Weltsparen

Attraktive Zinsen beim Festgeldvermittler

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Zinsportal Weltsparen ermöglicht es Anlegern in Deutschland, Festgeld- und Tagesgeldkonten bei Banken im europäischen Ausland zu eröffnen. Das ist vor allem angesichts des Rekordzinstiefs in Deutschland verlockend.
  • Viele dieser Banken liegen jedoch in Ländern, deren Wirtschaftskraft Rating-Agenturen sehr viel schlechter einschätzen als jene Deutschlands. Damit stellt sich auch die Frage, ob die EU-Einlagensicherung in diesen Ländern im Fall einer Bankenpleite funktioniert.
  • Finanztip berücksichtigt bei seinen Empfehlungen die Wirtschaftskraft des Landes und die finanzielle Lage der Bank. Wir empfehlen nur Banken, die diese Stabilitätskriterien erfüllen und darüber hinaus eine gute Verzinsung bieten.
  • Auf dieser Grundlage können wir zurzeit keines der Angebote von Weltsparen empfehlen.
  • Finanztip nennt alle sicheren Banken, die gute Zinsen zahlen, in den Ratgebern Festgeld und Tagesgeld.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen Festgeld-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Seit der Finanzkrise 2008 kennen die Zinsen in Deutschland nur eine Richtung: abwärts. Sparer hierzulande sind daher auf der Suche nach Angeboten, die eine bessere Verzinsung bieten.

An dieser Punkt setzt das Geschäftsmodell von Weltsparen an: Das Zinsportal ermöglicht seinen Kunden seit Ende 2013, Spargelder bei Banken im europäischen Ausland anzulegen. Bei den meisten Angeboten erfolgt die Anlage in Euro, allerdings bietet die Plattform auch Anlagen in US-Dollar, norwegischen Kronen und bulgarischen Lew an.

Weltsparen nutzt dabei das unterschiedliche Zinsniveau in Europa, um Kunden in Deutschland möglichst attraktive Angebote zu machen: Da in anderen europäischen Ländern ein höheres Zinsniveau herrscht, können lokale Banken aus diesen Ländern zum Teil eine höhere Verzinsung für Spareinlagen bieten, als sie Sparern ansonsten in Deutschland finden. Dies gilt sowohl für Konten in der Landeswährung, also auch für Euro-Anlagen, die Sparer aus Deutschland über Weltsparen bei diesen Banken eröffnen.

So funktioniert Weltsparen

Weltsparen zeigt auf seiner Website die Angebote der Banken, mit denen die Plattform zusammenarbeitet. Für die Vermittlung der Angebote erhält Weltsparen von den Partnerbanken eine Provision. Für den Kunden ist das Angebot dagegen kostenlos.

Um eines der Angebote nutzen zu können, muss der Kunde zunächst ein sogenanntes Weltspar-Konto eröffnen. Über dieses Konto läuft dann die eigentliche Geldanlage bei den ausländischen Banken. Da Weltsparen als Plattform selbst keine Kundenkonten verwaltet, kooperiert das Unternehmen für die Kontoführung und den Zahlungsverkehr mit der MHB-Bank in Frankfurt am Main.

Legitimieren muss sich der Kunde über das Postident- oder Video-Verfahren. Im Anschluss erhält er seine Zugangsdaten und kann Geld von seinem Referenzkonto (etwa dem Girokonto) auf das Weltspar-Konto überweisen.

Für die eigentliche Geldanlage bei der jeweiligen Partnerbank schließt der Kunde dann einen zusätzlichen Einlagevertrag mit der ausländischen Bank ab. Der Anlagebetrag (je nach Angebot mindestens 5.000 oder 10.000 Euro) wird dann vom Weltspar-Konto auf das Anlagekonto überwiesen.

Anders als im traditionellen Bankgeschäft, bei dem Kunden sich für eine Anlage bei einer anderen Bank stets neu ausweisen müssen, gilt die Identifizierung bei Weltsparen für alle Angebote der Plattform. Kunden können also fällige Gelder zu anderen Partnerbanken umschichten oder auch gleichzeitig mehrere Festgelder bei unterschiedlichen Banken einrichten und verwalten.

