Direktbank

Wo Sie online und preiswert Ihre Bankgeschäfte erledigen können

Das Wichtigste in Kürze

  • Direktbanken unterhalten kein Filialnetz. Auch auf persönliche Berater müssen ihre Kunden in der Regel verzichten.
  • Bankprodukte sind bei Direktbanken meist günstiger, zum Beispiel Girokonten oder Depots.
  • Wer sich für eine Direktbank entscheidet, erledigt die Bankgeschäfte immer über das Online-Banking.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, was Ihnen wichtiger ist: der Preis oder der persönliche Kontakt zum Bankmitarbeiter.
  • Vergleichen Sie mit unseren Rechnern die Angebote für Girokonten, Tages- und Festgeld von Filialbanken und Direktbanken.
  • Wenn Sie sich für eine Online-Bank entscheiden: Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Internetverbindung sicher ist.

Früher war alles anders – auch die Banken. Das Filialgeschäft war die Norm, der Weg zu den heutigen Direktbanken – also den Banken ohne Filialen – weit. Erst setzten die Geldinstitute auf den Briefkontakt, dann kam das Telefon-Banking und mit dem Bildschirmtext (BTX) das Online-Banking. In den 1990er-Jahren entstanden dann die ersten reinen Direktbanken in Deutschland.

Inzwischen gehören Direktbanken fest zum Markt: Geldhäuser wie die ING-Diba und die DKB gehören zu den 20 Banken mit der größten Bilanzsummen in Deutschland. Der Anteil der Online-Konten wächst: Waren es 2006 noch rund 35 Millionen von knapp 91 Millionen Girokonten insgesamt, gab es 2015 schon ungefähr 60 Millionen (bei insgesamt rund 100 Millionen Girokonten, Quelle: Deutsche Bundesbank).

Zwar können diese Online-Konten auch bei Filialbanken liegen, es zeigt sich aber auch eine weitere Entwicklung: Die Zahl der Filialen geht zurück. Waren es 2006 der Bundesbank zufolge noch mehr als 42.600 Filialen, sank die Zahl bis 2015 auf knapp 36.000.

Direktbank oder Filialbank: Das ist eine Grundsatzentscheidung

Während Filialbanken-Kunden zum Beispiel Girokonten auch vollständig online nutzen und so die beiden Welten zusammenführen können, ist dies bei Direktbanken nicht möglich. Verbraucher verzichten komplett auf Filialen; die Mitarbeiter geben über Telefon und E-Mail Antworten. Das hat Vorteile: Direktbanken bieten ihre Produkte und Leistungen in der Regel günstiger an als Filialbanken. Bei Tagesgeld und Festgeld verzinsen einige ihre Angebote besser als die Konkurrenz mit Filialnetz.

Die Erklärung dafür ist einfach: Filialbanken haben andere Kosten, da sie die Miete für die Geschäftsräume und die dortigen Mitarbeiter bezahlen müssen. Diese Ausgaben sparen sich Direktbanken: Sie verkaufen ihre Produkte direkt über ihre Website, Kundenkontakt ist oft unnötig.

Das beginnt bereits beim Eröffnen eines Girokontos oder beim Beantragen eines Kredits: Statt die Identität über das Post-Ident-Verfahren nachzuweisen oder gar in eine Filiale zu gehen, können neue Kunden das Ganze bei vielen Direktbanken inzwischen über das Video-Ident-Verfahren erledigen. Sie müssen das Wohnzimmer also nicht mehr verlassen. Das gilt mittlerweile auch für den Wechsel des Girokontos: Die Kunden erledigen das bei den meisten Direktbanken inzwischen über einen digitalen Wechselservice.

Kostenfaktoren umgehen Direktbanken nicht nur beim Berater, der dem Kunden hilft, das Konto zu eröffnen, oder das Kreditangebot mit ihm durchgeht. So haben sie meist auch keine eigenen Geldautomaten. Die DKB und die Consorsbank gehören nicht einmal zu einem Automatenverbund, bei dem ihre Kunden kostenfrei mit der Girocard Geld holen können. Stattdessen versorgen sich ihre Girokonten-Kunden mit der Kreditkarte an den Automaten anderer Banken kostenlos mit Bargeld.

Ähnlich funktioniert es bei Wertpapierdepots: Es gibt Filialbanken, die Depots anbieten, für die ihre Kunden keine Internetzugang brauchen. Diese Depots sind für die Kunden jedoch teuer, womöglich ist kein Direkthandel möglich oder die Kunden können keine kostengünstige ETF kaufen. Bei Direktbanken sind Depots oft preiswerter, das gilt auch für das Kaufen und Verkaufen.

Wer ein Girokonto eröffnen will, einen Kredit beantragt oder aber ein Depot braucht, steht also immer vor der Entscheidung: günstige Leistungen oder Filiale samt Mitarbeiter, die vor Ort beraten können.

Achten Sie als Online-Kunde auf die Sicherheit Ihres Computers

Falls Sie sich für eine Direktbank und damit auch für das Online-Banking entscheiden, steht fest: Ihr Computer muss sicher sein. Dafür brauchen Sie zum Beispiel einen aktuellen Virenscanner. Ignorieren Sie zudem keine Updates für das Betriebssystem Ihres Computers. Damit schließen Microsoft und Apple Sicherheitslücken, die zur Gefahr beim Online-Banking werden können.

Außerdem sollten Sie bei E-Mails von Banken und Zahlungsdienstleistern wie Paypal vorsichtig sein. Noch immer versuchen Kriminelle über gefälschte E-Mails (sogenannte Phishing-Mails) an die Daten von Verbrauchern zu kommen. Öffnen Sie daher keine Anhänge und geben Sie nie Ihre PIN oder TAN heraus, Ihre Bank wird Sie nie danach fragen.

Achten Sie auch auf eine verschlüsselte Internetverbindung, wenn Sie Ihre Bankgeschäfte erledigen. Die erkennen Sie daran, dass die Internetadresse mit „https:“ beginnt statt mit „http:“. Überdies sollten Sie darauf verzichten, für Ihre Bankgeschäfte fremde Computer oder öffentliche Wlan-Netzwerke zu verwenden.

Mit unseren Rechnern Angebote bei Direktbanken vergleichen

Beim Finanztip-Girokontorechner können Sie sich entscheiden: Brauchen Sie eine Bank mit Filialen oder können Sie darauf verzichten? Der Rechner filtert die passenden Konten heraus und berechnet an einem Beispielkunden, was das Konto tatsächlich im Jahr kosten würde:

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Sichere Banken mit gut verzinsten Angeboten finden Sie in den Finanztip-Rechnern in den Ratgeber zu Tagesgeld und Festgeld. Darunter sind einige Direktbanken.

Bei den Wertpapierdepots empfiehlt Finanztip sowohl Direktbanken als auch Filialbanken.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.