Geräteschutz von Wertgarantie

Versichert ist nur der Zeitwert von Fernseher, Rad oder Handy

Das Wichtigste in Kürze

  • Wertgarantie bietet verschiedene Versicherungen für Elektrogeräte und Fahrräder.
  • Den Schaden können Versicherte nur bei einem Partnerhändler melden, der meist auch die Reparatur übernimmt. Online ist eine Meldung nicht möglich.
  • Wie die Versicherung den Zeitwert der Geräte bestimmt, ist undurchsichtig.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Hausratversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Für jeden fabrikneuen Fernseher oder Kühlschrank, für das neue Fahrrad oder Smartphone gilt eine gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei Jahren. In dieser Zeitspanne muss der Verkäufer das Gerät ersetzen, falls es aufgrund eines Herstellerfehlers kaputtgeht. Angeschürt von Verkäufern macht sich manch stolzer Besitzer eines nagelneuen 3D-Flachbildfernsehers schon beim Kauf Gedanken, wie sich das teure Stück auch in der Zeit danach vor Schäden bewahren lässt. Einige fürchten auch die eigene Tollpatschigkeit.

Versicherungsgesellschaften wie Wertgarantie versprechen ihren Kunden langfristige Sicherheit. Wertgarantie verkauft Garantieverlängerungen, Diebstahl- und Reparaturkostenversicherungen für alles, was – nach eigener Aussage – einen Akku, Stecker oder Speichen hat. Die Verträge können Kunden entweder über die Webseite oder bei einem Fachhändler abschließen. Neben größeren Elektro-Märkten wie Euronics oder Expert vertreiben auch kleine Händler und viele Fahrradläden die Versicherungen gegen Provision.

Der Abschluss einer verlängerten Garantie ist im Verhältnis zum Gerätepreis oft teuer erkauft und lohnt sich daher nur in Ausnahmefällen.

Garantieverlängerung und Reparaturschutz für Elektrogeräte

Geräteschutz Basis

Wertgarantie verkauft eine einfache Garantieverlängerung um drei Jahre. Je nachdem, welches Gerät versichert wird, kostet der Basisschutz zwischen knapp 40 und 270 Euro. Beim „Geräteschutz Basis“ zahlt die Versicherung die Reparatur oder einen Ersatz – aber nur bis zum Zeitwert des Geräts. Da Elektrogeräte nach dem Kauf schnell an Wert verlieren, gibt es für den Fernseher schon nach wenigen Monaten viel weniger, als er ursprünglich gekostet hat. Die Verbraucherzentralen raten, genauso wie wir, vom Abschluss einer Garantieverlängerung grundsätzlich ab: Der zusätzliche Schutz ist meist überteuert.

Geräteschutz Komfort 3/5

Gegen die eigene Tollpatschigkeit und andere Gefahren des Alltags soll der „Geräteschutz Komfort“ schützen. Dieser ergänzt die verlängerte Garantie um einen Reparaturschutz. Bei Schäden durch Herunterfallen, falschen Gebrauch oder Elektronikschäden springt Wertgarantie bereits ab Vertragsbeginn ein und bezahlt die Reparatur oder einen Ersatz bis zur Höhe des Zeitwerts. Im Tarif eingeschlossen sind außerdem Schäden durch Brand- oder Blitzschlag, Wasser, Explosionen und Raub oder Einbruch.

Wer eine Hausratversicherung hat, ist dagegen allerdings schon abgesichert – zumal sich Wertgarantie bei Einbruch oder Raub nur an einem Neukauf beteiligt. Zusätzlichen Schutz gegen einfachen Diebstahl, der in der Hausratversicherung ausgeschlossen ist, bietet auch Wertgarantie nicht an. Wird die teure Kamera also aus der Tasche gestohlen, springt auch diese Versicherung nicht ein.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Schützen Sie Ihr Hab und Gut

  • Nutzen Sie Vergleichsportale im Internet.
  • Die Versicherung deckt Schäden u.a. durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruch ab.
  • Versichern Sie sich auch gegen grobe Fahrlässigkeit und Rauch- und Rußschäden.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Portale:

Den Komfortschutz gibt es für drei oder fünf Jahre; er kostet einmalig zwischen knapp 50 und 500 Euro. Je günstiger der versicherte Fernseher oder das versicherte Tablet, desto teurer ist die Versicherung im Verhältnis.

Allerdings gilt auch hier: Es wird nur der Zeitwert ersetzt. Hat das Tablet einen Totalschaden, bekommen Sie nur noch das ersetzt, was das Gerät noch wert wäre. Im vierten Jahr der Versicherung dürfte es nicht mehr viel sein, allerdings haben Sie dann schon mehr als 100 Euro an Prämie gezahlt.

Geräteschutz Komplett

Noch teurer ist die Versicherung beim Komplettschutz. Ab jährlich 60 Euro lassen sich Elektrogeräte bis 1.000 Euro Kaufwert versichern, für teurere Geräte kostet der Tarif bis zu 132 Euro im Jahr. Die Gesamtkosten sind für den Verbraucher nicht auf den ersten Blick erkennbar, denn Wertgarantie gibt für alle Tarife immer nur den monatlichen Beitrag an, obwohl auch eine jährliche Zahlweise möglich ist. Sie ist allerdings nicht günstiger. Der Vertrag läuft ein Jahr und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Versichert sind unter anderem Schäden durch Fallenlassen, Wasser, Verschleiß oder falschen Gebrauch, außerdem Displaybruch oder Elektronikschäden. Der Diebstahlschutz kostet noch einige Euro zusätzlich, und Wertgarantie beteiligt sich auch in diesem Fall nur teilweise an den Kosten eines Neukaufs.

