Fahrtenbuch

Viele Dienstwagenfahrer sparen mit Fahrtenbuch Steuern und Zeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Selbstständige, Kleinunternehmer und Angestellte, die einen Dienstwagen auch privat nutzen, müssen dafür Steuern zahlen, Arbeitnehmer zudem Sozialversicherungsbeiträge.
  • Versteuert wird der Privatanteil entweder mit der pauschalen 1-Prozent-Regelung oder per Fahrtenbuch – handgeschrieben oder in elektronischer Form.
  • Ein Methodenwechsel ist nur zu Jahresbeginn oder bei einem neuen Auto möglich.
  • Es gibt drei Kategorien an Fahrten, die im Fahrtenbuch lückenlos und zeitnah aufgezeichnet werden müssen: berufliche Touren, Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsplatz und Privatfahrten.
  • Digitale Fahrtenbücher müssen den Anforderungen des Finanzamts genügen. Eine offizielle Zertifizierung gibt es nicht.
  • Oft passiert es, dass das Finanzamt ein Fahrtenbuch nicht akzeptiert, weil es angeblich oder offensichtlich manipuliert wurde.

So gehen Sie vor

  • Führen Sie ein Fahrtenbuch ab Jahresanfang oder einem Fahrzeugwechsel probeweise für drei Monate und vergleichen Sie das Ergebnis mit der einfach zu berechnenden 1-Prozent-Methode. Entscheiden Sie sich erst danach endgültig.
  • Steuerlich günstiger sein kann ein Fahrtenbuch in diesen Fällen: Der Bruttolistenneupreis des Autos ist hoch; Sie haben einen alten oder gebraucht gekauften Wagen; die laufenden absetzbaren Kosten sind eher niedrig; Sie nutzen das Auto kaum privat oder Sie wohnen relativ weit weg von Ihrer ersten Tätigkeitsstätte.
  • Digitale Fahrtenbücher sind bequemer als handschriftliche. Es gibt sie als Hardware (beispielsweise ein Stecker oder fest eingebaute Box), als Software oder als App auf dem Smartphone sowie als Kombination aus Hard- und Software.
  • Apps wie das Kfz-Fahrtenbuch und Driverslog Pro 2 können ein kostengünstiger Einstieg sein. Sie erfordern aber oft zeitintensive manuelle Zusatzangaben. Langfristig halten wir daher Vimcar als Hardware-Lösung für die nach Zeitaufwand und Kostengesichtspunkten sinnvollere Investition.

Fahrten zur Messe, zu Kunden oder zu Geschäftspartnern – es gibt viele Gründe, warum Arbeitnehmer und Selbstständige ein Auto für berufliche Zwecke einsetzen. Die Kosten sind steuerlich absetzbar. Für die privaten Fahrten mit demselben Auto gilt das allerdings nicht. Nutzt beispielsweise ein Angestellter seinen Firmenwagen sowohl aus beruflichen als auch privaten Gründen, muss er den geldwerten Vorteil für die privaten Fahrten versteuern und darauf auch Sozialabgaben zahlen.

Wahl zwischen 1-Prozent-Regelung und Fahrtenbuch

Um den Privatanteil zu versteuern, können Sie zwischen zwei Methoden wählen:

  • die pauschale 1-Prozent-Regelung und
  • die Ermittlung der tatsächlichen Autokosten mithilfe eines Fahrtenbuches.

Achtung: Sie dürfen die Methode nur zu Jahresanfang oder beim Wechsel des Fahrzeugs ändern.

Viele Angestellte mit Dienstwagen nutzen die 1-Prozent-Methode. Als geldwerter Vorteil für die Privatnutzung gilt für jeden Monat 1 Prozent des Bruttolisten-Neupreises – unabhängig davon, wie teuer das Auto bei der Anschaffung tatsächlich war. Hinzu kommt noch ein Aufschlag für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte: Jeder Entfernungskilometer ist mit 0,03 Prozent des Listenpreises zu multiplizieren. Ausführlich erläutern wir die 1-Prozent-Regelung im Ratgeber Dienstwagenbesteuerung.

Unternehmer dürfen die 1-Prozent-Methode nicht anwenden, wenn sie ihren Wagen weniger als zur Hälfte betrieblich nutzen. Nur wenn sie ihn mehr als zur Hälfte für ihre Arbeit nutzen, zählt ein Firmenwagen zum notwendigen Betriebsvermögen. Außerdem müssen sie für die private Nutzung zusätzlich Umsatzsteuer zahlen.

