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Finanzberechnungen:   Finanzmathematik  -  Finanzvergleiche     bei Finanztip.de

Finanzdatensatz: Zahlungen als Datensätze

Einnahmen und Ausgaben sind Datensätze
Alle Finanzvorgänge lassen sich in zahlungswirksame Einnahmen und Ausgaben aufgliedern. Wenn diese Zahlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen, wird die Ermittlung von aussagekräftigen Kennziffern (Rendite, Effektivzins usw.) schwierig. Für eine optimale Finanzentscheidung müssen jedoch aussagekräftige Kennziffern gebildet werden. Unabdingbar ist daher für komplexe Finanzvorgänge die taggenaue Erfassung von Einnahmen und Ausgaben zu beliebigen Zeitpunkten.

Begriffe wie Kosten und Aufwendungen sind nicht mit einer Zahlung gleichzusetzen. Beispiel: Abschreibungen und Zuführungen zu Rückstellungen sind handelsrechtlich Aufwand, betriebswirtschaftlich Kosten und steuerlich Betriebsausgaben. Ihnen liegt jedoch zunächst kein zahlungswirksamer Vorgang zugrunde. Erst wenn hierdurch die zu zahlende Ertragsteuer gemindert wird, liegt im Zeitpunkt der Steuerzahlung eine Einnahme in Höhe der weniger zu zahlenden Steuer vor.

Verdichtete und detaillierte Finanzdatensätze
Durch die freie Wahl des Vergleichszeitpunktes können Finanzsachverhalte mit unterschiedlichen Laufzeiten auf Ihre Vorteilhaftigkeit verglichen werden. Der Schlüssel hierzu liegt in der Bildung der einzelnen Finanzdatensätze (=Zahlungen). Jeder Finanzsachverhalt kann in "Untersachverhalte" aufgeteilt werden, falls hierdurch eine bessere Vergleichbarkeit gewünscht wird. Beispiel: Als Geldanlagealternativen sollen eine Lebensversicherung über eine Laufzeit von 12 Jahren mit einer Wertpapieranlage über 10 Jahre verglichen werden.

Die Aufteilung der Zahlungsströme ergibt sich aus den jeweiligen Finanzsachverhalten. Jeder einzelne Zahlungsvorgang bildet grundsätzlich einen Finanzdatensatz. Es liegt im Ermessen des Anwenders, ob Zahlungsvorgänge zusammengefasst werden oder nicht. Beispiel: Ein Importgeschäft erfordert die Zahlung der 1. Rate am 4. Juli, der Bankgebühren am 5. Juli und eine Dienstreise am 7. Juli. Diese drei Zahlungsvorgänge bilden grundsätzlich drei Finanzdatensätze. Selbstverständlich können diese Zahlungen (z.B. aus Vereinfachungsgründen) in einen Zahlungsvorgang zusammengefasst werden. So können Einnahmen und Ausgaben auf jeder zeitlichen Verdichtungsstufe getrennt oder zusammengefasst werden.

Finanzdatensätze müssen auch nicht in der gleichen Datenbank gespeichert sein. Beispiel: Die Zahlungsreihe einer geplanten Investition ist in einer DFZ gespeichert. Neue Erkenntnisse erfordern eine Nach- oder Neukalkulation. Da Finanzvorgänge auf jeder Verdichtungsstufe bearbeitet werden, ist auch das Ergebnis einer gesamten Datenbank in einem Finanzdatensatz darstellbar. Im Beispielsfall führen die Ergebnisse der gespeicherten Datenbank (Datum Kapitalwert und Betrag des Kapitalwertes) zu einem neuen einzigen Finanzdatensatz. Dieser Finanzdatensatz würde in einer neuen Datenbank eine andere Datenbank repräsentieren. Fazit: Die Ergebnisse der Finanzdatensätze lassen sich auf jeder Ebene in einen oder mehrere Datensätze zusammenfassen. Praktisch gibt es damit auch keine Begrenzung der Menge zu verarbeitender Finanzdatensätze.

Anwenderdatensätze in Finanzsachverhalten
Die Aufteilung von Finanzsachverhalten in Datensätze wird ausschließlich vom Anwender festgelegt. Er wird weder zur Eingabe aufgefordert, noch wird die Eingabe des Finanzdatensatzes auf Plausibilität geprüft. Darüber hinaus kann der Anwender so genannte Anwenderdatensätze hinzufügen, die den Finanzsachverhalt ergänzen sollen.

Finanzsachverhalte mit unterschiedlichen Laufzeiten lassen sich durch Hinzufügen von "Anwenderdatensätzen" über die erwartete Verwendung von Einnahmen und Ausgaben auch laufzeitmäßig ausgleichen. Beispiel: Ein Finanzierungsangebot ist 3 Jahre kürzer als ein anderes. Durch Hinzufügen eines Anwenderdatensatzes über die geplante Überbrückung der 3 Jahre (z.B. geplante Geldanlage) sind beide Alternativen auch laufzeitmäßig vergleichbar. Unter einem Anwenderdatensatz wird daher ein Zahlungsfluss verstanden, der dem Finanzsachverhalt zusätzlich vom Anwender beigefügt wird. Insbesondere für den Vergleich zeitlich unterschiedlicher Alternativen sind anwenderdefinierte Datensätze manchmal nützlich.

Sie sehen: Der Schlüssel für eine vollständige Untersuchung von Finanzvorgängen liegt in der Formulierung der Datensätze und in der Wahl der Vergleichszeitpunkte. Für eine optimale Programmnutzung lautet der Ansatzpunkt: Wann erfolgt eine Zahlung und in welcher Höhe? Danach ist festzulegen, in welchem Umfang Zahlungsströme zusammengefasst oder aufgeteilt werden. Jede Eingabe kann jederzeit geändert, verdichtet und getrennt werden. Die Datenbank für Zahlungen bietet somit ein Maximum an Anwenderflexibilität in Verbindung mit klassischen Analysetechniken. Die Kehrseite der Medaille lautet: Die Eingaben sind wegen der freien Editierbarkeit auf Plausibilität zu prüfen.

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