Versicherungs-App Knip

Alle Policen auf einen Blick, aber dahinter steckt ein Makler

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Start-up Knip bietet eine kostenlose App an, die die Versicherungen eines Nutzers verwaltet.
  • Wer die App herunterlädt und eine digitale Unterschrift leistet, erteilt Knip damit automatisch ein Mandat als Makler. Wer damit nicht einverstanden ist, kann diese Option widerrufen.
  • Knip erhält Abschlussprovisionen für Versicherungen, die im Zusammenhang mit der App zustande kommen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um Versicherungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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„Papierkrieg ausgeschlossen“ – damit werben die Macher von Knip. Das gleichnamige Unternehmen bietet für Apple- und Android-Smartphones eine Software an, mit der Nutzer ihre gesamten Versicherungen verwalten können.

Knip ist ein mobiler Versicherungsmanager, der verschiedene Policen in einer App bündelt. Eine Übersicht listet auf, welche Versicherungen der Kunde bei welchem Anbieter hat, wie hoch die Beiträge sind und wann die nächste Zahlung fällig wird. Via Knip lassen sich die meisten Tarife ändern, kündigen oder ein Schaden melden. Mit diesem Konzept sammelte Knip im Herbst 2015 rund 14 Millionen Euro Kapital von Investoren ein. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen mittlerweile 100 Mitarbeiter an seinen Standorten in Zürich, Berlin und Belgrad.

So funktioniert Knip: Nach dem Herunterladen der App muss der Nutzer aus einer Liste die Versicherungsunternehmen auswählen, bei denen er Verträge hat und anschließend persönliche Daten wie Name, Adresse und Geburtsdatum eingeben. Anschließend wird ihm per SMS ein Registrierungscode zugeschickt, den er in der App eingibt. Damit Knip Zugriff auf die Versicherungsinformationen bekommt, bittet das Unternehmen anschließend um eine digitale Unterschrift.

Knip ist ein Versicherungsmakler

Durch diese Unterschrift erteilen Kunden dem Unternehmen aber auch ein Maklermandat. Das bedeutet, dass Knip für alle registrierten Versicherungen ab sofort als Makler auftritt und Courtagen kassiert. „Es handelt sich dabei um marktübliche Abschluss- und Bestandsprovisionen, die jeder Versicherungsvermittler oder bei einer Versicherungsgesellschaft angestellte Mitarbeiter oder der Generalagent erhält. Die Courtage/Provision beträgt für neue Policen einmalig zwischen 1 und 20 Prozent der Jahresprämie der Versicherung, bei laufenden Policen erhält Knip pro Jahr zwischen 5 und 20 Prozent der Jahresprämie“, heißt es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens. Wer nicht möchte, dass Knip dies tut, kann von dem Maklervertrag direkt in der App zurücktreten.

Offenbar sind diese Informationen nicht allen Nutzern der App bekannt. Denn sowohl in Verbraucherforen als auch im App-Store von Apple sind Beschwerden zu finden, dass Knip nicht ausreichend auf seine Maklertätigkeit hinweist. Auf Anfrage von Finanztip erklärte das Unternehmen, diese Beschwerden würden hauptsächlich von Versicherungsmaklern stammen, die ihre Kunden an Knip verloren hätten.

Aktuell bietet Knip diese Versicherungstypen an: Haftpflicht, Hausrat und Auto sowie Rechtsschutz und Reiserücktritt. Darüber hinaus vermittelt das Start-up auch Kranken-, Lebens-, Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Direktversicherer und Anbieter von Nettopolicen vermittelt das Unternehmen nicht. Knip haftet für Fehler bei der Beratung mit der Mindestdeckungssumme von 1,23 Millionen Euro pro Schadensfall.

Achtung

Pokémon-Versicherung

Nur wenige Wochen nach dem Start des Smartphone-Spiels Pokémon Go machte Knip mit einer „Pokémon-Versicherung“ Schlagzeilen. Bei der Police mit dem Namen „Trainer-Schutz“ handelt es sich um eine Unfallversicherung der Barmenia. Sie soll zahlen, wenn Pokémon-Go-Spieler sich bei einem Unfall bleibende Schäden zuziehen. Unserer Einschätzung nach sind solche Policen nicht empfehlenswert. Die 30.000 Euro Versicherungssumme reichen bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken, die durch eine Behinderung entstehen können. Abgesehen davon deckt jede x-beliebige Unfallversicherung ebenfalls solche Unfälle beim Spielen mit dem Handy ab. Grundsätzlich ist eine Unfallpolice aber nur für Risikosportler und Senioren sinnvoll.

Versicherungen besser selbst vergleichen

Überlegen Sie sich gut, ob Sie Knip eine Maklervollmacht für alle Ihre Versicherungen erteilen wollen. Wir empfehlen nur bei sehr komplexen Versicherungen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der privaten Krankenversicherung die Unterstützung eines Maklers. Unser Rat für alle anderen Versicherungstypen: Vergleichen Sie lieber selbst. Mit den von uns in den jeweiligen Ratgebern empfohlenen Vergleichsportalen finden Sie immer das beste Angebot.

Weitere Tipps zur richtigen Versicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Unser Rat

  • Vergleichen Sie Versicherungen immer selbst.
  • Nutzen Sie dazu die von uns in den jeweiligen Ratgebern empfohlenen Vergleichsportale.

» Zum Ratgeber

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Artikel verfasst von

Anika Schulz

ehemalige freie Finanztip-Mitarbeiterin

Anika Schulz ist ausgebildete Journalistin. Sie arbeitete bereits beim Peoplemagazin InTouch und bei verschiedenen Publikationen aus der BILD-Gruppe. Ihr Volontariat schloss sie erfolgreich beim Berliner Kurier ab. Für Finanztip schrieb sie bis zum 1. Juli 2016 im Bereich Versicherungen.

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.