Ratgeber Gebrauchtes verkaufen

Wie Sie Ihre alten Sachen gewinnbringend loswerden

Das Wichtigste in Kürze

  • Gute Chancen auf einen hohen Verkaufspreis haben Verkäufer auf Ebay und Amazon. Beide Plattformen verlangen eine Provision ab 10 Prozent des Verkaufspreises.
  • Kostenlos verkaufen Privatpersonen auf Kleinanzeigen-Seiten wie Ebay-Kleinanzeigen und Quoka. Allerdings ist der Käuferkreis kleiner und der Verkaufspreis tendenziell niedriger.
  • Noch weniger zahlen professionelle Ankäufer für Gebrauchtes. Der Vorteil ist aber, dass Verkäufer ihre Ware bei ihnen schnell und bequem loswerden.
  • Flohmärkte und Garagen-Verkäufe sind aufwendig, können aber Spaß machen. Sie eignen sich vor allem für Haushaltsauflösungen.

So gehen Sie vor

  • Verkaufen Sie Ihre nicht mehr benötigten Sachen rasch, damit sie nicht so viel an Wert verlieren.
  • Ein hoher Verkaufspreis winkt auf Ebay und Amazon. Beschreiben Sie Ihre Ware wahrheitsgemäß und laden Sie mindestens ein oder zwei selbst geschossene Fotos hoch.
  • Lassen Sie Ebay-Auktionen möglichst lange laufen. Den optimalen Zeitpunkt für das Auktionsende finden Sie mit bidvoy.de.
  • Weniger gefragte Artikel können Sie auf Ebay-Kleinanzeigen oder Quoka kostenlos einstellen. Versenden Sie nur, falls der Käufer den Preis vorab überweist.
  • Wenn Sie Ihre Sachen schnell loswerden wollen, nutzen Sie einen Ankaufsservice. Welcher den aktuell höchsten Preis zahlt, finden Sie mit recyclingmonster.de heraus.
  • Haben Sie viel Gerümpel und Zeit, dann können Sie Ihre Sachen auf einem Flohmarkt oder Garagen-Verkauf feilbieten.
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In den Schubladen, auf Dachböden oder in den Garagen der meisten Deutschen schlummern Schätze. Bücher, DVDs und Elektrogeräte haben irgendwann ausgedient, aber nicht jeder trennt sich konsequent von seinen alten Sachen. Dabei tut Entrümpeln der Seele gut – und kann noch einiges an Geld einbringen. Mit den richtigen Tipps werden Sie Gebrauchtes gewinnbringend los.

Verkaufsplattformen im Internet

Den höchsten Preis bringen tendenziell Verkaufsplattformen im Internet. Dort suchen die meisten Leute nach Ware. Meist schickt der Verkäufer den Artikel per Post oder Paketdienst an den neuen Besitzer; eine Abholung kann aber auch vereinbart werden. Die bekannteste Seite für private Verkäufe ist die Auktionsplattform Ebay. Aber auch beim Online-Versandhändler Amazon können Privatpersonen ihre Sachen anbieten. Zwischen den Plattformen gibt es Unterschiede.

Gebote auf Ebay

Auf Ebay sind Versteigerungen üblich. Der Verkäufer legt die Dauer der Auktion fest und weiß somit, wann er den Gegenstand loswird. Nur wenn keinerlei Gebote eingehen, bleibt er darauf sitzen. Am Ende der Auktion erhält der Meistbietende den Zuschlag. Dieser zahlt aber meist nicht den vollen Betrag, den er eingegeben hat, sondern den des Zweitmeistbietenden plus einen geringen Aufschlag, zum Beispiel 1 Euro.

Alle Gebote bis auf das derzeit höchste sind sichtbar (modifizierte Vickrey-Auktion). Das höchste Gebot können Sie nur scheinbar erkennen (siehe Bildschirmfoto rechts), in Wirklichkeit jedoch nicht. Es wird lediglich das zweithöchste Gebot plus 1 Euro angezeigt, aber nicht, wie viel der aktuell Meistbietende wirklich eingegeben hat.

Vorteil für Verkäufer: Bietergefechte zum Ende der Laufzeit sorgen dafür, dass der Preis nach oben schnellt. Alternativ oder als Ergänzung können Verkäufer auf Ebay auch einen Festpreis festlegen (Sofortkauf).

