Gaspreisvergleich 2017

Mit dem Finanztip-Gasrechner einen günstigen Gastarif finden

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wechsel des Gasanbieters lohnt sich für viele Haushalte.
  • Mit Tarifrechnern im Internet finden Verbraucher günstige Versorger – wenn sie die Portale richtig einstellen.
  • Finanztip hat einen eigenen, verbraucherfreundlichen Gasrechner entwickelt. Er basiert auf Daten von Verivox und Check24. Angezeigt werden sowohl Tarife für konventionelles Erdgas als auch für Ökogas.
  • Was Sie darüber hinaus bei Abschluss eines neuen Vertrags beachten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Wechsel des Gasanbieters.

So gehen Sie vor

  • Für eine Liste günstiger Gas-Lieferverträge ist nur Ihre Postleitzahl und Ihr Gasverbrauch anzugeben. Alternativ können Sie die beheizte Fläche Ihrer Wohnung nennen.
  • Wollen Sie wissen, was Sie durch einen Wechsel sparen, zeigt das der Rechner an. Geben Sie an, wie viel Sie pro Monat oder Jahr für Gas zahlen.
  • Unser Gasrechner ist so voreingestellt, dass er Tarife anzeigt, die tendenziell längere Zeit günstig sind. Neukundenboni berücksichtigen wir nicht.
  • Auf Wunsch zeigt unser Rechner auch Angebote mit hohen Boni. Dann sollten Sie aber jedes Jahr den Tarif wechseln. Denn die Ersparnis kann zwar im ersten Jahr sehr groß sein, aber häufig steigen die Preise in den Folgejahren kräftig.

Im Gegensatz zum Strommarkt driften die Gastarife in Deutschland nicht weit auseinander. Dennoch lohnt sich ein Wechsel zu einem Anbieter auch mit geringfügig kleinerem Preis. Denn im Schnitt verbraucht ein Haushalt, der ausschließlich oder teilweise mit Gas heizt, rund 12.300 Kilowattstunden im Jahr. Selbst kleine Preisunterschiede von 1 Cent pro Kilowattstunde summieren sich dann zu dreistelligen Beträgen, die ein Verbraucher mehr oder weniger zahlt.

Für einen Preisvergleich von Gastarifen empfehlen wir unseren Finanztip-Gasrechner. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl und Ihren Gasverbrauch an – wir liefern Ihnen dann die günstigsten Tarife an Ihrem Wohnort. Sie entsprechen darüber hinaus unseren Kriterien für verbraucherfreundliche Lieferverträge.

Größte Datenbasis für Vergleich von Gastarifen

Finanztip ist im Juni 2017 mit dem Gas-Tarifrechner online gegangen. Er nutzt die Tarif-Datenbanken von Verivox und Check24. Beide Vergleichsportale hatten sich in den Gastarif-Tests 20172015 und 2014 bewährt. Finanztip sprach daher für beide Portale eine Empfehlung aus.

Durch das Zugreifen auf zwei Datenbanken profitiert der Finanztip-Gasrechner von der größten Datenbasis im Internet verfügbarer Vergleichsrechner für Gas. Wir zeigen aber nicht alle an einem Wohnort verfügbaren Tarife an. Im Gegenteil: Der Gasrechner filtert und entfernt bestimmte Angebote aus einer Suchanfrage. Das Ziel ist, dass Sie nur verbraucherfreundliche Tarife sehen. Die günstigsten stehen dabei ganz oben. Anzeigen gibt es in den Ergebnislisten nicht.

So funktioniert der Finanztip-Gasvergleich

Für eine Abfrage von Gastarifen müssen Sie lediglich Ihre Postleitzahl eingeben und Ihren Gasverbrauch nennen. Wissen Sie Ihren Verbrauch nicht aus dem Kopf, entnehmen Sie ihn Ihrer letzten Abrechnung. Alternativ können Sie auf das Haussymbol klicken, das Ihrer Wohnungsgröße am ehesten entspricht. Dann schätzen wir Ihren Verbrauch. Basis dafür sind die durchschnittlichen Energiemengen der vergangenen Jahre, die deutsche Haushalte zum Heizen verwendeten.