In diesen Fällen kann das Fahrtenbuch günstiger sein

Doch selbst wenn die pauschale Regelung zulässig ist, sollte sich jeder Fahrer eines Dienstwagens kritisch fragen, ob er sie tatsächlich nutzen sollte. Es gibt etliche Situationen, in denen sie relativ teuer sein kann:

  • Der Bruttolisten-Neupreis des Autos ist sehr hoch.
  • Sie haben das Auto gebraucht gekauft oder es ist relativ alt.
  • Die Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ist groß.
  • Sie fahren wenig aus privaten Gründen.
  • Im Fall eines Selbstständigen: Das Auto ist bereits vollständig abgeschrieben.
  • Die als Betriebsausgaben absetzbaren laufenden Kosten wie Sprit, Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer sind relativ niedrig.

Günstiger ist dann oft das Führen eines Fahrtenbuchs. Schließlich zählen beim Fahrtenbuch fast alle Kosten, die für das Auto im Laufe des Jahres anfallen – etwa für den Sprit, Reparaturen und Wartung, Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer, Parkgebühren, Autopflege, Reifen, Tüv-Gebühren, Leasinggebühren oder die Zinsen für ein Autodarlehen. Außen vor bleiben Bußgelder und privat veranlasste Maut- und Straßenbenutzungsgebühren. Deshalb sollten Autofahrer mit Fahrtenbuch alle Belege akribisch sammeln und aufbewahren.

Der Fahrtenbuchdienstleister Vimcar bietet auf seiner Homepage einen Firmenwagenrechner an. Dort kann jeder seine eigene Situation eingeben und erfährt so den geldwerten Vorteil nach der 1-Prozent-Regel sowie mit Fahrtenbuch. Ist letzteres günstiger, führt dies zu einer Steuerersparnis. Sie beträgt im Vimcar-Musterfall für einen VW Golf 861 Euro, für einen Audi A4 kommen 2.159 Euro Vorteil heraus. Durchschnittlich sparen Vimcar-Nutzer nach Firmenangaben 2.785 Euro jährlich. 

Drei Kategorien an Fahrten müssen Sie notieren

Für das Fahrtenbuch gelten strenge Regeln – gleichermaßen für das per Hand ausgefüllte und für das elektronische. Es gibt steuerlich fünf Kategorien an Fahrten, von denen Sie auf jeden Fall die ersten drei aufzeichnen müssen:

  • Dienstliche Fahrten: Sie müssen für jede Fahrt das Datum, Abfahrts- und Zielort, Kilometerstand zu Beginn und am Ende der Fahrt, Reisestrecke und den Reisezweck dokumentieren. Zudem sollten Sie auch den besuchten Geschäftspartner oder Kunden namentlich nennen. Sollte ein Umweg erforderlich sein, müssen Sie auch dies vermerken.
  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz: Dabei genügen das Datum und die Kilometerangaben. Diese Kosten dürfen Sie steuerlich nur mit der Entfernungspauschale abrechnen. Sie beträgt pro Arbeitstag pauschal 30 Cent für jeden Entfernungskilometer und ist im Jahr bei 4.500 Euro gedeckelt.
  • Private Fahrten: In diesen Fällen reichen das Datum und die Distanz.
  • Familienfahrten bei doppelter Haushaltsführung und
  • Fahrten, die mit anderen Einkünften zusammenhängen: Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie den Dienstwagen von Ihrem Arbeitgeber auch nutzen, wenn Sie als Vermieter Ihrer Ferienwohnung unterwegs sind.

Falls mehrere Menschen das Auto nutzen, dann ist auch der jeweilige Fahrer einzutragen. Außerdem müssen Sie das amtliche Kennzeichen sowie der Kilometerstand am Anfang und Ende des Jahres notieren.

Bezüglich der Form macht das Finanzamt folgende Vorgaben:

  • Das Fahrtenbuch muss als gebundenes Buch geführt werden, es darf keinesfalls aus Einzelblättern bestehen und auch keine Excel-Tabelle sein.
  • Alle Fahrten müssen, sobald sie beendet sind, eingetragen werden. Beim elektronischen Fahrtenbuch reicht es, die Einträge binnen einer Woche zu erledigen.
  • Die Vermerke müssen vollständig, korrekt, übersichtlich und leserlich sein.
  • Nachträge sind grundsätzlich nicht erlaubt. Haben Sie sich verschrieben oder sind Änderungen erforderlich, müssen Sie diese klar kennzeichnen.