Eigenschaften von Ebay und Amazon

  Ebay Amazon
Verkaufsformen Versteigerung, Festpreis Festpreis
Vorteil für Verkäufer Bietergefechte Käufer empfinden Zeitdruck
Endzeitpunkt 1, 3, 5, 7 oder 10 Tage für Auktionen, 30 Tage für Festpreisangebote; Tageszeit einstellbar nein

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 19. August 2015)

Auf Amazon verkaufen private Anbieter ausschließlich zum Festpreis. Damit können sie nach und nach heruntergehen, falls sie keinen Abnehmer finden. Das entspricht einer Rückwärtsauktion, auch holländische Auktion genannt. Sie hat für Verkäufer den Vorteil, dass potenzielle Käufer das Gefühl bekommen können, jetzt schnell zuschlagen zu müssen, bevor ein anderer ihm das begehrte Teil vor der Nase wegschnappt. Der Nachteil der holländischen Auktion ist, dass der Verkäufer nicht weiß, wann die Versteigerung endet.

Wollen Sie einen Artikel relativ schnell loswerden, bieten Sie ihn eher auf Ebay an. Dort profitieren Sie vom definierten Ende der Auktion, müssen aber unter Umständen Abstriche beim Verkaufspreis machen. Auf Amazon brauchen Sie manchmal etwas Geduld, wenn Sie sich schrittweise mit dem Preis nach unten tasten. Wir empfehlen Amazon tendenziell für begehrte Waren wie aktuelle Smartphones oder Tablets, weil sich der Aufwand der Rückwärtsauktion dann in Grenzen hält und meist schnell ein Käufer gefunden wird.

Tipps für den Verkauf

Um den höchsten Preis zu erzielen, sollten Sie ein paar Dinge beachten.

Artikeltext - Beschreiben Sie den Artikel genau und vor allem ehrlich. Es nützt nichts, etwa einen großen Kratzer im Handy-Display zu verschweigen. Dafür würden Sie nur eine negative Bewertung kassieren, was weitere Verkäufe deutlich erschwert. Wenn der Artikel gut funktioniert, schreiben Sie das hin und ergänzen Sie: „Ich schließe eine Gewährleistung aus.“ Andernfalls müssten Sie sechs Monate für die Funktionsfähigkeit haften.

Bilder - Zumindest von hochwertigeren Artikeln sollten Sie unbedingt Fotos machen und hochladen. Das vergrößert Ihre Chancen auf einen guten Verkaufspreis enorm, denn potenzielle Käufer „verlieben“ sich viel eher in ein schönes Bild als in nüchterne Fakten. Fotografieren Sie den Artikel am besten bei Tageslicht. Nutzen Sie nicht den Kamerablitz.

Angebotsdauer - Diese können Sie nur auf Ebay einstellen. Da viele potenzielle Käufer einen Artikel erst eine Weile beobachten, bevor sie ein Gebot abgeben, kann eine lange Laufzeit hilfreich sein. Beachten Sie, dass Sie in der Zeit für Fragen der potenziellen Bieter zur Verfügung stehen sollten. Antworten Sie rasch! Bei Amazon wird sogar Ihre öffentlich sichtbare Verkäuferleistung abgewertet, falls Sie sich zu viel Zeit lassen mit der Beantwortung.

Auktionsende - Diese ist nur auf Ebay relevant, nicht bei Amazon. Wenn Sie nichts vorgeben, startet die Auktion sofort und endet somit zur gleichen Uhrzeit, zu der Sie sie angelegt haben. Besser ist es, den Startzeitpunkt und damit das Ende zu planen. Das kostet nur 20 Cent extra und kann sich positiv auf den Verkaufspreis auswirken. Lassen Sie die Auktion enden, wenn viele Leute Zeit für Ebay haben, zum Beispiel mittags oder am frühen Abend. Um den besten Zeitpunkt für einen bestimmten Artikel herauszufinden, können Sie bidvoy.net nutzen. Die Website zeigt den Zeitraum an, zu dem andere Verkäufer für die gleiche Ware am meisten Geld bekommen haben.

