Zusatzbeitrag der Krankenkassen

Vergleichen und gesetzliche Krankenkasse wechseln

Das Wichtigste in Kürze

  • Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt 2018 bei 14,6 Prozent. Zusätzlich erheben alle Kassen einen Zusatzbeitrag.
  • Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt bei 1,0 Prozent.
  • Die meisten Krankenkassen unterrichten ihre Versicherten zum Jahreswechsel über die Höhe des Zusatzbeitrags. Einige Kassen passen den Beitrag aber erst im Laufe eines Jahres an.
  • Als gesetzlich Versicherter haben Sie ein Sonderkündigungsrecht bis zum Ende des Monats, in dem der neue Zusatzbeitrag gilt. Wenn Sie zum Beispiel im Januar kündigen, können Sie zum 1. April wechseln.

So gehen Sie vor

  • Suchen Sie sich die passende Krankenkasse.
  • Die umfassendsten Leistungen zu einem guten Preis bietet die HEK. Preisbewussten empfehlen wir die HKK, die gute Zusatzleistungen trotz niedrigem Beitrag anbietet.
  • Durchweg gute Leistungen gibt es bei der Energie-BKK. BKK24 und TK haben unterschiedliche Stärken.
  • Sparfüchse suchen sich in unserer Liste die günstigste Kasse in ihrem Bundesland.
  • Kündigen Sie schriftlich bei Ihrer alten Kasse.
  • Stellen Sie bei der neuen Krankenversicherung einen Antrag auf Mitgliedschaft und weisen Sie der alten Kasse nach, dass diese Sie aufgenommen hat.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema gesetzliche Krankenversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Die großen Kassen

Die großen Krankenkassen Barmer und AOK Bayern erheben 2018 einen Gesamtbeitrag von 15,7 Prozent, also jeweils einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent. Der Gesamtbeitrag bei der AOK Baden-Württemberg beträgt 15,6 (1 Prozent Zusatzbeitrag) und bei der TK 15,5 Prozent (0,9 Prozent). Die DAK verlangt 16,1 Prozent (1,5). Sie ist damit nur 0,2 Prozentpunkte günstiger als die teuersten Kassen.

Seit der Einführung des Gesundheitsfonds 2007 sind die allgemeinen Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für alle Versicherten gleich. Im Jahr 2018 liegt der Beitrag bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Die Hälfte davon zahlt der Arbeitgeber, die andere Hälfte trägt der Arbeitnehmer. Freiwillig versicherte Selbstständige tragen den gesamten Beitrag alleine.

Die einzelnen Kassen können Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen. Diese zahlt der Versicherte allein, der Arbeitgeber beteiligt sich nicht daran. Meist stellen die Kassen ihre Preise zum Jahreswechsel um. 2018 passten 28 Kassen ihren Zusatzbeitrag an.

Kassen verschleiern den Zusatzbeitrag

Die Briefe mit Beitragserhöhung sorgen bei vielen Versicherten für Unmut. Nicht nur ärgert die Erhöhung. Einige Krankenkassen versteckten in den vergangenen Jahren ihre gesetzlich vorgeschriebene Mitteilungsfrist auch hinter blumigen Worten. Eine Betriebskrankenkasse schrieb zum Beispiel von einem Vario-Beitrag. Trotz des eher positiven Klangs dieses Wortes verbarg sich dahinter die Anhebung des Zusatzbeitrags.

Im Durchschnitt verlangen die Kassen einen Gesamtbeitrag inklusive Zusatzbeitrag von 15,6 Prozent. Die meisten Kassen erheben also einen zusätzlichen Satz von 1 Prozent oder knapp darunter. Einzelne Kassen weichen deutlich vom Durchschnitt ab und verlangen noch weniger zusätzlich.

Durch einen Wechsel dorthin können Sie deutlich sparen. Im Einzelfall sind bis zu 900 Euro Ersparnis im Jahr drin, wenn ein Versicherter von der derzeit teuersten zur deutschlandweit günstigsten Kasse wechselt.