Im Buchhandel und online können Sie gedruckte Fahrtenbücher, beispielsweise von Zweckform oder Siegel, kaufen. Diese beinhalten die steuerlich vorgeschriebenen Spalten und Zeilen, die Sie dann per Hand ausfüllen müssen.

Drei Typen elektronischer Fahrtenbücher sind auf dem Markt

Wer den Aufwand eines handschriftlichen Fahrtenbuchs scheut oder dazu neigt, auch mal zu vergessen, eine Fahrt in das Büchlein einzutragen, für den empfiehlt sich ein elektronisches Fahrtenbuch. Ein guter Fahrtenbuchassistent nimmt dem Fahrer einigen Aufwand beim Notieren und Auswerten ab und erinnert ihn daran, falls ein Eintrag fehlt.

Das Portal vergleich.org hat im September 2017 elektronische Fahrtenbücher getestet. Es unterscheidet drei Typen:

  • Navigationssystem mit Fahrtenbuch: Insbesondere bei Premium-Autoherstellern wie BMW oder Mercedes kann ein fest eingebautes Navigationssystem als Fahrtenbuch genutzt werden. Hinzu kommen Lösungen von Navi-Anbietern wie Tomtom.
  • Software: Das Wiso Fahrtenbuch ist ein Beispiel für ein Programm, das mit einer zusätzlichen mobilen Komponente wie einer App auf dem Smartphone kombiniert werden muss. Die App protokolliert die einzelnen Fahrten und überträgt sie an die Software. Letztlich erstellen Sie dann das Fahrtenbuch auf dem Computer.
  • Dienstleister: Soft- und Hardware sind aufeinander abgestimmt, um alle steuerlichen Voraussetzungen zu erfüllen – so auch die zehnjährige Archivierungspflicht.

Die Lösung von Vimcar lässt sich zum dritten Typ zählen – als ganzheitliche Dienstleistung. Das ist für Nutzer bequemer als die anderen Typen. Bei dem Test von Fahrtenbuchlösungen hat vergleich.org Vimcar zum Sieger gekürt. Auch in anderen Veröffentlichungen wie bei „Spiegel online“ (11. Dezember 2015), im Steuer-Fachmagazin „Kalkül“ (Ausgabe 1/2016) sowie in den Zeitschriften „Firmenauto“ (Ausgabe 10/2016) und „Autoflotte“ (Ausgabe 9/2016 ) schneidet das Produkt bei Untersuchungen gut ab. Wir halten es ebenfalls für empfehlenswert.

Der Nutzer kauft oder mietet (ab 18,92 Euro brutto monatlich) von Vimcar einen Stecker, den er im Fußraum selbst montiert. Damit werden alle Fahrten aufgezeichnet. Über die On-Board-Diagnose (OBD) liest die Hardware den Kilometerstand direkt aus dem Auto aus. Der Stecker hat eine integrierte Sim-Karte, mit der die Fahrdaten ans Rechenzentrum gesendet werden.

Nach dem Parken wird die neue Fahrt darüber in die Fahrtenbuchsoftware übertragen. Mithilfe einer App vervollständigt der Nutzer die Angaben, indem er die Art der Fahrt sowie bei Dienstfahrten den aufgesuchten Geschäftspartner erfasst. Alternativ kann er die Angaben später am Desktop erledigen. Kennzeichnet er nicht innerhalb einer Woche eine Fahrt, wird diese unwiderruflich zur Privatfahrt. Im Gegensatz zu reinen App-Lösungen erfasst Vimcar alle Fahrten auch dann, wenn es keinen GPS-Empfang gibt.

Die Daten werden in einem Rechenzentrum gespeichert und archiviert. Das Fahrtenbuch lässt sich als PDF-Datei exportieren – als Einzelfahrtauflistung und auf einem Jahresübersichtsblatt, das die gefahrenen Kilometer auf die jeweiligen Fahrtkategorien verteilt. Dieses kann der Nutzer ausdrucken oder per Mail verschicken.

Bei Vimcar handelt es sich um ein manipulationssicheres, geschlossenes System. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat geprüft, dass das Produkt alle IT-Sicherheitsanforderungen ordnungsgemäß erfüllt. Auch deshalb können wir Dienstwagenbesitzern diese Lösung empfehlen.

