Sparplan oder Rentenversicherung

Die beste flexible Altersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktien-Indexfonds (ETFs) eignen sich als günstige und langfristig lohnende Altersvorsorge.
  • Sie können auf zwei flexible Methoden in ETFs investieren: über einen Sparplan oder über eine Netto-Rentenversicherung.
  • Eine solche flexible Altersvorsorge eignet sich für jeden unter 55, besonders für Berufseinsteiger und Frauen mit Kinderwunsch.
  • Sie stellt als Aktienanlage einen wichtigen Baustein neben anderen Altersvorsorgeformen dar.
  • Bei beiden Methoden können Sie jederzeit Kapital entnehmen und die Beiträge senken oder steigern.
  • Schichten Sie jedoch rechtzeitig in schwankungsarme Anlagen um, bevor Sie das Geld brauchen.

So gehen Sie vor

  • Bestimmen Sie je nach Risikobereitschaft, welchen Anteil Ihrer Altersvorsorge Sie langfristig in Aktien anlegen möchten.
  • Wenn Sie bei der Altersvorsorge Rat brauchen, wenden Sie sich an einen Honorarberater.
  • Ob Sie später über den gesamten Betrag auf einmal verfügen oder sich das Geld als Rente auszahlen lassen wollen, brauchen Sie erst zum Rentenbeginn zu entscheiden.
  • Wenn Sie weniger als 20 Jahre bis zum Renteneintritt haben, nehmen Sie als flexible Vorsorge einen ETF-Sparplan.
  • Wenn Sie noch mehr als 20 Jahre bis zur Rente haben, eignet sich eine Netto-Rentenversicherung. Wir empfehlen die Arag Forte3D Honorar und die Interrisk myIndex.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Altersvorsorge sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Mit der Altersvorsorge ist das so eine Sache: Einerseits wollen Sparer ja langfristig etwas auf die hohe Kante legen, das sie am besten bis zum Ruhestand nicht mehr anrühren und das ihnen später monatlich hilft, die Kosten zu decken. Andererseits weiß niemand, was das Leben vor der Rente noch bringt: Immobilienkauf, Arbeitsplatzverlust, Scheidung – das moderne Leben ist immer unvorhersehbarer geworden. Feste Geldanlagen mit Vertragslaufzeiten von 30 Jahren und mehr eignen sich für die meisten Menschen daher nicht mehr. Das ist ein Problem für die üblichen Lebens- und Rentenversicherungen, die gerne von Banken und Versicherungen als Standardlösung für die Altersvorsorge verkauft werden. Nicht von ungefähr wird mehr als die Hälfte dieser Verträge vor dem vorgesehenen Vertragsende gekündigt.

Flexibilität ist also heutzutage gefragt. Viele Menschen möchten etwas zurücklegen, das langfristig mehr Rendite bringt als die mickrigen Zinsen, die es derzeit auf Tages- und Festgeld gibt. Aber gleichzeitig soll das Geld verfügbar bleiben, wenn sich die Lebensumstände ändern, und zwar ohne Kosten.

Flexible Altersvorsorge ist ein guter Baustein für jeden

Altersvorsorge lässt sich auf viele Weisen betreiben. Ein günstiger Riester-Vertrag oder eine betriebliche Altersvorsorge mit niedrigen Kosten lohnen sich oft ebenso wie die Investition in eine günstige Immobilie in guter Lage. Aber alle diese Varianten haben den Nachteil, dass das Geld nicht unmittelbar verfügbar ist und sich die Vorsorge daher eben nicht schnell oder nicht kostengünstig ändern lässt, wenn sich das Leben ändert.

Langfristig führt an Aktien als mehr oder weniger starke Beimischung in der Geldanlage kein Weg vorbei. Über Zeiträume von 15 Jahren und mehr ist das Risiko, Verlust mit Aktien zu machen, relativ gering. Ein Aktien-Indexfonds, auch ETF (Exchange Traded Fund) genannt, ist eine einfache und günstige Methode, in Aktien zu investieren. Der Vorteil: Damit bleibt das Geld jederzeit verfügbar.

Daher ist Sparen in einen ETF für Menschen unter 55 Jahren ein guter Baustein in der Altersvorsorge. Je nach Risikofreudigkeit kann dieser Baustein größer oder kleiner sein – ab 25 Euro monatlich geht es los, nach oben offen.

