmer die Steuerklasse wechseln oder einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen, müssen Sie sich nun ebenfalls an das Finanzamt wenden. Änderungen melderechtlicher Daten hingegen, zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes, Kirchenein- oder -austritt, müssen Sie aber nach wie vor durch das Einwohnermeldeamt vornehmen lassen.

Das sind die Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale

Bei den Elstam handelt es sich um die Informationen, die früher auf der Vorderseite Ihrer Lohnsteuerkarte aus Karton zu finden waren:

  • Steuerklasse
  • Kirchensteuermerkmal
  • Zahl der Kinderfreibeträge
  • Lohnsteuerfreibetrag

Diese Daten sind beim Bundeszentralamt für Steuern gespeichert und können vom Arbeitgeber per Computer abgerufen werden. Für den Arbeitgeber sind grundsätzlich nur noch die elektronisch gespeicherten Daten verbindlich: Sie sind für die Dauer des Arbeitsverhältnisses von ihm anzuwenden. Änderungen, beispielsweise ein Wechsel der Steuerklasse des Arbeitnehmers, stellt die Finanzverwaltung dem Arbeitgeber zur Verfügung. Mit der entsprechenden Software können nicht nur Daten abgerufen werden, sie aktualisieren sich nach Änderungen auch automatisch. Ihr Arbeitgeber muss also selbst nichts weiter tun.

Um die Elstam seiner Arbeitnehmer abrufen zu können, müssen sich Arbeitgeber für das Elster-Onlineportal registrieren. In der Regel besteht eine solche Anmeldung schon, weil dieser Weg für die Übermittlung von Lohnsteuerbescheinigungen bereits seit Längerem gesetzlich vorgeschrieben ist. Werden diese Aufgaben durch einen Steuerberater oder einen anderen Dienstleister wahrgenommen, erfolgt der Abruf der Daten über dessen Registrierung. In diesen Fällen ist die Registrierung des Arbeitgebers nicht erforderlich.

Was Sie beim Jobwechsel beachten müssen

Wenn Sie eine neue Stelle antreten, brauchen Sie zu Beginn dem Arbeitgeber nur folgende Informationen geben:

Mithilfe dieser Angaben kann Ihr neuer Arbeitgeber Sie in der Elstam-Datenbank anmelden. Daraufhin erhält er vom Bundeszentralamt für Steuern eine sogenannte Anmeldebestätigungsliste mit Ihren aktuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen. Damit kann Ihr neuer Arbeitgeber den individuellen Lohnsteuerabzug für Sie vornehmen.

Wer die Daten abrufen kann

Achtung

Informationssperre

Hat ein Arbeitgeber aufgrund einer Sperrung keinen Zugriff auf Ihre Daten, ist er verpflichtet, Ihren Arbeitslohn nach der ungünstigsten Steuerklasse VI zu besteuern.

Nur Ihr aktueller Hauptarbeitgeber ist zum Abruf der Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale berechtigt. Haben Sie weitere Arbeitgeber, können auch diese die für die Lohnsteuerberechnung notwendigen Daten abrufen. Den Nebenarbeitgebern steht aber nur ein Teil der Elstam zur Verfügung, nämlich der mögliche Abzug von Kirchensteuer, gegebenenfalls ein Freibetrag und die Steuerklasse VI, die Sie automatisch für jeden Arbeitgeber außer dem Hauptarbeitgeber zugewiesen bekommen.

Sie selbst können in einer Positivliste festlegen, welchem Ihrer Arbeitgeber Ihre Daten zum Abruf bereitgestellt werden und welche Arbeitgeber davon teilweise oder ganz ausgeschlossen sein sollen. So können Sie sicherstellen, dass nur das über Sie bekannt wird, was Ihr Arbeitgeber auch tatsächlich für Ihre Lohnabrechnung braucht. Einen Antrag müssen Sie beim für Sie zuständigen Finanzamt stellen.

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So nutzen Sie Ihr Auskunftsrecht

Auskünfte darüber, welche Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale beim Bundeszentralamt für Steuern für Sie gespeichert sind und welche Arbeitgeber sie in den letzten zwei Jahren abgerufen haben, erhalten Sie im Elster-Onlineportal. Dazu müssen Sie zwecks Registrierung Ihre Steuer-ID eingeben. Sie finden Ihre Daten meistens auch auf Ihrer Gehaltsabrechnung, sodass sie die Informationen abgleichen können. Darüber hinaus können Sie Auskünfte bei Ihrem zuständigen Finanzamt einholen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ludwig Heinz

ehemaliger freier Finanztip-Mitarbeiter

Ludwig Heinz hat als freier Finanztip-Redakteur zu Themen rund um Verbraucherfinanzen geschrieben. Zuletzt arbeitete er als Teamleiter Anlagestrategie für Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien in Frankfurt, davor als Ressortleiter Wirtschaft und Politik bei der Anlegerzeitschrift Börse Online in München. Zudem war er in unterschiedlichen Positionen für mehrere Banken tätig, überwiegend im Research. Ludwig Heinz studierte nach einer Bankausbildung Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in München.