Energieeffizienzklasse

Energielabels für Haushaltsgeräte oft irreführend

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Anfang 2016 gelten schärfere Anforderungen für die Energieeffizienzlabels auf Haushaltsgeräten. 2017 werden die Standards zum Teil erneut angehoben.
  • Die Kennzeichnungen führen jedoch häufig in die Irre: Vermeintlich effiziente Geräte sind in Wahrheit Stromfresser.
  • Mit guten Geräten können Sie dagegen über die Lebensdauer gerechnet mehr als 1.000 Euro Stromkosten sparen.
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Auf Haushaltsgeräten und Fernsehern kleben schon seit Jahren die bunten Aufkleber, auf denen sich die Energieeffizienz des jeweiligen Gerätes ablesen lassen soll. Aber ist ein Kühlschrank mit der Effizienzklasse A+ wirklich sparsam oder im Vergleich zur Konkurrenz ein Stromfresser? Viele Menschen lassen sich von den Energieeffizienzlabels in die Irre leiten. Das muss nicht sein. Für jede Geräteart lässt sich feststellen, welche Effizienzklasse ein gutes Modell erreichen sollte. In vielen Fällen sind die Anforderungen Anfang 2016 gestiegen.

Verbraucher lassen sich täuschen

Nach einer Umfrage für den Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) aus dem Jahr 2015 achten mehr als die Hälfte der Verbraucher (57 Prozent) beim Kauf eines neuen Hausgeräts auf das Energieeffizienzlabel mit den Effizienzklassen A+++ bis G. Doch viele wissen nicht, dass die Energieeffizienzlabels in ihrer heutigen Form sehr häufig in die Irre führen. So denken 77 Prozent der Befragten, dass eine Waschmaschine der Effizienzklasse A+ ein sehr energiesparendes Gerät sei. Dabei ist diese Klasse die schlechteste auf dem Markt. Das lässt sich aber am Label auf der Waschmaschine nicht erkennen.

Der Grund dafür ist, dass die ersten Referenzwerte für die Energieeffizienzklassen A+ bis G aus dem Jahr 1994 stammen. 2003 und 2011 hat die Europäische Union dann Labels bis A+++ festgelegt, weil die Hausgeräte kontinuierlich besser werden. Die Einführung der neuen Klassen hatte aber den Effekt, dass es in vielen Kategorien keine Geräte der Kategorien B, C oder D mehr gibt.

Marktcheck relativiert hohe Zahl an Bestnoten

Ein umfassender Marktcheck des VZBV und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kommt zu dem Ergebnis, dass die daraus resultierende hohe Zahl an Bestnoten die Aussagekraft stark einschränkt. So erreichen inzwischen drei von vier angebotenen Waschmaschinen die höchste Energieeffizienzklasse A+++. Bei den Kühl- und Gefriergeräten sind vier von fünf Geräten als A+++- oder A++ eingestuft. Da sagt die vermeintlich hervorragende Klasse A++ nicht mehr viel aus.

Kühlschrank spart in 15 Jahren fast 1.300 Euro Stromkosten

Verbraucher sollten auch beachten: Große Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen erreichen leichter eine hohe Energieeffizienzklasse wie A+++ als kleine Geräte. Nur die wenigsten Menschen aber benötigen eine Waschmaschine mit einem Fassungsvermögen von 9 bis 15 Kilogramm. Für Singles oder Zwei-Personen-Haushalte kann eine kleinere Maschine viel günstiger sein, auch wenn sie ein schlechteres Energieeffizienzlabel hat.

Deshalb sollten Kunden beim Kauf von Hausgeräten immer auf den absoluten Strom- und Wasserverbrauch achten. Bei Waschmaschinen verursacht ein um 20 Liter höherer Wasserverbrauch in 15 Jahren im Schnitt 388 Euro Mehrkosten. Ineffiziente Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen pro Jahr schnell 100 Kilowattstunden mehr an Strom, was sich in 15 Jahren auf 450 Euro summiert. Dabei ist noch nicht mal einkalkuliert, dass in den kommenden Jahren mit steigenden Strom- und Wasserpreisen zu rechnen ist.