Vimcar
ganzheitliche Fahrtenbuch-Dienstleistung

  • manipulationssicheres, abgestimmtes System
  • OBD-Stecker erfasst automatisch Kilometerstände direkt vom Auto
  • intuitive Software für ergänzende Angaben für Dienstfahrten
  • Fahrtenbuch als exportierbare PDF-Datei
  • Datenspeicherung im Rechenzentrum

Einstieg ins Fahrtenbuch auch mit einer App möglich

Wer nicht direkt mit einer Komplettlösung beim elektronischen Fahrtenbuch starten, sondern die digitale Aufzeichnung erstmal ausprobieren möchte, ist mit einer App auf dem Smartphone gut beraten. Apps haben den Vorteil, dass sich das Fahrzeug per GPS orten lässt. Das bedeutet: Der Nutzer braucht die Start- und Zielorte nicht selbst notieren. GPS funktioniert aber beispielsweise auf dem Land, in Tunnel oder Parkhäusern zuweilen nicht.

Apps sind oft für Privatnutzer kostenlos oder zumindest günstig. Daher erstaunt es nicht, dass es mitunter große Unterschiede gibt, wie komfortabel sich die Apps bedienen lassen. Je komplizierter es ist, zum Beispiel die Adressen und Geschäftspartner per Hand zu korrigieren, desto weniger ist mit dem Fahrtenbuchassistenten gewonnen.

Die Steuerberatungsgesellschaft felix1.de hat im Mai 2016 zehn Apps getestet. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Erfassung per App nicht unbedingt einen Zeitvorteil gegenüber dem handgeschriebenen Fahrtenbuch bringt. Für Dienstwagenfahrer, die das Auto alleine nutzen, kann eine App trotzdem eine sinnvolle Einstiegsvariante sein. Dies gilt vor allem dann, wenn im Smartphone die Kontaktdaten der besuchten Geschäftspartner abgespeichert sind und in der App einfach übernommen werden können, um die Strecken zu ermitteln.

Felix1.de kürt Driverslog Pro zum Testsieger für iPhone-Nutzer: Mittlerweile gibt es die Nachfolgeversion Driverslog Pro 2 – und zwar auch für Android. Die private und ehrenamtliche Nutzung ist kostenlos, für den geschäftlichen Gebrauch ist eine Business-Lizenz erforderlich. Diese gibt es für eine monatliche Gebühr von 1,99 Euro oder für eine jährliche Gebühr von 14,99 Euro. Wer sich für eine App-Lösung erwärmen kann, dem können wir Driverslog Pro 2 empfehlen.

Driverslog Pro 2
Fahrtenbuch-App

  • günstige App für iOS und Android-Smartphones
  • Ausgabenverwaltung möglich
  • regelmäßiges Backup in der Cloud
  • direktes Weiterverarbeiten von PDF- und CSV-Exporten
  • GPS-basierte Streckenaufzeichnung kann fehleranfällig sein
Driverslog Pro 2

Eine Alternative ist die App Kfz-Fahrtenbuch, die es sowohl für das iPhone als auch für Smartphones mit Android gibt sowie für alle Internet-Browser. Die Daten in der App werden über die Cloud bei Kfz Fahrtenbuch im Browser synchronisiert. Die Steuerberatergenossenschaft Datev empfiehlt die App; sie war außerdem beim Test von vergleich.org die App mit der besten Bewertung.

In einer Basisversion ist sie kostenlos, in der Pro-Version kostet sie 60 Euro im Jahr. Mit der Kauf-Variante ist es einerseits möglich, automatisch die Distanz zu ermitteln und die Daten in der Cloud zu synchronisieren, andererseits die Daten in das weiterverarbeitbare Format CSV zu exportieren.

Kfz-Fahrtenbuch
Fahrtenbuch-App

  • günstige App für iPhone, Android-Smartphones und alle Browser
  • Synchronisation der Fahrten zwischen App und dem Programm im Browser
  • Spracherkennung für Adressen und Fahrtzwecke
  • Nacharbeiten möglich, weil Standorterkennung und automatische Fahrterkennung über GPS

Damit Sie das Fahrtenbuch an das Finanzamt übergeben können, müssen Sie die Daten in CSV oder als PDF exportieren können. Programme wie Wiso Fahrtenbuch haben eine Datev-Schnittstelle, sodass sich die Daten darüber ans Finanzamt übermitteln lassen.