Besonders geeignet ist das Sparen in ETFs für junge Menschen und Berufseinsteiger, bei denen die Zukunft noch viele Unsicherheiten bereithält, die aber schon etwas für ihre Altersvorsorge tun möchten. Sie können später immer noch andere Formen der Altersvorsorge zusätzlich wählen oder das Geld aus der flexiblen Vorsorge herausholen und anders einsetzen, zum Beispiel für einen Wohnungskauf. Auch für Frauen, deren Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, eignen sich die flexiblen Sparformen gut. Wenn sie in Eltern- oder Teilzeit gehen, können Sie dann die Sparbeiträge senken oder ganz aussetzen. Für über 55-Jährige ist aufgrund der kurzen Laufzeit das Risiko eines Aktienfonds aber zu hoch.

Wer in ETFs spart, ist nicht zuletzt politischen Risiken gegenüber gewappnet: Wenn sich in Zukunft abzeichnet, dass sich die Gesetzgebung ändert und dadurch Ihre flexible Altersvorsorge unrentabel wird, können Sie in Ruhe in eine dann geeignetere Altersvorsorge umsteigen.

Einen Indexfonds können Sie auf zwei Arten zur Altersvorsorge nutzen: als Bankprodukt über einen ETF-Sparplan und als Versicherungsprodukt über eine Netto-Rentenversicherung. Beides sind sehr gute Methoden, eine flexible Altersvorsorge aufzubauen, da sie um Welten kostengünstiger sind als die teuren Produkte, die gerne vom Vertrieb von Versicherungen und Banken angeboten werden.

Was ist ein Indexfonds (ETF)?

Ein Aktien-Indexfonds bildet passiv einen bestimmten Aktienindex nach, zum Beispiel die Kurse der 30 im Dax gelisteten Unternehmen oder die gut 1.600 Aktien im MSCI-World-Index. Der Fonds braucht kein teures Management, da die Auswahl und Gewichtung der Aktien durch den Index vorgegeben sind. Bis zu 90 Prozent der aktiv gemanagten Fonds schaffen es ohnehin nicht, besser als der entsprechende Index zu sein. Je länger die Anlagedauer, desto mehr kommen die geringen Kosten des ETF zum Tragen und erhöhen die Rendite.

ETF-Sparpläne, mit denen Sie regelmäßig für die Altersvorsorge anlegen können, sind bei bestimmten Online-Banken oft zum Nulltarif erhältlich. Und wenn Sie Ihren ETF-Sparplan bis zur Rente durchhalten, lässt sich das Geld schrittweise in sichere Anlagen wie Tages- und Festgeld umschichten.

Was ist eine Netto-Rentenversicherung?

Das Problem der meisten Rentenversicherungen sind die hohen Kosten, weshalb wir von den klassischen Varianten ausdrücklich abraten. Aber die Branche beginnt, sich umzustellen: Einige Versicherer haben inzwischen Policen ohne die üblichen hohen Provisionen für Vermittler im Programm, sogenannte Netto-Policen. Sie werden daher in erster Linie von Honorarberatern angeboten, im Gegenzug bezahlt der Kunde direkt den Berater. Im Gegensatz zu den üblichen Versicherungen mit Provision sind die Kosten dieser Netto-Policen so niedrig, dass Sie schon nach einem Jahr im Plus sind, sofern der Fonds wenigstens 5 Prozent Rendite gemacht hat.

Eine Netto-Rentenversicherung, in der ein Indexfonds steckt, kann in punkto Flexibilität mit einem ETF-Sparplan mithalten, kostet aber ein bisschen mehr. Dafür hat sie zwei Vorteile: Sie ist steuerlich gegenüber der Direktanlage in Fonds begünstigt, sofern sie mindestens zwölf Jahre lief und der Sparer sie nicht vor seinem 62. Geburtstag beendet. Außerdem bietet sie die Option einer garantiert lebenslangen Rente. Damit sind Sie abgesichert, wenn Sie sehr alt werden.

Die Versicherer sind bei der Konstruktion von Rentenversicherungen sehr kreativ und bieten alle möglichen Varianten an: von einer kleinen Mindestverzinsung über Garantien für die eingezahlten Beiträge bis hin zu komplizierten Anlagemodellen mit mehreren Geldtöpfen.

