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Motive des indexorientierten Anlegers
Unter "Indexing" ist hier das Anlegen von Geld in Indexanlagen (Indexprodukte wie Indexfonds, Exchange Traded Funds, Indexzertifikate) zu verstehen. 1973 wurde der erste Indexfonds aufgelegt, Nur institutionelle Anleger durften in diesen Fonds investieren. Seitdem hat sich viel getan und spätestens seitdem die Thesen von
Markowitz auch beim Privatanleger ankommen, investieren auch immer mehr Privatanleger in Indexanlagen.
Vom Anlageverhalten kann man zwischen dem "reinen Indexer" und dem Mischtyp unterscheiden. Der "Mischtyp-Anleger" nimmt als "normaler Anleger" ausgewählte Indexprodukte in unterschiedlichem Umfang in sein Portfolio auf. Der "reine Indexer" investiert sein Kapitalvermögen dagegen ausschließlich in Indexanlagen und folgt damit den Thesen von Markowitz ohne andere mittel- oder langfristige Anlagen in Erwägung zu ziehen. Er betreibt ein striktes passives Portfoliomanagement und nimmt Änderungen nur im Hinblick auf eine Neugewichtung von Risikoklassen vor.
Motive des indexorientierten Anlegers (Indexer)
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass über einen langen Zeitraum der Index eines bestimmten Anlagemarktes bzw. innerhalb einer bestimmten Anlageklasse von Investoren kaum zu schlagen ist. Die Hauptgründe sind hierfür:
- Wer nur in den Index investiert, bewegt sich - ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten - immer auf der Höhe des Index. Benchmark (Vergleichsgröße) ist die Indexentwicklung.
- Aktives Fondsmanagement zielt darauf ab, eine höhere Rendite als den Benchmark zu erreichen (Outperformer). Diese Überrendite kommt nur zustande, wenn andere Marktteilnehmer eine entsprechende Unterrendite erleiden (Underperformer). Rechnerisch müssen also schon 50% der investierten Gelder über und 50 Prozent unter dem Vergleichsindex liegen (Nullsummenspiel der Börse).
- Aktives Fondsmanagement kostet den Anleger deutlich höhere Gebühren als ein Passiv-Investment in den Index ohne Auswahl von Einzeltitel. Da höhere Kosten beim Aktiv-Investment anfallen, muss zumindest langfristig bei fehlender Outperformance die Rendite spürbar unter der Indexrendite beim Passiv-Investment liegen.
- Der Versuch eine Überrendite zu erzielen, kann nur mit teilweisem Verzicht auf Diversifikation und damit höherer Risikobereitschaft einhergehen.
- Über lange Untersuchungszeiträume konnten in der gleichen Risikoklasse keine Outperformer dauerhaft überzeugen.
- Aktiv gemanagte Fonds werden manchmal auch geschlossen. Erfolglose Fonds erhalten wenig Anlegerkapital und der Anleger ist mit dem Risiko der Fondsschließung konfrontiert. Ein Börsenindex wird hingegen nur selten "geschlossen".
Der Indexer hält sich daher - mehr oder minder weitgehend - an die Empfehlungen
- Diversifikation und Risikostreuung so breit wie möglich
- Kosten des Erwerbs und der Verwaltung minimieren
- langfristig denken (Buy-and-Hold-Strategie)
und investiert im Hinblick auf Wertpapiere vornehmlich oder ausschließlich in Indexanlagen und hier vorzugsweise in "Exchange Traded Funds (ETFs).
Die Vorteile des Einsatzes der Asset-Allokation und Korrelation von Risikoklassen gelten über langfristige Zeiträume wissenschaftlich als gesichert. Diese Erkenntnis überzeugt immer mehr Anleger für ein rein passives Portfoliomanagement durch "Indexing".
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