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Der Begriff "Indexfonds" ist leicht schwammig und nicht präzise. Teilweise werden auch ETFs als Indexfonds bezeichnet. Zur präzisen Unterscheidung sollte im Einzelfall geklärt werden, ob es sich wirklich um einen passiven Fonds handelt, der permanent an der Börse gehandelt wird. Dann ist es ein echter ETF.
Zumeist sollen Indexfonds aber Investmentfonds bezeichnen, die keine aktive Anlagestrategie verfolgen und "nur" einen Börsenindex nachbilden. Sie werden daher auch als passive Fonds bezeichnet, weil sie in aller Regel keinen Fondsmanager benötigen. Der Kurs (Ausgabekurs und Rücknahmepreis) wird in aller Regel nur einmal pro Tag gestellt. Ein kontinuierlicher Handel an der Börse findet nicht statt.
Indexzertifikate sind im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Indexanlagen Schuldverschreibungen. Der große Unterschied liegt darin, dass Zertifikate kein (geschütztes) Fondsvermögen darstellen und einem Bonitätsrisiko des Emittenten unterliegen. Beispiel: Inhaber von Zertifikaten, herausgegeben von Lehman Brothers, kennen diesen Unterschied leider zur Genüge. Es ist dabei egal, ob dabei das Zertifikat mit dem Titel "Kapitalschutz" oder "Garantie" ausgegeben wurde. Es ist kein Sondervermögen.
Die passiven ETFs werden als klassische Indexfonds bezeichnet. Sie sind in ihrer Anlageentscheidung objektiv und frei von Fehlentscheidungen, denn in diesem Fall übernimmt der Markt die Funktion des Fondsmanagers. Die aktiv gemanagten ETFs weisen zwar grundsätzlich die gleichen Vorteile wie die passiven ETFs auf, doch versuchen die Fondsmanager, zumindest mit einer gewissen Gestaltungsfreiheit bei der Anlagestrategie den Index zu übertreffen.
Es gibt nur wenige aktiv gemanagte ETFs. Sie werden vom Anlegerpublikum auch nicht richtig angenommen und sind - genau genommen - ein Widerspruch zu der passiven Anlagestrategie von reinen Indexfonds. So wurde im Spetember 2008 mit Wirkung vom 1. Oktober 2008 der aktive ETF "Bear Stearns Current Yield Fund" mangels Akzeptanz beim Anleger geschlossen.
So werden ETFs aktuell von lediglich 28% der Befragten vermittelt, 35% planen dies jedoch für die Zukunft. ETFs weisen derzeit mit weniger als 10% noch einen geringen Anteil an den Assets under Management auf. Großes Potenzial wird in ETFs vor allem aufgrund der transparenten Kosten- und Risikostruktur gesehen. Neben Themen wie Inflationsschutz, nachhaltigen Investments und Rohstoffinvestments werden ETFs unabhängig von deren Anlageklasse und Investmentstil als eigenständiger Produkttrend im Markt identifiziert. So liegt der Anteil der Befragten, die ETFs aktuell eine (sehr) hohe Marktbedeutung beimessen, bei 18%, während die Marktbedeutung von ETFs in zwei Jahren von 43% der Befragten als (sehr) hoch eingeschätzt wird.
Fazit: ETFs sind es wirklich wert, dass man sich mit ihnen befasst. Insbesondere defensive Anleger mit Neigung auch Aktien zu erwerben, sollten sich intensiv mit dieser Materie auseinander setzen. Nur beachten Sie: Nicht überall, wo Indexfonds drauf steht, ist ein echter ETF gegeben.
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