All diese Modelle versprechen Sicherheit, machen die Produkte aber kompliziert und oft teuer. Wir empfehlen Ihnen Policen, bei denen das Geld nach Abzug der Kosten ausschließlich in einem Indexfonds angelegt wird. Für Sicherheit sorgt der Anteil an Tages- und Festgeld in Ihrer Geldanlage sowie die lange Laufzeit der ETF-Police.

ETF-Sparplan oder Netto-Rentenversicherung?

Beide Varianten eignen sich langfristig als Altersvorsoge für jeden unter 55 Jahren. Die Unterschiede liegen vor allem in der Besteuerung: Bei der Rentenversicherung fallen während der Laufzeit keine Steuern an, sondern erst zu Rentenbeginn. Dieser Steuerstundungseffekt gleicht über lange Zeiträume die etwas höheren Kosten der Versicherung im Vergleich zum Sparplan aus.

In einer umfangreichen Testberechnung haben wir untersucht, welche Variante wann ertragreicher ist. Dabei haben wir alle Kosten, Anlageerträge und Steuern für beide Varianten sowohl in der Ansparphase bis zur Rente als auch in der Rente einfließen lassen. Wir haben uns den gesamten Markt für Netto-Policen auf Basis der Studie „Honorartarife“ des ITA Institut für Transparenz angesehen und die besten herausgefiltert.

Wenn Sie weniger als 20 Jahre bis zur Rente haben

In diesem Fall kommt eher der ETF-Sparplan für Sie infrage. Bei Laufzeiten unter 20 Jahren wirken sich die günstigeren Kosten der Direktanlage über die Bank positiv aus. Aber der Vorteil ist nicht riesig: Bei 10 Jahren Laufzeit, 100 Euro monatlicher Einzahlung und einer jährlichen Rendite von 6 Prozent sind es gerade mal 376 Euro mehr als bei der Rentenversicherung.

Vergleich der Auszahlungen bei Laufzeit von 10 Jahren

Rendite*   ETF-Sparplan Nettopolice  
0 % pro Jahr Steuererstattung - 47 € - 144 €  
  Netto-Auszahlung 11.869 € 11.322 €  
  Differenz + 546 €    
3 % pro Jahr Steuern 464 € 176 €  
  Netto-Auszahlung 13.296 € 12.828 €  
  Differenz + 468 €    
6 % pro Jahr Steuern 1.071 € 554 €  
  Netto-Auszahlung 14.989 € 14.613 €  
  Differenz + 376 €    
9 % pro Jahr Steuern 1.789 € 1.003 €  
  Netto-Auszahlung 16.995 € 16.726 €  
  Differenz + 269 €    

100 € mtl. Einzahlungen, pers. Grenzsteuersatz 35 %, Fondswechsel alle 10 Jahre, TER ETF 0,3 % p.a., ETF-Sparplan sonst kostenfrei, Nettopolice: 2 % Kosten auf laufenden Beitrag, 0,3 % p.a. Kosten auf Vertragsguthaben inkl. Transaktionskosten, 24 € Stückkosten p.a.; Quelle: ITA, eigene Recherche (Stand 17. März 2015)
* Rendite vor Kosten und Steuern

Bei welchen Banken Sie den Sparplan am besten abschließen und welchen Fonds Sie nehmen, lesen Sie im Ratgeber ETF-Sparplan.

Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan

Sara Zinnecker
von Finanztip
Expertin für Geldanlage

ETF: einfach, transparent, flexibel

  • Sie können mit ETF-Sparplänen regelmäßig sparen.
  • Sparpläne bieten gute Renditeaussichten.
  • Änderungen sind jederzeit möglich.
  • Wir empfehlen Aktienfonds-Sparpläne.

