Girokonto eröffnen

Der Weg zum neuen Konto

Das Wichtigste in Kürze

  • Falls die Bank kein Girokonto eröffnet, kann das an einem schlechten Schufa-Score liegen. Denn auch beim Girokonto ist die Bonität der Verbraucher wichtig.
  • Banken können Kunden zwar ein normales Bankkonto verweigern, ein Basiskonto müssen sie aber für jeden eröffnen.
  • Beim Wechsel des Kontos müssen die Banken ihre Kunden inzwischen unterstützen. Das gilt auch, falls sie das Konto schließen wollen.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie ein neues Girokonto eröffnen wollen, sollten Sie vorher gut vergleichen. Denn beim Girokonto sind durchaus 100 bis 200 Euro Ersparnis im Jahr drin. Finanztip empfiehlt Consorsbank, DKB und Comdirect.
  • Sie haben die Wahl: Das Girokonto können Sie sich in der Filiale, aber auch zu Hause eröffnen. Bei vielen Anbietern können Sie Ihre Identität direkt am Computermonitor per Videotelefonie nachweisen.
  • Falls die Bank die Kontoeröffnung ablehnt, sollten Sie Ihre Schufa-Einträge kontrollieren und dort mögliche Fehler beheben.
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Die Girocard kostet plötzlich etwas, die Bank verlangt außerdem Gebühren für jede Kontobewegung und kostenlos ist das Geldabheben nur noch ein paar Mal im Monat: Bei solchen Änderungen verabschieden sich viele Verbraucher von ihrer bisherigen Bank, um bei einer anderen ein neues Girokonto zu eröffnen.

Das geht in der Regel sehr leicht. Die Kunden füllen die Antragsformulare für die Kontoeröffnung entweder zu Hause am Computer aus oder aber in einer Filiale der ausgewählten Bank. Wer sich für die PC-Variante entschieden hat, musste bis vor Kurzem zusätzlich immer in eine Postfiliale gehen und seinen Pass oder Ausweis vorlegen, um seine Identität nachzuweisen. Inzwischen bieten viele Banken aber neben dem Postident-Verfahren auch das Videoident-Verfahren an. Dazu genügt eine Videoverbindung am Computer. Wer das Konto in der Filiale beantragt, kann sich auch direkt dort ausweisen.

Etwas kompliziert ist das Eröffnen eines Girokontos für Minderjährige. Für sie müssen die gesetzlichen Vertreter den Antrag stellen und unterschreiben. Außerdem ist eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes für das Eröffnen nötig, bei Jugendlichen ab 16 Jahren zusätzlich der Personalausweis.

Wenn die Bank kein Konto gewährt

Es kann vorkommen, dass die Bank es aufgrund einer schlechten Bonitätsbewertung des Kunden ablehnt, ein Bankkonto zu eröffnen. Das kann daran liegen, dass der Kunde Kredite nicht bedient hat, aber auch an fehlerhaften Einträgen bei den Firmen, die für die Banken die Kreditwürdigkeit beurteilen, zum Beispiel der Schufa.

Was kostet ein Girokonto?

Verbraucher müssen sich mit der Ablehnung nicht zufriedengeben: Sie können ihre Schufa-Bewertung kontrollieren. Falls die schlechte Einschätzung nur durch einen Fehler zustande gekommen ist, können sie die falschen Einträge korrigieren lassen.

Falls es aber tatsächlich Probleme mit der Kreditwürdigkeit gibt, darf die Bank sich weigern, ein normales Girokonto zu eröffnen. Anders verhält es sich beim Basiskonto, das jede Bank seit Mitte 2016 anbieten muss: Dessen Eröffnung darf nur aus ganz bestimmten Gründen verweigert werden.

Bei einem Basiskonto handelt es sich um ein Konto mit den grundlegendsten Funktionen, zum Beispiel Geld überweisen oder abheben. Die Banken müssen den Kunden Gründe nennen, falls sie solche Konten nicht eröffnen oder später kündigen.

Kontowechsel leicht gemacht

Wenn Sie bereits ein Girokonto haben und dieses Konto wechseln, hilft Ihnen die neue Bank oft dabei. Dabei arbeiten die Geldinstitute in der Regel mit einem anderen Anbieter zusammen, der die regelmäßigen Geldeingänge und Geldausgänge analysiert und dann auf das neue Konto umleitet. Das macht er zum Beispiel, indem er Ihren Arbeitgeber über Ihr neues Konto informiert.

