Kontoführungsgebühren

Das kostet ein Girokonto wirklich

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den Kontoführungsgebühren handelt es sich um die monatlichen Gebühren, die Sie pauschal für die Verwaltung Ihres Girokontos bezahlen.
  • Manche Banken verlangen weitere Gebühren, zum Beispiel für Überweisungen oder fürs Geldabheben.
  • Mit dem Finanztip-Girokonto-Vergleich erkennen Sie ganz leicht die Gesamtkosten verschiedener Girokonten. Die Kosten haben wir über einen Beispielkunden berechnet.

Sie ist nicht totzukriegen – die Kontoführungsgebühr. Bankkunden bezahlen sie Monat für Monat nur für das Verwalten des Kontos, weitere Leistungen gehören nicht dazu.

So durchschaubar und einfach, wie die Kontoführungsgebühr erscheint, ist sie nicht. So senken zum Beispiel einige Banken die Gebühr oder streichen sie komplett, falls regelmäßig Geld auf dem Konto eingeht. Einige Banken nehmen es genauer und verlangen, dass es sich bei diesem Geld um ein Gehalt handeln muss. Eine weitere Variante: Die Kontoführungsgebühr fällt erst ab einem bestimmten Alter des Bankkunden an oder nach seinem Studium.

Außerdem gibt es regionale Unterschiede bei Sparkassen, Volksbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Jede setzt ihre eigenen Kontoführungsgebühren fest, Kunden können nicht von einer Sparkasse auf die andere schließen – selbst wenn ihre Filialen nur wenige Kilometer auseinander liegen.

Die Kontoführungsgebühr wird meist quartalsweise abgebucht. Dabei nutzen Banken auch den Dispokredit des Kontos, falls es nicht ausreichend gedeckt ist.

Tipp

Steuern und Kontoführungsgebühren

Setzen Sie die Kontoführungsgebühren steuerlich ab und zwar als Werbungskosten. 16 Euro können Sie so ohne Nachweise absetzen.

Das steckt hinter dem kostenlosen Girokonto

Selbst wenn es sich um ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr handelt, heißt das nicht, dass das Konto komplett gratis ist. Denn die Banken verlangen in solchen Fällen meist an anderer Stelle Gebühren.

Typische Kosten, die beim Girokonto neben den Kontoführungsgebühren anfallen, sind Überweisungsgebühren, sofern die Kunden dafür noch Papierformulare nutzen. Einige Banken verlangen Gebühren selbst für Online-Überweisungen, für die SMS beim mTan-Verfahren oder für die Überweisung an sich. Weitere Kosten können entstehen beim Geldabheben oder aber beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro.

Jahresgebühren sind bei Kreditkarten üblich. Einige wenige Banken verlangen auch für die Girocard (früher: EC-Karte) eine Jahresgebühr. Obwohl die Girocard fest zum Girokonto gehört, fallen eventuelle Jahresgebühren für die Girocard extra an, zusätzlich zur Kontoführungsgebühr. Zumindest dürfen Banken solche Konten nicht als „kostenlos“ bewerben, falls sie eine Jahresgebühr für die Girocard verlangen (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. Januar 2017, Az. 38 O 68/16).

All diese verschiedenen Kosten können ein Girokonto teuer machen, auch wenn die Kontoführungsgebühr niedrig ist oder die Bank keine verlangt. Deshalb berücksichtigt der Finanztip-Girokonto-Vergleich nicht nur die Kontoführungsgebühren, sondern auch die anderen Kosten. An den Gesamtkosten können Sie erkennen, welches der Konten das passende für Sie ist.

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Kontoführungsgebühren und unzulässige Gebühren

Banken dürfen nicht für jede Leistung Gebühren verlangen, zum Beispiel nicht für einen „Service aus Eigeninteresse“. Es gibt allerdings Grenzfälle, bei denen Gerichte teilweise zu Ungunsten der Verbraucher entschieden haben. So dürfen Banken zum Beispiel für die mTan Gebühren verlangen – obwohl das Geldinstitut damit sicherstellt, dass der richtige Kunde von dem Konto Geld überweist.

Doch es gibt einige klar unzulässige Gebühren. Die können Sie sich in einigen Fällen erstatten lassen; die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Kontoführungsgebühren zurückzuholen klappt in der Regel nur, wenn die Bank die Gebühr ändert und Sie darüber nicht oder falsch informiert. Die Bank muss Ihnen zwei Monate vor der Änderung Bescheid geben und auf Ihr Recht einer fristlosen und kostenlosen Kündigung hinweisen.

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.