» Zum Ratgeber

Wenn Sie mehr als 20 Jahre bis zur Rente haben

Für diejenigen, die die zweite Hälfte ihres Berufslebens noch vor sich haben, eignet sich eher die Netto-Rentenversicherung. Über die längere Laufzeit und aufgrund der höheren Beträge liegt sie durch die steuerlichen Vorteile vorn. Vor allem bei jungen Sparern lohnt sie sich, wenn sie 40 Jahre läuft:

Vergleich der Auszahlungen bei Laufzeit von 20 Jahren und mehr

Rendite*   20 Jahre   30 Jahre   40 Jahre  
    ETF-Sparplan Nettopolice ETF-Sparplan Nettopolice ETF-Sparplan Nettopolice
0 % pro Jahr Steuererstattung - 187 € - 402 € - 417 € - 767 € - 735 € - 1.233 €
  Netto-Auszahlung 23.479 € 22.107 € 34.837 € 32.386 € 45.948 € 42.189 €
  Differenz + 1.372 €   + 2.451 €   + 3.759 €  
3 % pro Jahr Steuern 1.973 € 956 € 4.765 € 2.503 € 9.124 € 5.018 €
  Netto-Auszahlung 29.508 € 28.508 € 49.302 € 47.798 € 73.470 € 71.657 €
  Differenz + 1.000 €   + 1.504 €   + 1.814 €  
6 % pro Jahr Steuern 4.948 € 2.932 € 13.128 € 8.386 € 27.875 € 19.030 €
  Netto-Auszahlung 37.812 € 37.822 € 72.647 € 75.534 € 125.814 € 137.711 €
  Differenz   + 10 €   + 2.887 €   + 11.897 €
9 % pro Jahr Steuern 9.057 € 5.823 € 26.795 € 19.157 € 64.485 € 51.483 €
  Netto-Auszahlung 49.281 € 51.449 € 110.798 € 126.312 € 228.008 € 290.703 €
  Differenz   + 2.168 €   + 15.514 €   + 62.696 €

100 € mtl. Einzahlungen, pers. Grenzsteuersatz 35 %, Fondswechsel alle 10 Jahre, TER ETF 0,3 % p.a., ETF-Sparplan sonst kostenfrei, Nettopolice: 2 % Kosten auf laufenden Beitrag, 0,3 % p.a. Kosten auf Vertragsguthaben inkl. Transaktionskosten, 24 € Stückkosten p.a.; Quelle: ITA, eigene Recherche (Stand 17. März 2015)
* Rendite vor Kosten und Steuern

Welche Rendite Sie letztlich erzielen, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Einen Anhaltspunkt dafür liefern historische Vergleiche. Generell empfehlen wir ETFs auf den weltweit anlegenden Aktienindex MSCI World. Dieser Index hat seit 1969 über überlappende (rollierende) 10-, 15- und 20-Jahreszeiträume im Schnitt erstaunliche 9 Prozent Rendite pro Jahr erzielt. Berechnet man jedoch 15-Jahres-Zeiträume seit 1996, dann ergeben sich nur noch durchschnittlich 3 Prozent jährlich. Denn in diesen Zeitraum fallen die beiden großen Aktienmarktkrisen von 2001 bis 2003 und 2008/2009. Deshalb rechnen wir für diesen Test mit verschiedenen Renditen zwischen 0 und 9 Prozent pro Jahr.

Lassen Sie sich übrigens nicht durch die Bezeichnung Rentenversicherung abschrecken: Sie haben bei einer privaten Rentenversicherung immer die Wahl, sich das Geld komplett auf einen Schlag, häppchenweise oder als lebenslange monatliche Rente auszahlen zu lassen. Außerdem können Sie auch jeden Monat kündigen – ohne Stornokosten bei der Netto-Police.

Anhand unserer Auswertung der ITA-Studie können wir Ihnen die folgenden Tarife der Arag und der Interrisk empfehlen. Sie wiesen bei bester Kostentransparenz die günstigsten Effektivkosten auf 30 Jahre Laufzeit auf.

Arag Forte3D Honorar
Zeitbedarf für einen Vergleich: ca. 10 Minuten; Zeitbedarf für ein Angebot: ca. 13 Minuten

  • keine Abschlusskosten, niedrige sonstige Kosten
  • große Fondsauswahl, auch ETFs
  • keine Stornogebühren
  • Garantie- und Absicherungsmodelle wählbar
  • kein hoher Rentenfaktor
Arag Forte3D Honorar

Innerhalb des Arag-Tarifs Forte 3D Honorar haben Sie zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Im Folgenden unsere Ratschläge zu bestimmten Optionen:

Fondsauswahl – Orientieren Sie sich bei der Fondsauswahl an unserem Ratgeber ETF-Sparplan. Der Indexfonds „Lyxor ETF MSCI World“ reicht grundsätzlich völlig aus.

