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RAFI-Index

Indexprodukte investieren in marktkapitalisierte (Aktien-)Indizes. Eine Blasenbildung, zum Beispiel der Internet-Hype Anfang 2000, schlägt sich in der Indexentwicklung nieder. Als Folge werden überbewertete Aktien auch übergewichtet. Mit Hilfe der RAFI-Indizes (Research Affiliates Fundamental Indexing) soll daher die Zusammensetzung des jeweiligen Index auf fundamentalen Kennzahlen statt auf Marktkapitalisierung beruhen.

Die Auswahl und Gewichtung der im Index vertretenen Aktien erfolgt nicht nach der Marktkapitalisierung, sondern anhand fundamentaler Kriterien. So hatte im Jahr 2002 das Unternehmen "Research Affiliates" ihre "Fundamental Index Strategy" mit den Kennzahlen "Umsatz, Buchwert, Cash Flow und die Höhe der Dividenzahlung" zur Festlegung und Gewichtung der Aktien in einem Index vorgestellt. Mit diesem Ansatz soll sowohl in Bären- wie auch in Bullenmärkten eine bessere Wertentwicklung als bei Indizes nach Marktkapitalisierung erzielt werden.

Der Grundgedanke dieses Ansatzes ist schlüssig. Er steht nur schon deshalb auf schwankendem Boden, weil die Kennzahlen die Vergangenheit wiedergeben und nicht der Markt, sondern fundamentale Daten für eine Kursentwicklung herangezogen werden. Der Ansatz steht damit im Gegensatz zu den Grundsätzen der Portfoliotheorie. Denn hiermit soll auch der Markt geschlagen werden. Mit RAFI wird mithin der Bereich des reinen passiven Indexinvestments verlassen. Es ist kein klassisches Indexprodukt mehr.

Andererseits werden so - teilweise offensichtliche - Marktübertreibungen wie im Internet-Hype eliminiert. Man denke nur zurück an AOL, kurz vor der Fusion mit Time-Warner oder in Deutschland an EM.TV. Ein "Stock-Picking" ist aber in der reinen Indexstrategie nicht vorgesehen. Es sind auch veränderte Volatilitäten bei dieser Indexkonstruktions-Strategie zu erwarten. Und je komplizierter ein Index gestrickt wird, desto fehleranfälliger wird er. Tendenziell werden auch die Verwaltungsgebühren höher sein. Schon allein deshalb, weil spezielle Produkte wie zum Beispiel auch Short-ETFs erklärungsbedürftiger sind und daher höhere Vertriebskosten verursachen. Ob sich "RAFI" als so genannter optimierter Index im Vertrieb von ETFs durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Starke Zweifel sind erlaubt.

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