Die sparsamste Kühl-Gefrier-Kombination mit 250 bis 350 Litern Volumen spart gegenüber dem ineffizientesten Modell in 15 Jahren insgesamt fast 1.300 Euro an Stromkosten. Insofern ist beim Kauf ein Mehrpreis von beispielsweise 300 Euro eine sehr gute Investition.

Mit dem gemeinsamen Produktfinder von Bundesregierung und Öko-Institut können Verbraucher in jeder Produktkategorie die energieeffizientesten Geräte auswählen. Neben jedem Produkt sind die Stromkosten pro Jahr angegeben.

Welche Labels für welche Geräte gelten

Nicht für alle Geräte gelten alle Energieeffizienzklassen. Und für einige Gerätetypen hat die Europäische Union die Anforderungen in den vergangenen Jahren verschärft. Anfang 2016 wurde die Latte in einigen Fällen noch etwas höher gelegt. Bei Staubsaugern dürfen ab 2017 die größten Stromfresser nicht mehr in den Handel kommen. Ein Überblick:

Waschmaschine - Die Hersteller dürfen nur noch Geräte an die Geschäfte ausliefern, die die Energieeffizienzklassen A+++ bis A+ erreichen. Auf den Labels werden aber immer noch auch die schlechteren Klassen gezeigt. Lassen Sie sich davon nicht verwirren.

Wäschetrockner - Hier reicht das Spektrum von A+++ bis D. Wichtig zu wissen: Die besten Klassen A+++ bis A erreichen nur Wäschetrockner mit Wärmepumpe. Diese Trockner mit ihrem geschlossenen Luftkreislauf haben gegenüber herkömmlichen Kondensationstrocknern zwei Vorteile: Sie verbrauchen weniger Strom und befeuchten die Luft in ihrer Umgebung nicht. Das verhindert, dass sich Schimmel bildet. Trockner mit Wärmepumpe kosten meist noch etwas mehr, ihre Gesamtkosten inklusive Strom sind jedoch deutlich billiger.

Kühlschrank - Für diese Geräte gelten nur die Klassen A+++ bis A+. Kühlschränke mit schlechterem Energielabel müssen Exemplare aus dem Lager sein, die vor Juli 2012 hergestellt wurden. Davon sollten Sie die Finger lassen. Schon ein Gerät mit A+ verbraucht bis zu 50 Prozent mehr Strom als eines mit A+++.

Geschirrspüler - Es dürfen nur noch Maschinen mit den Klassen A+++ bis D in den Handel kommen. Auf dem Energielabel gibt es aber zusätzlich Angaben darüber, wie gut der Spüler das Geschirr trocknet. In diesem Punkt reichen die Klassen von A bis G.

Staubsauger - Diese Geräte werden in den Klassen A bis G angeboten. Ab September 2017 dürfen nur noch Staubsauger mit den Labels A+++ bis D ausgeliefert werden. 

Fernseher - TV-Geräte mit den Effizienzklassen A+++ bis F dürfen verkauft werden. Diese Klassen gelten natürlich immer für die jeweilige Größenklasse des Fernsehers. Ein größeres Gerät kann trotz besserer Effizienzklasse mehr Strom verbrauchen als ein kleineres mit schlechterem Label. Bei gleicher Größe macht die Effizienz viel aus: Ein Fernseher der Klasse A+ verbraucht rund 70 Prozent weniger Strom als einer mit der Klasse D.

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Wenn Sie ein Haushaltsgerät oder Unterhaltungselektronik anschaffen wollen, achten Sie unbedingt auf ein sehr gutes Energieeffizienzlabel innerhalb der jeweiligen Geräteklasse. Wenn ein sparsames Gerät überhaupt einen Aufpreis gegenüber der Konkurrenz kostet, lohnt sich die Mehrausgabe über die Jahre in den meisten Fällen – ganz abgesehen vom Klimaschutz.

Wie Sie nicht nur beim Kauf von Hausgeräten, sondern auch im Alltag Stromkosten sparen können, haben wir in unseren Stromspartipps zusammengefasst.

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Finanztip-Redaktion

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.