Überweisung zurückholen

Wenn beim Bezahlen etwas schiefgeht

Das Wichtigste in Kürze

  • Falls über eine Lastschrift fälschlicherweise Geld von einem Girokonto abgebucht wird, können Verbraucher das Geld acht Wochen lang zurückbuchen.
  • Wenn bei Überweisungen Fehler passieren, können Kunden mit Unterstützung der Banken das Geld zurückholen. Es gibt aber keine Garantie, dass das auch funktioniert.
  • Verbraucher können fehlerhafte Kreditkartenumsätze reklamieren. Dazu haben sie sechs oder acht Wochen Zeit.
  • Ist das Girokonto nicht gedeckt, wenn Kunden mit der Girocard bezahlen, fallen verschiedene Gebühren an.

So gehen Sie vor

  • Bemerken Sie eine falsche Lastschrift, buchen Sie diese entweder direkt über das Online-Banking zurück oder wenden sich an Ihre Bank.
  • Bei einer falschen Überweisung müssen Sie die Bank beauftragen, das Geld zurückzuholen.
  • Falls fehlerhafte Umsätze auf der Kreditkartenrechnung auftauchen, reklamieren Sie diese bei dem Kartenunternehmen.
  • Achten Sie beim Einkaufen auf ein gedecktes Girokonto, damit Ihnen keine Kosten entstehen, wenn der Händler versucht, sein Geld vom leeren Konto abzubuchen.

Online-Shopping, Reisebuchung, Wocheneinkauf: Bei vielen Dingen im Alltag müssen Verbraucher sich auf ihre Bank verlassen. Doch nicht immer laufen Bankgeschäfte glatt: Lastschriften werden doppelt abgebucht oder auf der Kreditkartenrechnung tauchen unerwartete Umsätze auf. Einiges können Verbraucher und Banken wieder geradebiegen, doch teilweise fallen dabei Gebühren an.

Lastschriften zurückbuchen

Läuft etwas bei einer Lastschrift schief, können Sie das Geld zurückholen – falls der Betrag doppelt abgebucht wird, zum Beispiel, oder die Summe zu hoch ist. Sie haben ab dem Abbuchen acht Wochen Zeit, das Geld zurückzuholen. Mehr Zeit bleibt Ihnen, sofern es kein Mandat – und damit keine Erlaubnis – für die Lastschrift gab: Dann sind es 13 Monate.

Sie können das Geld direkt über Ihren Online-Banking-Zugang zurückbuchen, zum Beispiel mit der Funktion „Lastschrift zurückgeben“. Oft wird die entsprechende Möglichkeit direkt neben den Daten zur Lastschrift bei der Umsatzliste des Girokontos angezeigt. Falls Sie keinen Online-Banking-Zugang haben, kontaktieren Sie Ihre Bank schriftlich und teilen ihr das Datum der Lastschrift, den Betrag und die abbuchende Person oder Firma mit.

Überweisungen zurückholen

Ein Zahlendreher bei der Kontonummer oder eine Null zu viel beim Betrag: Auch bei Überweisungen läuft es nicht immer wie gewünscht. Doch was mit Lastschriften klappt, funktioniert nicht bei Überweisungen. Diese können Sie in der Regel nicht einfach zurückholen.

Allerdings passieren solche Fehler heute seltener als früher: Tippen Sie etwa beim Online-Banking eine falsche IBAN-Nummer ein, so kann die falsche Nummer womöglich keinem Konto zugeordnet werden. Sie erhalten also eine Fehlermeldung und können die Überweisung gar nicht freigeben. Ähnlich ist es, wenn Sie einen solchen Fehler auf dem Überweisungsformular machen und die Überweisung anschließend elektronisch eingelesen wird. Auch in diesem Fall überweist die Bank das Geld nicht.

Haben Sie dagegen versehentlich eine gültige IBAN-Nummer eingegeben, sollten Sie sich sofort an Ihre Bank wenden. Womöglich kann sie die Überweisung noch stoppen. Am besten rufen Sie dort an. Bei beleghaften Überweisungen stehen die Chancen womöglich besser als beim Online-Banking; viel Zeit haben Sie aber bei keinem der beiden Fälle.

Wenn das Geld bereits einem anderen Konto gutgeschrieben wurde, ist es zu spät. Die Bank hat keinen Zugriff mehr auf den Betrag. In einem solchen Fall müssen Sie bei Ihrer Bank eine Rücküberweisung anfragen. Diese kontaktiert die andere Bank, und die Bank des falschen Empfängers wendet sich an ihren Kunden. Es gibt keine Garantie, dass das funktioniert. Erstatten muss Ihre Bank Ihnen das Geld nicht.

Banken dürfen für den Rückholservice Gebühren verlangen. Falls nur eine geringe Summe an den falschen Empfänger gegangen ist, lohnt sich der Aufwand eher nicht.