Ausgabe von Bidvoy.net

Verkaufszeitpunkt - Lassen Sie nicht mehr benötigte Dinge nicht lange herumliegen, sondern verkaufen Sie sie zügig. Je länger Sie warten, desto weniger sind die Sachen wert. Besonders stark sinkt der Verkaufspreis von Elektrogeräten, wenn ein Nachfolgemodell erscheint. Ist beispielsweise absehbar, dass ein neues iPhone auf den Markt kommt und Sie wollen Ihres loswerden, dann verkaufen Sie es unbedingt, bevor der Nachfolger vorgestellt wird.

Amazon und Ebay verlangen eine Provision

Ebay und Amazon können Sie als Verkäufer nicht umsonst nutzen. So berechnet Amazon mehrere Gebühren. Zu pauschalen 99 Cent für jeden Verkauf kommen noch hinzu: eine sogenannte Verkaufsgebühr (Provision) von 7 bis 45 Prozent (oft 15 Prozent) auf den Verkaufspreis ohne Versandkosten und bei Büchern, Musik und DVDs zusätzlich eine Abschlussgebühr von meist 1,01 Euro. Auf alle Gebühren müssen Sie noch 15 Prozent luxemburgische Umsatzsteuer zahlen.

Amazon-Verkäufergebühren

Kategorien   Verkaufsgebühr (netto)   Mindestgebühr (netto)
Auto & Motorrad   15 %   0,50 €
Baumarkt   12 %   0,50 €
Bücher, Musik, VHS, DVD   15 %  
Computer   7 %   0,50 €
Computer-Zubehör   12 %   0,50 €
Elektronik   7 %   0,50 €
Elektronik-Zubehör   12 %   0,50 €
Elektro-Großgeräte   7 %   0,50 €
Fahrräder   10 %   0,50 €
Musikinstrumente & DJ-Ausrüstung   12 %   0,50 €
Reifen   10 %   0,50 €
Schmuck   20 %   1,50 €
Software, Videospiele   15 %  
Sport & Freizeit   15 %   0,50 €
Uhren   15 %   1,50 €
Videospielkonsolen   8 %  
Zubehör für Amazon-Geräte   45 %   0,50 €
alles andere   15 %   0,50 €

Quelle: Amazon (Stand: 19. August 2015)

Ein Beispiel: Verkaufen Sie ein Fachbuch für 25 Euro, bleibt nach Abzug aller Gebühren 18,91 Euro übrig. Die Versandkosten übernimmt Amazon mit pauschal 3 Euro. Am Ende hat der Verkauf also insgesamt 25 Prozent an Gebühren gekostet.

Die Verkäufergebühren bei Ebay sind einfacher. Die Auktionsplattform verzichtet bis 20 Angebote im Monat auf eine fixe Gebühr. Ab dem 21. Angebot werden 50 Cent je Auktion fällig. Die Provision beträgt grundsätzlich 10 Prozent auf den Verkaufspreis inklusive Versandkosten. Bei 199 Euro ist die Provision gedeckelt. In unserem Beispiel mit dem Fachbuch für 25 Euro (Versandkosten 3 Euro, mit Startzeitplanung) überweist Ebay am Ende 22 Euro an der Verkäufer, wovon er 3 Euro für den Versand ausgeben musste. Ähnlich wie bei Amazon bleibt eine Einnahme von 19 Euro. Die Gesamtkosten des Ebay-Verkaufs liegen folglich bei 24 Prozent.

Verkäuferkosten bei Amazon und Ebay im Vergleich

    fixe Startgebühr   Provision   weitere Gebühren   Erstattungen
Amazon   1,14 €   oft 15,15 %   mindestens 1,16 € für Bücher, Musik, DVDs   z. B. 3 € Versand für Bücher
Ebay   0 bis 0,50 €   10 %   Startzeitplanung für 0,20 € empfehlenswert   0 €

Quelle: Amazon, Ebay, eigene Recherche (Stand: 19. August 2015)

Keine Gebühren auf Kleinanzeigen-Seiten

Keine Provision verlangen Kleinanzeigen-Portale wie Ebay-Kleinanzeigen und Quoka. Der größte Unterschied zum „großen“ Ebay und Amazon besteht darin, dass die Ware in der Regel nicht verschickt wird. Die Käufer sollen sie persönlich abholen. Die Portale warnen zum Teil sogar ausdrücklich davor, einem Fremden Geld zu überweisen und dann darauf zu vertrauen, dass er das Gekaufte versendet. Dass die Waren abgeholt werden müssen, verkleinert den potenziellen Käuferkreis natürlich erheblich. Dadurch erzielen Verkäufer auch tendenziell einen niedrigeren Preis.