Seit September 2016 sind alle Banken verpflichtet, diesen Umzug für die Kunden abzuwickeln. Natürlich müssen die Kunden für den Wechsel das neue Girokonto vorher eröffnet haben. Das alte Konto sollten sie auch noch ein paar Wochen behalten, falls der Wechsel nicht so gut klappt wie erwartet.

Bei der Suche nach einem neuen Konto sollten Verbraucher nicht nur auf Aktionen oder Bonuszahlungen achten. Damit locken die Banken zwar neue Kunden; die alltäglichen Kosten für das Konto sind jedoch weit wichtiger. Die Gebühren für das Abheben, Bezahlen und Überweisen können im Jahr höher sein als die Bonuszahlung, die es bei der Kontoeröffnung gibt.

In der Regel sind Konten bei Direktbanken um einiges preiswerter als die Girokonten von Banken mit Filialen. Zwar müssen Verbraucher auf die Beratung in der Filiale verzichten, doch es gibt kaum weitere Einschränkungen. So kommen Kunden von Direktbanken problemlos an Bargeld, auch wenn die Banken keine eigenen Automatennetzwerke haben. Entweder die Bank ist Mitglied in einem Verbund (zum Beispiel Cash Group oder Cashpool) oder aber die Kunden können mit ihrer Kreditkarte kostenlos Geld abheben.

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Unterschiede bei Online-Girokonten

Im September 2016 gab es bei Banken wie der Deutschen Kreditbank (DKB), Comdirect, Consorsbank, Targobank oder ING-Diba eine kostenlose Kreditkarte von Visa oder Mastercard dazu, falls Verbraucher dort ein Girokonto eröffneten. Doch neben der Kreditkarte und anderen Gemeinsamkeiten bestehen auch einige Unterschiede. Deshalb sollten Verbraucher auch bei diesen Banken die Konditionen genau vergleichen, bevor sie ein Konto eröffnen.

So verlangt beispielsweise die DKB nur einen Dispo-Zinssatz in Höhe von 6,9 Prozent – das ist wesentlich niedriger als etwa der Zinssatz der Norisbank zum selben Zeitpunkt. Die DKB, die Santander Consumer Bank, die Fidor Bank und zum Beispiel erheben keine zusätzlichen Gebühren, falls Verbraucher in einer anderen Währung als Euro bezahlen (Stand: Januar 2017). Es lohnt sich als insbesondere für Reiselustige ein Bankkonto bei diesen Anbietern zu eröffnen.

Finanztip empfiehlt Girokonten, bei denen keine Jahresgebühren für Konto oder Karten anfallen, das Abheben weltweit kostenlos ist und die Zinsen für den Dispo oder Auslandseinsatz niedrig sind.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokarte (V-Pay) mit Visa-Karte

  • kostenloses Girokonto mit Kreditkarte
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • kostenlose Partnerkarten
  • Dispozins von 6,9 Prozent pro Jahr
  • Tagesgeldkonto mit Zinssatz von 0,2 Prozent effektiv pro Jahr

Comdirect
Kombination von Girokonto (V-Pay) mit Visa-Karte

  • kostenloses Girokonto und Kreditkarte
  • bis zu 100 Euro Bonus nach Kontoeröffnung
  • Dispozins von 6,5 Prozent pro Jahr
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im Ausland
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Girocard an circa 9.000 Automaten der Cash-Group in Deutschland
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent
  • Abhebegebühr bei der Kreditkarte in der EU

Consorsbank
Kombination von Girokarte (V-Pay) mit Visa-Karte

  • kostenloses Girokonto plus Kreditkarte
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im In- und Ausland (1,75 % bei Fremdwährung ab 29. Juli 2017)
  • kostenlose Partnerkarten
  • 10 Cent Gutschrift pro Kartenbenutzung (maximal 25 Euro pro Quartal)
  • 50 Euro Bonus bei Nutzung als Gehaltskonto
  • Dispozins von 7,75 Prozent pro Jahr
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent
Consorsbank

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

Josefine Lietzau
von Finanztip,
Expertin für Bankprodukte

Bei Direktbanken sparen

  • Direktbanken bieten kostenlose Girokonten.
  • Es können allerlei Gebühren anfallen.
  • Ersparnisse gehören nicht auf das Girokonto.
  • Denken Sie an die Sicherheit beim Onlinebanking.

» Zum Ratgeber

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.