Warum ein Fahrtenbuch mit Hardware manchmal besser ist

Falls Sie mal nicht daran denken, die notwendigen Daten zu einer Fahrt einzutragen, sollte ein guter Fahrtenbuchassistent Sie daran erinnern. Als Absicherung tragen einige Modelle (beispielsweise Vimcar) die Fahrt nach sieben Tagen automatisch als Privatfahrt ein. Das wirkt sich zwar ungünstig auf Ihre Steuer aus, doch weist das Fahrtenbuch dann keine Lücken auf. Das kann sonst schnell dazu führen, dass das Finanzamt das gesamte Fahrtenbuch verwirft.

Ist der Handyakku leer oder haben Sie den Stecker zu Hause liegen gelassen, hilft aber der beste Fahrtenbuchassistent nichts. Denn Sie müssen jede Fahrt erfassen. Bei Lösungen mit zusätzlicher, im Auto dauerhaft montierter Hardware ist dies unwahrscheinlicher, da Sie das Aufzeichnungsgerät im Fahrzeug stecken lassen können.

Fahrtenbücher allein über eine App sind vor allem für unschlüssige Fahrer praktisch, die sich noch nicht sicher sind, ob sie mit einem Fahrtenbuch sparen können.

Weil aber eine App oft zeitintensive manuelle Zusatzangaben erfordert und die Streckenmessung per GPS zu ungenau ist, sollten Sie als Firmenwagennutzer langfristig lieber in eine hardwarebasierte Lösung investieren. Haben Sie hingegen vor, langfristig ein Fahrtenbuch zu führen, lohnt es sich eher, die Daten per Stecker am OBD-Anschluss auszulesen, wie bei Vimcar. Gleiches gilt, falls Sie bereits längere Zeit ein handschriftliches Fahrtenbuch führen und auf ein elektronisches umsteigen wollen.

In der Regel besitzt das Gerät einen eigenen GPS-Empfänger für die Satellitenortung und gleicht den Kilometerstand automatisch mit dem Auto ab. Dadurch sind die Systeme weniger fehleranfällig als reine Apps. Auch können Sie den Stecker oder die Box dauerhaft im Fahrzeug lassen, was die Gefahr verringert, dass Sie mal vergessen, eine Fahrt aufzuzeichnen.

Nur bei wenigen Anbietern müssen Sie die Box in einer Werkstatt fest in das Fahrzeug einbauen lassen. Bei zahlreichen Anbietern reicht es aus, das Gerät selbst an den Bordcomputer zu stecken. Ebenso leicht können Sie es dann auch wieder entfernen.

Eine Marktübersicht über gängige Hardware-Anbieter finden Sie auf firmenauto.de mit 24 Anbietern und autoflotte.de mit 12 Anbietern.

Elektronische Daten müssen zehn Jahre lang archiviert werden

Das Finanzamt besteht auf Manipulationssicherheit. Können Sie im Fahrtenprotokoll nachträglich etwas eintragen, muss die Korrektur nachvollziehbar sein. Bei elektronischen Fahrtenbüchern betrifft das vor allem den Datei-Typ, in dem es abgespeichert wird. Excel-Tabellen lehnt das Finanzamt grundsätzlich ab. Ein Dokument im CSV- oder PDF-Dateiformat sollte das Fahrtenbuch schon erstellen können, damit Sie auf der sicheren Seite sind.

Elektronische Daten müssen für die Betriebsprüfung digital auswertbar sein. Die Steuerbehörde darf noch zehn Jahre später Ihre Auswertungen für Prüfungszwecke anfordern. Wo genau die Dateien gespeichert sind und ob Ihr Anbieter eine Sicherheitskopie aufbewahrt, kann daher auf lange Sicht wichtig werden. Sie selbst sollten daher immer eine PDF-Datei zehn Jahre lang archivieren.

Finanzamt akzeptiert Fahrtenbuch nicht immer

Ob händisch oder elektronisch geführt: Am wichtigsten ist, dass das Fahrtenbuch die Voraussetzungen für das Finanzamt erfüllt. Die Fahrten müssen vollständig und zeitnah erfasst, nachträgliche Änderungen sauber nachvollziehbar und Manipulationen an den Aufzeichnungen ausgeschlossen sein. Ist dies nicht der Fall, verwirft das Finanzamt das Fahrtenbuch. Dann wird in aller Regel der geldwerte Vorteil aus dem Dienstwagen nach der 1-Prozent-Regelung berechnet.

