Energielabels

Das Energielabel allein sagt wenig über die Heizkosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die von Haushaltsgeräten bekannten Energieeffizienzlabels gelten seit Ende September 2015 auch für Heizungen. Neue Geräte müssen seither gekennzeichnet werden.
  • Heizungsmonteure, Energieberater und Schornsteinfeger können seit Anfang 2016 gebrauchte Heizungen mit einem Energielabel versehen. Ab 2017 wird das für Schornsteinfeger Pflicht.
  • 2019 hebt die Europäische Union die Anforderungen an die Energieeffizienz weiter an.
  • Wenn Sie eine neue Heizung anschaffen: Nehmen Sie eine, die auch 2019 eine hohe Klasse erreicht.
  • Unabhängig von den Energielabels gilt: Heizungen, die vor 1985 eingebaut wurden, müssen ausgetauscht werden. Dabei gibt es aber einige Ausnahmen.
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Wer einen Kühlschrank oder einen Staubsauger kauft, kann sie kaum übersehen: die bunten Energieeffizienzlabels. Sie geben an, wie sparsam oder verschwenderisch ein Hausgerät mit dem Strom umgeht. Auch bei Glühbirnen sind die Labels längst Standard. Doch nur wenige Mieter und Eigentümer von Häusern und Wohnungen wissen, dass die Energielabels der Europäischen Union (EU) seit 26. September 2015 auch für Heizungen gelten.

Dabei gibt es unterschiedliche Regelungen für neue und bereits eingebaute Anlagen. Und 2019 steigen die Anforderungen an die Energieeffizienz erneut. Wenn Sie in eine zukunftssichere Heizung investieren wollen, sollten Sie das berücksichtigen.

Welche Heizungen gekennzeichnet werden müssen

Seit Ende September 2015 müssen alle Heizgeräte, die neu in den Handel kommen, mit einem gut sichtbaren Energielabel versehen sein. Auch in der Werbung für das Produkt muss klar werden, welche Effizienzklasse es erreicht. Geräte aus Lagerbeständen vor dem Stichtag dürfen noch ohne Label angeboten werden. Ein solches Gerät sollten Sie auf keinen Fall kaufen und einbauen lassen.

Welche Heizungen seit dem 26. September 2015 ein EU-Energielabel tragen müssen, zeigt diese Übersicht:

  • Heizkessel mit einer Wärme-Nennleistung bis 70 Kilowatt,
  • Warmwasserspeicher bis 500 Liter Fassungsvermögen,
  • Kombithermen bis 70 Kilowatt und 500 Liter (Heizung und Warmwasser in einem Gerät),
  • Hybridgeräte, zum Beispiel aus Gasheizung und Wärmepumpe,
  • Solarthermie-Anlagen,
  • Blockheizkraftwerke zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme bis 50 Kilowatt Leistung und
  • Wärmepumpen.

Für alte Anlagen gilt diese Regelung: Wurde der Heizkessel vor mehr als 15 Jahren eingebaut, können Installateure, Energieberater oder Schornsteinfeger seit Januar 2016 diese Geräte freiwillig mit einem Energielabel versehen. Ab 2017 sind Schornsteinfeger dann verpflichtet, alte Heizkessel zu etikettieren. Mieter und Eigentümer der Immobilie müssen dafür nichts zahlen.

Wie Sie das Energielabel lesen

Die Farbskala der Energielabels für Heizungen oder Warmwassergeräte reicht von Grün bis Rot – so wie bei den meisten Hausgeräten. Grün steht für ein sparsames Gerät, Rot für ein sehr ineffizientes. In den farbigen Balken stehen außerdem noch die Effizienzklassen der Heizgeräte in Buchstaben. Zurzeit reicht diese Skala von A++ bis G. Die höchste Effizienzklasse ist A++.

Energielabel Heizgeräte

Unten auf dem Label sind Heizleistung, Wirkungsgrad und Lautstärke der Heizung angegeben. Die Geräuschbelastung spielt insbesondere bei Wärmepumpen eine Rolle, die im Freien stehen. Sind sie zu laut, können sie Besitzer und Nachbarn nerven.

Konventionelle Heizkessel, die nicht gleichzeitig Strom herstellen oder mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie betrieben werden, können nur die Effizienzklassen G bis A erreichen. Erst mit diesen Techniken schafft eine Heizung die besten Klassen A+ und A++.

Systeme aus mehreren Geräten

Nicht nur die EU, auch der Gesetzgeber in Deutschland hat die Anforderungen an die Effizienz von Heizungen angehoben, vor allem durch die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Deshalb bauen die Installateure immer häufiger Kombinationsanlagen aus mehreren unterschiedlichen Wärmeerzeugern ein, sogenannte Hybridheizungen. Am häufigsten ist die Kombination aus Gasbrennwertheizung und Solarthermie-Anlage.