Trotzdem fragen Nutzer den Verkäufer manchmal, ob er bereit wäre, den Kaufgegenstand zu verschicken. Darauf sollten Sie sich als Verkäufer nur dann einlassen, falls der Käufer bereit ist, den Preis plus Versandkosten vorab auf Ihr Konto zu überweisen. In dem Fall gehen Sie kein Risiko ein.

Kleinanzeigen-Seiten eignen sich gut für weniger gefragte Dinge, da man sie dort kostenlos über einen längeren Zeitraum anbieten kann.

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Ankäufer nehmen Ware schnell und unkompliziert

Falls Sie gerade ausgemistet haben und nun besonders viel Gebrauchtes unkompliziert zu Geld machen wollen, können Sie die Sachen an einen Ankäufer schicken. Ankaufportale im Internet nehmen Bücher, CDs, DVDs und Elektrogeräte an und überweisen dafür einen bestimmten Betrag an den ehemaligen Besitzer. Den Weiterverkauf übernehmen die Portale, was sie natürlich nicht umsonst machen – deshalb sind die Ankaufpreise deutlich geringer als der Wert, den Verkäufer selbst bei Ebay oder Amazon erzielen könnten.

Um denjenigen Ankäufer zu finden, der aktuell den höchsten Preis für einen bestimmten Gegenstand bezahlt, sollten Sie ein Vergleichsportal nutzen. Wir empfehlen recyclingmonster.de. Damit finden Sie das beste Angebot für Handys, Tablets, Spielkonsolen, iPods, Macbooks, Bücher, Musik, Filme und Computerspiele.

recyclingmonster.de
Vergleichsportal für Ankäufer

  • zeigte im Test die höchsten Ankaufspreise an
  • gute Bedienung
  • relativ übersichtlich
recyclingmonster.de

Auf dem Flohmarkt steht der Spaß im Vordergrund

In jeder größeren Stadt gibt es Flohmärkte, wo Raritäten angeboten werden, aber auch viel Plunder. Hier steht der Spaß im Vordergrund und nicht der Gewinn. Erkundigen Sie sich nach den Standgebühren und bringen Sie am besten einen Freund mit, damit die Stunden nicht langweilig werden.

Wie viel Sie erlösen, hängt von Ihrem Verhandlungsgeschick ab. Um Besucher anzulocken, platzieren Sie am besten einige Vorzeige-Gegenstände gut sichtbar vorne. Ähnlich funktioniert ein Garagen-Verkauf, wie Sie ihn vielleicht aus amerikanischen Filmen kennen. So eine Aktion ist vor allem für Wohnungsauflösungen sinnvoll. Die nicht verkauften Gegenstände können Sie spenden, zum Beispiel an ein Sozialkaufhaus oder eine Flüchtlingseinrichtung.

Gewinne versteuern müssen nur Intensiv-Verkäufer

Wer nur ab und zu etwas verkauft, der kann den Überschuss steuerfrei für sich behalten. Anders ist sieht es aus, wenn öfter und gezielt Sachen mit Gewinn verkauft werden. Die Gerichte urteilen immer nur im konkreten Einzelfall. So wurde eine Mutter als gewerblich eingestuft, die innerhalb eines Monats 80 Kleidungsstücke ihrer vier Kinder verkauft hatte (Landgericht Berlin, Entscheidung vom 5. September 2006, Az. 103 O 75/06). Es gibt jedoch auch deutlich großzügigere Richter.

So haben wir ausgewählt

Finanztip hat 2014 zehn Vergleichsseiten anhand von gebrauchten Handys getestet. Die besten Ergebnisse lieferten handyverkauf.net und recyclingmonster.de. Beide Plattformen stammen vom selben Betreiber. Während handyverkauf.net nur Mobiltelefone vergleicht, können Sie auf recyclingmonster.de auch andere Sachen zu Geld machen, neben Handys auch Tablets, Spielkonsolen, iPods, Macbooks, Bücher, Musik, Filme und Computerspiele.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.