Arag „Renditetresor Aktiv“ – Das ist eine spezielle Option, die Kursverluste des Fonds abfedern soll. Sie kann monatlich an- oder abgeschaltet werden und kostet nichts zusätzlich. Für sicherheitsbewusste Anleger kann der „Renditetresor Aktiv“ sinnvoll sein. Wir befürworten aber, durchgängig sein Geld in Indexfonds zu belassen (auch „Buy-and-Hold“-Strategie genannt) und daher diese Option abzuschalten.

Beitragsgarantie, Drei-Topf-Modell mit Garantiefonds, Arag Renditetresor – Von all diesen Absicherungsoptionen raten wir ab. Sie kosten langfristig zu viel Rendite. Wenn Ihnen Sicherheit wichtig ist, zahlen Sie lieber weniger in die Netto-Rentenversicherung ein und erhöhen dafür Ihren Anteil an Tages- und Festgeld, wie im Ratgeber Geldanlage beschrieben.

Interrisk Myindex Satellite ETF Evolution
kostentransparente Netto-Police mit großer ETF-Auswahl

  • keine Abschlusskosten, niedrige sonstige Kosten
  • mehr als 90 ETF zur Auswahl
  • keine Stornogebühren
  • Beitragsgarantie wählbar
  • kein hoher Rentenfaktor
Interrisk Myindex Satellite ETF Evolution

Auch die Interrisk-Rentenversicherung bietet viele Optionen. Folgendes raten wir Ihnen zum Tarif Myindex satellite Revolution ETF:

Fondsauswahl – Orientieren Sie sich bei der Fondsauswahl an unserem Ratgeber ETF-Sparplan. Der Indexfonds „ComStage ETF MSCI World TRN“ reicht grundsätzlich völlig aus.

Erlebensfallabsicherung – Diese Option garantiert Ihre eingezahlten Beiträge. Wir raten davon ab, weil Sie das langfristig zu viel Rendite kostet. Wenn Ihnen Sicherheit wichtig ist, zahlen Sie lieber weniger in die Netto-Rentenversicherung ein und erhöhen dafür Ihren Anteil an Tages- und Festgeld, wie im Ratgeber Geldanlage beschrieben.

Achtung

Beide Tarife gibt es auch als teuren Provisionstarif. Lassen Sie sich diese nicht von einem Vermittler aufschwatzen. Schauen Sie im Zweifel im Produktinformationsblatt nach den Abschlusskosten.

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Wie viel soll ich einzahlen?

Die Frage stellt sich für ETF-Sparplan und Netto-Police gleichermaßen. Wie viel Sie in Aktien anlegen sollten, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrer grundsätzlichen Risikobereitschaft, Ihrem bereits vorhandenen Vermögen und Ihrem verfügbaren Einkommen ab. Dabei können Sie sich an unseren Vorschlägen im Ratgeber Geldanlage orientieren. Vor allem aber müssen Sie wissen, wie groß im Alter Ihre Versorgungslücke ist zwischen dem, was Sie brauchen werden, und der bereits vorhandenen Altersvorsorge inklusive der gesetzlichen Rente. Wenn Sie Beratung bei der Planung Ihrer Altersvorsorge benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Honorarberater zu wenden.

Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen: Auch wenn bereits ein Sparbeitrag von 25 Euro im Monat möglich ist, ist für einen jungen Berufsanfänger sinnvoller, pro Monat mindestens 100 Euro anzulegen, wenn er ernsthaft fürs Alter vorsorgen will.

Alles auf einmal oder monatliche Auszahlung?

Grundsätzlich stellt sich immer die Frage: Soll ich mir später alles auf einmal oder besser in monatlichen Raten auszahlen lassen? Oder soll ich es aufteilen, und wenn ja, in welchem Verhältnis?

Um die Antwort vorwegzunehmen: Sie sollten das nicht heute entscheiden, und Sie müssen es auch nicht. Die Rentenversicherungen bieten ohnehin die Möglichkeit, sich das Kapital oder eine lebenslange Rente auszahlen zu lassen. Aber auch der ETF-Sparplan lässt sich durch schrittweises Umschichten in sichere Anlagen und monatliche Auszahlungen auf eine lange Zeit strecken. Alternativ können Sie das Vermögen aus dem Sparplan auch zu Rentenbeginn in eine sogenannte Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag einzahlen, wenn Ihnen die Sicherheit einer lebenslangen Rente wichtig ist. Auch diese Sofortrenten gibt es mittlerweile als günstige Nettotarife, und diese werden in den kommenden Jahren sicherlich noch verbreiteter sein als heute.