Solche Systeme sind nicht so einfach zu bewerten wie einzelne Geräte. Deshalb gibt es bei den EU-Energielabels ein Etikett für Paketlösungen. Dieses Label fasst alle Einzelkomponenten zu einer Gesamtbewertung zusammen, listet aber die einzelnen Elemente zusätzlich auf. Der wichtigste Wärmeerzeuger bildet dabei die Grundlage, alle weiteren Komponenten sorgen für Zuschläge oder Abzüge bei der Gesamtwertung.

Das Energielabel für ein Gesamtsystem kommt von dem Fachbetrieb, der die Heizung einbaut. Die Daten besorgt er sich von den Herstellern der jeweiligen Geräte. Labels für Einzelgeräte werden direkt vom Hersteller aufgeklebt. Für alle Geräte gibt es nicht nur ein Label, sondern auch ein genaues Datenblatt. Wenn Sie ein neues Heizungssystem anschaffen, lassen Sie sich im Kaufvertrag die Effizienzklasse zusichern. Das hilft im Streitfall, wenn sich die Heizung als weniger sparsam erweist als versprochen.

2019 schraubt die EU die Anforderungen noch höher

Im August 2019 zieht die Europäische Union die Schraube noch etwas an: Heizungen werden dann auf einer Skala von A+++ bis D eingestuft. Geräte der Klassen E bis G dürfen dann nicht mehr in den Handel kommen. Für Warmwassergeräte und -speicher steigen die Anforderungen schon 2017. 

Hinzu kommt: Brüssel geht davon aus, dass bis 2019 noch effizientere Heizungen auf den Markt kommen. Deshalb steigen die Anforderungen. Geräte, die heute noch ein grünes Label bekommen, werden 2019 nur noch eine mittelmäßige Effizienzklasse wie Orange erhalten.

Wenn Sie eine neue Heizung kaufen, wählen Sie ein Modell, das auch noch 2019 eine der höchsten Effizienzklassen erreicht.

Welche Techniken welche Effizienzklassen erreichen

Quellen für beide Grafiken: Junkers/BDH (oben), Junkers (unten)

Was die absolute Höhe der Heizkosten noch beeinflusst

Allein aus dem Energielabel einer Heizung kann der Nutzer aber nicht auf die tatsächlichen Heizkosten seiner Wohnung oder seines Hauses schließen. Denn dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: zum Beispiel wie groß die Immobilie ist, ob die Wände und Decken wärmegedämmt sind, wie gut die Fenster isolieren. Nur ein geprüfter und zugelassener Energieexperte kann relativ verlässlich kalkulieren, mit welchen Heizkosten der Bewohner rechnen muss, wie viel eine neue Heizung einspart und in welcher Zeit sich ihre Anschaffung amortisiert. Aber auch der Energieberater kann nur Annahmen darüber treffen, wie sich zum Beispiel die Strom- und Gaspreise entwickeln und wie kalt die nächsten Winter sein werden.

Als grober Anhaltspunkt kann aber eine Beispielrechnung des Bundeswirtschaftsministeriums dienen:

Eine Familie mit einem Einfamilienhaus verbraucht pro Jahr 25.000 Kilowattstunden Erdgas. Die Heizung hat nur die Effizienzklasse D. Durch den Einbau eines modernen Heizgeräts der Klasse A würde der Verbrauch um 20 Prozent auf 20.000 Kilowattstunden sinken. Das entspricht einer Kosteneinsparung von rund 400 Euro im Jahr.

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Wann Sie eine alte Heizung austauschen müssen

Die Heizungen in Deutschland sind im Durchschnitt fast 18 Jahre alt. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums sogar älter als 20 Jahre. Mehr als 70 Prozent der installierten Heizgeräte erreichen nur die Effizienzklasse C, D oder E. Dennoch werden derzeit nur rund 3 Prozent der Heizungen pro Jahr ausgetauscht. Das liegt auch an den hohen Kosten für den Umbau.

Bei einigen Heizungen hat der Eigentümer aber keine Wahl mehr: Standardheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, müssen ausgetauscht werden. Die Energieeinsparverordnung 2014 sieht aber einige Ausnahmen vor: Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die selbst darin wohnen, müssen die alte Heizung nur dann austauschen, wenn sie 2002 oder später eingezogen sind.

Ausgenommen sind außerdem Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel. Dabei sind Niedertemperaturkessel technisch überholt und verfeuern deshalb zu viel Öl oder Gas. Brennwertkessel dagegen werden noch heute eingebaut. Sie haben den Vorteil, dass sie auch die Wärme der Abgase für die Heizung nutzen und deshalb weniger Brennstoff verbrauchen.

Bestandsschutz haben auch Heizkessel, deren Nennleistung unter 4 oder über 400 Kilowatt liegt. Sie dürfen auch dann weiter betrieben werden, wenn sie völlig ineffizient sind. Diese Ausnahme und die für Niedertemperaturkessel hat die Bundesregierung vorgenommen, weil sie Widerstand von Hauseigentümern und Wohnungswirtschaft fürchtete.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.