Die Gefahr, dass die Behörde das Fahrtenbuch ablehnt, ist vor allem groß, wenn sie zur Betriebsprüfung kommt. Schließlich kann ein Prüfer die Einträge mit Tankbelegen, Parkquittungen und anderen Belegen aus der Buchhaltung abgleichen. Stellt er beispielsweise fest, dass die Kilometerstände in Werkstattrechnungen abweichen, sind dies für ihn Anzeichen für ein manipuliertes Fahrtenbuch. Auch Umwege wecken bei einem Prüfer Misstrauen. War beispielsweise eine Baustelle oder ein Stau Grund für einen Umweg, sollte das dementsprechend im Fahrtenbuch begründet werden. Bei einem handschriftlich geführten Fahrtenbuch kontrolliert der Prüfer häufig das Schriftbild kritisch.

Zahlreiche Anbieter werben damit, dass sie finanzamtskonform sind. Eine Garantie, dass die Behörde das Fahrtenbuch akzeptiert, gibt es jedoch nicht, da das Finanzamt selbst keine Anbieter überprüft. Daher greifen die Anbieter häufig auf externe Zertifikate zurück. Die Bandbreite reicht dabei vom Tüv-Siegel über Wirtschaftsprüfer und Steuerkanzleien, die prüfen, ob das System die steuerlichen Voraussetzungen einhält. Strategische Vertriebspartnerschaften mit dem Deutschen Steuerberaterverband, der Steuerberatergenossenschaft Datev sowie mit Haufe-Lexware werten wir vor diesem Hintergrund als Vorteil für Vimcar.

Für die Akzeptanz beim Finanzamt hängt es aber vor allem davon ab, dass der Nutzer das Fahrtenbuch ordnungsgemäß führt.

Komfort und Datenschutz beißen sich häufig

Wenn Sie die Fahrprotokolle auch noch ein Jahrzehnt später bei Ihrem Anbieter anfordern können, erhöht das Ihre Sicherheit bei einer Prüfung durch das Finanzamt. Allerdings sind Ihre Daten dann auch über den gesamten Zeitraum bei Ihrem Anbieter gespeichert. Ein hoher Standard für Datenschutz ist daher unerlässlich.

Fühlen Sie sich nicht wohl dabei, die Kontrolle über Ihre Fahrdaten abzugeben, sollten Sie lieber auf eine solche Zusatzleistung verzichten. Umso sorgfältiger müssen Sie die Fahrtenbücher dann jedoch in den eigenen vier Wänden aufbewahren, egal ob handschriftlich oder elektronisch.

Viele Fahrtenbuchassistenten greifen darüber hinaus auf GPS für die Ortsbestimmung zurück und gleichen die erfassten Daten mit Ihrem Adressbuch ab. Das erhöht den Komfort des elektronischen Fahrtenbuchs. Allerdings lässt sich daraus ein weitreichendes Bewegungsprofil ableiten. Wollen Sie diese Datensammlung vermeiden, müssen Sie auf eine Hardware-Lösung zurückgreifen, bei der Sie das GPS ausschalten können. Allerdings bleibt es Ihnen dann nicht erspart, die Adressen von Hand einzutragen.

So haben wir ausgewählt

Finanztip hat die unterschiedlichen technischen Fahrtenbuch-Lösungen nicht selbst getestet. Unsere Empfehlungen basieren auf einem Test von verschiedenen Lösungen auf dem Portal vergleich.org im September 2017 sowie einem Test von zehn Apps durch die Steuerberatungsgesellschaft felix1.de im Mai 2016.

Wir haben die beiden Tests ausgewertet, die bestplatzierten Lösungen detaillierter analysiert und mit weiteren Marktübersichten und Veröffentlichungen abgeglichen. Felix1.de empfiehlt für das Betriebssystem Android das Fahrtenbuch Pro. Diese App können Sie jedoch derzeit nicht mehr im Google-Playstore herunterladen. Sie ist daher bei uns herausgefallen.

Weil das Thema Finanzamtskonformität ein wesentliches ist, spielen die Empfehlungen des auf Steuerberater spezialisierten IT-Dienstleisters Datev sowie des Deutschen Steuerberaterverbands eine größere Rolle für unsere Empfehlungen. Datev empfiehlt neben Vimcar und Kfz-Fahrtenbuch noch das „Fahrtenbuch“ von Meyer-Solutions als eine App-Lösung für das iPhone und iPad. Auch beim Test von vergleich.org hat es ordentlich abgeschnitten.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected].

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.