Veräußerung des Gewerbebetriebs

  • Tipp: Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wer als Unternehmer Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt und über einen Verkauf (Veräußerung) dieses Betriebs nachdenkt, sollte rechtzeitig die Steuerfolgen berücksichtigen. Nach § 16 Abs. 1 EStG gehören zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb auch die Gewinne, die erzielt werden bei der Veräußerung des ganzen Gewerbebetriebs oder eines Teilbetriebs oder eines Mitunternehmeranteils. Dabei gilt die Aufgabe des Gewerbebetriebs ebenfalls als Veräußerung.

Besteuerung des Gewinns aus Verkauf bzw. Aufgabe des Unternehmens

Veräußerungsgewinn ist nach dem Recht der Einkommensteuer der Betrag, um den der Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten den Wert des Betriebsvermögens übersteigt. Das heißt: Veräußerungspreis minus Veräußerungskosten minus Buchwert (Eigenkapital).
Der Veräußerungsgewinn wird bei der Einkommensteuer ggf. sogar begünstigt. Dabei kommen folgende Steuervergünstigungen in Betracht:

  • Freibetrag wegen Alters (ab Vollendung des 55. Lebensjahres) oder dauernder Berufsunfahigkeit in Höhe von 45.000 Euro (§ 16 Abs. 4 EStG)
  • Anwendung des besonderen Steuersatzes auf Veräußerungsgewinne als außerordentliche Einkünfte (§ 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG)
  • Anwendung des Teileinkünfteverfahrens bei Veräußerung von im Betriebsvermögen befindlichen Anteilen an Kapitalgesellschaften, sofern keine gleichzeitige Begünstigung als außerordentliche Einkünfte vorliegt

Freibetrag bei Verkauf oder Aufgabe des Gewerbebetriebs

Der vorgenannte Freibetrag in Höhe von 45.000 Euro kann vom Gewerbetreibenden nur einmal in Anspruch genommen werden. Der Freibetrag kann nur dann beansprucht werden, wenn der Veräußerer das 55. Lebensjahr bereits im Zeitpunkt der Veräußerung des Betriebs, Teilbetriebs oder Mitunternehmeranteils vollendet hat. Ein Nachweis der dauernden Berufsunfähigkeit im sozialversicherungsrechtlichen Sinne ist ausschließlich mit amtlichen Bescheinigungen zu erbringen. Dieser Freibetrag steht jedem Steuerpflichtigen auch nur einmal im Leben zu. Wenn der Betrieb im Erbwege übernommen wurde, müssen die Voraussetzungen für die Gewährung des Freibetrages in der Person des Erben erfüllt sein. Übersteigt der steuerliche Veräußerungsgewinn den Betrag von 136.000 Euro, ist er um den übersteigenden Betrag bis zu 0 Euro zu kürzen.

Fünftel-Regelung

Der Veräußerungsgewinn zählt zu den außerordentlichen Einkünften. Für diese Einkünfte sieht das Einkommensteuerrecht hier eine Gättung der Steuerprogression durch die so genannte Fünftelregelung vor. Dabei wird der Veräußerungsgewinn fiktiv auf 5 Jahre verteilt. Rechnerisch wird die Einkommensteuer auf ein Fünftel des Gewinns ermittelt und dieser Betrag wird dann mit 5 multipliziert. Dieser Betrag ist dann der Einkommensteuer für die laufenden Einkünfte hinzuzurechnen. Es wird dabei von Amts geprüft, ob die Fünftelregelung günstiger als die normale Besteuerung ist.
Auf den Veräußerungsgewinn kann alternativ auch auf Antrag unter den gleichen vorgenannten Voraussetzungen bis zu einem Höchstbetrag von 5 Millionen Euro ein ermäßigter Steuersatz gemäß § 34 Abs. 3 EStG angewendet werden. Der ermäßigte Steuersatz beträgt 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes auf das gesamte zu versteuernde Einkommen. Darin sind auch einzuschließen eventuelle dem Progressionsvorbehalt unterliegende Einkünfte. Mindestens ist jedoch der jeweils geltende Eingangssteuersatz anzuwenden. Der Eingangssteuersatz beträgt 14 Prozent (seit dem Veranlagungszeitraum 2009).

  • Tipp: Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Betriebsveräußerung und Gewerbesteuer

Der Gewinn (oder der Verlust) aus der Veräußerung eines Gewerbebetrieb oder eines Teilbetriebes unterliegt nicht der Gewerbesteuer. Mithin ist auch ein entsprechender Verluste für Zwecke der Gewerbesteuer nicht abziehbar. Der gesamte Gewerbebetrieb bzw. Teilbetrieb gilt nur dann als eräußert, wenn der Betrieb bzw. Teilbetrieb mit seinen wesentlichen Betriebsgrundlagen unter Aufrechterhaltung des geschäftlichen Organismus auf einen Erwerber übergeht. Es müssen also die wesentlichen Betriebsgrundlagen übertragen werden. Dies sind in der Regel die Wirtschaftsgüter, die zur Erreichung des Betriebszwecks erforderlich sind und ein besonderes wirtschaftliches Gewicht für die Betriebsführung besitzen.

Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Veräußerung von Mitunternehmeranteilen, sofern der Verkauf sich auf unmittelbar an der Personengesellschaft entfallenden Anteilen erstreckt. Bei der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften findet § 3 Nr. 40 EStG auch auf mittelbar beteiligte Personen Anwendung (Teileinkünfte).

Fazit: Die steuerlichen Folgen und Möglichkeiten der Gestaltung wurden hier nur sehr grob angesprochen. Der Rat eines guten Steuerberaters bzw. Fachanwalts für Steuerrecht ist in aller Regel unentbehrlich. Dies gilt sowohl für Varianten zur Zahlung des Verkaufspreises (z.B. Veräußerung gegen wiederkehrende Leistungen) als auch für den gesamten Inhalt des Veräußerungsvertrages.

Sollen wir Sie
zu wichtigen Steuerfragen
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.