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Die Unterscheidung zwischen Aufwendungen und Erträgen einerseits und Ausgaben und Einnahmen andererseits ist sehr wichtig. Beispiel: Die Abschreibung auf ein Gebäude gehört zu der Kategorie Aufwendungen bzw. Kosten. Sie ist jedoch nicht zahlungswirksam. Zahlungswirksam ist hingegen eine aufgrund der Abschreibung anfallende Steuerersparnis. Die Steuerersparnis ist in diesem Fall eine Einnahme zu dem Zeitpunkt, wo aufgrund der Abschreibung eine geringere Steuerzahlung zu leisten ist.
Grundlage der dynamischen Verfahren ist die Ermittlung der Verzinsung des gebundenen Kapitals für ein oder mehrere Untersuchungsprojekte. Die Zahlungsströme unterschiedlicher Perioden werden nach den Gesetzen der Zinseszinsrechnung vergleichbar gemacht, indem sie auf einen Bezugszeitpunkt ab- oder aufgezinst werden. Der Bezugszeitpunkt ist im allgemeinen identisch mit dem Zeitpunkt der ersten Zahlung. Dieser Zeitpunkt wird auch als Barwert bezeichnet.
Zu den dynamischen Methoden der Investitionsbewertung zählen: Kapitalwertmethode (Barwertmethode), Annuitätenmethode und Methode des internen Zinssatzes. Da praktisch jeder Investor auf einen Computer zugreifen kann, basieren finanzmathematische Untersuchungen in der Regel nur noch auf dynamischen Untersuchungsmethoden.
In der Investitionstheorie wird vom Vergleich zwischen einer Investition und einer Alternativanlage oder einem Vorteilsvergleich zwischen mehreren Investitionen untereinander gesprochen. Mit den dynamischen Wirtschaftlichkeitsrechnungen lassen sich jedoch unbegrenzt viele Investitionen, Finanzierungen und andere Finanz-Projekte untersuchen, beurteilen und vergleichen. Fragestellungen, wie "Kauf oder Miete", "Fremdbezug oder Eigenfertigung", "Lebensversicherung oder Rentenplan", "Wertpapiere oder Sparpläne" und viele andere finanzielle Fragen lassen sich mit modifizierten Methoden der Zinseszinsrechnung einfach und schnell untersuchen.
Zeitachse und Zahlungsreihe
Wenn eine Investition oder Kapitalanlage zu Einnahmen und Ausgaben führt, die zu unregelmäßigen Zeitpunkten anfallen, sind für eine genaue Berechnung die einzelnen Zeitpunkte separat zu erfassen. Zur besseren Übersichtlichkeit sollte in diesen Fällen die Zahlungsreihe an eine Zeitachse angegliedert werden. Die Anbindung der Zahlungsreihe an eine Zeitachse erlaubt u.a. die einfache Erstellung eines Finanzplanes für die Investition. Eine Tabellenkalkulation wie MS Excel oder OpenOffice sind hierzu hervorragend geeignet.
Investitionstheorie und -praxis gehen in der Regel von einer Zahlungsreihe mit jährlichen Zu- und Abflüssen aus. Bei Investitionen mit unsicheren Eintritt über Höhe und Zeitpunkt der Einnahmen und Ausgaben ist eine jährliche Betrachtung vielleicht noch vertretbar. Bei guter Prognostizierbarkeit der Zahlungsreihe ist eine jährliche Ausrichtung schon etwas ungenau.
Für genaue Investitionsuntersuchungen ist eine jährliche Betrachtung fast schon indiskutabel, weil in der Praxis fast immer unterjährige Finanzierungskosten zu leisten sind. Finanzierungen umfassen oft ein oder mehrere Kredite, die zu unterjährigen Zeitpunkten mit einem unterjährigen Zins zu leisten sind. Eine Zeitachse sollte daher zumindest auch monatliche und vierteljährliche Zahlungen berücksichtigen. Anspruchsvolle Untersuchungen erfordern sogar datumsabhängige Zahlungsreihen.
Beim Vergleich von Einnahmen und Ausgaben, die zu verschiedenen Zeitpunkten
anfallen, sind die Zahlungsströme für einen Vorteilsvergleich auf einen
gemeinsamen Zeitpunkt umzurechnen. Je früher Einnahmen in die Kasse
fließen, desto höher ist der Zinsertrag, der mit diesen Einnahmen erwirtschaftet
werden kann. Umgekehrt sind Ausgaben um so belastender, je früher sie zu
zahlen sind.
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