Eine weitere Angabe können Sie optional machen: ob Sie Tarife mit Bonuszahlung suchen oder nicht. Dazu stellt der Rechner die Frage: „Wie oft wollen Sie den Tarif wechseln?“. Von Haus aus ist die Antwort „einmalig“ markiert. In diesem Fall empfiehlt der Rechner keine Tarife mit Bonus. Die angezeigten Tarife sollten dann über einen längeren Zeitraum günstig bleiben.

Das ist dagegen bei Tarifen mit Bonus selten gegeben. Ein Sofortbonus oder ein Neukundenbonus können zwar den Wechsel zu einem anderen Lieferanten lukrativ machen – aber häufig nur im ersten Jahr. Fallen Boni weg, gehört der entsprechende Tarif gewöhnlich nicht mehr zu den günstigsten. Erhöht der Versorger noch die Preise, ist es höchste Zeit, erneut zu wechseln.

Wer sich vorstellen kann, regelmäßig einen neuen Lieferanten zu suchen, kann die Frage zum Tarifwechsel mit „jedes Jahr“ beantworten. Dann gibt der Rechner auch Empfehlungen für Tarife mit Boni. Beachten sollten Vielwechsler dann aber auch: Ein Versorger gewährt einen Neukundenbonus zumeist nur, wenn Sie in den vergangenen sechs Monaten nicht schon einmal sein Kunde waren.

Was wir anzeigen – und was nicht

Die eingegebenen Daten übermittelt der Rechner an Verivox und Check24. Beide Portale spielen die jeweils 50 günstigsten Angebote zurück. Aus dieser Liste entfernt der Rechner zunächst Tarife von Firmen, deren Geschäftspraxis wir nicht unterstützen möchten. Dazu zählen Unternehmen, gegen die die Bundesnetzagentur ein Aufsichtsverfahren eingeleitet hat und gegen die eine Verbraucherzentrale eine Klage führt. Verstößt eine Firma nachweislich gegen Energierecht, zeigt der Finanztip-Gasrechner Angebote dieser Firma über einen bestimmten Zeitraum ebenfalls nicht an. Schließlich entfernt der Rechner Tarife von Unternehmen, die Insolvenz eingereicht haben - und zwar so lange, wie die Zukunft des Anbieters als gesichert gilt.

Darüber hinaus sortiert der Rechner aus den Ergebnissen alle Tarife mit Vorkasse oder Kaution sowie alle Pakettarife aus. Bei Angeboten mit Vorkasse oder Kaution besteht stets die Gefahr, dass ein Anbieter Insolvenz anmeldet und Kunden dann umsonst vorab Rechnungen bezahlt haben. Pakettarife bergen das Risiko, dass ein Kunde zu viel zahlt – entweder, weil er weniger verbraucht, als das Paket beinhaltet, oder weil er mehr benötigt und die zusätzlichen Kilowattstunden zu hohen Preisen bezahlt. Da der Wärmebedarf eines Haushalts stark von der Witterung eines Jahres abhängt, lässt sich der Verbrauch schwer prognostizieren.

Empfehlung von verbraucherfreundlichen Tarifen

Die verbleibenden Tarife filtert der Rechner nach verbraucherfreundlichen Kriterien. Darunter verstehen wir Tarife, deren

  • Mindestvertragszeit bei maximal zwölf Monaten liegt,
  • Vertragsverlängerung maximal einen Monat bei Tarifen ohne Bonus und maximal zwölf Monate bei Tarifen mit Bonus beträgt,
  • Preise zwölf Monate oder länger stabil bleiben. (Eine solche Preisgarantie akzeptiert der Rechner, wenn sie alle Preiskomponenten umfasst oder zumindest alle Komponenten bis auf Steuern sowie staatlichen Umlagen und Abgaben.)

Die Tarife, die diese Kriterien erfüllen, zeigt der Rechner in einer Empfehlungsliste an. Diese öffnet sich direkt, wenn Sie eine Abfrage starten. In der ersten Ansicht sehen Sie sechs Tarife. Ganz oben stehen die drei günstigsten Tarife, die an Ihrem Wohnort verfügbar sind. Diese Angebote können sowohl konventionelles Gas als auch Ökogas beinhalten. Handelt es sich dreimal um konventionelles Gas, zeigt der Rechner den günstigsten Ökogas-Tarif direkt darunter an.