Allerdings sollten Anleger stets im Blick behalten, dass die Banken auf der Plattform aus unterschiedlichen Ländern stammen, deren finanzielle Stabilität sich stark unterscheidet. Dazu kommt die unterschiedliche finanzielle Situation der einzelnen Bank. Weltsparen nennt zwar in den Informationen zur jeweiligen Bank das Rating des Heimatlandes, weist aber darauf hin, dass es selbst keine Empfehlungen zu einzelnen Produkten oder Partnerbanken ausspricht. Die Kunden müssen also selbst einschätzen, ob sie bereit sind, für die höhere Verzinsung im Vergleich zu Festgeldanlagen in Deutschland auch ein höheres Risiko zu tragen.

Sicherheit von Einlagen im europäischen Ausland

Mit der Anlage im europäischen Ausland stellt sich die Frage, ob die Einlagen dort ähnlich sicher sind wie in Deutschland. Dafür sprechen die einheitlichen Regeln der EU-Einlagensicherung. Nach diesen Regeln müssen etwa alle Banken dem europäischen Einlagensicherungssystem angehören. Guthaben von 100.000 Euro pro Bank und Sparer sind abgesichert. Allerdings ist nicht abzusehen, ob die gesetzliche Einlagensicherung in allen EU-Ländern bei einer Bankenpleite zuverlässig funktioniert.

Wer im EU-Ausland anlegt, ist also zu einem gewissen Maße von den wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in jenen Ländern abhängig. Dies bekamen in der Vergangenheit kurzzeitig auch Anleger von Weltsparen zu spüren. Die bulgarische Fibank und die portugiesische Banco Espirito Santo (BES) gerieten beide Mitte 2014 ins Schlingern. Die in finanzielle Schwierigkeiten geratene BES in Portugal konnte nur durch eine Kapitalspritze des Staates gerettet werden. Das Land splittete die BES auf in eine Bad Bank und eine Bank für das Privatkundengeschäft mit dem Namen Novo Banco. Bestehende Festgeldkonten von Weltsparen wurden zur Novo Banco transferiert. Einlagen der Kunden sind in beiden Ländern aber nicht verloren gegangen.

Trotzdem: Wer in Tages- und Festgeld anlegt, möchte Unsicherheit so weit wie möglich vermeiden. Finanztip legt daher strengere Stabilitätskriterien an und empfiehlt nur Angebote mit guten Zinsen, bei denen sowohl das Land als auch die Bank eine gute Bewertung erhalten. Aus dem Angebot von Weltsparen erfüllt zurzeit die Hanseatic Bank unsere Stabilitätskriterien, allerdings liegen die Zinssätze niedriger als bei den von uns empfohlenen Tagesgeld- und Festgeldkonten.

Diese Angebote hat Weltsparen im Programm

Weltsparen bietet seinen Kunden inzwischen nicht mehr nur Festgelder an, sondern auch Tagesgeld, Anlagen in Fremdwährung und sogenannte Flexgelder. Im Unterschied zu Festgeld können Kunden Flexgeld jederzeit vorzeitig kündigen. Der Preis für diese Flexibilität ist eine deutlich geringere Verzinsung des Anlagebetrags, falls ein Sparer vorzeitig kündigt. Hält der Kunde bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit durch, erhält er also den Festgeldzins des Angebots, kündigt er dagegen vorzeitig, erhält er nur den Basiszins oder gar keine Verzinsung. Die Laufzeiten der Festgelder und Flexgelder liegen zwischen 6 und 120 Monaten.