Dadurch, dass Sie die Entscheidung Kapital oder Rente erst einmal hinausschieben, bewahren Sie sich die Flexibilität, die heute so wichtig ist wie in Zukunft. Ihr Gesundheitszustand im Alter wird eine Rolle spielen bei dieser Entscheidung ebenso wie die Frage, ob und wie viel Sie einmal vererben möchten.

Rechtzeitig mit dem Umschichten beginnen

Ob mit Police oder Sparplan: Wenn Sie mit einem Aktien-Indexfonds sparen, ist es wichtig, beizeiten in sicherere Anlagen umzuschichten – rechtzeitig bevor Sie das Geld brauchen. Das kann vor dem Rentenbeginn der Fall sein oder wenn sich Ihre Lebensumstände verändern und Sie absehen können, dass Sie vorzeitig Geld brauchen. Wie Sie richtig umschichten, lesen Sie im Ratgeber Geldanlage.

Beim Sparplan können Sie online den Fonds wechseln, bei der Rentenversicherung genügt meistens ein formloser Brief an den Anbieter.

Übrigens ist beim Umschichten die Rentenversicherung im Vorteil: Dort fallen weder Steuern noch Gebühren an, wenn Sie den Fonds wechseln.

Was Sie alles an Ihrer flexiblen Altersvorsorge ändern können

Was Flexibilität bedeutet, zeigen die folgenden Beispiele:

  • Sie können jederzeit das ganze Geld entnehmen. Beim ETF-Sparplan dauert das wenige Tage, bei der Rentenversicherung geht das jeden Monat. Achtung: Sie haben aber das Risiko, dass der Aktien-ETF gerade schlecht steht. Deswegen sollten Sie rechtzeitig umschichten, wenn eine vorzeitige Auflösung absehbar ist.
  • Sie können jederzeit auch nur Teile des Geldes entnehmen – etwa wenn das unverzichtbare Auto kaputt ist und sonst keine Rücklagen da sind. Wenn mehr in der Altersvorsorge steckt als fürs Auto notwendig, müssen Sie nicht den ganzen Vertrag auflösen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht Ihre ganze Altersvorsorge für Konsum ausgeben.
  • Sie können die Sparbeiträge jederzeit erhöhen, reduzieren oder ganz aussetzen. Wer in Elternzeit geht, kann oft nicht so viel Geld in die Altersvorsorge stecken wie bisher oder muss sie zeitweise sogar ganz aussetzen. Bei einem Karrieresprung können Sie entsprechend dem höheren Einkommen mehr einzahlen.
  • Sie können jederzeit einmalig größere Summen einzahlen. Wenn Sie Vermögen geerbt haben und Ihre Altersvorsorge aufstocken möchten, können Sie in nahezu beliebiger Höhe Fondsanteile kaufen. Seien Sie aber damit vorsichtig, wenn Sie weniger als 15 Jahre bis zur Rente haben.

Was passiert, wenn der Anbieter pleitegeht?

Läuft ein Vertrag für 20 oder mehr Jahre, stellt sich immer die Frage, wie es dem Anbieter wirtschaftlich ergeht. Bei einem ETF-Sparplan ist es einfach: Sollte die Bank oder die Fondsgesellschaft insolvent werden, passiert Ihren Fondsanteilen nichts. Diese sind als sogenanntes Sondervermögen geschützt. Sie übertragen sie einfach auf eine andere Bank und setzen dort Ihren Sparplan fort.

Bei der Rentenversicherung ist es etwas komplizierter: Geht der Versicherer pleite, springt die staatliche Auffanggesellschaft Protektor ein. Ihr Vertragsguthaben ist als sogenanntes Sicherungsvermögen vor anderen Gläubigern der Versicherung geschützt. Sie können Ihren Vertrag bei Protektor weiterlaufen lassen. Wenn Sie ihn kündigen wollen, müssen Sie gegebenenfalls warten, bis Protektor die Geschäfte von dem insolventen Versicherer vollständig übernommen hat.