Unter den sechs angezeigten Tarifen gibt es das Feld „Alle Tarife anzeigen“. Klicken Sie es, sehen Sie weitere Tarife für konventionelles und für Ökogas, die Finanztip empfiehlt. Wollen Sie auch Tarife sehen, die nicht den Finanztip-Kriterien entsprechen, können Sie auf die zweite Ergebnisliste neben den Finanztip-Empfehlungen klicken: „Alle Gastarife“ heißt sie. Dann erscheinen empfohlene wie nicht empfohlene Angebote in einer Liste, wiederum sortiert nach dem Preis.

Nachhaltige Tarife als Ökogas gekennzeichnet

Als Ökogas kennzeichnet der Rechner nur bestimmte Tarife. Entweder enthält die verkaufte Energie einen Anteil Biogas. Bei mindestens 10 Prozent muss dieser liegen. Oder der Versorger investiert in Klimaschutzprojekte, um die Kohlendioxid-Emission auszugleichen, die entsteht, wenn Erdgas verbrennt. Wichtig ist, dass die Klimabilanz neutral ist. In der Praxis forsten Unternehmen beispielsweise Wälder auf.

Ein Angebot sagt Ihnen zu? So wechseln Sie

Sagt Ihnen ein Tarif zu, kann Sie der Rechner zu Verivox oder Check24 weiterleiten. Beide Portale vermitteln Gaslieferverträge und leiten einen Vertragswechsel ein. Zustande kommt ein neuer Liefervertrag aber stets erst, wenn der gewählte Versorger den Wechsel bestätigt und auch einen exakten Lieferbeginn nennt. Was Sie bei einem Vertragswechsel beachten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Gasanbieter wechseln.

Führen Check24 und Verivox einen Tarif zu denselben Konditionen, zeigt der Gasrechner diesen Tarif zweifach an. Wollen Sie den Tarif abschließen, haben Sie dann die Wahl, dies je nach Vorliebe über Verivox oder über Check24 zu tun. Unterscheidet sich ein Angebot für einen bestimmten Tarif im Preis, zeigt der Finanztip-Gasrechner nur das kostengünstigere Angebot an und bietet dann auch den Link zu dem Portal, aus dessen Datenbank das günstigere Angebot stammt.

Nicht bei allen Angeboten treten Verivox oder Check24 als Makler auf. In diesem Fall gibt es keinen weiterführenden Link vom Finanztip-Gasrechner zu den Portalen. Dann müssen Sie den Versorger direkt ansprechen: Besuchen Sie seine Internetseite. Gewöhnlich bieten die Unternehmen dort die Möglichkeit, einen Vertrag online zu schließen. Alternativ geht dies auch per Fax, Brief oder telefonisch.

Ersparnis durch Lieferantenwechsel berechnen

Nach der Abfrage sehen Sie bei allen Angeboten zunächst den Preis für eine einjährige Gaslieferung, abhängig von der angegebenen Verbrauchsmenge. Wollen Sie diesen Preis mit dem aus Ihrem aktuellen Vertrag vergleichen, benötigt der Finanztip-Rechner eine weitere Angabe: die Höhe Ihres monatlichen Abschlags oder den Betrag aus der jüngsten Jahresrechnung. Der Rechner subtrahiert dann die Kosten des neuen Tarifs von Ihren bisherigen Kosten und ermittelt so die mögliche Ersparnis durch einen Vertragswechsel.

Geben Sie die verbrauchte Gasmenge möglichst genau an. Dann kann die errechnete Ersparnis mit einem anderen Tarif auch real eintreten. Da der Gasverbrauch je nach Witterung höher oder niedriger ausfällt, wird eine Prognose wohl aber nur selten exakt einem Rechnungsbetrag entsprechen.

Falls Sie Ihren Gasverbrauch nicht kennen und sich an der Wohnungsgröße orientieren, erfassen Sie Ihren Gasverbrauch nur näherungsweise. Liegt Ihr tatsächlicher Verbrauch über oder unter der im Rechner angegebenen Zahl, ermittelt der Rechner einen deutlich höheren oder niedrigeren Rechnungsbetrag beim neuen Versorger, als wenn Sie den tatsächlichen Verbrauch der Vergangenheit angeben.

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.