ETF prägnant
ETF Leitfaden
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Wie setzt sich ein Muster-Portfolio aus ETFs zusammen?

Die einfache Faustregel lautet: So breit wie möglich:
Aktien: Je breiter die Diversifikation, desto besser. Die Konzentration auf Standardwerte (Blue-Chips, Large-Caps, Growth-Aktien) reicht nicht aus. Zu einer umfassenden Diversifikation gehören auch "Small Caps" und Investments in Märkte mit Schwellenländeranlagen. Da das Investment in diese Märkte ein deutlich höheres Risiko aufweist, ist auch die Renditechance deutlich höher. Wegen der höheren Risiken ist es wichtig, dass die Anlage sehr breit erfolgt. Beispiel: Kein Investment in ein bestimmtes Schwellenland oder in eine bestimmte Region, sondern eher in praktisch alle Schwellenländer (z.B. MSCI Emerging Markets). Grundsätzlich eignen sich die MSCI-Indizces (MSCI = Morgan Stanley Capital International) auch besser als andere Indizes, weil sie in der Regel breiter aufgestellt sind und damit besser zur Diversifikation beitragen.

Rohstoffe: Rohstoffe sind knapp und werden deshalb immer teurer. Diese Aussage ist für sich genommen zwar nicht (immer) richtig. Der gesunde Menschenverstand sagt uns aber, dass schon allein die zunehmende Zahl von Menschen in sich entwickelnden Volkswirtschaften eine zusätzliche Nachfrage nach Rohstoffen entfalten, die irgendwann preistreibend wirken "muss". Allein die Nachfrage aus China und Indien ist nach manchen Rohstoffen gewaltig. Eine Kapitalanlage in Rohstoffe hat außerdem den Vorteil, dass sie eine sehr niedrige Korrelation zu Aktien aufweist. Daher eignet sich ggf. auch ein ETF auf einen Rohstoff-Futures-Index als "kleine" Beimischung.

Immobilien: Die eigengenutzte Immobilie ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der eigenen Altersvorsorge. Letztlich ist sie aber vorrangig ein Konsumgut, weil wir darin wohnen wollen und erst im zweiten Schritt dient sie der Vermögensanlage oder -erhaltung. Ein Immobilien-Investment in einem Portfolio wird sich daher vorrangig auf breit streuende Immobilien-Indexanlagen erstrecken. So spart man sich den Ärger bei Vermietung eigener Immobilien und erzielt vermutlich auch eine höhere Rendite als bei eigener Vermietung.

Die eigengenutzte Immobilie wird hingegen steuerlich mehrfach begünstigt. Dazu gehört die Riester-Förderung im Eigenheimrentengesetz und der steuerfreie Verkauf, wenn eine Eigennutzung mindestens im Veräußerungsjahr und den beiden vorangegangenen Jahren vorlag. Die Erträge aus einem Exchange Traded Fund unterliegen hingegen der Abgeltungssteuer. Insbesondere wenn das Eigenheim auch mit Fremdkapital zu finanzieren ist, sollte das Hauptaugenmerk - statt auf Geldanlage - auf die zinsgünstige Baufinanzierung und ggf. frühzeitige Entschuldung gerichtet sein.

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Da die Asset-Allokation auf der Risikoneigung des Anlegers basiert und die Risikotoleranz wiederum von verschiedenen persönlichen Faktoren stark beeinflusst wird, kann es keine "Muster-Asset-Allokation" geben. Nur für den risikobehafteten Teil im Portfolio können allgemeine Faustregeln gute Anhaltspunkte geben.

Beispiel: Ein Anleger möchte 100.000 Euro als Einmal-Anlage in ein Portfolio mit Indexing-Produkten investieren. Er ist risikofreudig und möchte 80 Prozent, d.h. 80.000 Euro in unterschiedliche Aktienmärkte investieren. Die restlichen 20.000 Euro sollen in risikofreie Anleihen oder Geldmarktfonds angelegt werden.

Beispiel einer möglichen Aufteilung (Allokation) der risikofreudigen 80.000 Euro (hier 100 Prozent wegen Aufteilung) in Aktienmarkt-Indexprodukten:

Das Beispielportfolio ist keine Empfehlung, sondern ist als Anregung zu verstehen. Ähnliche Beispielportfolios sind in der mittlerweile umfangreichen Literatur zur modernen Portfolio-Theorie und Indexing-Produkten zu finden. Im Vordergrund steht die größstmögliche Diversifikation nach Asset-Klassen, die eine geringe Korrelation zueinander aufweisen. Innerhalb der Aktien sollten auch Nebenwerte und Schwellenländer-Aktien Berücksichtigung finden.

Da nicht jeder Indexer sofort einen derart hohen Betrag investieren kann, wird er - abhängig vom verfügbaren Kapital - wahrscheinlich auch Asset-Klassen zusammenfassen. Aber auch hier ist eine eingeschränkte Diversifikation möglich. Mit einem ETF auf den MSCI-World-Index und einem MSCI-Emerging-Market-ETF ist der erste Schritt getan. Nach der modernen Portfolio-Theorie gilt jedoch, dass zu viele Zusammenfassungen und der Verzicht auf Asset-Klassen langfristig das Risiko und damit letztlich auch die Rendite negativ beeinflussen.

Exkurs zur Portfolio-Theorie von Markowitz:
Nach Markowitz führt die gezielte Aufteilung von Investments in Asset-Klassen auf lange Sicht zur Rendite des entsprechenden Risikogrades. Überdurchschnittliche Renditen einer Asset-Klasse (z.B. erzielt durch aktives Management) gehen auch immer mit überdurchschnittlichen Risiken einher. Dieses Gesetz kann kein Anleger aushebeln. Mit der Diversifikation von Anlageformen ist es jedoch möglich, das Risiko ohne gleichzeitigen Verlust an Renditechance zu verringern, bzw. bei einem starren Risiko die Ertragschancen zu erhöhen. Ein wichtiger Aspekt liegt nach Markowitz in der Aufteilung des Portfolios nach Assetklassen. Das Timing und die Auswahl der Einzeltitel ist danach bei einer langfristigen Strategie unwichtig.

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