So haben wir getestet

Test ETF-Sparplan vs. Netto-Rentenversicherung

Finanztip hat Mitte März 2015 aus der Studie „Honorartarife“ des ITA Institut für Transparenz GmbH vom November 2014 alle fondsgebundenen Rentenversicherungen herausgesucht und sie nach den angegebenen Effektivkosten aufgelistet. Aussortiert haben wir alle Tarife, die keine ETFs anboten, und bei denen die Kostenangaben nicht vollständig waren, zum Beispiel weil die Transaktionskosten für den An- und Verkauf von ETFs nicht in den Gebühren enthalten sind. Die Studie umfasst insgesamt 64 Nettotarife, davon 35 Fondstarife mit ETF-Auswahl. Von diesen boten der ARAG FRAB13HO und der Interrisk HFRV in der Beispielrechnung des ITA die niedrigsten Effektivkosten. Zugleich waren bei diesen beiden die Kosten vollständig transparent.

Anschließend haben wir Ablaufleistungen eines ETF-Sparplans und einer ETF-Nettopolice nach Kosten und Steuern für Laufzeiten von 10, 20, 30 und 40 Jahren bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren ermittelt. Die Parameter der Berechnung finden Sie unter den oben stehenden Ergebnistabellen. Für die steuerliche Auswirkung der Abgeltungssteuer beim ETF-Sparplan haben wir einmal komplette Fondswechsel alle 5 Jahre und einmal alle 10 Jahre unterstellt. Diese Unterscheidung änderte jedoch nichts an unserer Empfehlung, ab 20 Jahren Laufzeit die Nettopolice zu bevorzugen.

Auch wenn aus heutiger Sicht ein ETF über die komplette Laufzeit gehalten werden kann, ist zu berücksichtigen, dass in Zukunft eventuell andere ETFs vorzuziehen sind. Ein Rebalancing, also ein Umschichten zwischen verschiedenen Fonds haben wir nicht berechnet, da wir als Basisanlage nur einen Indexfonds auf den MSCI World empfehlen.

Des Weiteren haben wir auch einen Vergleich der Verrentung von ETF-Sparplan und Nettopolice berechnet. Hierfür haben wir die Lebenserwartung nach der Sterbetafel DAV 2004R (Unisex) für 27-, 37-, 47- und 57-Jährige zugrunde gelegt. Das Vermögen aus dem ETF-Sparplan haben wir bis zu den entsprechenden Enddaten mit 0,5, 1,5 und 2,5 Prozent verzinst. Für die Rentenversicherung haben wir nicht die heutigen Rentenfaktoren, sondern kalkulatorische Rentenfaktoren auf Basis der gleichen Verzinsungen wie beim ETF-Sparplan veranschlagt. Die steuerlichen Auswirkungen von Abgeltungssteuer und Ertragsanteilsbesteuerung haben wir abgeschätzt.

Im Ergebnis hängt es stark von der in der Ansparphase erzielten Rendite ab und damit von der Ablaufleistung nach Steuern, ob in der Rente der Sparplan oder die Rentenversicherung im Vorteil ist. In jedem Fall ist der Sparplan bis zum zu erwartenden Lebensende gegenüber der Rentenversicherung nicht deutlich im Nachteil, oft liegt er sogar vorne. Da der Verbraucher aus heutiger Sicht die zu erwartende Rendite weder gut abschätzen noch kontrollieren kann, raten wir, die Frage Verrentung oder Kapital auf den Rentenbeginn zu verschieben. Die Rentenfaktoren dann beginnender Sofortrenten werden nicht zwingend niedriger sein als die heute garantierten. Für dieses Argument spricht die demografische Entwicklung, dagegen aber die aktuelle Niedrigzinsphase.

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1. Juli 2016 zum Beitrag
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1. Juli 2016 zum Beitrag
Ich finde die Option der flexiblen Altersvorsorge sehr interessant und möchte diese durchführen mithilfe eines Wertpapiersparplans in dem ich ETFs ansammel.
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1. Juli 2016 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

Saidi Sulilatu

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis September 2015)

Saidi Sulilatu leitete bei Finanztip den Bereich Versicherungen. Zuvor war er viele Jahre als Honorarberater und Versicherungsmakler tätig. Sulilatu hat am 4. September 2015 Finanztip verlassen.