Gebühren für Rückholservice von Überweisungen

Bank Gebühr Wird die Gebühr nur im Erfolgsfall verlangt
Norisbank 10 Euro Nein
Comdirect 14,90 Euro Nein
Commerzbank 11 Euro Nein
Berliner Volksbank 10 Euro Nein
Postbank 15,20 Euro Nein
Targobank 20 Euro Nein
Deutsche Bank 9,99 Euro Nein
ING-Diba -- --
Netbank 8,69 Euro Nein
Augsburger Aktienbank 10 Euro Nein
Sparda-Banken Baden-Württemberg 15 Euro Nein
Santander Consumer Bank -- --
Hamburger Sparkasse 10 Euro + Auslagen (+ 2,50 Euro im Erfolgsfall) Nein

Quelle: Angaben der Anbieter (Stand: Mai 2017)

Rechtlich gesehen muss der Empfänger das Geld zurückgeben, da er ohne Rechtsgrund bereichert ist (§ 812 BGB). Zahlt der Empfänger zum Beispiel mit dem falsch überwiesenen Geld seine Schulden ab, muss er das Geld an Sie zurückgeben, auch wenn er es nicht mehr hat. Es gibt jedoch Ausnahmen: Der Empfänger kann mit dem Geld auf Reisen gehen und argumentieren, dass er dies ohne den unverhofften Geldregen nicht getan hätte. Dann muss er das Geld womöglich nicht mehr zurückzahlen (§ 818 Abs. 3 BGB).

Kreditkartenumsatz reklamieren

Kontrollieren Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen regelmäßig. Falls Ihnen dabei eine Abbuchung auffällt, die Sie sich nicht erklären können, reklamieren Sie diese bei der Bank. Zu solchen Fällen können zum Beispiel versehentliche Doppelabbuchungen gehören, aber auch Betrugsversuche. Falls Händler eine bereits bezahlte Ware nicht schicken, können Sie die Kartenzahlung ebenfalls reklamieren.

Zum Reklamieren wenden Sie sich an die kartenausgebende Bank, nicht an die Kartenunternehmen Mastercard und Visa. Diese haben mit dem Prozess nichts zu tun. Eine Ausnahme gilt bei den Kreditkarten von American Express, da das Unternehmen die Kreditkarten selber ausgibt.

Die fehlerhafte Buchung müssen Sie unverzüglich melden. Banken nennen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen dafür Fristen von sechs oder acht Wochen ab der fehlerhaften Belastung.

Banken und Kartenanbieter stellen in der Regel passende Formulare zum Reklamieren auf ihren Websites zum Download bereit. Ob Reklamationen kostenlos sein müssen, ist noch nicht geklärt. Ein Urteil des Landgerichts Köln sah dies eigentlich vor (Urteil vom 16. August 2000, Az. 26 O 30/00); seitdem gab es aber gesetzliche Änderungen, ein neues Urteil fehlt.

Gebühren beim Reklamieren von Kreditkarten-Buchungen

Bank Gebühr
Postbank (erhebt Gebühr, falls Kunde fälschlicherweise reklamiert hat) 10 Euro
Norisbank keine
Comdirect keine
Commerzbank keine
Berliner Volksbank keine
Targobank keine
Deutsche Bank keine
Netbank keine
Augsburger Aktienbank keine
ING-Diba keine
Sparda-Banken Baden-Württemberg keine
Santander Consumer Bank keine
Hamburger Sparkasse keine

Quelle: Angaben der Anbieter (Stand: Mai 2017)

Ungedecktes Konto beim Einkauf

Auch beim Bezahlen mit der Girocard (früher: EC-Karte) kann es zu Problemen kommen. Denn wenn Sie etwa im Supermarkt mit Unterschrift statt mit der PIN die Zahlung bestätigen, steht noch nicht fest, ob genug Geld auf Ihrem Konto liegt. Die Händler überprüfen beim elektronischen Lastschrift-Verfahren (ELV) den Kontostand nicht.

Was im ersten Moment kein Problem zu sein scheint, kann sich später zu einem entwickeln: Denn die Bank verweigert das Einlösen der Lastschrift bei einem ungedeckten Konto womöglich, der Händler bekommt kein Geld.

Welche Händler das Verfahren mit Unterschrift oder das mit der PIN verwenden, zeigt die folgende Übersicht.

Zahlverfahren im Einzelhandel

Unternehmen ELV oder PIN
Rossmann beides, per Zufall
Penny beides
H&M beides
Galerie Kaufhof PIN
DM ELV nur bei technischen Störungen
Netto ELV
Aldi Süd PIN
Aldi Nord PIN
Kaufland beides
Lidl PIN, ELV bei Ausnahmen

Quelle: Angaben der Unternehmen (Stand: Mai 2017)

Einige Händler versuchen in diesem Fall ein zweites Mal, das Geld abzubuchen. Dann müssen Kunden zusätzlich zur Einkaufssumme die Kosten für die Rücklastschrift tragen. Es kann jedoch passieren, dass weitere Faktoren die Kosten in die Höhe treiben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Händler die Adresse des Kunden herausfinden musste, um die Mahnung zuzusenden.

Damit nicht genug: Händler ziehen auch Inkasso-Unternehmen hinzu, falls sie beim Geldeinzug scheitern. Es hängt vom Unternehmen ab, ob dies bereits nach dem ersten gescheiterten Versuch geschieht oder später. Durch die Inkasso-Unternehmen entstehen weitere Kosten.

Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass vor einem Einkauf genug Geld auf Ihrem Konto ist. Falls Sie öfter und länger im Dispo sind, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie das Konto wieder ausgleichen können – zum Beispiel, indem Sie den Dispo umschulden.

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.