Beispiel: Ersparnis durch einen Wechsel zu einer günstigen Kasse

monatliches Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers 4.425 €  
gesamter Beitragssatz der alten Krankenkasse 2018 15,6 %  
gesamter Beitragssatz der neuen Krankenkasse 2018 15,19 %  
     
Arbeitnehmer-Beitrag 2018 bei alter Krankenkasse 367 €  
Arbeitnehmer-Beitrag 2018 bei neuer Krankenkasse 349 €  
     
Ersparnis gegenüber alter Krankenkasse 2018    
pro Monat 18 €  
pro Jahr 216 €  
     

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 9. Januar 2018); alle Berechnungen ohne Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

Das Beispiel zeigt: Ab einem Monatsbruttoeinkommen von 4.425 Euro (entspricht der Beitragsbemessungsgrenze 2018) spart ein Angestellter bei einem Wechsel von einer Kasse, die 15,6 Prozent Gesamtbeitrag verlangt, zu einer, die wie die HKK nur 15,19 Prozent nimmt, 18 Euro im Monat oder 216 Euro im Jahr. Allerdings wird die tatsächliche Ersparnis durch die Steuer verringert.

Den Beitragssatz Ihrer aktuellen Kasse können Sie auf der Internetseite des Krankenkasssen-Spitzenverbandes nachschauen.

Die Zusatzbeiträge für die GKV werden bei Angestellten vom Bruttogehalt abgezogen. Bezieher von Arbeitslosengeld I und II zahlen keinen Zusatzbeitrag. Rentner, deren Krankenkassenbeiträge von der gesetzlichen Rentenversicherung überwiesen werden, erhalten die Mitteilung zum Zusatzbeitrag oft erst später. Für sie gilt der neue Beitragssatz erst im März des Jahres.

Wie Sie die Krankenkasse wechseln

Sobald die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht, hat jedes Mitglied ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss bis zum Ende des Monats bei der Versicherung eingehen, in dem diese das erste Mal den erhöhten Beitrag haben möchte. Gültig wird die Kündigung erst zum Ende des übernächsten Monats. Wer also bis zum 31. Januar bei seiner bisherigen Kasse kündigt, kann zum 1. April in eine andere Krankenkasse wechseln.

Der Wechsel ist einfach: Sie faxen oder schicken unser Musterschreiben an Ihre aktuelle Kasse, füllen den Mitgliedsantrag auf der Website einer Kasse Ihrer Wahl aus und reichen dort die Kündigungsbestätigung der alten Kasse nach. Die neue Kasse schickt daraufhin eine neue Versichertenkarte. Übrigens können Sie nicht aus Versehen aus der gesetzlichen Krankenversicherung herausfallen: Sollte der Wechsel aus irgendwelchen Gründen nicht klappen, zum Beispiel weil Sie vergessen haben, die Kündigungsbestätigung an die neue Kasse weiterzuleiten, bleiben Sie automatisch bei Ihrer alten Kasse versichert. Sie können dann immer noch Ihr normales Kündigungsrecht mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende in Anspruch nehmen – sofern Sie bereits 18 Monate bei Ihrer alten Kasse waren.

Achtung: In den zwei Monaten nach der Kündigung müssen Sie noch den Zusatzbeitrag Ihrer alten Kasse bezahlen – also bis zum Beginn Ihrer Mitgliedschaft in der neuen Kasse.

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Wohin am besten wechseln?

Bei der Wahl einer neuen Krankenkasse müssen Sie sich grundsätzlich überlegen, ob für Sie ein möglichst niedriger Beitrag oder bessere Service- und Zusatzleistungen im Vordergrund stehen. 

Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Anbieter:

Weiterer Anstieg erwartet

In den kommenden Jahren werden die Krankenkassen den Zusatzbeitrag in der GKV wohl weiter anheben. Derzeit verschafft die gute Konjunktur den Kassen lediglich eine Verschnaufpause.

Schon diskutiert die Politik, auch die Arbeitgeber wieder am Zusatzbeitrag zu beteiligen, um die Kostenbelastung nicht alleine den Arbeitnehmern aufzubürden. Genauso werden andere Modelle der Krankenversicherung ins Spiel gebracht, die die Kosten des Systems senken sollen. Das prominenteste Beispiel ist die Bürgerversicherung, bei der alle – bisher gesetzlich oder privat Versicherte – in ein System einzahlen würden.

Prämien sind abgeschafft

Ein paar Krankenkassen haben 2014 noch an alle Mitglieder Prämien ausgeschüttet, manchmal auch Dividenden oder Beitragsrückerstattungen genannt. Seit 2015 gibt es diese Prämien nicht mehr. Stattdessen sollen die Krankenkassen niedrigere Zusatzbeiträge erheben.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.