Übersicht: Angebote von Weltsparen

Bank Einlagen-sicherung Monate 6   12   18   24   36
Weltsparen vermittelt:                      
Addiko Bank Österreich   0,9 %   1,1 %       1,0 %   1,0 %
Alior Bank Polen   0,75 %   0,9 %       0,95 %   1,05 %
Allied Irish Banks Irland       0,5 %            
Bulgarian-American Credit Bank (BABC) Bulgarien   1,25 %                
Banca Farmafactoring Italien       1,1 %       1,15 %   1,2 %
Banca Sistema Italien       0,8%       0,9 %   1,0 %
Banco BNI Europa Portugal   0,7 %   1,2 %       1,41 %   1,61 %
BESV Frankreich       1,2 %       1,25%   1,3%
Banco Portugués de Gestáo Portugal   0,75 %   1,25 %       1,6 %   1,75 %
BOŚ Bank Polen       1,05 %       1,5 %   1,6 %
Euram Bank Österreich   0,3 %   0,75 %   1,05 %        
Expobank Tschechien   0,75 %   1,15 %           1,15%
Fibank Bulgarien       0,25 %       0,65 %   0,75 %
First Save €uro Großbritannien       0,85 %       1,0 %    
Greensill Bank Deutschland   0,4 %   0,5 %       0,55 %   0,6 %
Grenke Bank Deutschland       0,5 %   0,6 %   0,7 %   0,9 %
Haitong Bank Portugal       1,3 %       1,35 %   1,45 %
Hanseatic Bank Deutschland       0,4 %       0,6 %   0,7 %
Inbank Estland       0,8 %       1 %   1,2 %
J&T Banka Tschechien   0,3 %   0,7 %   0,75 %   0,8 %   0,8 %
Kent Bank Kroatien       0,6 %       0,7 %   0,8 %
Key Project (Banka Progetto) Italien       1,3 %       1,4%   1,5%
Nordax Bank Schweden       1,0 %       1,1 %    
North Channel Bank Deutschland       0,55 %       0,75 %   0,95 %
Novo Banco Portugal       1,25 %       1,35 %   1,45 %
Podravska Banka Kroatien       1,15 %   1,2 %   1,3 %   1,35 %
Wyelands Bank Großbritannien   1,0 %   1,0 %   1,49%        
Younited Credit Frankreich                   1,05 %

Quellen: Weltsparen-Websites (Stand Zinsen: 27. April 2017)
Banken, die die Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen, sind gefettet.

Besonderheiten bei Wiederanlage, Zinsausschüttung und Steuern

Am Ende der Laufzeit überweist die Partnerbank das Geld entweder zurück auf das Weltspar-Konto oder legt das Geld automatisch noch einmal an. Da diese Regelungen zwischen dem Kunden und der jeweiligen Anlagebank getroffen werden, muss der Kunde also auf die Einzelheiten seines Angebots achten und die Geldanlage kündigen, falls vorgesehen ist, dass sich das Angebot automatisch verlängert und der Kunde diese Wiederanlage verhindern möchte.

Bei den meisten mehrjährigen Festgeldern überweist Weltsparen sämtliche Zinsen erst am Ende der Laufzeit. Dies kann dazu führen, dass der Kunde seinen jährlichen Sparerpauschbetrag nicht optimal nutzt: Im Jahr der Zinsausschüttung steigen die Zinserträge dann sprunghaft an, während in anderen Jahren keine Zinserträge vorhanden sind. Wer also absehbar die 801 Euro (1602 Euro bei Verheirateten) mit den mehrjährigen Zinserträgen überschreitet, sollte die Laufzeiten und Anlagebeträge entsprechend anpassen.

Hinsichtlich der Steuern stellt sich bei Anlagen im europäischen Ausland die Frage, ob die Partnerbank von den Zinserträgen direkt eine Quellensteuer abzieht. Je nach den Regelungen des Landes lässt sich dieser Abzug durch Vorlage einer Ansässigkeitsbescheinigung verhindern oder zumindest reduzieren. Der Anleger weist damit nach, dass er nicht in dem jeweiligen Land ansässig ist, sondern in Deutschland. Die Informationen und Formulare für die jeweilige Anlage stellt Weltsparen bereit; der Anleger sollte sich die Angebotsdetails allerdings genau ansehen, um einschätzen zu können, wie aufwendig das Steuerthema am Ende wird.

Besonderheiten ergeben sich bei den Angeboten in Fremdwährungen wie US-Dollar, norwegischen Kronen oder dem bulgarischen Lew. Dort besteht jeweils ein Wechselkursrisiko, so dass bei schlechtem Verlauf der angelegte Betrag am Ende in Euro weniger wert ist als zum Startzeitpunkt der Anlage.

