Familienversicherung Einkommensgrenze

So viel dürfen gesetzlich versicherte Kinder verdienen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kinder, Ehepartner und eingetragene Lebenspartner können in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei mitversichert werden.
  • Das Gesamteinkommen des mitversicherten Kindes oder Partners darf monatlich nicht höher als 435 Euro (Stand: 2018) sein.
  • Für Stief- und Enkelkinder gelten besondere Zuverdienstregelungen.
  • Bei Minijobbern liegt die Grenze bei 450 Euro monatlich.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, ob Ihr Kind oder Partner alle Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllt.
  • Beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse die Familienversicherung. Ein Formular dafür haben die meisten Kassen auf ihrer Website.
  • Krankenkassen prüfen meist jährlich das Familieneinkommen. Dafür müssen Sie regelmäßig einen Fragebogen ausfüllen.
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Im Prinzip sind Kinder oder Partner in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei mitversichert, sofern sie kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen haben. Sobald sie aber zu viel verdienen, fallen sie aus der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen heraus und müssen sich selbst versichern. Zum Einkommen zählen zum Beispiel auch Mieteinnahmen oder Zinsen. Eltern müssen daher bei der Geldanlage für ihre Sprösslinge auf gewisse Verdienstgrenzen achten.

Verdienstgrenzen für Kinder und Partner

Die Verdienstgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt sowohl für Kinder als auch Partner des Versicherten, die familienversichert sind. Sie dürfen nur ein geringes eigenes Einkommen haben, sonst müssen sie sich selbst um Versicherungsschutz kümmern.

Pro Monat darf das Gesamteinkommen 435 Euro nicht übersteigen. Mit dem Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro pro Jahr liegt das Höchsteinkommen somit bei jährlich 6.021 Euro. Zusätzlich rechnet das Finanzamt Werbungskosten an.

Ein bisschen mehr dürfen Familienmitglieder verdienen, die mit einem Minijob Geld hinzuverdienen. Dann gilt eine Grenze von 450 Euro monatlich. Falls das Kind oder der Partner mit dem Minijob unter 450 Euro bleibt, kann der restliche Spielraum bis zur etwas höheren Verdienstgrenze auch für Einkommen zum Beispiel aus Zinsen genutzt werden.

Was zum Gesamteinkommen zählt

Kinder haben häufig ein Einkommen aus Zinsen und Renditen auf Sparbücher oder Aktienfonds, die Eltern oder Großeltern auf ihren Namen angelegt haben. Außerdem zählen Lohn, Gehalt und Renten, zum Beispiel Hinterbliebenenrenten. Miet- und Pachteinnahmen müssen auch angegeben werden.

Überschreitet der Nachwuchs oder der Angehörige die Grenzen, ist er verpflichtet, sich ab dem Datum des Einkommensteuerbescheids selbst zu versichern. Meist verschickt die Krankenkasse einmal pro Jahr einen Fragebogen, auf dem Familien ihre Einkommensverhältnisse angeben müssen.

Verdienstgrenzen bei Stief- und Enkelkindern

Für Stief- und Enkelkinder gelten die gleichen Voraussetzungen wie für leibliche Kinder, sie können kostenfrei familienversichert werden (§ 10 Abs. 4 SGB V). Allerdings gilt dabei die Voraussetzung, dass der Versicherte, bei dem das Kind mitversichert werden soll, den Lebensunterhalt des Kindes hauptsächlich bestreitet.

Verdient das Kind selbst etwas, kann es passieren, dass es durch diesen Verdienst rechnerisch seinen Lebensunterhalt überwiegend selbst finanziert. Um das zu ermitteln, zählt die Krankenkasse alle Einkommen der Familie zusammen und teilt diese durch alle Familienmitglieder. Das Stiefkind darf dann weniger als die Hälfte dieses Betrages verdienen. Verdient es mehr, bestreitet es seinen Lebensunterhalt selbst und muss sich selbst krankenversichern (Umsetzungsrichtlinie des GKV-Spitzenverbands).

Allerdings kann die Krankenkasse von dem Betrag nochmal Ausgaben für Haushaltsführung und Kinderbetreuung zugunsten des Kindes abziehen. Dies muss jede Kasse im Einzelfall prüfen.

Ein Beispiel: Ein verheiratetes Paar hat ein gemeinsames Kind, der Partner des Versicherten bringt außerdem ein Kind mit in die Ehe. Dieses hat nun einen kleinen Job, bei dem es 300 Euro im Monat verdient. Um zu errechnen, wer den Lebensunterhalt des Stiefkindes bestreitet, rechnet die Krankenkasse das Gesamteinkommen der Familie zusammen und teilt es durch die vier Familienmitglieder.

Einkommensbeispiel einer Familie

  Einkommen in Euro Unterhaltsbedarf
Versicherter 1.200 525
Ehepartner 600 525
gemeinsames Kind - 525
Stiefkind 300 525
zusammen 2.100 2.100

Quelle: Finanztip-Darstellung, GKV-Spitzenverband. Stand: 23. November 2017

Jedes Familienmitglied in diesem Beispiel hat einen Unterhaltsbedarf von 525 Euro im Monat. Das Stiefkind verdient mit den 300 Euro mehr als die Hälfte seines Unterhaltsbedarfs (262,60 Euro). Damit trägt es seinen Lebensunterhalt überwiegend selbst und kann nicht kostenfrei familienversichert sein.

Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
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Finanztip-Chefredakteur
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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.