Kurzübersicht der versicherten Risiken

Geräteschutz Basis Geräteschutz Komfort (3 oder 5 Jahre) Geräteschutz Komplett
Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung um 3 Jahre Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung um 1 oder 3 Jahre Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung
-- Fall- und Sturzschäden, unsachgemäßer Gebrauch, Elektronikschäden Fall- und Sturzschäden, unsachgemäßer Gebrauch, Elektronikschäden, Displayschäden, Verschleiß
-- Kostenbeteiligung bei Einbruch oder Raub Kostenbeteiligung bei Einbruch, Raub oder Diebstahl
-- -- Neukaufbeteiligung, wenn eine Reparatur nicht mehr sinnvoll

Quelle: Wertgarantie, eigene Darstellung (Stand: 10.August 2015)

Für Handys und Smartphones gibt es nur den Komplettschutz, aber mit einer anderen Kostenstruktur: Für 60 Euro im Jahr werden neue Handys im Wert von 250 Euro versichert, für teurere kostet es 96 Euro pro Jahr. Bei jedem Schaden an den teureren Geräten ist eine Selbstbeteiligung in Höhe von 30 Euro fällig. Der Vertrag läuft zu Beginn zwei Jahre und verlängert sich danach automatisch um ein Jahr. Wir raten im Allgemeinen von Handyversicherungen ab, da sie meist zu teuer sind.

Diebstahl- oder Verschleißschutz für Fahrräder

Fahrräder lassen sich bei Wertgarantie gegen Diebstahl oder Verschleiß, gegen Schäden durch Stürze oder Unfälle und Vandalismus versichern. Ist eine Reparatur nicht möglich, beteiligt sich die Versicherung an einem Neukauf. Der Vertrag gilt für ein Jahr und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr. Allein der Diebstahlschutz kostet je nach Wert des Rades zwischen 60 und 312 Euro im Jahr. Wir raten von einer reinen Diebstahlversicherung ab, denn in der Hausratversicherung kostet der Schutz im Durchschnitt 50 Euro für ein 1.500 Euro teures Rad.

Der Komplettschutz von Wertgarantie schlägt jährlich mit 72 bis 360 Euro zu Buche und bezahlt nach sechs Monaten auch die Reparatur von Verschleißteilen. Eine gute Fahrradversicherung mit Rundumschutz gibt es allerdings schon für weniger Geld.

Mehr zur Fahrrad-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Mit einer Fahrradklausel lässt sich der Diebstahschutz der Hausratversicherung erweitern.
  • Für teure Fahrräder und Pedelecs kann eine Vollkasko-Fahrradversicherung sinnvoll sein.
  • Ein reiner Diebstahlschutz lohnt sich nicht.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Anbieter:

  • Ammerländer Fahrrad Vollkasko
  • Krist / Waldenburger Fahrrad Vollkasko

Wertbestimmung ist undurchsichtig

In den verschiedenen Tarifen von Wertgarantie bekommen Sie fast immer den Zeitwert des Produkts erstattet. Liegen die Kosten der Reparatur eines kaputten Fernsehers über dem, was das Gerät noch wert ist, wird es ersetzt. Allerdings gibt es dann oft keinen nagelneuen Fernseher, sondern ein Gerät gleicher Art und Güte, das höchstens so viel kostet wie der Zeitwert noch hergibt. Wertgarantie definiert das in den Versicherungsbedingungen so: „Gerät gleicher Art und Güte bedeutet, dass das Ersatzgerät eine vergleichbare Ausstattung und Leistung besitzt. Dabei ist nicht zwingend notwendig, dass es sich um das gleiche Modell oder ein Neugerät handelt.“

Wie der Zeitwert genau bestimmt wird, bleibt unklar, und damit auch, wie viel die Versicherung im Schadenfall wohl bezahlt. Dazu trägt auch bei, dass viele Informationen lediglich im Produktinformationsblatt aufgelistet sind, in den Versicherungsbedingungen aber fehlen.

Lediglich bei Fahrrädern gibt Wertgarantie an, dass der Fachhändler den Wert bestimmt. Ab 500 Euro geschieht das mit einer bestimmten Software. Die Diebstahlversicherung für Fahrräder ist der einzige Tarif, bei dem der Kaufpreis (bei neu gekauften Rädern) ersetzt wird.

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So läuft die Schadensmeldung ab

Auch wenn sich die Versicherung online abschließen lässt: Nur bei mobilen und Konsolen können Sie den Schaden im Internet einreichen. Ansonsten müssen die Versicherten den Schaden bei einem der Partnerhändler melden. Dieser wickelt die Meldung ab und übernimmt meist auch gleich die Reparatur. Zwar ist jeder Kunde frei, selbst eine Werkstatt auszuwählen, Wertgarantie behält sich aber vor, diese abzulehnen. Ist das Gerät oder Fahrrad nicht mehr reparabel, können Partnerhändler die Erstattung der Versicherung auch gleich mit dem Neupreis verrechnen. In einigen Internet-Foren gibt es viele Beschwerden, dass gerade die Zusammenarbeit der Händler mit der Versicherung nicht reibungslos funktioniert.

Nicht direkt beim Kauf abschließen

Bei allen Versicherungen gilt: Vor dem Abschluss sollten Sie genau überlegen, ob Sie sie wirklich brauchen und ob sie sich lohnt. Das gilt gerade angesichts der Tatsache, dass immer nur der Zeitwert ersetzt wird. Grundsätzlich sollten Sie einen Versicherungsvertrag auch nicht direkt beim Kauf noch im Geschäft abschließen. Besser ist es, die Versicherungsbedingungen mitzunehmen und nochmal darüber nachzudenken.

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.