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Fazit: Vertrauen auf die EU-Einlagensicherung

Die Angebote von Weltsparen, ähnlich wie die von Savedo und Zinspilot, verbreitern die Angebotspalette für Festgeld und Tagesgeld, indem sie Verbrauchern Angebote von Banken aus europäischen Ländern zugänglich machen. Durch die Identifizierung für die gesamte Plattform wird es einfach, frei gewordene Gelder sofort wieder neu anzulegen und die Angebote verschiedener Banken gleichzeitig zu nutzen.

Insgesamt hat Weltsparen damit deutlich mehr Banken im Programm als andere Zinsplattformen wie Savedo oder Zinspilot. Nach den Kriterien von Finanztip – Sicherheit und gute Zinsen – empfehlen wir allerdings derzeit keines der Angebote von Weltsparen. Denn entweder erfüllen sie die Finanztip-Stabilitätskriterien nicht oder der Zins ist vergleichsweise niedrig. Kunden müssen also Vertrauen in die Einlagensicherung der Europäischen Union haben, wenn sie sich für ein Angebot von Weltsparen entscheiden.

Eine Liste mit allen sicheren Banken, die gute Zinsen zahlen, und Hinweise zum Festgeld und Tagesgeld, finden sich in unseren Ratgebern zu Festgeld und Tagesgeld.

Übersicht: Bonität der Banken bei Weltsparen

In unseren Ratgebern Festgeld und Tagesgeld empfehlen wir Ihnen nur Banken, die aus einem Land stammen, das glaubhaft im Notfall für die Spareinlagen bei seinen Banken bürgen kann. Deshalb verlangen wir, dass das Land von den großen Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch mit einer Bonität von „AA“ oder besser bewertet wird.

Zudem verlangen wir, dass die Ratingagenturen die Bonität der Bank mindestens als „investitionswürdig“ (auf Englisch: „investment grade“) einstuft. Auf der Notenskala der Ratingagenturen bedeutet das „BBB“ oder besser.

Bonität der Banken bei Weltsparen

Bank Bonitätsnote Bank Land Einlagensicherung Bonitätsnote Land der Einlagensicherung Finanztip-Kriterien erfüllt?
Addiko Bank -- Österreich AA nein
Alior Bank BB Polen A nein
Allied Irish Banks Baa Irland BAA nein
Banca Farmafactoring -- Italien BBB nein
Banca Sistema -- Italien BBB nein
Banco BNI -- Portugal BB nein
BESV Caa¹ Frankreich AA nein
Bulgarian-American Credit Bank -- Bulgarien BB nein
Eurambank -- Österreich AA nein
Fibank B Bulgarien BB nein
First Save Euro B* Großbritannien AA nein
Greensill Bank -- Deutschland AAA nein
Grenke Bank -- Deutschland AAA nein
Haitong Bank BB- Portugal BB nein
Hanseatic Bank Deutschland AAA ja
J&T Banka -- Tschechien A nein
Kentbank -- Kroatien BB nein
Mordax Bank -- Schweden AAA nein
Novo Banco Caa Portugal BB nein
Podravska banka -- Kroatien BB nein
Poštová banka -- Slowakei A nein
Younited Credit -- Frankreich AA nein
BN Bank² B Norwegen AAA nein

¹ Rating der Konzernmutter ² zusätzliches Währungsrisiko durch Anlage in NOK
Schlechtestes Rating genannt.
Quelle: Moody's, S&P, Fitch (Stand: April 2016)

Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

Dirk Eilinghoff
von Finanztip,
Experte für Geldanlage

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  • Festgeld bietet mehr Zinsen als Tagesgeld.
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Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Hallo emsige Anleger-Kollegen
hier gibt es eine gute Analyse der Nordax Bank bzgl. deren Sicherheit (u. a. Zustand der Bank, Einlagensicherung, Bonität der Bank):
Vielleicht ist das ein oder ...
4. April 2016 zum Beitrag
ok, auch Banken Rating ist natürlich nicht unbedingt 100 % sicher aber es gibt ja noch eine Einlagensicherung.
Wenn natürlich alles zusammenbricht ist sowieso alles futsch, also ab mit dem Geld ...
2. April 2016 zum Beitrag
Zum Thema Weltsparen gibt es hier einen ganz interessante Post - Beitrag Nr. 2:

oder direkt bei finanztip:

Bei Bankenratings wäre ich hingegen eher vorsichtig, Lehman lässt ...
2. April 2016 zum Beitrag
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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.