Gewerbesteuer (GewSt) berechnen

Seit Beginn des Jahres 2008 ist die Gewerbesteuerzahlung (Gewerbesteueraufwand) generell nicht mehr als Betriebsausgabe absetzbar. Dies gilt sowohl für Personenunternehmen (z.B. Einzelunternehmer oder OHG) als auch für Kapitalgesellschaften. Damit müssen Personenunternehmen, die Zahlungen der GewSt (Gewerbesteuervorauszahlung und Restzahlung) vom Firmenkonto vornehmen, diesen Vorgang als "Privatentnahme" buchen. Weiter unten können Sie die Höhe der Gewerbesteuer als Einzelunternehmer oder als Personengesellschaft berechnen.
Eine Entlastung ergibt sich bei Personenunternehmen aus der höheren Anrechenbarkeit der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer. So ist der Anrechnungsfaktor vom Faktor 1,8 auf 3,8 erhöht und die Steuermesszahl ist für alle Gesellschaften auf 3,5% abgesenkt worden. Dafür entfällt der Betriebsausgabenabzug für die Gewerbesteuer. Der früher für Einzelunternehmen und Personengesellschaften angewendete Staffeltarif ist ebenfalls entfallen. Der Gewerbesteuer-Freibetrag von 24.500 Euro bleibt hingegen unverändert bestehen. Siehe auch weitere Details zur Änderung der Unternehmenssteuern.

Mit der Kompensation der Gewerbesteuer durch die Anrechnung des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrages auf die Einkommensteuer kann für Unternehmen in Gemeinden mit geringem Hebesatz die Zahlung von Gewerbesteuer entfallen. Die Anrechnung der Gewerbesteuer beschränkt sich aber auf den Anteil der Einkommensteuer, der auf die gewerblichen Einkünfte entfällt. Die Anrechnung auf die tarifliche Einkommensteuer ist auch auf die Höhe der tatsächlich zu zahlenden Gewerbesteuer beschränkt.

Wie hoch ist meine Gewerbesteuer? Diese Frage stellt sich dem Unternehmer insbesondere bei Veränderungen in seiner Gewinnsituation oder bei Änderung der Hebesätze. Auch die Standortentscheidung wird von der Höhe des Hebesatzes und damit der Gewerbesteuer beeinflusst. Beispiel: Manche Unternehmen haben - vorwiegend aus steuerlichen Gründen - ihren Firmensitz in Rellingen statt in Hamburg (Gewerbesteuer!). Der § 35 EStG regelt die Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb. Personenunternehmen, deren gewerblicher Gewinn der Einkomensteuer unterliegt, können ihre Einkommensteuer um den Faktor 3,8 - bezogen auf den Gewerbesteuermessbetrag - reduzieren, maximal jedoch in Höhe der Gewerbesteuer. Die Ermäßigung kann daher maximal die Höhe der Gewerbesteuer auf "Null" bringen.

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Wer muss die Gewerbesteuer zahlen?

Steuerschuldner der Gewerbesteuer ist der Unternehmer. Als Unternehmer gilt der, für dessen Rechnung das Gewerbe betrieben wird. Ist die Tätigkeit einer Personengesellschaft ein Gewerbebetrieb, so ist Steuerschuldner die Gesellschaft. Es spielt keine Rolle, wem das Unternehmen gehört, wem die Erträge des Unternehmens zufließen oder wie die persönlichen Verhältnisse des Inhabers sind. Das ist der Unterschied zu den Personensteuern (z.B. Einkommensteuer und Körperschaftsteuer), weil die Gewerbesteuer nicht die Leistungsfähigkeit einer Person berücksichtigt, sondern eine Sache - den Gewerbebetrieb - besteuert, soweit er im Inland betrieben wird.

Der Gewerbesteuerrechner gilt für alle Gesellschaftsformen (ab dem Jahr 2008). Bitte beachten Sie: Es ist ein einfacher Rechner für alle Gesellschaftsformen. Die Gewerbesteuerberechnung erfolgt durch Anwendung von Steuermesszahl auf Gewerbertrag und anschließend Hebesatz auf den ermittelten Gewerbesteuermessbetrag. Dies bedeutet, dass Personenunternehmen vom Gewinn aus Gewerbebetrieb vorher noch den Freibetrag von 24.500 Euro (§ 11 Abs.1 GewStG) abziehen müssen. Beispiel: Beträgt der Gewinn aus Gewerbebetrieb bei einem Einzelunternehmer vor Abzug des Freibetrages ab dem Wirtschaftsjahr 2008 nur 20.000 Euro, so fällt für den Einzelunternehmer keine Gewerbesteuer an.

Beginn und Ende der Gewerbesteuerpflicht

Nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) ist eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ein Gewerbebetrieb. Dabei darf die Betätigung weder eine Ausübung von Land- und Forstwirtschaft oder eine selbständige Tätigkeit (Abgrenzung zur privaten Vermögensverwaltung) darstellen. Eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr liegt vor, wenn ein Steuerpflichtiger mit Gewinnerzielungsabsicht nachhaltig am Leistungs- oder Güteraustausch teilnimmt. Damit werden solche Tätigkeiten aus dem gewerblichen Bereich ausgeklammert, die zwar von einer Gewinnerzielungsabsicht getragen werden, aber nicht auf einen Leistungs- oder Güteraustausch (z.B. Betätigung als Bettler) gerichtet sind.

Beispiel: Müssen Prostituierte Gewerbesteuer bezahlen? Die Antwort lautet Ja, weil sie sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligen. Diese Begründung stammt aus nämlich aus dem Gewerbesteuerrecht. Der Begriff Verkehr ist hier also im Sinne des Steuerrechts auszulegen.

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Gewerbesteuer bis 31. Dezember 2007

Für Personenunternehmen (Einzelunternehmen, Personengesellschaft) gilt letztmalig für das Steuerjahr 2007 (Veranlagungszeitraum) der so genannte Staffeltarif. Dieser Staffeltarif regelt, dass die ersten 12.000 Euro an Gewerbeertrag, die über dem Freibetrag von 24.500 Euro liegen, mit einer Steuermesszahl von lediglich 1% belastet werden. Je weitere 12.000 Euro erhöht sich bislang die Steuermesszahl um 1% bis zu maximal 5%. Die Steuermesszahl von 5% ist somit ab einem Gewerbeertrag von 72.500 Euro anzuwenden.

Die Gewerbesteuerzahlung (Gewerbesteueraufwand) ist bis einschließlich Steuerjahr 2007 als Betriebsausgabe (und damit auch bei der Gewerbesteuer selbst) absetzbar. Die Gewerbesteuer ist mithin bis Ende 2007 eine Kostensteuer. Der Gewerbesteuermesstrag wurde durch Anwendung der Steuermesszahl von 5 Prozent auf den Gewinn aus Gewerbebetrieb (nach Abzug des Freibetrages von 24. 500 Euro) ermittelt. Von der Vereinheitlichung der Steuermesszahl auf 3,5% ab dem Jahr 2008 profitieren somit im wesentlichen Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG. Denn für diese galt der Staffeltarif ohnehin nicht. Vielmehr wurden deren Gewerbeerträge schon immer mit einheitlich 5 Prozent Steuermesszahl belastet.

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